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Regen

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Regen

„Regen“, schrieb SelmaFee, „nichts als Regen bei uns im Explorerland.“
Hier hat es auch zu regnen begonnen, aber mit Sonnenschein zwischendurch. Das gab viele Regenbogen und dieses surreale Licht, wenn die Sonne durch einen Spalt in den gräulichen Wolken scheint. Siri und Selma hätten sicher Ihre NikiFeenKameras heiß geknipst.

Der Umgang der Engländer mit Regen ist beachtlich.
Nachbar David hatte zur Grillparty im Garten geladen. Gerade als die Steaks fein bruzzelten, begann es kräftig zu regnen. Das war der erste namhafte Regen seit über vier Monaten, der mit einem Trinkspruch des Hausherren und viel Jubel gebührend begrüßt wurde, wobei David das „good for the garden“ vielmals betonte. Danach verschwanden alle. Sie sind ins Trockene geflüchtet, erschien mir als „Wimp“ (Weichei) logisch, aber weit gefehlt, schon kamen sie im Barbour Jackett und einige in „Wellies“ (wie der Brite die grüne Gummistiefel nennt) munter zurück. David hatte über seinen Grill einen mitgenommenen Kneipenschirm gespannt, der für „The Vicar`s Ruin“ warb, das beste lokal gebraute Bier der letzten Saison. Man feierte fröhlich, milde lästernd über Abwesende weiter, als sei es ein Sommernachtstraum. Wenn auch der Regen auf den Steaks sich als ungeeigneter Geschmackverstärker erwies, wäre keiner auf die Idee gekommen, sich ins Haus zu verziehen.

Ich bin stets wieder erstaunt, wie wetterfest die Engländer sind, auch wenn sie sich im tattoobetonenden Muskelshirt und kurzen Flatterröckchen am Strand zeigen, während ich im Pullover und Jeans leidend fröstele. Es ist ein Skandal, ich habe genau hingeschaut, da zeigt sich keine Gänsehaut am nackten Arm!
So eroberte man Kolonien und erforschte den Norden.

„Die Norweger, meine ich, sind auch so – oder?“, das muss ich mal DinaFee fragen.

Fröhliche Grüße vom kleinen Dorf am Meer
The Master

© Klausbernd Vollmar, Cley/Norfolk, 2011

Über Klausbernd

Autor (fiction & non-fiction), Diplompsychologe (Spezialist für Symbolik, speziell Traum- und Farbsymbolik)

Eine Antwort »

  1. Tantchen putzt verdutzt die Brillengläser- der Master bewundert, wie die Engländer sich bei Regen verhalten.Halloooo, ruft Sie, vergessen wo Du aufgewachsen bist? Wasser war u. ist für die Bergischen seit jeher wichtig, wie das tägliche Brot..Remscheid, auf dem Berg liegend, bedeutet, daß das Wasser davonfließt, u. so muß man das, was vorher vom Himmel gefallen ist, wieder einsammeln..Somit wurde hier 1901 , die 1. Trinkwassertalsperre Deutschlands in Betrieb genommen.Das Bergische Land gehört zu den regenreichsten Gegenden Deutschlands, seine Bewohner behaupten, sie kommen mit dem Regenschirm zur Welt.
    „Rauschende Wälder, Amboß u. raues Klima“ lassen keine „Weicheier“ zu:-)))
    Es wird wohl wieder Zeit, das der Master, sich bei Tantchen zum Korn trinken u. Riefkoken futtern einfindet.
    Es grüßt ganz herzlich “ das Tantchen“, die Selma u. Dina noch eine wunderschöne trockene Zeit in N0orwegen wünscht

    Antworten

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