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Des Papstes Schlaflied

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Des Papstes Schlaflied

Hi liebe Leute, hier spricht Siri BuchFee, die dem liiiieben Master nach Berlin nachgeflogen ist. Unglaublich, der war auf einer Hexendemo gegen den Papst. Als überzeugte Heiden waren wir (SelmaFee, Masterchen und ich) natürlich dagegen, dass der greise Geschäftsführer des größten und ältesten Konzerns der Welt, der mit seiner Macht einen Großteil der Bevölkerung unterdrückt, so frech großherrschaftlich für unsere Steuergelder (ja, auch wir Feen werden zur Kasse gebeten, voll blöd!) in Berlin auftrat.

Masterchen – darf ich das verraten? – bewundert bisweilen diese Firma, die sich katholische Kirche nennt, ihre Angestellten in Karnevalskostüme steckt und trotz größten Reichtums Gelder erbettelt. Kaum zu glauben! Stellt Euch vor, Mr. Gates würde Euch um eine Kollekte bitten … Huch, meine Schwester Selma sprach gar von krimineller Vereinigung, zitierte Hexenverbrennungen, die dunklen Machenschaften der Bank des Vatikans, Volksverdummung und Missbrauch, naja eben das Altbekannte. Wisst Ihr übrigens, dass lange Zeit katholisch zu sein in England mit der Todesstrafe geahndet wurde. Noch heute ist „katholisch“ bei uns auf der Insel ein Synonym für lügen, betrügen und asoziales Verhalten. Well, we are British, we are different …

Foto von

Also Masterchen fuhr zum Südstern und erinnerte sich, dass es mindestens 30 Jahre her war, als er zum letzten Mal demonstrierte (typisch Masterchen, er las lieber im Schaukelstuhl, was damals Abbie Hoffman über die Medieninszenierung einer modernen Demo schrieb.) Er wusste gar nicht mehr, wie das ging, das Demonstrieren. Und noch was muss ich Euch verraten: Masterchen fühlte sich etwas mulmig, „naja, Hexen“, sagte er, „so viele Frauen …“ Mehr
sagte er nicht, was alles sagte. Aber es ging ganz einfach:

Dort im Hirsekreis tanzten fein aufgemachten Frauen, Wunderkerzen wurden herumgereicht und ein Mann – oder sollte es Pan selbst gewesen sein – blies riesige Seifenblasen, die von der lauen Nachtluft über Kreuzberg weggeweht wurden. Eigentlich ähnelte das Ganze einem Kunsthappening, das in angenehmer Weise mediengerecht inszeniert wurde und beste Stimmung verbreitete. Masterchen meinte: „Das waren ja nette Frauen“ (naja, ich, Siri BuchFee, stieß mich an dem Adjektiv „nett“, naja, es war halt nett gemeint) und als er ein Plakat „Freie Sexualität ist göttlich“ sah, fühle er sich fast wie vor 40 Jahren in Berlin.

Foto von XY Müller

"Eine junge Alexandra Kollontai ..." murmelte der Master

Die armen Kameraschlepper von Presse und Fernsehen, zu jung um die historischen Parallelen zu sehen, liefen sich fast selber um, um die feinsten Bilder zu bekommen. Leider war meine Schwester Selma KnipsiFee bei ihrer geliebten DinaFee, so bekam ich lieberweise ein paar Fotos von der Photogräphin Manuela Schneider – Hexen und Feen halten doch zusammen. – Übrigens gestern demonstrierten etwa 15.000 Menschen in Deutschland auf ähnlich einfallsreiche Weise gegen diesen Papst.

Liebe Grüße von der Berichterstatterin von der Deutschland-Tournee
des Masters

Eure Siri BuchFee

Über Klausbernd

Autor (fiction & non-fiction), Diplompsychologe (Spezialist für Symbolik, speziell Traum- und Farbsymbolik)

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  1. Die Deutschen und ihr Papst

    Von Josef Joffe

    Ein Streitgespräch mit einem Außerirdischen, der sich über die rätselhafte Aufwallung gegen Benedikt wundert

    Seit kurzem bin ich mit Bling, einem Marsmännchen, befreundet. Dieser Winzling hat einen IQ von 200, aber keine Ahnung von unserem Blauen Planeten, schon gar nicht von Deutschland. Umso eifriger frisst er sich durch die Zeitungen, sowie er aus dem Beamer steigt. Dann stellt er lauter dämliche Fragen.
    In dieser Woche quengelt er: „Weshalb mögt ihr eigentlich den Papst nicht? Der Spiegel nennt ihn den ‚Unbelehrbaren’, ein Buchtitel ruft Wir sind Gegen-Papst! Benedikt ist doch ein Deutscher. Mit 1,2 Milliarden Kunden ist die Una Sancta der älteste Multi auf Erden – ein Super-Geschäftsmodell.“
    200 IQ-Punkte und null Durchblick. Deshalb wird er belehrt: „Dieser Erfolg beruht auf Hokuspokus – Weihrauch und Wunder, Auferstehung und Leben nach dem Tode.“ Doch der Schlauberger hatte sich schon einiges angelesen. „Sind nicht alle eure Religionen so? Die Juden glauben, Gott habe das Rote Meer für sie geteilt, die Muslime, Mohammed sei auf seinem Ross direkt ins Paradies geritten. Die Buddhisten glauben an Wiedergeburt. Der Kommunismus hat euch den Himmel auf Erden versprochen.“
    Ich stöhne: „Wir sind inzwischen aufgeklärt.“ – „Wirklich? In Wiki habe ich gerade 10 000 Wörter unter ‚Esoterik’ gelesen. Ihr glaubt an Tarot, Kristalle, Sternzeichen, Kupferbänder, Feng-Shui, Homöopathie.“ Ich schiebe unauffällig meine Kupfer-Spange unter den Ärmel: „Alles ganz harmlos; der Papst aber ist ein Un-Demokrat. Er ganz oben, die Befehlskette runter bis zum Sprengel.“
    „Da ist was dran“, konzediert Bling, „Protestanten, Juden und Muslime haben zwar kein Oberhaupt, aber richtige Demokraten – alles ist verhandelbar – sind die Gläubigen auch nicht. Das Dogma ist heilig. Ein Ajatollah lässt über seine Fatwas nicht abstimmen. Theoretisch ist ein abtrünniger Muslim des Todes.“
    Ich ziehe mein As: „Bling, das ist echt islamophob.“ – „Keineswegs. Wir fürchten nur die Sonden, die ihr marswärts schießt. Ich wollte sagen, Glauben und Demokratie sind zweierlei. Von der „festen Burg“ des Glaubens sang auch Luther. Die Demokratie aber ist ein breites, luftiges Zelt, der permanente Widerstreit. Deshalb habt ihr Glauben und Herrschaft getrennt, wie es Jesus lehrt: ‚Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist….’ Heute würde er den Papophoben sagen: Der Pontifex predigt, das Parlament entscheidet; lasst die Kirche im Dorf.“
    Ich schieße zurück: „Ergo würde Jesus Benedikt den Bundestag verbieten!“ – „Wieso, der ist doch auch Staatschef. Und Putin, der 2001 dort sprach, ist kein lupenreiner Demokrat.“ Dieser Bling ist ein Meister der Kasuistik, ein Jesuit aus dem All. Ich: „So würdest du nicht reden, wenn euer Hohepriester Frauen und Schwule diskriminierte, seinen Dienern die Ehe verböte.“ – „Kein Problem; wir pflanzen uns durch Teilung fort. Aber im Ernst: Ihr habt doch Gleichstellungsbeauftragte und Anti-Diskriminierung. Zivilrecht geht vor Kirchenrecht, anders als im Islam. Die Demokratie, die für alle da ist, hat das letzte Wort. Warum regt ihr euch dann so auf über Ratzinger?“
    Dieser Alien hat keine Ahnung. „Weil er Macht hat“, belehre ich ihn. „Was, die Inquisition?“ – „Nein, die Macht des Wortes.“ – „Und ihr“, kontert Bling, „habt die Talkshows, die Leitartikler, Frau Käßmann, Verdi, die Linke.“ (Wie konnte der Mann nur so schnell so viel lesen?) „Außerdem habt ihr die Deutungshoheit. Deutschland entchristianisiert sich.“
    „Daran ist der Papst schuld!“, krähe ich. – „Wie das?“, fragt Bling verblüfft. – „Weil ich an den Spiegel glaube, der verkündet: Benedikt „lässt die Deutschen vom Glauben abfallen.’“ Daraufhin doziert der Alien: „Der deutsche, der europäische Mensch säkularisiert sich schon seit der Französischen Revolution, siehe auch den Sieg der weltlichen Heilslehren Bolschewismus und Nazismus. Ganz anders die Amerikaner. Die haben im Namen eines ,Schöpfers’ revoltiert, der sie mit ‚unveräußerlichen Rechten’ ausgestattet hatte. Die Kirche war dort nie der Feind, bei euch war sie die ‚Infame’, wie Voltaire agitierte. An Gott glauben bei euch nur 51 Prozent; dass ‚christlichen Werten’ mehr Gewicht gebühre, gerade mal 38. “
    Dieses Männchen weiß zu viel. Er leiert die Statistiken runter: „ Die katholischen Kirchenaustritte gehen nicht auf Ratzingers Konto. 1990 lag die Quote erstmals im sechsstelligen Bereich, es ging weiter bergab mit durchschnittlich 130 000 pro Jahr. Bei den papstlosen Protestanten war es schlimmer: im Durchschnitt knapp 200 000. Und das, obwohl die EKD politisch zehnmal korrekter ist als die Kurie. Den Kulturkampf habt ihr gewonnen. Da kann man den Papst, äh, etwas christlicher behandeln.“
    Ich weise ihn zurecht: „Der Papst fabuliert, er sei der Stellvertreter Christi. Dabei ist er doch nur ein Mensch!“ Bling lächelt milde: „So ist es. Aber du ereiferst dich wie ein Atheist, der Gott bestätigt, indem er ihn so leidenschaftlich attackiert.“ Das war das Ende einer wunderbaren interplanetarischen Freundschaft.

    Zuerst erschienen im Handelsblatt am 21.09.2011

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  2. Liebe SiriFee, also in Berlin bei den Hexen in Kreuzberg warst Du!:-)) Wie spannend, ich warte gespannt auf Deinen Folgebericht. Sehr gerne hätten Selma und ich auch mitdemonstriert, es ist unglaublich was die katholische Kirche veranstaltet und die Gläubigen(?) mitmachen. Muss ich, die Ungläubige, befürchten auf den Scheiterhaufen zu landen, wenn ich eine banale Frage stelle: Hat der Papst und die Kirche nicht etwas gemeinsam mit den Hexen, der sogenannte Glaube? Was versteht man heute unter Hexen und ihr Treiben in Kreuzberg, ich bin völlig blank, sorry, das Bild der Hexe hat sich sehr gewandelt über die Jahrhunderte.
    Oh dear, Selma kommt schnell angeflogen und erteilt einen Feenhauch und eine Rüge, fehlt es mir an Glaube oder Fantasie? Autsch! – und erzählt, aus Haxe und Häxe entstand gegen 1480 das Schimpfwort Hexe für eine gefährliche, meist bösartige Frau, mal im Gewand der alten, hässlichen Giftmischerin und Schadenszauberin, mal aber auch im Gewand der sehr erotischen, verführerischen, verzaubernden Frau, die unbescholtene Männer zu sündhaftem Tun verleitete, wenn nicht gar „zwang“, Aberglaube an Magie etc., der leider selbst heute noch nicht ausgerottet ist, ebenso wenig wie das romantisierte Bild einer Hexe als weiser Frau, Heilkundige etc., welches heute durch Esoterik, Neuheidentum etc. geistert. Kannst Du uns weiterhelfen, oder vielleicht äussert sich sogar eine Hexe? Das wäre echt nett, wo ich doch neulich Warham Camp, ‚The most magnificent hillfort in Norfolk‘ besucht habe.

    Kommst Du bald?
    Liebe Grüße, auch von Deiner SchwesterFee
    Dina

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  3. Nur Geheimnisse, Brimborium und Pomp lassen viele Vereine/Institutionen überleben, das reizt uns doch Alle. So gesehen ist der Unterschied Kirche, Schützen,Freimaurer u. Hexen nicht sehr groß.Nur mancher „Verein“ versteht es besonders,Glanz und „Hingabe“ zu entfesseln.
    Ich bin strikt für Trennung Staat-Kirche.Meine aber , wenn der Papst schon in den Bundestag eingeladen wird dann soll man sich auch seine Rede anhören,um so besser läßt sich debattieren.
    Schilder: freie Sexulität,na ja das ist doch, Entschuldigung, kein Hingucker mehr.Ob die Kirche gegen Kondome wettert, dürfte genauso, die Wenigsten interessieren.Somit sagt die rheinische Seite in mir,egal,wir müssen den Festen;Happenings nur einen Namen geben.Hauptsache: Spass an der Freud!
    Hexen: Für mein Verständnis waen dies gebildte Frauen, die den Männerdomänen zu nahe kamen. Beispiel: Postmeisterin Henoth/Köln. Als Sie die Poststation mit Vater u. Bruder führte war es OK. Vater verstarb, Katharina expandierte,versuchte die Monopolherrschaft der v. Taxis zu knacken. Dies trieb den Herren die Zornesröte ins Gesicht. Kurz u. Gut, gegen Bestechung fand sich eine arme Nonne, die Sie der Hexerei bezichtigte. Selbst unter Folter kam es zu keinem Schuldgeständnis.Somit verlangte das damalige Recht Entlassung aus dem Kerker,aber nein,diese Frau mußte sterben- Sie wurde verbrannt.

    Antworten
  4. Hey Weggefährten!
    Hier ein Video zum Event, das nicht von der Presse unterschlagen wurde!
    Licht & Liebe für euch, Limarå
    http://www.youtube.com/watch?v=HWCiH7Ip_4Y (kopieren und ab in browser-Leiste =) oder auf YouTube auf dem ChaWila Worldwide-Kanal kucken.

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  5. OK, mit dem letzten Beitrag bin ich jetzt genau so weit wie früher – oder soll ich sagen, noch weiter ab von dem Hexentreiben, als je zuvor, was soll das Ganze eigentlich?
    Weißt Du, ich kann mit diesen Parolen der Hexen nichts anfangen, finde es weder zeitgemäß noch sonst etwas, mir sind die eher gleichgültig. Diesen Filmbeitrag habe ich nach ein paar Minuten ausgeschaltet, weil es sich nur wie ein Geschreie angehört hat (und ich im Moment nicht allein hier bin) und von daher würde ich den Film eher als Antiwerbung für die Hexen betrachten. Ich hätte gehofft, eine Hexe meldet sich und gibt plausibel zu verstehen, was sie heute tut, was für sie wichtig ist, warum ist die Hexe von heute eine engagierte Hexe und wofür sie sich engagiert..
    Den Papst ein Schlafraubendes Lied vorzutragen ist eine Sache, wieviele haben ihn verflucht?
    Liebe Grüße aus dem heidnischen Norden,
    Dina

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  6. Naja, mit dem Hexentum, das ist im Grunde völlig lapidar. Wie ich die Frauen erlebt habe, leben die völlig „normal“ und bemühen sich – wie jeder mit Anspruch – ein bewusstes Leben zu führen. Diese ganze Ritualistik ist nettes Dekor, meine ich, aber ein Dekor, das auf die Frauen wirkt. Eigentlich sind diese Hexen milde Öko-Freaks – Frauen in gehoberen Positionen, wahrscheinlich alles Wählerinnen der Grünen. Selbst in England (ohne Hexenverfolgung) war die Geschichte der Hexen abgebrochen und vergessen. Als in der Romantik der Wicca-Orden und der Druiden-Orden unter einem Apfelbaum neu gegründet wurden, gab es keine historisch verlässliche Info über Hexen mehr (über Druiden auch nicht). Es ist der Geist der Romantik, der das neue Hexenbild prägte, aber mit den mittelalterlichen Hexen hat das wenig zu tun. Das Hexentum bildet aus meiner Sicht eine Spielwiese für gebildete, erfolgreiche Frauen; mir kommt es wie eine Art der Salon-Kultur vor oder wie die großen englischen Freimaurerlogen wie „The Order oft he Golden Dawn“, in denen das gebildete Bürgertum mit Tarotkarten spielte. Das geschah zu etwa der gleichen Zeit, durch Gründung der Theosophischen Gesellschaft in London, wie auch die Etablierung der ersten Wicca-Coven. Kurzum, es wirkte der Zeitaltgeist der Romantik, der gerade in den Jugendstil überging, dessen Elemente einige Tarotdecks prägen. Das soll nicht zynisch sein, aber ich finde, Wicca ist besser als Shopping. Ich war vielleicht vor 20 Jahren auf einem Wicca-Camp in Schwaben, wo hauptsächlich ähnlich wie bei Goethes Hexensabbat gevögelt wurde und die wundersamsten Frauen herumliefen. Meine Mutter hatte den Hauch einer Sympathie für Wicca, was wahrscheinlich auf die frauenbewegte Seite ihrer Familie zurückzuführen ist. Immerhin erklärte sie mir als Kind, dass die böse Hexe im Märchen ein Fiktion sei und dass weder Hexen hässlich, noch böse seien.
    Mir ist schon klar, dass die Parallele zwischen der Ritualistik der kath. Kirche und jener der Hexen, die der Volksmeinung nach u.a. das Vater-unser rückwärts aufsagen, sich aus formaler Sicht aufdrängt. Dabei soll jedoch nicht vergessen werden, dass inhaltlich gesehen die Hexen meinen, sie würden im Ggs. zum Vatikan eine ganzheitliche, weitgehend gewaltfreie Position vertreten. Für mich spielt die Kirche heutzutage eine so geringe Rolle, dass ich es nicht für notwendig fände, gegen diese „Nichtigkeit“ zu demonstrieren (sorry, aber ich ging wegen des Spaßfaktors mit, böse gesagt, wegen des Unterhaltungswerts). Für meinen Geschmack nehmen die modernen Hexen den Papst und seine „worldwide company“ viel zu ernst. In ihrer Einstellung zur Natur stimme ich völlig mit den Hexen überein.

    Antworten
    • Deine Sicht der Hexen ist von einseitig intellektuellem Scheuklappenblick geprägt. Du als Heidenkind unterschätzt den Einfluss der Kirche, speziell der Katholischen in Süddeutschland und der Evangelisch-Reformierten in Norddeutschland. Beide Spielarten der christlichen Kirche sind noch immer geprägt vom „Vaterunser“-Patriarchismus, auch wenn es auch innerhalb der Kirchengemeinden modernere Strömungen gibt. Den Einfluss der Kirche ist hierzulande noch ganz mächtig, weil der über eine bestimmte Art des Glaubens in unserer Kultur in früher Kindheit verankert wird, Ich finde es als Frau toll, dass wenn schon mal der Papst hier ist, ich auch meine Meinung dazu kundtun und anderen möglicherweise durch die Medienpräsenz die Augen öffnen kann.
      Grüße von der Kräuterfee Christine

      Antworten
      • Lieber Master, ganz lieben Dank für Deinen Kommentar zu den Hexen! Wo bleiben die eigentlich?:-)

        Liebe Kräuterfee Christine, jetzt bin ich neugierig, darf ich daraus schließen, Du bist keine Hexe, sondern eine… Heilkräuterfee..? Oder ist eine Kräuterfee auch eine Art Hexe?

        Danke für Deinen Kommentar! Ich erlebe die Kirche in Deutschland als eine Institution die zunehmend Einfluss und Mitglieder verliert, es ist eher „in“ gegen den Papst zu sein, als „wir sind Papst“ zu sein, aber vielmehr würde mich interessieren, wie werden Die Hexen aufgenommen, wie haben die Medien auf den Auftritt der Hexen reagiert?

  7. So eine Schweinerei, was die mit der mutigen Postmeisterin Henoth aus Köln gemacht haben! Dina und ich haben gerade ein eine Kerze für alle diese tapfere Frauen angezündet. Tantchen, Du hast bestimmt mehr solche Geschichten auf Lager, oder? Die möchte ich gerne lesen, ich sammele neuerdings Berichte über mutige, tapfere, bodenständige und abenteuerlustige Frauen, ich brauche Deine Hilfe. Schönes Wochenende und ganz liebe Grüße aus Norge, von Dina auch

    Selma, OberKnipsiFee

    Antworten
  8. Ach, weshalb werden über die Hesenverfolgungen immer nur soviel Schiefheiten erzählt?Dass in England keine Hexen hingerichtet worden sind, ist eines dieser Gerüchte, mit denen man sich sein Weltbild zurechtbiegt. Leider nicht die Wahrheit. In England hat es eine ausgesprochen späte Welle von Hexenverfolgungen gegeben, und zwar um das Jahr 1640. Die Gesamtzahl der Prozesse lag bei etwas unter 5000, es gab zwischen 1500 und 2500 Hinrichtungen. Die Zahlen sind wie immer mit Vorsicht zu genießen, da keiner wirklich Buch geführt hat. In Skandinavien hat es ungefähr die gleiche Anzahl gegeben, auch ebensoviele Hinrichtungen, und zwar am ENDE des 17. Jahrhunderts – man muss aber bedenken, dass dort 60% weniger Menschen lebten als in England.
    In sämtlichen Ländern des Mittelmeer-Raumes zusammen (!) gibt es höchstens (!) 500 Hinrichtungen, im Zentrum des Katholizismus, dem damals bekanntlich noch sehr großen Kirchenstaat, nur eine Handvoll. Tatsächlich – auch wenn das jetzt keiner glaubt, weil es nicht ins Weltbild passt – war die Hexenverfolgung dort am schwächsten, wo die Inquisition am stärksten war. Denn die Inquisition hat nicht nur für geordnete Prozesse gesorgt, nach genau kodifizierten Regeln, die Inquisition hat vor allem (auch das wird jetzt wieder keiner glauben) dafür gesorgt, dass in ihrem Machtbereich die Folter so gut wie gar nicht angewendet worden ist – bei der großen baskischen Hexenverfolgung um 1615 gab es 1500 Prozesse, aber nur 2 Mal wurde die Folter angewendet, entsprechend gab es auch nur 1 Hinrichtung.
    Dass die ganze Hexenverfolgung nicht von der christlichen Religion, sondern von frühen Vertretern der Aufklärung ausgegangen ist, glaubt einem auch niemand, war aber so. Ebenso wie es nun einmal feststeht, dass das Ende von diesem ganzen Hexenschwachsinn von Jesuiten ausgegangen ist, bekanntlich der katholische Orden, der dem Papst besondere Treue geschworen hat….

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  9. Vielleicht gibt dem einen oder anderen diese Mitteilung von Amnesty International zu denken, vielleicht hat man da in Berlin gegen den falschen protestiert, denn die wahren Unterdrücker sitzen heute in Riad und eine ganze Menge gleichgesinnter auch in Berlin:

    Das Todesurteil eines libanesischen Staatsbürgers, das in Saudi-Arabien wegen „Hexerei“ über ihn verhängt worden war, wurde nun von einem vorinstanzlichen Gericht bestätigt. Wenn in der nächsten Instanz seine eingelegten Rechtsmittel abgelehnt werden, könnte er jederzeit hingerichtet werden.
    ‚Ali Hussain Sibat, 46-jähriger Vater von fünf Kindern, war Moderator einer Fernsehshow des libanesischen Satellitensenders Sheherazade. In der Sendung beriet er Menschen in Lebensfragen und sagte ihnen die Zukunft voraus. Im Mai 2008 wurde er von Angehörigen der islamischen Religionspolizei Mutawa’een in der Pilgerstadt Medina festgenommen. Er war nach Saudi Arabien gereist, um an einer muslimischen Pilgerreise teilzunehmen, der so genannten „Umra“.
    Nach einer Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne anwaltliche Vertretung oder sonstigen Rechtsbeistand wurde ‚Ali Hussain Sibat von einem Gericht in Medina am 9. November 2009 zum Tode verurteilt. Amnesty International befürchtet, dass er nur deshalb wegen „Hexerei“ und anderer Vergehen angeklagt ist, weil er friedlich von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht hat.
    Im Januar 2010 ließ das Berufungsgericht in Medina die gegen sein Todesurteil eingelegten Rechtsmittel zu. Das Gericht argumentierte, dass es ein voreiliger Urteilsspruch gewesen sei. Das Berufungsgericht ordnete an, dass alle Vorwürfe gegen ‚Ali Hussain Sibat belegt werden müssten. Falls er die Tat wirklich begangen haben sollte, müsse ihm die Möglichkeit gegeben werden, Reue zu zeigen und Buße zu tun. Am 10. März jedoch bestätigte ein Gericht in Medina das Todesurteil. In einer Erklärung der Richter hieß es, dass er die Verurteilung zum Tode verdiene, da er über mehrere Jahre hinweg öffentlich vor Millionen von Zuschauern „Hexerei“ betrieben habe und demnach als ein Ungläubiger anzusehen sei. Selbst wenn er Reue zeigen sollte, so das Gericht, wäre es unmöglich, die tatsächliche Tiefe dieser Reue nachzuweisen. Sein Todesurteil würde außerdem abschreckend wirken für die laut Gericht zunehmende Anzahl „ausländischer Hexer“ in Saudi-Arabien. Der Fall wurde zur Bestätigung des Todesurteils an das Berufungsgericht in Mekka zurückverwiesen.
    Ein weiterer Mann wurde im Juli 2009 von einem Gericht in Hail in Verbindung mit „Hexerei“ wegen „Apostasie“ zum Tode verurteilt. Auch ihm könnte noch die Hinrichtung drohen.
    HINTERGRUNDINFORMATIONEN
    ‚Ali Hussain Sibats Anwalt im Libanon geht davon aus, dass sein Mandant verhaftet wurde, weil Mitglieder der Mutawa’een ihn aus seiner Fernsehshow kannten. ‚Ali Hussain Sibat wurde während seiner Vernehmung versichert, dass er nach wenigen Wochen wieder freigelassen würde, wenn er schriftlich darlege, wie er seinen Lebensunterhalt verdient. Dieses Dokument wurde dann aber dem Gericht als „Geständnis“ vorgelegt und als Beweismittel gegen ihn verwandt.
    Der Strafbestand der „Hexerei“ ist nicht definiert. In der Vergangenheit wurde er häufig missbraucht, um Menschen für die legitime Wahrnehmung ihrer Menschenrechte auf Meinungs-, Gedanken-, Gewissens-, Glaubens- und Religionsfreiheit zu bestrafen. Die Kriminalisierung der Apostasie ist mit der in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verbrieften Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit unvereinbar.
    Mindestens 158 Personen wurden 2007 in Saudi-Arabien hingerichtet. 2008 waren es wenigstens 102 Personen. Im Jahr 2009 wurden 69 Hinrichtungen durchgeführt, fast 20 davon an ausländischen Staatsangehörigen. Seit Beginn des Jahres 2010 wurden bereits wenigstens acht Personen hingerichtet.
    In Saudi-Arabien wird die Todesstrafe für ein breites Spektrum von Verbrechen verhängt, einschließlich solcher, die nicht zum Tode einer Person geführt haben. Gerichtsverfahren entsprechen bei Weitem nicht den internationalen Standards für einen fairen Prozess. Den Angeklagten wird nur selten eine rechtliche Vertretung zugestanden, und sie werden häufig nicht über den Stand des Verfahrens gegen sie informiert. Zudem sind Verurteilungen auf der Basis von durch Zwang oder Täuschung erzielten Geständnissen zulässig.
    Die Behörden in Saudi-Arabien haben 2009 sehr viele Menschen unter dem Vorwurf der „Hexerei“ inhaftiert und diese Praxis wurde auch im laufenden Jahr fortgesetzt. Viele wurden von der islamischen Religionspolizei Mutawa’een verhaftet, deren offizielle Bezeichnung ‚Behörde für die Förderung der Tugend und die Vermeidung des Lasters‘ ist. Die letzte nachweisbare Hinrichtung wegen „Hexerei“ war die des Ägypters Mustafa Ibrahim am 2. November 2007. Der Apotheker war im Mai 2007 in der Stadt Arar festgenommen und wegen „Apostasie“ angeklagt worden. Ihm wurde vorgeworfen, ein Exemplar des Korans entwürdigt zu haben.
    Amnesty International weist in einem Bericht aus dem Jahr 2008 über die Todesstrafe in Saudi-Arabien auf deren häufige Anwendung und die unverhältnismäßig hohe Anzahl an Exekutionen ausländischer Staatsangehörigen aus Entwicklungsländern hin. Zusätzliche Informationen finden Sie auf Englisch in Saudi Arabia: Affront to Justice: Death Penalty in Saudi Arabia vom 14. Oktober 2008, unter http://www.amnesty.org/en/news-and-updates/report/saudi-arabia-execution…)

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