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Buchtalk 1

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Buchtalk 1

Endlich kann ich mich als FeenVater und Master auch mal durchsetzen, etwas selbst zu schreiben. Ich hab erreicht (durch 5 FayrieTaler pro Woche mehr Taschengeld – knirsch!), dass ich bei Siri und Selma zumindest unregelmäßig eine Kolumne „Buchtalk“ bekomme.

Heute möchte ich Ihnen Romane vorstellen, die mich in letzter Zeit faszinierten: Jan Kjærstads Trilogie „Der Verführer, „Der Eroberer“, „Der Entdecker“, von Ian McEwan „Solar“ und von Daniel Glattauer „Gut gegen Nordwind“ und dann wird am Schluss als Kontrastprogramm Sigrid Undsets „Kristin Lavranstochter“ erwähnt.

Jan Kjaerstad

Schon von den ersten Seiten an haben mich Kjærstads Romane fasziniert. Die Metaphern und die zarte Ironie, die treffenden Beobachtungen schlugen mich in den Bann. Dann erst bemerkte ich, als der Erzähler und der Erzähler des Erzählers auftreten, wie geschickt in den drei Romanen die Betrachtung der Welt eines Fernsehstars konstruiert ist. Ich werde als Leser ständig darauf hingewiesen, dass es sich keineswegs um eine gar objektive Beschreibung von Realität handelt, sondern um ein Artefakt, um eine künstliche Welt. Zum einem gleicht das dem epischen Theater Brechts, der in seinem Theater die Schilder „Glotzt nicht romantisch“ aufstellte, um den Zuschauer zum kritischen Betrachter zu erziehen.

Die Jonas Wergeland Trilogie

Zum anderen sind das drei postmoderne Romane, die sich selbst medienkritisch reflektieren [Siri BuchFee: Masterchen meint, der Roman reflektiert im Roman die Art, wie er gemacht ist, nämlich völlig subjektiv]. Kjærstads als talentierter Erzähler lässt jedoch die Reflektionen nie seine Geschichten unterbrechen. Inhalt und Stil sind in beneidenswerter Weise miteinander verflochten, was einen Hochgenuss beim Lesen erzeugt (auch beim naiven Leser) [Siri: von ihm kann Masterchen noch einiges lernen]. Es erstaunt mich, wie Kjærstad durch ein fein verwobenes Netz von Geschichten viel Wissen spielerisch vermittelt. Sehr differenziert sind seine Reflexionen des Fernsehens, denn die Hauptperson der Trilogie Jonas Wergeland ist ein medienkritischer Fernsehstar.

Ian McEwan

Nach drei Büchern Kjærstad griff ich Abwechslung suchend nach McEwans „Solar“. So wie Kjærstad einer der zur Zeit führenden Autoren Norwegens ist, so ist McEwan gerade einer der führenden Autoren Englands. Bei beiden wird ein Heldenbild dekonstruiert [Siri: vergesst diese Anspielung auf den Dekonstruktivismus, er meint, beide entlarven Helden]. McEwans Stil einer weitgehend linear erzählten Geschichte wirkt konservativ Kjærstads Stil gegenüber, aber auch seine Geschichte der Verstrickungen eines Nobelpreisträgers ist (zumindest nach dem ersten Viertel des Romans) spannend und witzig erzählt.

Obwohl diese vier Romane nicht mit sexuellen Abenteuern sparen, die Kjærstad als Mittel der Erkenntnis feinsinnig beschreibt, ist „Solar“ ein psychologischer Roman, die drei Romane Kjærstads sind das jedoch nicht (noch eine Gemeinsamkeit mit Brecht, der das Psychologisieren in der Literatur ablehnte).
Wie schon „Abbitte“ zerfällt auch „Solar“ in Teile, diesmal drei, die jedoch besser verknüpft sind als die beiden Teilen von „Abbitte“ [Selma KnipsiFees Kommentar: Im Film fällt das weniger auf als im Buch]. „Solar“ ist trotz allem so spannend zu lesen, dass ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte ausgeht.

Mit Glattauers hoch gelobten E-Mail-Roman hatte ich zu Beginn größte Schwierigkeiten [SiriFee: weil Masterchen eher kulturkonservativ ist, E-Mails erscheinen ihm nicht kunstwürdig, oh je … ].  Der Stil langweilte mich und dieses ewige Gejammere des Mannes über seine Verflossene, hat mich auch nicht gerade amüsiert. Erst nach etwas Rauchen und einer halben Flasche Wein wurde nach 100 Seiten die Geschichte spannend, plötzlich sehr spannend sogar. Der Sprachwitz  und das Raffinierte am Einfachen der Story begannen mich zu packen. Erst jetzt bemerkte ich, wie Glattauer ähnlich wie Kjærstad sein Medium, eben die E-Mail-Kommunikation (als Nachfolger des Briefromans), reflektiert. Am Schluss wollte ich unbedingt wissen, treffen sie sich nun oder nicht – aber ich verrate nichts.

Sigrid Undset

Ich bin übrigens durch Jan Kjærstad Sigrid Undset [Siri: oh dear, name dropping, wenn Ihr es nicht wisst, sie war die Nobelpreisträgerin für Literatur 1928 für „Kristin Lavranstochter“] wieder begegnet, die ich mit Anfang zwanzig las. Undset: die scheue Autorin, die in ihrer mittelalterlichen Welt lebte und so viel anders aussah, als ich sie mir vorgestellt hatte (als nordische Schönheit langhaarig blond, wie Figuren aus ihren Büchern). Mich wundert, dass all die Mittelalterfans sie nicht wiederentdeckt haben, aber daran hinderte sie wohl, dass Sigrid Undset zum Katholizismus konvertierte (ein Skandal in Norwegen) und ihr Glaube, dass der Mensch sich letztendlich nicht ändert.
In „Der Eroberer“ beschreibt Kjærstadt, wie Sigrid Undset den Tisch küsst, an dem Linné die große Ordnung (in der Pflanzenwelt) schaffte. Undsets Ideal war diese große Ordnung, die sie im Mittelalter sah.
Also, für alle Mittelalterfans: Sigrid Undset lesen, lohnt sich (das Gegenteil von postmodern). Ich empfehle „Kristin Lavranstochter“ – ein Buch, bei dem ich als Zwanzigjähriger ständig einschlief, da hatte ich andere Interessen [Selmas Erläuterung: Masterchen kommt aus ehrgeiziger Familie, da musste man solche NobelpreisSchinken gelesen haben, naja, angelesen haben zumindest oder so. Siri und ich, wir lieben die Undset, da sie so rührend beschreibt, wie die junge Kristin unsere Verwandten, die Elfen trifft].

Viel Lesevergnügen
wünscht Masterchen

P.S.: Dank den lektorierenden BuchFeen Siri und Selma

Über Klausbernd

Autor (fiction & non-fiction), Diplompsychologe (Spezialist für Symbolik, speziell Traum- und Farbsymbolik)

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  1. Mit seiner Trilogie schafft Kjærstad die Entfernung zu meiner Heimat elegant zu überbrücken, das wurde ein ganz feiner Lesespaß für mich im zweiten Anlauf, dank Deiner Begeisterung. #x an dieser Stelle!

    „Gut gegen Nordwind“ hat mich zugleich verzaubert, ich habe das Buch in einem Ratsch durchgelesen und später nochmal mit Begeisterung. Ich fand das Buch romantisch, spritzig-witzig unterhaltsam, Dialoge vom allerfeinsten, lebendig im Tempo, zeitgemäß, wie ein neuartiger Briefroman. Lesevergnügen = Hörvergnügen? Nicht immer. Erwartungsvoll lauschte ich gestern die Stimmen von Andrea Sawatzki und Christian Berkel. Lag es am Sprechtempo? Warum war der Zauber weg, nach 2 CDs mochte ich nichts mehr hören, als wären die die erzählerischen Fähigkeiten des Autors fast in das Genre der Trivialliteratur abgerutscht. Ist „Gut gegen Nordwind“ eine Ausnahme, ein Einzelstück, ein „Solitär“ – wie es einen namenhaften Literaturkritiker bezeichnete?

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  2. Huii, wieder was gelernt – bisher kannte ich den Namen Sigrid Undset nur vom Rücken zahlreicher Bertelsmann-Buchclub-Ausgaben aus den 50er Jahren, allesamt völlig unverkäuflich. Kommt mir auch so vor, als ob ich davon was von meiner Mutter geerbt hatte, dann aber ungelesen und als unverkäuflich deklariert dem Trödler geschenkt habe … vielleicht, wie ich jetzt erfahren habe, zu früh!
    Nun ja, und Teilzeit-Amerikanerin war sie auch, wenn sie auch aus Brooklyn nicht so weit herausgekommen zu sein scheint, gar nicht so weit weg von hier, von Atlanta, Georgia, von dem die vielen Flugzeuge on my mind bleiben werden, die vor unserem Hotelfenster im Minutentakt starten und landen …… morgendes Nachmittags ist unseres dran!

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    • Lieber Martin, welcome home in good old Europe.
      Ja, für Dich als ein „Sich-Auskenner“ im Mittelalter wäre die Undset sicher unterhaltsam zu lesen. Sie hat sich völlig in die Welt des Mittelalters eingesponnen – so wie man es damals betrachtete. Wie einige Nobelpreisautoren hat sie aber nie die Massen mit ihren teilweise sehr langatmigen Büchern erreicht. Heute in einer Zeit, in der der Leser die Action-Romane von Dan Brown und die Mittelalterpräsentation von Ken Follett gewöhnt ist, wird Frau Undset völlig unverkäuflich, da die Spannung in ihren Romanen weitgehend in den Hintergrund tritt.
      Guten Flug und bis bald 🙂

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  3. Diese Unterhaltung zwischen Selma und Dina habe ich soeben mit meinen feinen Feenohren gelauscht:

    Selma: „Die Undset steht wohl etwas länger ungestört herum und sammelt Staub. Die sieht ja fast neu aus, sag mal, hast Du die überhaupt gelesen? Hööö….. . was hast Du gerade genuschelt, ich höre nichts?“

    Dina: „Ich habe den langweiligen Schinken angelesen. Werde Kristin Lavranstochter bald lesen, OK? Kjærstad und Master haben mir Appetit gemacht, das ist doch fein. Die Undset hat halt jeder Norweger.“

    Selma: „Warum?“

    Dina: „Sie ist einer von 3 Norwegern die den Nobelpreis bekam. Und die Letzte, was erstaunlich ist. Norwegen hatte noch nie so viele ausgezeichnete Schriftsteller wie heute, darunter sind schon ein paar Anwärter für den Nobelpreis. Was übrigens auch Ian McEwan ist.“

    Selma: „Das weiß ich als Buchfee natürlich. Wer sind die 2 anderen Norweger?“

    Dina: „Bjørnstjerne Bjørnson und Knut Hamsun. Alle 3 bekamen zwischen 1903 und 1928 den NP. Das Werk dieser drei Schriftsteller spielte bei der Schaffung einer Grundlage für die moderne norwegische Literatur eine wichtige Rolle. Im Jahr 1814 wurde die 400-jährige Union mit Dänemark aufgelöst und durch eine Union mit Schweden ersetzt, die bis 1905 andauern sollte. So wie sich die Dringlichkeit nach dem Wunsch nationaler Unabhängigkeit verstärkte, so stieg das Bedürfnis nach dem Aufbau einer nationalen Literatur, die, als Gegenpol zum Dänischen, auf der norwegischen Sprache begründet sein sollte.“

    Selma: „Sult von Knut Hamsun kenne ich! Was hat denn der Bjørnson geschrieben?“

    Dina: „Ja, Du Liebe, „Hunger“ ist sehr bekannt, aber Hamsun bekam den NP für „Markens Grøde (Segen der Erde). Hamsuns Werk ist durch eine tiefe Abneigung gegen die Zivilisation gekennzeichnet und durch einen Glauben daran, dass die einzige Erfüllung des Menschen in der Erde läge. Dieser Primitivismus und das gleichzeitige Misstrauen gegenüber allen modernen Dingen findet seinen vollendeten Ausdruck in Segen der Erde, das oft als sein Meisterwerk angesehen wird. Seine frühen Werke drehen sich meist um einen Außenseiter, einen Vagabunden, der der Gesellschaft feindselig gegenübersteht. Während seiner mittleren Schaffensperiode wich Hamsuns Aggressivität einer melancholischen Resignation über den Verlust der Jugend. Hamsuns Werke werden als Klassiker der norwegischen Literatur angesehen, und er bleibt einer der meistübersetzten Romanschriftsteller Norwegens. Schau mal hier, in dieser hochgelobten Biographie „Enigma, The Life of Knut Hamsun“ nennt Robert Ferguson Hamsun einen der bedeutendsten und einfallsreichsten literarischen Stilisten des letzten Jahrhunderts, und stellt fest, dass praktisch kein lebender europäischer oder amerikanischer Autor nicht bewusst oder unbewusst von Hamsuns Werk beeinflusst ist.
    Bjørnson dagegen schrieb überwiegend Bondefortellinger, das heißt so viel wie Bauernerzählungen und brachte einen neuen Erzählstil und eine neue Stimme in die norwegische Literatur. Bjørnsons Werk beinhaltet Poesie, Geschichten, Romane und Theaterstücke. Als ein Zeitgenosse des Dramatikers Henrik Ibsen gewann Bjørnson den NP „als einen Tribut an seine noble, herrliche und wandlungsfähige Poesie, die sich immer durch die Frische ihrer Inspiration und die seltene Reinheit ihres Geistes auszeichnet.“

    Selma: „Wow! Hamsun beeindruckt mich, – und war er ein Freund von Hitler? “

    Dina:“ Ein Freund ist vielleicht zu viel gesagt, er hat Hitler besucht und sympathisierte mit Quisling. Hamsuns Bücher waren nicht verboten -im Gegensatz zu Undsets Büchern. Die waren im Deutschland der 30er Jahre verboten, und Undset war aufgrund der Nazi-Invasion während des Zweiten Weltkriegs gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Sie ging in die USA, von Mätes wissen wir, das sie in Boston wohnte und von dort aus unterstützte sie weiterhin den norwegischen Widerstand. Nach dem Krieg kehrte sie nach Norwegen zurück und erhielt für ihre literarische Arbeit und ihre patriotischen Bestrebungen das Großkreuz des Hl. Olav.“

    Selma: „Die sieht echt herb aus, oder?“

    Dina: „Jaa, der Master hat eine schöne Aufnahme benutzt. Schau hier; auf den 500 Kroner Schein sieht sie auch hübsch aus. Auf einigen Bildern kann man eine gewisse Ähnlichkeit mit Selma Lagerlöf feststellen, Lagerlöf war übrigens die erste Frau die überhaupt den NP bekam Beide waren tief religiös und haben meist einen unfreudigen Gesichtsausdruck, findest Du nicht?“

    Selma: „Hmmm, egal. Komm Dinamaus, lasst uns Nils Holgersson lesen, die Erzählung liiiiiiiebe ich!“

    Antworten
    • Liebe Dina, liebe Selma, fein, wie Ihr uns die norwegische Literatur nahebringt. Mich fasziniert, wie solch ein bevölkerungsarmes Land so viele hervorragende Schriftsteller hervorgebracht hat. Habt Ihr nicht Lust, auch mal über Saabye Christensen zu schreiben? Seinen Roman „Yesterday“ – ja, bewusst an den Beatles angelehnt – habe ich mit roten Bäckchen und Glitzeraugen gelesen. Mich hat es fast umgehauen, wie er Situationen anschaulich beschreibt, die ich genauso als Teenie erlelebt habe. Und dann denke ich noch an das Skandalbuch „Nackt im Hemd“ von Jens Björneboe, das ich für nicht nur gut geschrieben, sondern zugleich auch für ein exzellentes und zugleich witziges Aufklärungsbuch halte – völlig ohne diesen fürchterlichen Ernst, der das Sexuelle oft umweht. Liege ich da richtig, dass dieses Buch immer noch in Deutschland auf den Index steht (juhu, Dina hat mir eine Ausgabe mit List und Tücke besorgt!)?
      Also, Ihr Lieben, weiter so und herzlichen Dank für Euren Kommentar.

      Antworten
      • Oh dear, da hagelte es gleich Proteste von einer dänischen Freundin und einem Literaturkritiker aus Kopenhagen: Jens Saabye Christensen ist zwar in Oslo geboren und lebt in Norwegen, aber er besitzt die dänische Staatsangehörigkeit – well, für mich ist er dennoch ein norwegischer Schriftsteller – oder?

      • „Nackt im Hemd“ – wenn man das googlet, kommen vor allem Nachrichten über Heide Klum. Aber auch über das Buch, genauer die Bücher, denn es gibt auch „Nackt im Hemd II“. Die Bücher sind 1972 als pornographisch verboten worden, der Merlin-Verlag hat nie versucht, das anzufechten, drum sind nur die wenigen Exemplare der Erstauflagen im Umlauf. Für 16,00 bzw. 22,00 EUR sind aber Exemplare im Handel, wer also scharf drauf ist …..

    • Von Hamsun gibt es eine sehr interessante Ausgabe seiner Briefe – will ich seit 2 Jahren verkaufen, will aber keiner …..

      Antworten
      • Erst mal „Welcome Home!“ lieber Mätes.
        Sag mal, was hältst Du denn von diesem Deal: Ich verkaufe gerade alle meine Eso-Bücher (erschreckende 5000 etwa). Wenn ich mit meinem Volvo im Feb./März nach Deutschland komme, bringe ich Dir so viele Bücher, wie mein Kombi trägt, im Tausch gegen die Hamsun-Briefe. Wäre das ein Deal?
        „Nackt im Hemd II“ ist, nehme ich an, auch von Björneboe – oder? Da wäre ich auch dran interessiert – huch, ich oute mich. Ehe es noch schlimmer wird, mach ich jetzt Schluss. Tschüß

      • Der Hamsun – kannste haben, ist nichts Wertvolles.

        Ist die Ausgabe, allerdings in Buchclub-Nachdruck:

        HAMSUN, Knut (d.i. Knut Pedersen):
        Briefe. Eingeleitet u. hrsg. von Tore Hamsun. A.d. Norweg. von Jutta u. Theodor Knust. (Mit einem Porträt-Frontispiz nach einer Zeichnung von Olaf Gulbransson.) –
        [nach diesem Titel suchen]
        Mch.: Albert Langen u. Georg Müller (1957).
        415 Ss. 8°. Schwarzes Ln. mit gelbem Rücken- u. Deckeltitel (leicht angestaubt).

        ERSTE DEUTSCHE AUSGABE. – Briefe von Knut Hamsun (1859-1952) aus den Jahren 1879-1949. – „Aus Notizen, Zettelkästen, Entwürfen, abgesandten und nicht abgesandten Briefen hat Tore Hamsun den Band zusammengestellt. Die Spanne von siebzig Jahren umfassen die Briefe, die wie ein Begleittext zu allem sind, was wir Hamsun nennen, wie Randbemerkungen und Fußnoten zu einem weltweiten, weltoffenen Werk und einem vielfarbigen, vielgestaltigen, doch in allem Großen geeinten Leben.“ (Georg Schneider lt. Umschl.). – Wilpert4 S. 745.

        [Schlagwörter: Norwegische Literatur 19. Jahrhundert 20. Jahrhundert]

        Artikel-Nr.: 66661

  4. Höh, jetzt bin ich dran!

    Jetzt habe ich gelauscht und gebe es Euch brühwarm weiter:

    Siri: „Oh, dear oh dear, Dina, jetzt hat der Master sich voll blamiert, er nennt den Saabye Christensen Jens, dabei heißt er Lars, was machen wir denn jetzt?“

    Dina: „Gar nichts. Das ist kein Beinbruch, nur einen Tippfehler. Der Saabye ist zwar ein fragiler Mensch, nach dem Motto „Handle me with care“, er wird’s aber verkraften. Und der Master sowieso.“

    Siri: „Ist er wirklich ein Däne?“

    Dina: „In gewisser Weise schon, er hat einen dänischen Pass.:-) Er ist allerdings in Norwegen geboren und kehrte als junger Mann dort zurück. Psss … das bleibt unter uns ja; als Däne ersparte er sich die lästige Wehrpflicht, Førstegangstjenesten, in Norwegen. Er nennt sich halb, halb. Er spricht norwegisch, er schreibt norwegisch, er schreibt über das Leben in Norwegen und das tut er so hervorragend, dass er zu dem bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart gehört. Und überall auf der Welt präsentieren ihn die Verlage als der literarische Popstar aus Norwegen, nicht Dänemark.“

    Siri: „Du hast sooo viele Bücher von Saabye, er scheint Dir ja gut zu gefallen?“

    Dina: „Sehr sogar! Ich glaube ich habe alle seine Bücher, ich bringe die meistens aus Norwegen mit, leider dauert es bis 2 Jahre oder mehr bis seine Bücher ins Deutsche übersetzt werden. Er schreibt geradezu magisch über Helden die über ihre eigen Füße stolpern.“

    Siri: „Also schreibt er über Verlierer?“

    Dina: „Nö, eher Aussenseiter.“

    Siri: „Ich habe gerade „Die blaue Kuppel der Erinnerung“ gelesen, voll cool! Jetzt lese ich Deine Empfehlung „Der Halbbruder“ und danach schreiben wir über den Saabye, abgemacht?“

    Dina: “Abgemacht.-; Das passt ja fein, als Anknüpfung, meine ich, bekannt wurde Saabye durch seine Drehbuchadaptionen von Knut Hamsuns August-Trilogie für das Fernsehen. Das dicke Buch solltest Du genießen, Seite um Seite. Er schreibt herzerwärmend, heiter-melancholisch, reflektiert unangestrengt sozialkritisch, an ein paar Stellen habe ich Schnappatmung bekommen. Mit 1-2 Sätzen hat er es geschafft mich fühlbar in meinem Kindsein zurückzuführen, ich habe mit wässrig-glänzenden Augen gelesen. Genauso wie Master es mit „Yesterday“ empfunden hat. „Yesterday“ ist übrigens eine tolle Empfehlung für Männer. Absolut hinreißend!
    Kleiner Tipp von Saabye selbst; Achte auf das Geheimnis. Das gilt es unbedingt zu beherzigen bei seinem wunderschönen Roman Wenn er von seinen Geschichten erzählt, sagt er, dass er auf sie aufpassen muss. „Einen Roman kann man mit einem einzigen Satz ruinieren“, findet er. „Und dann ist alles langweilig. Es muss ein Geheimnis geben.“

    Siri: „OK, Dina, ich werde aufmerksam lesen und das Geheimnis aufdecken. Gosch, The Independet schreibt; „Es ist, als hätten sich Paul Auster und Jonathan Franzen in diesem Buch getroffen. Ein bestechender Roman!“ Das verspricht vergnügliche Lesestunden.“

    Dina: „Viel Spaß, meine Liebe. Ich wünsche Dir dass, Du das Buch mit einem Gefühl von Glück beendest. Darüber, dass es Geheimnisse gibt, die man selbst lüften muss.“

    Und dann zog sich meiner Schwesterfee zurück, verbarrikadierte sich hinter „Bitte nicht stören! Das Genie liest!“

    Ein schönes Wochenende von Eure SelmaFee

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  10. Lieber Master und Feen, (weiss nicht, ob diese Anrede hier richtig ist.)
    Ich bin leider total überfordert, vor allem was nordische Sschriftsteller anbelangt. Mit der Nobelpreisträgerin „Kirstin Lavranstocher“ bin ich total einverstanden, nämlich, dass sich der Mensch nicht ändert. „Gut Gegen Nordwind“ fan ich als eine hochspannende, moderne und mögliche Geschichte. I’ve read Ian Mac Ewan’s „Atonement“ and „Saturday“. Of course, both are brilliant books. I preferred „Saturday“ because I just had a lot of sympathy for the doctor, his job, his love, his passion and capability to come to grips even with the enemy. Many thanks for you highly interesting articles and very best regards Martina

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    • Dear Martina,
      I studied Nordic Literature and Dina comes from Norway therefore we both like the literature of the north.
      Siri und Selma lassen dir bestellen, dass „liebe Buchfeen“ wie auch „dear Bookfayries“ die richtige Anrede ist🙂
      Liebe Grüße von Nord Norfolk
      Klausbernd

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