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Siris Lieblingszitate: August Strindberg

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Siris Lieblingszitate: August Strindberg

Wirkliche Schönheit kann ohne Güte nicht existieren; denn es sind nicht die Züge allein, sondern es ist der Ausdruck, der den Zügen ihren übernatürlichen Reiz gibt.

August Strindberg

Heute vor einhundert Jahren starb in Stockholm einer der produktivsten und bekanntesten Dichter Schwedens. Verrückt wie Hölderlin und wie dieser im Turm lebend schrieb er teilweise manisch und hinterließ zehn Romane, 60 Stücke, Novellensammlungen und etwa 8000 Briefe. Wenn Sie mich fragen, was man von Strindberg lesen sollte, empfehle ich den satirischen, sozialkritischen Roman „Das rote Zimmer“, der 1879 veröffentlicht wurde. Er war ein großer Erfolg, der Strindberg vor dem Ruin rettete. Im Grunde ist „Das rote Zimmer“ ein Künstlerroman wie Hamsuns „Hunger“, der neun Jahre später geschrieben wurde, allerdings ist er nicht derart deprimierend. Aber fast verhungernde Künstler treten auch hier auf, was Bezug zu Strindbergs Leben hatte, der ohne den Erfolg dieses Romans elend wie der Ich-Erzähler in Hamsuns Roman oder wie „Der arme Poet“ (Spitzweg) geendet wäre.

Buchfeengrüße vom kleinen Dorf am Meer
Siri – und Selma hat auch mitgeholfen🙂

Über Klausbernd

Autor (fiction & non-fiction), Diplompsychologe (Spezialist für Symbolik, speziell Traum- und Farbsymbolik)

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  1. Liebe Buchfeen, das habt ihr toll gemacht!
    Strindbergs erste Frau hieß Siri,🙂 es folgten mehrere, nicht Siris. sondern Frauen. Strindberg war bekannt als Frauenverachter.
    Gerade habe ich „Deg“ von Annemarta Borgen gelesen, ein Biografie über ihr Ehemann, den norwegischen Dichter Johan Borgen (der 1965 den nordischen Literaturpreis für seine Trilogie „Lillelord“ bekam). Sie beschreibt die verbitterte Ehe ihrer Schwiegeltern; „die führten eine Strindbergske Ehe“. Strindberg ist Düster und unbestritten der genialste Dichter Schwedens. Und ein begnadeter Maler. Bei uns was „Fröken Julie“ Pflicht, wie auch „Röda rummet“. Kann mich leider nicht daran erinnern, nicht unüblich bei Pflichtlesen in jungen Jahren. Geht es jemand anders?

    Johan Borgen schrieb u.a. „Lesen ist Pflicht, Schreiben ist Lust“
    (als Journalist schrieb er Unmengen Rezensionen).

    Liebe Grüße aus dem stürmischen Norden
    Dina

    Antworten
  2. Das Zitat ist herrlich und passt auch so schön zum Tänzeralltag! Sieht schöner aus mit dem Ausdruck der Güte……bald geht es hier an die „Heiligen Tänze“, bin gespannt wann wir die ersten Knoten in Armen und Beinen haben werden!

    Antworten
  3. Wenn du einmal heiraten solltest, so nimm nicht den Dichter, sondern den Verleger.
    (A. Strindberg an seine Tochter)

    Liebe Gruesse Buchdame
    unterwegs im Strindbergland

    Antworten
    • Das würden wir unseren Töchtern auch raten😉
      Der Strindberg war schon ein verrückter Bursche, völlig versponnen und realistisch zugleich.

      Liebe Grüße aus dem Land der Seeräuber und Schmuggler
      Siri, Selma und Klausbernd

      Antworten
  4. Kurz zusammengefasst: Güterzüge😉

    Antworten
    • Sehr gut“!!“

      Aus der Schachnotationt; es ist üblich, gute Züge mit einem angehängten „!“, sehr gute Züge mit einem „!!“ zu benoten.🙂

      Gute Nacht (obwohl WordPress meint, wir kommentieren alle Nachmittags)
      Dina

      Antworten
      • Liebe Dina, bin heute auf KBs Rat liegengeblieben und nochmal eingenickt…
        Achtung meine Traum:
        Ein lebendiges Schachspiel, in dem ich mir überlegt habe , ob ich ein Bauer , Springer oder Turm sein möchte, ein Weihnachtspiel mit einem Zug lauter Weihnachtsmänner(könnte ein lustiges Spiel für Kinder werden) und ein Lied für ein Musical mit einem Vogel, hörte wahrlich die Englein singen…..
        Was ist das, die Schachnotation?!!
        hatte deinen Kommentar nur gestern gar nicht gelesen!
        Naja, einen schönen Tag allerseits!!!

  5. Liebe Pia, da fragst du was, ich spiele kein Schach. Schachnotation ist eine Benotung oder Betonung (?) von den Schachzügen, mehr weiß ich nicht. Nur das „!“ = gut und „!!“ = sehr gut bedeutet. Ich schätze, Klausbernd kann mehr erzählen; klar, er spielt Schach, hat ein wunderschönes Schachspiel, eine exquizite Einlegearbeit. Und ca. 1,4 laufender Meter Bücher über Schach und die besten Schachzüge. Er und Sirifee spielen begeistert wàhrend Selmafee und ich uns handwerklich betätigen.🙂

    Schon dich und erhol dich gut,

    Liebe Grüsse
    Dina

    Antworten
    • Die Schachnotation ist ganz einfach die Dokumentation der Züge, die auch mit einer Bewertung versehen werden können, aber nicht müssen.

      Zu deinen Traum, liebe Pia, na, da besteht doch kein Zweifel als Tänzerin bist du der Springer. Du schreibst doch auch wie der Springer: hin und her springend. Der Turm dagegen ist zielgerichtet, seine Macht besteht im Linearen, dem geraden Weg. Der Bauern ist in seiner Bewegung doch ziemlich begrenzt.
      Mein Schachspiel, auf das die liebe DinaFee sich bezieht, brachte ich von Indien mit, eine betörend schöne Arbeit in Sandel- und Ebenholz und Elfenbein.

      Liebe Grüße aus dem sommerlichen Cley next the sea. Ich werde jetzt den Rasen mähen und Unkraut zupfen
      Klausbernd

      Antworten
      • Oh, danke für die Analyse, ich hoffte die Wahl zu haben, gar nicht mitzuspielen, nicht im L hüpfen müssen…der Zug war voll mit Gütern und Weihnachtsmännern aber es fehlte der Lokführer! Das Lied heißt „Frei sein“….schöne Melodie….
        danke euch, beruhigend, dass du Rasen mähst und Unkraut rupfst!
        Das mache ich morgen auch im Odenwald…..und dann ruhe ich mich aus!
        Herzliche Grüße von Pia
        auch an alle, die hier fleißig bloggen!!!

  6. die schreiberei ist auch heute noch recht brotlos, wenn mensch nicht den riesenwurf tätigt, was aber ungleich schwerer ist, bei der flut der bücher, die jahr für jahr auf den markt strömen… also schreibe ich zur freude (nicht nur für mich allein, ein paar fans gibt es mittlerweile) und koche… von irgendwas muss mensch ja überleben ;o) – tja… das leben einer kreativen frau sieht auch heute noch anders aus, als das von einem kreativen mann, der eine frau fürs alletagegeschäft an seiner seite hat… seufz und schmunzel

    herzlich grüßt Li Ssi

    ach so… strindberg war bei uns natürlich keine pflicht, eher goethe… schiller, später brecht und kafka…

    Antworten
    • Ich las Strindbergs „Ein Traumspiel“ als Jugendlicher. Es hat mich so fasziniert, dass hinter der Tür zu Lösung aller Welträtsel nichts ist, dass ich das bis heute noch klar erinnere. Ich fand das genial und wusste damals nicht warum.

      Na, so brotlos ist das Schreiben nun auch wiederum nicht. Aber es ist heute höllisch schwer, als Anfänger einen Agenten oder gar Verleger zu finden. Es ist wie in jedem Beruf, man muss sich hocharbeiten, das bedeutet, dass jedes neue Buch höhere Verkaufszahlen und eine größere Anzahl von Lizenzen bringen muss als das davor. Das geht nur mit viel öffentlichen Auftritten, was teilweise nervig ist.
      Obwohl ich vom Schreiben lebe, bereitet mir das Schreiben großes Vergnügen. Ich bin wahrscheinlich schreibsüchtig, worunter ich jedoch keineswegs leide. Einen Tag ohne Schreiben oder Lesen kann ich mir schlecht vorstellen, da fehlte etwas für mich.
      Übrigens, nur nebenbei bemerkt liebe Li Ssi, habe ich keine Frau für den Alltagskleinkrams an meiner Seite.

      Herzliche Grüße von Klausbernd

      Antworten
      • Lieber KlausBernd,, das sollte auch nicht generalisiert werden, deswegen seufz UND schmunzel… es soll ja moderne Männer geben ;o)
        was du zu Verlag und Agent schreibst, kann ich nur unterschreiben. ich hatte das Pech zwar einen Verlag gefunden zu haben, aber die Dame kümmert sich gleich Null und es ist schon seltsam, wenn Frau Autorin selbst vorspricht… nicht immer und überall, aber leider meistens. Worin ich dir auch recht gebe ist weiterzumachen – aus Freude. Ein Tag ohne lesen und schreiben? Ein no-go, auch für mich.
        Noch finde ich mich ein in den Spagat von Brotjob einerseits und „meinem“ andererseits… nicht immer sooo einfach!

        herzliche Grüße vom gerade wieder sonnigen Berg, nur hat der Schnee die Baumblüte mitgenommen :o(

  7. So, 4 Tage frei! Habe eben noch ein bissel Yoga mit vielen kleinen Kindern geübt, die mich danach vor lauter Liebe fast erdrücken wollten…..genug zum Leben!
    Das Leben annehmen, wo nichts ist, kann alles sein, wunderbar!
    Einfach alles mit Liebe machen und gut!
    ..und in den Ferien werde ich mir diesen Strindberg mal vornehmen….

    Antworten
    • Für dich wäre sicherlich „Ein Traumspiel“ inspirierend, liebe Pia, d.h. wenn du Stücke liest. Ich lese nämlich gar nicht gerne Stücke, komisch mit Ausnahme von Brecht.

      Antworten
      • Danke, lag gerade zum Nachdenken so in der Ecke auf dem Boden herum
        da dachte ich auch so wie du, glaube ich….deshalb schreibe ich ja auch ein Musical, mit Action, direkter Rede, Gesang, Drehbühne, Tanzszenen…..
        Da wird es nicht so viel „Inneren Dialog“ geben, die Sprache ist hoffentlich wenigstens passend für die handelnden Figuren!!!
        Das kann ich, glaube ich….
        Aha, Ein Traumspiel, interessant, hole mir mal meine Brille….
        Gestern habe ich bei Amazon dein Buch „Symbole von A bis Z“ bestellt, angeblich das letzte Exemplar, habe aber vorhin geschaut, jetzt haben sie es wieder 4x…zum Glück!

  8. Wer ist „Gut“ und was ist „Güte“?
    Übersetzt wird es mit Godhet (Schwed.) und Kvalitet (Norweg.)

    Håkon I.,der dritte König Norwegens (um 920), einer der jüngsten Söhne von Harald I.(Haarfager oder Schönhaar) bekam der Beinamen „der Gute“, weil er das Odelsrecht einführte, von echte Güte keine Spur. Oh je, ich bin jetzt in Norwegen angekommen und habe gerade ein Wikingermuseum besucht.🙂

    Liebe bibbernde Grüße Buchdame

    Antworten
  9. So, der liebe Klausbernd arbeitet ja bestimmt schon am nächsten Beitrag, da habe ich doch noch ein kleines Fazit, allerdings auf den Tanz bezogen.
    Güte: Wenn ein Tänzer weiß, was er tut und es mit Liebe tut, also tanzt, dann sieht das schön aus und schenkt so einen gütigen Ausdruck. Der tanzt dann nicht für Geld, sondern trotzdem…er gewinnt dann höchstens Macht über sich selbst und das ist gar nicht so schlecht.
    Beim Moderndance fühlt man sich übrigens wie eine Autobatterie, die sich selbst aufläd, aber dazu muss man wirklich wissen, was man tut.
    Schönen Sonntag

    Antworten
    • Was ist gut? Für Goethe war gut, was eine Ganzheit wiedergibt (Grundlage seiner Farbenlehre). Er benutzte den Ausdruck „harmonisch“. Die Bauhauskünstler verbanden Goethes Auffassung mit zweckdienlicher Einfachheit (wie im engl. arts and crafts movement). In den Naturwissenschaften benutzte Einstein prägend den Ausdruck „Harmonie“ im Sinn von gut und richtig. Er ging davon aus, was Andrew Wiles (britischer Nobelpreisträger in Mathematik) bewies, dass an der Harmonie einer Formel ihre Richtigkit ablesbar sei. Damit bestätigte er die klassische Vorstellung: das Gute ist symmetrisch, denn Symmetrie ist Harmonie – so ähnlich haben auch die Romantiker wie Novalis gedacht, der schrieb „Gott ist Mathematik“. Und du bringst den Begriff „Liebe“ ins Spiel, well, ich erkühne mich zu sagen: Liebe ist Symmetrie und somit harmonisch und gut. Und geht`s im Tanzen nicht auch um Symmetrie? Keppler argumentierte, gut ist die Harmonie (Symmetrie) der Sphären und die Esoteriker machten daraus, wer sich auf diese Harmonie einschwingt, der bekommt seine Batterie durch den Weltgeist oder Gott aufgeladen.
      Auch dir einen harmonischen Sonntag😉
      Klausbernd
      Übrigens kann ich mehr mit „Schönheit“ als mit „Güte“ etwas anfangen, aber ich weiß ja „edel sei der Mensch, hilfreich und gut“😉

      Antworten
      • Witzig, morgen werden wir den berühmten Kepplerstern von V. Sand am Osloer Flughafen in Augenschein nehmen und hier lesen wir von dem Mann der Planetengesetze.🙂

        Harmonie, in ihrer Begrifflichkeit, heute vielleicht etwas überstrapaziert, finde ich nicht nur „gut“, sondern teilweise fad, langweilig und widerspruchslos. Genau wie du, finde ich „Schönheit“ in Bezug auf die Kunst viel treffender und Güte is sicherlich eine Qualität die von Innen strahlt, wie Pia meint.

        Liebe Grüße
        Dina

  10. Ich las gerade folgendes verblüffendes Zitat von Strindberg, der als ungeliebter Schriftsteller Schweden floh und drei Jahre in der Schweiz wohnte:
    „Wer nicht an ein werdendes Europa glaubt, sollte eine Zeit lang in der Schweiz leben, dort kann man das Experiment bereits verwirklicht sehen.“
    Den Aargau bezeichnete Strindberg als ein „komplettes Arkadien“.
    Na, da freuen sich doch sicher alle Schweizer🙂

    Antworten

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