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Der Gärtner träumt

Veröffentlicht am
Der Gärtner träumt

Hallo, hallo aus dem Garten, liebe Bloggemeinde und Leser,

jetzt noch einen Hermann Hesse, den ich, die liebkluge SiriFee, in der Gedichte-Ecke auf Regalbrett 12 fand. Nicht von ungefär, Mätes hat uns darauf gebracht. Mätes kommentierte:

„…Bald darauf lernt er seine dritte Frau kennen, die ist fast 15 Jahre jünger als er, da sind die Depressionen weg und er hat überhaupt keinen Bock mehr darauf, sich “lächelnd von dem Liebesmahl zu entfernen”  – dann sitzt er im schönen Tessin auf dem Balkon seiner Villa, malt kitschige Aquarelle und trinkt nicht “wie einen Kuss den Tod”, sondern einen guten italienischen Weißwein.
Das sollten wir ihm nachmachen.“

„Der Gärtner träumt“ ist von Hesse für diese dritte Frau, die Kunsthistorikerin Ninon, geschrieben worden. Ein witziges Gedicht finden wir Buchfeen, mal nicht so von Moral angekränkelt. Ja, selbst Masterchen hat herzlich gelacht. Vielen Dank, lieber Mätes!

Der Gärtner träumt

Was hat die Traumfee in der Wunderbüchse?
Vor allem ein Gebirg von bestem Mist!
Dann einen Weg, auf dem kein Unkraut wüchse,
Ein Katzenpaar, das keinen Vogel frißt.

Ein Pulver auch, mit dem bestreut alsbald
Blattläuse sich in Rosenflor verwandeln,
Robinien jedoch zum Palmenwald,
Mit dessen Ernte wir gewinnreich handeln.

O Fee, und mache daß uns Wasser flösse
An jedem Ort, den wir bepflanzt, besät;
Gib uns Spinat, der nie in Blüten schösse
Und einen Schubkarrn, der von selber geht!

Und eines noch: ein sicheres Mäusegift,
Den Wetterzauber gegen Hageltücken,
Vom Stall zum Hause einen kleinen Lift,
Und jeden Abend einen neuen Rücken.

Hier wollten wir ein feines Foto von Hermann Hesse präsentieren, was jedoch aus Copyright-Gründen nicht statthaft ist, deswegen fragten wir Masterchen, ob er nicht das Hesse-Bild nachstellen wollte. Das kam mit Hilfe von Dina dabei heraus:

Foto: Hanne Siebers

Findet ihr lieben Leser nicht, Masterchen sieht doch schon fast wie der Hesse aus. Oh dear, hoffentlich liest er es nicht, denn trotz wackeren Gärtners ist immer noch kein Hesse-Fan geworden!

Jetzt wollen wir es dem Hesse und dem Mätes nachmachen, Dina hat einen schönen Weißwein gerade geöffnet und wir machen Feierabend!

Frohe Gärtnergrüße aus dem kleinen Dorf am großen Meer
senden euch
Siri🙂 und Selma🙂
Buchfeen

(Das Gedicht wurde entnommen von: Hesse, Hermann: Freude am Garten, insel Taschenbuch 1329, Frankfurt/M. 1992)

Über Klausbernd

Autor (fiction & non-fiction), Diplompsychologe (Spezialist für Symbolik, speziell Traum- und Farbsymbolik)

»

  1. Ja sag mal, bist Du nachtaktiv! Lustig, das Gedicht, danke Klausbernd und Mätes!
    Also, die Ähnlichkeit auf diesen Bildern ist wirklich verblüffend….
    Übrigens hat mein „Steppenwolf“ 2 Tage nach Hesse Geburtstag, für alle Anhänger der Astrologie vielleicht interessant, mir hat`s jedenfalls geholfen. Es ist ja auch scheinbar das ganze Jahr Hesse-Jahr, das hattest Du noch gar nicht erwähnt!
    Jesus, Maria und wie sie alle heißen…
    Gruß und Kuss

    Antworten
  2. Als Hesse dieses Gedicht geschrieben hat, am 1. Juli 1933, hatte er das Problem, dass wegen der Machtergreifung Hitlers jede Menge Besucher in seinem Haus ein- und ausgingen und teilweise auch länger blieben. Auch schön, aber da Hesse inzwischen wieder kränkelte und seine Depressionen pflegte, wurde er das Gefühl nicht los, er komme nicht zum Arbeiten. Für das „Glasperlenspiel“ hat er dann ja auch 12 Jahre gebraucht. Er hatte andererseits rund um sein weitläufiges Haus einen ebenso weitläufigen Garten, beides übrigens von einem Sponsor kostenlos nach seinen Wünschen erbaut und gestaltet. Ob der Sponsor oder die Hesses selbst einen Gärtner beschäftigt haben, weiß ich nicht. Vielleicht nicht, dann ist das Gedicht Ausdruck seiner gefühlten Überarbeitung.
    Dass er es am 2. Juli 1933 seiner Frau Ninon gewidmet hat, finde ich ein wenig komisch. Man könnte das so lesen, als ob er ihr damit sagen wollte, sie solle sich verdammt noch mal auch was um den Garten kümmern und ihre Zeit nicht mit kunsthistorischen Studien vergeuden…

    Egal – was interessieren uns die Hesses, die in ihrem Grabe ruhen, aber die Gartenfee, die könnte hier auch mal vorbeikommen ….

    Antworten
    • …wo bekommt man so einen Sponsor??? Unsere Datscha im Odenwald! Mir wird schon ganz schlecht und mein Rücken schmerzt höllisch…

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      • Well, well, ich kann dir nur sagen, Sponsoren bekommen Berühmtheiten und auch die sehr schwer nur für Privates. Hesse führte ein offenes Haus und war auch, wenn er nicht gerade völlig depri war, ein guter Unterhalter und Zuhörer. Er war nicht so ein unerträglicher Autor, der nur über seine Texte bzw. seine Arbeit redete.
        Das meint die Selmafee

    • Hallo, hallo hier sprechen die Buchfeen Siri und Selma, oh wie schade, gern kämen wir ja in Kerpen vorbei, aber wir fällten gerade mit Masterchen einen sooo kranken Holzapfelbaum (ist das crab apple – diese Bachblüte?) und müssen nun das erstaunlich rote Holz zu Kaminholz verarbeiten. Du weißt ja, jedes Stückchen Holz ist sooo begehrt hier. David, unser Nachbar, schaute schon gierigen Auges auf den dicken Stamm, lieh uns aber seine Kettensäge, die jedoch nix für Feen ist. Es ist fast so wie in der Arktis, wo die Schamanen Feuerholz verzauberten, so dass ein Dieb tot umfällt (soll geklappt haben, nach Augenzeugenberichten). Aber so schlimm ist`s doch nicht hier. Auf jeden Fall sind wir noch einige Zeit damit beschäftigt. Und das Abfallholz wollen wir auch noch verbrennen, denn Masterchen ist schon etwas analfixiert, ehrlich, er möchte einen feinen aufgeräumten Garten haben. So kommen wir leider nicht zum Flug nach Kerpen – zumindest dieses Wochenende nicht. Sorry.
      Ganz liebe Grüße von der heute wolkenverhangenen Küste
      die fröhlichen Buchfeen Siri und Selma

      Antworten
      • Abfallholz? Der richtige Holz-und-Ordnungs-Fanatiker macht auch noch aus den dünnsten Zweiglein Reisig zum Ofenanzünden oder wenigstens einen Reisigbesen … hier im Rheinland ist es aber inzwischen auch so wie in GB. Früher kamen die Nachbarn und haben gefragt, ob man nicht ihr Holz haben will. Heute hat jeder so einen Kaminofen und hütet seine Holzvorräte …

  3. Na gut, dann keinen Sponsor! Da heißt es weiter fleißig sein und Stück für Stück alles richten…
    Danke und einen schönen Tag!

    Antworten
  4. noch ein wichtiger Gedanke, wie ich finde: Wenn bei mir im Land die Nazis einmarschierten und unerbetene Gäste in meinem Garten herumspazieren würden, bekäme ich wahrscheinlich auch Depressionen….da hat er mein vollstes Verständniss!
    Nicht jede Story hat ihr Happyending, aber der Mann hat glaube ich ganz schön was geackert!!
    Voller Respekt!!

    Antworten
  5. Das ist doch ein Wunschtraum den alle Gärtner von Zeit zu Zeit haben dürften.🙂

    Das hat mich inspiriert den Gedanken weiter zu spinnen und ein paar Verse zu klöppeln. Hier zu lesen: http://blaufedermond.over-blog.de/
    Ach ja und meine Fuchsienelfe hat dank deines Kommentars nun ein Mohnelfchen an die Seite gestellt bekommen (die sind auch dort zu sehen).🙂

    Liebe Grüße in den Abend, Szintilla

    Antworten
    • Ach wie süß! Der Tag ist gerettet, immer nur Fenster, Böden, Schränke putzen und danach ist die Arbeit immernoch nicht fertig.ja bin ich denn das Aschenbrödel!
      Ganz bezaubernd Deine Feechen, dankeschön!!

      Antworten
  6. I like your hat😀. Warmest greetings Klausbernd🙂

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