RSS-Feed

See-rious

Veröffentlicht am
See-rious

„Are you Siri-ous!?“ rief meine Schwester verblüfft.
„Nee, Siri, das glaube ich ja nicht!“
Selma schob energisch ihre kleine Feennähmaschine zur Seite und kam schnell zur Tür geflattert. Dicht beieinander versuchten wir gleichzeitig ein Blick  durch das viel zu kleine Schlüsselloch zu erhaschen.
Ein Vogel auf der Couch? „Hat Masterchen neuerdings einen Vogel, oder was geht hier ab?“ piepste Selma ungläubig.
Tatsächlich. Auf der Couch lag ein Vogel. Schön, groß und irgendwie traurig.

Was hat der denn? Warum hat wohl der Vogel Masterchen aufgesucht?
Als wir die klassiche Eröffnungsfrage „Was fehlt Ihnen denn?“ hörten, lehnten wir uns mucksmäuschen still zurück und lauschten. Und das hörten wir lüstern lauschend:
„Ich meine, warum sind Sie denn hier?“, hörten wir Masterchen mit seiner beruhigenden Therapeutenstimme fragen, „Flügellahm oder haben Sie einen Pieps, wenn ich mir dieses Wortspiel erlauben darf?“ Was wir jetzt hörten, verschlug uns die Sprache. Unser Vogel, ein Graureiher, bekam gar nichts mehr auf die Reihe und das kam so: Er hatte die anderen Vögel hinter vorgehaltenem Flügel piepsen gehört, dass es dort am Großmeer Reviere mit eins-A-Lage für Vögel gab. Das Wasser wurde stets von hilfreichen Menschen so reguliert, dass genug vorhanden war und erst das Futter … Georg der Reiher (der Name wurde von uns geändert) kam ins Schwärmen: Es geht die alte Vogelsage, die weit hinter Attars „Vogelgespräche“, eine der wesentlichen Weisheitsüberlieferungen der östlichen Vögel, dass dort Futter in Hülle von so einem Menschen, der wohl Warden hieß, bereitgestellt wurde, so dass einige Vögel bereits gesehen wurden, die zu schwer zum Weiterflug wurden. Zu der Zeit wusste der Reiher jedoch nicht, dass dies der Treffpunkt der Exhibitionistenkolonie war, wo Vögel aus Bequemlichkeit das Jagen verlernten. „Auch bei den Vögeln hat alles seinen Preis“, murmelte Masterchen fast unverständlich – auch wegen der geschlossenen Tür. Georg flog also in dieses Vogel-Schlaraffenland und zeigte sich nun fortwährend komischen Menschen, die so zwei Rohre mit Gläsern vor den Augen hielten,  um ihn besser zu betrachten. Georg flog hin und her und wie in den „Vogelgesprächen“ wurde seine Sehnsucht nach dem Wasser erfüllt und plötzlich zitierte er völlig korrekt, wie Siri sogleich flüsternd anmerkte, „einem Geschöpf wie mir genügt die leidenschaftliche Liebe zum Meer“ und etwas krächziger setzte er hinzu: „aber das Meer ist ein Element, das keine Treue kennt. Vertraue ihm nicht, sonst wird es dich letzten Endes überschwemmen.“ Damit hatte sich Georg verraten. Uns beiden war sofort klar, er ist schizophren geworden. Oder was meint ihr von einem Reiher, der augenscheinlich lesen kann? Woher sollte er sonst diese Überlieferung aus dem 13. Jahrhundert kennen? Masterchen dachte wohl wie wir, denn er fragte, wie er denn zu den Menschen stehe? Und da kam es heraus: Georg stellte sich oft vor, ein Mensch zu sein, ja, er stellte es sich ganz, ganz stark vor und in diesen Momenten wurde er zu einem. Und dazu noch zu einem Leser. Er hatte nämlich einem Vogelgucker „Birdy“ von William Wharton mit seinem langen Schnabel stiebitzt. „Und wenn ein Mensch zum Vogel werden kann, warum kann dann nicht auch ein Vogel zum Mensch werden?“, war seine Schlussfolgerung, als er den Roman ausgelesen hatte. So wurde er bisweilen zum Mensch wie auch einst der Kalif Storch zum Vogel wurde. Während dieser Schübe konnte er also lesen, was ihn jedoch nur umso mehr verwirrte, wie ihr gleich seht. Herr Reiher begann fürderhin die Menschen zu beobachten, wie sie ihn beobachteten. Ihm fiel auf, dass diese Menschen den Vögeln gar nicht so fern stehen: Birdwatcher treten im Schwarm auf, wechseln schnell die Orte und sitzen auch bisweilen in Bäumen. Aber fliegen können sie doch nicht“, warf Masterchen ziemlich untherapeutisch, wie wir fanden, ein. „Na doch!“, antwortete Georg, „sie haben für alles Maschinen.“ Dennoch gab Reiherchen nach einiger therapeutischer Intervention zu, dass Menschen nicht fliegen können und wer es versucht, endet wie dieser Schneider von Ulm, den schon Brecht ein Gedicht widmete. Dann kam ein Rückschlag:  „Und überhaupt“, meinte Herr Reiher triumphierend, „Harry Potters Eule Hedwig und Hans Huckebein der Unglücksrabe besitzen doch auch menschliche Züge wie schon Hugin und Munin bei den Germanen.“ Aber etwas später kam der erste Durchbruch. Reiherchen erkannte, dass unbeflügelte Wesen wie die Menschen, keinen Überblick haben. Deswegen stiften sie auch diese Verwirrung in der Natur. Dem stimmten wir geflügelten Buchfeen stumm nickend zu. Sagte nicht Masterchen einst „es irrt der Mensch, solange er denkt“? Und dieser Reiher war zum verwirrten Irrenden geworden, dem Masterchen als Mensch wenig helfen kann.  So sehen wir das. Aufschlussreich spannend fanden wir jedoch, was Reiherchen noch weiter bei den Menschen erkannte. „Menschen sind see-rious, alles müssen sie beäugen. Sie lieben den Kampf wie wir Vögel und …“ Ja, liebe Leserin und lieber Leser, das Weitere konnten wir leider nicht verstehen, da es von flattrigen Flügelgeräuschen überdeckt wurde.

Wir sprachen noch lange darüber, ob die Welt nicht von den Vögeln abstammt. Heißt es nicht in alten Schöpfungsberichten der Ägypter und Hindus „Am Anfang war das Ei“? Und Helena, die schönste Frau der Antike, soll auch aus einem Ei geboren worden sein, aber das wusste Georg Reiher nicht, sonst wäre er wohl noch größenwahnsinnig geworden und zum Glück hat Georg auch nicht das finnische Nationalepos „Kalevala“ gelesen, in dem unser ganzes Universum aus einigen Eiern (allerdings der Ente) entstanden ist.

Aber Ende gut, alles gut. 90 Minuten später sahen wir den Reiher mit hochgerecktem Kopf fröhlich davon fliegen.
„Sea you!“ verabschiedete sich Masterchen.
Jetzt musste Georg nur einige Edelfische vorbeibringen, um Masterchen zu bezahlen.

Ganz liebe Grüße aus dem Vogelparadies
Siri & Selma, Buchfeen🙂🙂

Masterchen lässt auch lieb grüßen und vielen Dank an die liebkluge Dina Bilderfee für die Idee xxx

Über Klausbernd

Autor (fiction & non-fiction), Diplompsychologe (Spezialist für Symbolik, speziell Traum- und Farbsymbolik)

»

  1. Gerade war meine Ungeduld übermächtig: Wann landet endlich das Vögelchen auf KBs blog, siehe da!

    Antworten
  2. Ja der Jupiter, der alte geile Bock, hat sich extra in einen Schwan verwandelt, um den Schwan Leda verführen zu können, der dann zwei Eier legte, aus dem einen sind Pollux und Helena geschlüpft, aus dem anderen Klytaimnestra und Castor (es gibt auch andere Versionen) — jedenfalls alles Gestalten, die nicht viel gutes, aber viel Mord und Totschlag gebracht haben. War offenbar doch keine so gute Idee, das mit den Eiern und Menschen ..

    Antworten
  3. Der aaaarme Reiher, wie gut, dass Masterchen ihn doch helfen konnte.:-)

    Hans Huckebein kannte ich nicht, jetzt habe ich das vergnügliche Stück von W. Buch gelesen.🙂

    Er zerrt voll roher Lust und Tücke
    Der Tante künstliches Gestricke.
    Der Tisch ist glatt – der Böse taumelt –
    Das Ende naht – sieh da! er baumelt.
    „Die Bosheit war sein Hauptpläsier,
    Drum“ – spricht die Tante – „hängt er hier!“

    Bitte, Tante nicht mit Tantchen verwechseln“ kichert Selmafee.

    Warum haben die Raben eigentlich so ein unglückliches Image bekommen? fragten wir uns gerade als wir im Wald gingen.
    Die Raben doch intelligente, spannende Vögel die ausgesprochen vespielt und neugirig sind. Ich hatte mal einen „Hausraben“, anhänglich wie ein Haustier,der kam als er gerufen wurde, begleitete mich auf den Feldweg, wenn ich den Hund ausführte, er war wunderbar frech und stiebitze hier und da was, ein Supertyp.:-) Rabenschwarz, wunderschön glänzend. ´

    Hitchcok benutzte völlig dramatisch die Raben in “ Die Vögel“, sagt Siri und bekommt sofort Sehnsucht nach einem beflügelten Austausch mit Masterchen.

    Liebe Grüße mit ganz viel Feenhauch aus dem Rheinland
    Dina, Siri und Selma

    Antworten
    • Liebe Buchfeen,

      welch eine herrliche Geschichte!
      Eure „Auf der Couch“-Geschichten finde ich besonders unterhaltsam, ich hoffe, wir werden in Zukunft viel mehr „mitlauschen“ dürfen.;-)

      Es ist gar nicht lange her, das sah ich im SW2 (TV) „the Birds“. Ich frage mich auch warum Hitchcock, von Möven, die wir anfänglich im Film sehen, dann auf die Raben umsteigt.

      Liebe Grüße aus dem kühlgrauen Stockholm
      Buchdame

      Antworten
      • Liebe Buchdame,
        Möwen sind äußerst aggressiv, aber ihre weiße Farbe lässt sie uns harmloser erscheinen. Raben haben so ihren schlechten Ruf und dazu kommt noch, dass der Film – wie alle Filme – farbsymbolisch arbeitet und somit auf Weiß, die Farbe des Todes (> Moby Dick), Schwarz, die Farbe des Bösen folgt.
        Ob das Hitchcocks Überlegungen waren, weiß ich nicht. Ich könnte mir auch vorstellen, dass er auf Raben umstieg, da diese leichter zu dressieren sind.
        Liebe Grüße ins schöne Stockholm für dich
        Klausbernd

  4. Da müssten wir mal die Raben fraben, eh farben, f r a g e n… so ein quatsch!
    Und das ging zusammen, der Hund mit dem Vogel?!
    na sowas…..
    Im Tower geht das Glück mit den Raben weg, hat man uns dort mitgeteilt. So schlecht kann das Image nicht sein!
    Aber das führt wieder vom Reiher weg…sorry
    Muss jetzt mal dringend tanzen, nur so zum Spaß! als Schwan vielleicht…..

    Antworten
    • Hund und Vogel zusammen, das geht ganz Prima! Ich hatte als junges Mädchen einen Schäferhund, Gaby. Ihr bester Freund war eine Krähe. Die Krähe hatte ein großes Nest in einem Birnenbaum im Garten. Der Schäferhund passte auf den Krähenachwuchs auf, total süß. Und das Beste, die Krähe saß auf dem Hunderücken, pickte büschelweise Haare (der Schäferhund haart sehr stark 2x im Jahr) aus dem Hundefell und isolierte ihr Nest damit. Ich glaube, es gab sogar ein Zeitungsbericht über Gaby und die Krähe.

      Liebe Grüße an deine Tanztruppe,
      Dina

      Antworten
    • Hallo Pia,
      zu den Raben im Tower habe ich früher mal gehört, man habe ihnen die Flügel gestutzt, damit sie nicht wegfliegen können, weil ja, wenn es keine Raben im Tower mehr gibt, das britische Empire untergehen soll. Da hat wohl jemand nicht mitbekommen – sorry liebe Engländer – dass das schon lange der Fall ist. 😉 Dasselbe Gerücht gilt, soweit mir bekannt ist, auch für die Affen auf dem Felsen von Gibraltar.
      Ich persönlich habe da eine ganz andere Theorie: wenn ich einmal in einem englischen Pub kein „pint“ mehr bestellen kann, sondern es irgendetwas sein muss, was ins Dezimalsystem passt, dann ist England [Terminus ganz bewusst gewählt] wirklich am Ende. 😉
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas, und einen schönen Sonntag,
      Pit

      Antworten
      • Den Untergang des Empires hat manchner Brite und bes. Engländer nicht mitbekommen. Dieses „Isn`t it a pitty that we have lost all our colonies“ ist noch der Spruch der Wachesten. Im Herzen gibt es für die meisten Engländer noch das Empire. Man hat da auch überall Freunde und Verwandte. So ist für meine Nachbarn normal nach Indien, Kenia, Australien z.B. zu reisen, aber als ich erzählte, dass ich im Frühjahr durch die Niederlande fuhr, galt dieses als hoch exotisch.

        Ha, mit dem Dezimalsystem, das ist wirklich witzig: Wenn ich Holzbohlen kaufe, wird die Länge in Meter, die Breite in Fuß und die Dicke in Inch angegeben. Allerdings will ich ein Stück Holz z.B. auf 2 Meter Länge geschnitten haben, da wird erst eine Tabelle zu Rate gezogen, wieviel Fuß das sind. Offiziell müssten eigentlich alle Maße metrisch angeben werden, aber das heißt nur, dass das Britische Maß groß auf dem Behälter steht und das metrische klein darunter.
        Die Briten und hier auch wieder speziell die Engländer weisen darauf hin, dass ihre Maße nicht so entfremdet seien, sie sind eben (wie früher alle mitteleuropäischen Maße) am Körper ausgerichtet. Und übrigens die Geldmünzen sind auf Gewichte ausgelegt, aber natürlich auf die Unze.
        Ja, um es zusammenzufassen: Die metrischen Maße, die doch das Rechnen so vereinfachen, gelten den Engländern als Ausdruck des entfremdeten Pragmatismus. Ja, darauf trinken wir jetzt ein Pint – Cheers!🙂

        Ich habe gestern Unmengen von Sternschnuppen am ESE-Himmel gesehen. Ich nehme an, die waren auch bei dir zu sehen. Da ich bis 4h schaute, bin ich noch etwas müde.

        Ganz liebe Grüße nach Texas von
        Klausbernd
        die beiden Buchfeen mailten gerade aus Bonn: „Den lieben Pit, gaaaanz liiiiieb grüßen. Nicht vergessen!“

      • Hallo Klausbernd,
        zum Thema Maße etc. hier in den USA wollte ich schon seit Langem in meinem Blog etwas schreiben, und angeregt von unserer Unterhaltung darüber hier werde ich das auch bald tun.
        Zu England nur so viel: ich bin froh, dass sie das mit dem Geld geändert haben. Da war die Rechnerei doch immer ziemlich kompliziert. Was andere Maße angeht: da ich nicht in England gelebt habe bzw. lebe, war/ist das für mich weniger ein Problem.
        Sternschnuppen habe ich leider keine gesehen, denn
        (1) ich muss es zugeben, ich habe es schloicht und einfach vergessen, nach darußen zu gehen, und
        (2) hier ist es nachts, mit all den Ölbohr- und -förderstellen, so hell, dass man das nicht so gut beobachten kann.
        Liebe Grüße – auch an die beiden Buchfeen – und danke, dass die Beiden auch in Bonn an mich gedacht haben,
        Pit
        P.S. noch zu Bürokratie: Hat die Queen also auch die Berechtigung zur Gasinstallation? Sie hat doch jede Menge CORGIes. 😉

  5. Liebe Dina

    hiermit sende ich dir eine Zusammenfassung des Eintrags zum Stichwort „Rabe“ aus meinem Symbollexikon „Welt der Symbole“

    Der Rabe ist ein Vogel mit schlechtem Ruf. Das mag an seiner schwarzen Farbe liegen und daran, dass er sich von Aas ernährt. Er gilt als Unglücksbote („Unglücksrabe“). Eine schlechte Mutter wird „Rabenmutter“ genannt; das hängt damit zusammen, dass Raben ihre Jungen früh aus dem Nest werfen (das ist instinktgesteuerte Fürsorge, da flugunfähige junge Raben häufig die Beute von Raubvögel werden). Außerdem gilt der Rabe als stehlender Vogel. Zugleich ist er jedoch als schwarzer Vogel ein Symbol der Kreativität und der Magie. Kurzum, er ist ein ambivalentes Symbol der Weisheit und des Bösen.
    Dass der Rabe in unserem Kulturkreis negativ besetzt wurde, geht auf das Juden- und Christentum zurück. Seit dem Alten Testament gilt der Rabe als bösartig. Davor wurde er als heiliges Tier betrachtet, das als Begleiter der Götter auftrat, wie Wotans Raben Hugin und Munin. Raben wurden als ein Symbol der Wahrsagekunst verwendet. Diese positive Sicht der Raben ist verständlich, da sie mit den Menschenaffen und Delfinen zu den intelligentesten Tieren gehören. Nach neuesten Forschungen besitzen Raben ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl.
    In der Antike symbolisierte der Rabe ein langes Leben und wurde verehrt als Botentier von Helios und Apollon. In der keltische Mythologie wird Morgana La Faye als Rabengöttin bezeichnet. Bei den Germanen war der Rabe der Seelen- und Totenvogel. Odins Raben Hugin und Munin verkörpern Gedächtnis und Wissen. Sie fliegen in die Welt hinaus, um Odin zu informieren. Im christlichen Mittelalter wird der Rabe dann als Galgen- und Höllentier angesehen, obwohl er sich in der Bibel eigentlich recht schlau verhält: Bei der Sintflut fliegt er nämlich solange hin und her, bis die Flut vorüber ist (Gen 8.7). Außerdem ist der Rabe der Vogel, der Elias etwas zu essen bringt (1 Kön 17.6).
    In der Mythologie vieler Indianerstämme ist der Rabe ein Trickster, der der Welt das Feuer bringt und im ganzen Osten hatte der Rabe als Totenvogel einen schlechten Ruf. Im Islam symbolisiert einen Frevler, was sicherlich damit zusammenhängt, dass er ein Aasfresser ist.
    Bei den Inuit steht der Rabe für Genügsamkeit. Einen Rabenfuß mit sich zu tragen, stärkt diese in der Arktis notwendige Tugend. Ferner brachte der Rabe durch seinen Schrei das klare Licht gemäß den Inuit-Sagen.

    Nun weißt du alles – oder?😉
    Liebe Grüße aus dem gewittrigen kleinen Dorf am großen Meer
    Klausbernd

    Antworten
    • Nee, nicht alles, aber vielviel mehr als vorhin:-) Danke sehr!

      „Außerdem gilt der Rabe als stehlender Vogel“-
      Ich glaube nicht, dass das nur für den Raben gilt, denk an „Die diebische Elster“.
      Man sagt doch, Elstern klauen silbernen Gegenstände, um sie in ihr Nest einzubauen. Warum tun sie das – oder vielmehr, tun sie das wirklich? Die Elster liebt schlicht und einfach blinkende Gegenstände, ist das nicht so? Diese Vorliebe teilt sie aber mit vielen anderen Vogelarten, dazu gehört der Rabe.
      Kann es nicht sein, dass die Vögel solcher blinkende Gegenstände untersuchen, klauen und verstecken einfach weil sie neugierig und fröhlich verspielt sind? Petra, als Tochter einer Ornithologen, kann uns vielleicht weiterhelfen?;-)

      Liebe Grüße
      Dina

      Antworten
      • Elstern, das kann ich hier in den Gärten sehen, wenn ich aus dem Fenster gucke, sind blöde Viecher. Sie haben nicht zu Unrecht einen schlechten Ruf, nicht nur weil sie fürchterlich gackern, statt zu zwitschern, sondern weil sie die anderen Vögel vertreiben, Nester zerstören, Eier aus den Nestern werfen. Kruz: Sie machen sich auf Kosten der anderen breit.

      • Pssss… das sagt Dinas Mutter auch, blöde Viecher! Die fressen der Katze das Futter weg, verscheuchen die Spatzen und machen sehr viel Dreck, die Omi schimpft dann wie ein Spatz, echt, hihihi.

        Martin, wie war das Mit dem Vogel im Mittelalter? Masterchen schreibt, dass der Rabe ein Galgentier war, kannst du unsere Dina bitte erklären genau was damit gemeint ist. Wie könnte ich wohl Dina erklären warum die Hexen im Mittelalter einen Raben bei sich hatten, was meinst du?

      • Liebe Dina,
        was sagst du? Oh dear, „nee, nicht alles“ – na dann bekommst du mehr:

        Der Rabe ist in der bildenden Kunst ein häufiges Motiv. Van Goghs „Weizenfeld mit Raben“ fällt mir sogleich ein. Er malte diesen düsteren, von Raben begrenzten Himmel über einem Weizenfeld. Einige Kunstgeschichtler vermuten, dass van Gogh eine Vorahnung seines Endes gestaltete (das Bild malte er im Juli 1890, an dessen Ende er sich erschoss).
        Als Film fällt mir sofort Hitchcocks Meisterwerk „The Birds“ ein. Hitchcock nutzt so gnadenlos wie effektiv den üblen Ruf der Raben. Warum die Möwen und Raben die Menschen angreifen, wird im Film nicht beantwortet. So macht Hitchcock den Raben zum bösen Geist und verstärkt die Ablehnung der Raben.
        Und wo wir schon beim Horror sind: Auch bei Edgar Allan Poe wird der Rabe zum magischen, bösen Wesen. Mit „The Raven“ schrieb Poe ein Gedicht, in dem ein Verzweifelter von einem mysteriösen Raben heimgesucht wird, der als einziges Wort „nevermore“ herausbringt. Es wird dann richtig düster vom Feinsten, als der Rabe die Seele des Verzweifelten gefangen hält, dass er ihm „nevermore“ entweichen kann. Übrigens, von der Rockgruppe „Alan Parsons Project“ wurde dieses Gedicht vertont (PsychoRock).

        Na, weißt du jetzt alles😉
        Ganz liebe Grüße
        Klausbernd

        Für weitere Anfragen bitte ich, sich an meine Archivarin und Rechercheurin Siri Buchfee zu wenden.

      • Ich habe nicht zu viel Hitchkock geguckt, auch nicht zu viel geträumt, nein, ganz in Wirklichkeit bin ich auch mal von einem Schwarm Vögel attackiert worden. Beim Radeln an der Erft, die ach so harmlosen Schwalben hatten es auf mich abgesehen. Ich habe sogar einen Zeugen …

      • Wow, I’m impressed!!🙂

        Alaln Parsons Project, die begleiteten mich während des Studiums. ich habe APP soooo gern gehört, von EAPoe in diesem Zusammenhang hatte ich jedoch keine Ahnung. Was es alles gibt!

      • Martin, du bist von einem Schwalbenschwarm attackiert worden, wie gruselig. Gibt’s Bilder davon?
        Ich habe das Hitchcokszenario mehrmals in der Klinik erlebt.

        Sommer, es ist heiß und die große Fenstertüren stehen weit auf. An der Außenwand sind große Strahler angebracht und zeigen die Fledermäuse den Eingang zum langen Kliniksflur. Der Flur hat einen raffinierten Knick, manchmal, wenn ich um die Ecke völlig nichtsahnend komme, begegne ich die gelangweilte Truppe Fledermäuse auf der Suche nach einem hilflosen Opfer, mir scheint, ich stehe bei den hoch im Kurs. Die kommen mir blitzartig entgegenen, irgendwie sind ihr Radarsystem auf meiner Stirn ausgerichtet. Ich könnte jedesmal vor Schreck sterben.

      • Lieber Martin,
        wenn ich während der Brutzeit der Seeschwalben in abgelegene Gebiete der Marschen gehe, ist das sehr spooky. Die Seeschwalben greifen an. Nicht direkt zuerst, sie beginnen mit einem Sturzflug, bei dem sie kurz über meinen Kopf abdrehen. Würde ich weiter gehen, griffen sie ernsthaft an. Wie, glaube ich, die meisten Vögel, versuchen sie sich auf den Kopf des Eindringlings zu setzen, um die Augen auszuhacken. Aus diesem Grund nehmen die Baitdigger (Fischer, die nach Köderwürmern graben) einen langen Stab mit. Der muss den eigenen Kopf überragen. Die Seeschwalben sind so programmiert, dass sie immer auf den höchsten Punkt gehen und von dort nach unten hacken. Ich finde das stets eine Mutprobe mit so einem Stock zu gehen, auf den sich die Seeschwalben sürzen und wie wild daran herumhacken. Seeschwalben sind wie die meisten (oder alle?) Seevögel Bodenbrüter und müssen deswegen ihr Gelege (meist 3 Eier) vor Eindringlingen schützen.
        Was ähnliches beobachtete ich beim Bergwandern in abgelegenen Gebieten von Nord-Wales (durchs Fernglas). Ein Red Kite (sorry, Ich weiß den deutschen Namen nicht) landete auf einem wohl kranken Schaf, das er zu Tode hackte.
        Also Vögel können sehr aggressiv sein und es gibt immer wieder Berichte hier, dass Vögel Menschen verjagen oder auch angreifen. Und ehrlich gesagt, sollte man die Brutgebiete auch gar nicht betreten.

        Liebe Grüße aus dem Vogelparadies, wo einige birding (bitte nicht wörtlich übersetzen😉 ) als Religion betreiben
        Klausbernd

      • Der Red Kite, auch Milvus milvus genannt, ist der Rotmilan – Wiki weiß eben alles, mir ist er noch nicht begegnet —–
        Ja, fand ich interessant, was du über zänkische Vögel berichtest. —–
        Wenn ich Zeit habe — aber jetzt muss ich zum Obi radeln — dann gucke ich auch mal nach, wie Hitchkock das mit den Vögeln gemacht hat. Ich habe das mal gelesen, in dem Buch „Mr. Hitchkock, wie haben Sie das gemacht?“ von Truffaut, das ich, wie fast alles, allerdings verkauft habe. Mal sehen, irgendwo werde ich es finden …

      • Liebe Dina,
        die englische Psychorockband Allan Parsons hat einige Gedichte von E.A. Poe vertont.
        Liebe Grüße
        Siri Buchfee🙂

    • Da ich es immer gerne ganz genau habe – der Rabe ist in der Bibel auch schon zwiespältig:

      Zitat: „Da Raben Aas vertilgen (Spr 30,17), galten sie als unrein und daher nicht essbar (Lev 11,15). Zudem bevölkern sie mit anderen furchterregenden Tieren und Dämonen Ruinenstätten und wüste Gebiete (Jes 34,11; Zef 2,14 em.). Für die Seeleute waren sie dagegen eine geschätzte Orientierungshilfe (Gen 8,7; Gilgamesch XI, 152ff, Texte aus Mesopotamien;). Als Werkzeug Gottes versorgen Raben den sich am Bach Krit versteckenden → Elia mit → Brot und Fleisch (1Kön 17,4.6). Ein von besonderer Fürsorge geprägtes Gottesverhältnis der Tiere zeigt sich in Ps 147,9; Hi 38,41, wenn die nimmersatten jungen Raben Gott als Geber ihrer Nahrung anrufen (vgl. Lk 12,24). Die „rabenschwarzen“ Haare des Geliebten (Hhld 5,11) sind Zeichen für dessen jugendliche Vitalität.“

      Antworten
      • Lieber Martin, so genau haben es meiner Schwester und ich am aller liebsten,
        Masterchen weißt das auch, ganz genau.

        Danke dir.

        Selma Buchfee, Muse und Freundin der fliegenden Geschöpfe

      • Noch ne Vogelbibel!
        Wieso kennst Dich so mit bilblischen Texten aus? Und mit der Malerei??
        Bin chronisch neugierig….

      • …. habe mal vor allzu langer Zeit eine Doktorarbeit über ein historisch-theologisches Thema geschrieben, da bleibt einiges hängen, ….. , über das Mittelalter, die Bibel, Christentum und Altertum werden heute so oft Halbwahrheiten verbreitet, das stößt mir immer auf, dann gehe ich der Sache ein wenig auf den Grund, schlage nach, und habe wieder was dazu gelernt …

      • Aber liebe Pia, bist du nicht bibelfest?

      • Die Bibel lese ich noch nicht so lange….da ich aber durch die Sekundärliteratur zur Bibel ganz schön durcheinander war, dachte ich, es wäre gut auch mal die „Quelle“ zu lesen…scheint mir auch noch nicht ausgeschöpft…liegt an einem geheimen Ort und doch, interessant…
        Aber jetzt so direkt die Vogelstellen zu wissen!
        Dass der Elia Brot und Fleisch bekommen hat!

      • … aber ich hatte die Stellen nicht im Kopf, keine einzige, ich habe doch „Zitat“ davor geschrieben – Stichwort Rabe im Bibellexikon. Ich habe das gesamte Neue Testament zwar vor 2 Jahren nebst sämtlichen außerbiblischen Texten von vorne bis hinten gelesen in einer guten Übersetzung – nicht von dem doch sehr antiquierten Luther – aber auswendig gelernt habe ich die Texte dann doch nicht (;–)) — beim Alten Testament habe ich sogar eine ziemliche Bildungslücke, die schon bei meiner oben erwähnten Doktorarbeit unangenehm war. Das Alte kenne ich hauptsächlich aus der „1000-Bilder-Bibel“, die ich in der Kindheit hatte. Ein Buch, das ich wegen der vielen Bilder gerne gelesen habe – Comics waren bei uns streng verpönt, —- , weshalb ich meiner Tochter dann, als sie in dem Alter war, ein Abo von Donald Duck geschenkt und immer eifrig mitgelesen habe ….

      • Da ich in Montreal an der McGill University lehrte (stark jüdisch geprägte Ivy League University) und im Montrealer Judenviertel wohnte, dazu von zu Hause als Kind jüdische Kontakte gewohnt war, ist mir das AT geläufiger. Als Agnostiker aus einer Familie von Nietzsche-Anhängern hatte ich kein Autoritätsproblem, die Bibel zu lesen – was man eigentlich muss, wenn man sich mit Symbolik beschäftigt. Ich fand speziell das NT derart langweilig geschrieben, dass ich die Texte als Schlafmittel nutzte und stattdessen lieber aus zweiter Hand christliche Geschichten und deren Symbolik bei Jacobus de Voragine studierte.( Aber, ich weiß, lieber Martin, ich lass mich darüber nicht weiter aus, wenn ich mich recht erinnere, gehört der zu deinem Spezialgebiet.)
        Ebenfalls aus dem 13. Jh. stammt das „Bestiarium“ aus der Boleian Library in Oxford – eines der schönsten Beispiele für mittelalterliche Buchmalerei. Dort steht über den Reiher zu lesen: Er verabscheut den Regen und fliegt deswegen über den Wolken. Er wird als Symbol für die Auserwählten gesehen und die weißen Reiher verkörpern Unschuld, die grauen Buße.
        Vom Raben gibt eine relativ naturgetreue Abbildung und dann wird sogleich erwähnt, dass er den Teufel verkörpern kann – und wie ich es von den Seeschwalben erzählte, lautet die Begründung, weil er die Augen aushackt. Deswegen symbolisiert er diejenigen, die keine Unterscheidungskraft besitzen, die moralisch blind sind. Er kann aber auch allgemein für den Sünder stehen. Und nun das Besondere: Er steht speziell für einige Obere der Kirche, die in ihre eigene Tasche auf Kosten der Gläubigen wirtschaften.

        Ich habe das nur so ausführlich angeführt, da diese Schriften sicher mehr die Symbolik und den Aberglauben prägten als die Bibel selbst, von der sie natürlich stark beeinflusst sind neben klassischen Vorstellungen (z.B. Naturgeschichte des Plinius)
        Ganz liebe Grüße aus meinem sonnigen Garten. Der Rasen ist gemäht und so sieht sogleich der gesamte Garten gepflegt aus
        Klausbernd🙂

      • Ja, da hast du recht, die Bibel ist im Mittelalter viel weniger zur Kenntnis genommen worden als die Schriften, die du nennst.
        Der Jacob(us) von Voragine, ein Italiener, der um 1200 gelebt hat, ist auch einer der einflussreichsten Schriftsteller der Zeit gewesen. Sein Hauptwerk, die „Legenda aurea“, die nicht zu meinem Spezialgebiet zählte, ist aber nicht so eine Art Neues Testament aus zweiter Hand, sondern enthält meist recht frei erfundene Geschichten aus dem Leben von Heiligen, oft aus römischer Zeit.
        Das Bestiarium aus der Bodleian (!) University ist nur ein besonders schön gemaltes Beispiel für eine ganze Literaturgattung, nämlich die „Bestiarien“. So etwas gab es schon in der vorchristlichen Antike, man würde das heute einfach „Zoolexikon“ nennen. Weil es im Mittelalter nicht darauf ankam, irgendwie kreativ zu sein – im Gegenteil, das war verpönt – schrieben die Verfasser der verschiedenen Bestiarien immer fleißig voneinander ab. Die Hauptmasse der Texte aller Bestiarien stammt aus einem anonymen, griechischen Werk namens „Physiologus“, entstanden im 2. Jahrhundert im christlichen Ägypten. Der fromme Autor hat seine Aufgabe darin gesehen, nachzuweisen, dass die Tiere auch irgendeinen Platz in Gottes Schöpfung haben, eine Rolle spielen, die irgendwie mit der Erlösung der Menschen zusammenhängt. Im Prinzip verherrlichen alle Tiere Gott, aber es gibt dann eben auch die bösen Tiere – ein Gedanke, der übrigens im heutigen Islam eine große Rolle spielt. Gut, dieses Werk, das sich um Naturwissenschaft nicht viel, um Symbolik aber um so mehr kümmert, wurde von denen, die ihre Bestiarien zusammengestellt haben, ergänzt durch Stücke aus dem 12. Kapitel aus den Etymologien des Isidor von Sevilla, der, wie der Name sagt, ein Spanier war, der im 7. Jahrhundert gemerkt hat, das das umfangreiche Wissen der Antike verlorenzugehen drohte und deshalb eine ziemlich umfangreiche Enzyklopädie geschrieben hat, eben die Etymologien. Es gibt viele antike Texte, die nur enthalten sind, weil Isidor sie auszugsweise abgeschrieben hat. Nicht viel später haben die islamischen Eroberer nicht viel von den alten Schriften des römischen Spanien übrig gelassen. Diese Enzyklopädie des isidor ist nun als Wissensschatz enorm erfolgreich gewesen, jeder schrieb daraus ab, was er mangels Copyright auch durfte. Das 12. Kapitel beschäftigt sich mit den Tieren, der 7. Abschnitt mit den Vögeln – den gibt es aber im Netz nur auf lateinisch – und weil ich nicht weiß, was Reiher auf lateinisch heißt, kann ich auch nicht erzählen, was da drin steht:
        http://penelope.uchicago.edu/Thayer/L/Roman/Texts/Isidore/12*.html#7
        Puh, war das anstrengend, jetzt muss ich eine Teepause im Garten einlegen (;–))

      • Lieber Martin,
        herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Ich liebe übrigens Bestiarien, die ich durchblätterte, als ich über den Wal schrieb. Es gibt da die verrücktesten und tollsten Abbildungen. Aber das nur am Rande. Deine Ausführungen über das Überleben antiker Texte bei Isidor ließen mich an etwas erinnern, von dem ich keine Ahnung habe, ob das stimmt: Der Sohn von Harun el Rashid (das ist sicher Legende) soll viele griechische Klassiker ins Arabische übersetzt haben lassen. Nach der Zerstörung der Bibliothek von Alexandria durch mohammedanischen Truppen, sollen viele griechische Klassiker nur in Arabisch vorgelegen und so überlebt haben.
        Sorry, ich weiß nicht einmal, woher ich das habe.
        Angenehme Teepause und unstressiges Einkaufen – machte ich heute morgen
        Klausbernd

    • Ach, Masterchen ist doch bisweilen troddelig, da habe ich ihn doch den „Physiologus“ vor die Nasen gelegt und er vergisst, dieses weit verbreitete Symbolbuch frühchristlicher Zeit zu erwähnen (2. Jh.). Dort gibt es u.a. eine erstaunlich modern wirkende Abbildung vom fliegenden Reiher – naja, der fliegt eigentlich anders, aber was soll`s. Es geht ja hier um einen Cocktail von griechischen, christlichen und volkstümlichen Vorstellungen. Dem „Physiologus“ gilt der Reiher als der genügsamste Vogel, der an seinem Ort bleibt. Und jetzt kommt volle Ladung christliche Moral, es heißt nämlich weiter in epischer Breite, dass sich derart auch der Christ von den bösen Ketzern fernhalten soll.
      Der Rabe wird dort nicht aufgeführt.
      Also, das musste ich doch als Archivarin noch hinzufügen.
      Feenhauch an euch alle
      Siri, Buchfee

      Antworten
      • Na ja, was heißt hier „epische Breite“ – so lang ist der Text auch nicht, gerade mal zwei Zeilen. Der Gag ist: Der Reiher wird gelobt, weil er kein Aas frisst. Daran soll sich der gute Christ ein Beispiel nehmen. Er soll nämlich nichts Verdorbenes zu sich nehmen, und weil im Physiologus alles symbolisch genommen wird, wird daraus abgeleitet, dass der gute Christ sich hüten soll, sich falsche Lehren anzueignen, sondern auch bei seinem Geist auf gute Nahrung halten soll. Das ist zwar moralisch, aber erstens keine volle Ladung, zweitens nicht spezifisch christlich und drittens nicht falsch.

      • Lieber Martin,
        in meiner Ausgabe macht die allegorische Deutung über die Hälfte des Texteintrags (47. Kapitel) aus. Der Deutungsabschnitt beginnt so: „So suche auch du, o Christenmensch, nicht die vielen Plätze der Ketzer. Als einziges Lager diene dir die rechtgläubige Gemeinde Gottes …“ Für mich steht da: „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ und was nicht christlich ist, ist eh alles böse. Die falsche Speise ist nicht einfach irgendein ein falsches Denken, sondern eindeutig nicht-christliches Denken, d.h. Denken, das nicht dem Dogma der Kirche entspricht. Es wird der Begriff „Ketzer“ gebraucht, das sagt es doch. „Gute Nahrung“ wie du es nennst, ist einzig das Denken gemäß des christlichen Dogmas. Na, das ist im wahrsten des Sinne des Wortes doch dogmatisch – oder?😉
        Ganz liebe Grüße aus Cley
        Klausbernd🙂
        Meinst du, wir schrecken hier durch unsere philologischen Spitzfindigkeiten einige ab? Falls es so ist, dann SORRY. Aber mir und Martin macht so etwas Spaß🙂

      • Nein, das ist fein so, man merkt doch, dass es großen Spaß bereitet. Ich lese mit Freude.🙂
        Liebe Grüße
        Buchdame

      • Ring frei zur 3. Runde: Die Symbolik des Reihers.

        Ich wollte es ganz genau wissen und habe eine Weile nach dem lateinischen Text des Physiologus gesucht, ihn aber nicht gefunden. Egal – lässt man mal die sprachliche Einkleidung und das Brimborium fort, dann geht es doch um die Frage, wie verhalte ich mich zu Andersdenkenden, zu denen, die Atheisten sind, die einer anderen Religion anhängen oder die die gleiche Religion haben, aber in einigen Punkten andere Ansichten.
        Der Physiologus entscheidet sich für eine Möglichkeit. Er sagt: Haltet euch von allen anderen fern und bleibt für euch.
        Ob das ein guter Ratschlag ist, darüber kann man trefflich diskutieren (im Café Weltenall findet gerade eine ganz interessante Diskussion zu einem ganz ähnlichen Thema statt).
        Frage und Antwort haben nichts spezifisch christliches, gehören allgemein zur Religions-Soziologie und Gruppen-Psychologie. Die Antwort, die der Physiologus gegeben hat, die Isolation, war wahrscheinlich um 150 n. Chr. recht vernünftig, denn die römischen Besatzungstruppe ließen nicht mit sich spaßen, was sie 70 n. Chr. gezeigt hatten, als sie das spirituelle Zentrum des Judentums, den Tempel, zerstörten, um das widerspenstige Judentum im Kern zu treffen. In Alexandria waren ja wie überall die christlichen Gruppen eine kleine, argwöhnisch beäugte Minderheit. In der Geschichte des Christentums hat sich die Isolations-Lösung immer mal wieder durchgesetzt, bestimmte Orden etwa schränkten den Kontakt mit der Außenwelt möglichst stark ein, die Shaker oder Mennoniten tun das bis heute.
        Andere Orden wollten genau das Gegenteil, so müssen sich etwa die Franziskaner unters Volk mischen ….
        So ist das „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ beim Physiologus einzuordnen. Dogmatisch würde ich das nicht nennen. Als der Physiologus schrieb, gab es ja noch gar keine Dogmen. Die Briefe des Neuen Testaments, die Klausbernd so langweilig findet, spiegeln genau das: Eine neue, sich erst findende religiöse Gruppe sucht ihren Weg: Wieweit sollte man sich vom Judentum abgrenzen? Wie war das mit den Nachahmungstätern, den Propheten, die Jesus nachgemacht haben. Sollten die auch dazu gehören? Wo sollten die Grenzen gezogen werden? Das war alles noch lange im Fluss, es stand ja noch nicht fest, welche von den vielen Schriften, die damals entstanden sind, einmal die Bibel bilden würden.
        Der Physiologus versucht in dieser Situation, die Schäfchen zusammenzuhalten und davon abzuhalten, mit den „Schmuddelkindern“ zu spielen. Dabei hätte es ihm leicht so gehen können, wie es vielen Kommunisten gegangen ist: Wer eben noch als Rechtgläubiger galt, wurde bald als Abweichler angeprangert oder vom Eispickel erschlagen.

      • Lieber Martin,
        ich habe auch nur den deutschen Text des Physiologus.
        Ja, ich verstehe. Im historischen Kontext war der Rat der Isolation klug.
        Schöner Schluss mit dem Trotzki-Beispiel.
        Ich habe Bärenhunger und muss jetzt auf der Stelle was braten, du weißt doch erst kommt das Fressen, dann die Moral
        Ganz liebe Grüße und danke für deinen Sachverstand
        Klausbernd

  6. Ihr lieben Buchfeen,
    da stimme ich der Buchdame zu, eine absolut vergnügliche Geschichte, ich habe schmunzelnd an der Türe mitgelauscht.

    Reiher sind wunderschöne Vögel. Unter den arktischen Vögeln gibt es Reiher, Möwen und viele andere. Wenn ihr kommt um das Nordlicht zu sehen, zeige ich euch Papageientaucher und Trottellummen, was hällt ihr davon?

    Liebe Grüße aus Svalbard
    Per Magnus

    Antworten
    • Hallo Klausbernd, hallo Martin,
      leider habe ich gerade erst, weil ich einmal alle diese Einträge hier im Zusammenhang lesen wollte, diese Ausführungen über Vogelsymbolik, Bibel etc. mitbekommen und muss sagen: ich finde diese ganze Diskussion hochinteressant. Ich freue mich immer wieder auf’s Neue, dass ich auf dieses Blog gestoßen bin. Und dann auch von hier aus, Martin, auf Deines. Danke an Dina, die – soweit ich mich erinnere – mich darauf gebracht hat, indem sie mein Blog „aufgetan“ hat. Ist doch wirklich seltsam, wie das Leben so spielt.
      Liebe Grüße aus dem südlichen Texas an Alle und einen wunderschönen Sonntag, in der Hoffnung, hier immer wieder mehr und mehr Interessantes lesen zu dürfen,
      Pit

      Antworten
      • Lieber Pit,

        oh, sooo lieb, dein Lob. Ganz herzlichen Dank. Und wir versprechen dir, unser Bestes zu tun, weiter spannende Diskussionen hier anzuzetteln. Das ist es nämlich, was uns reizt, Auseinandersetzungen und quasi Gespräche zu initiieren.

        Dir auch ganz lieben Dank, dass du bei uns so aktiv bist. Wir sind froh, dich dabei zu haben🙂

        Einen wunderschönen Sonntag dir und herzliche Grüße aus dem hochsommerlichen Norfolk
        Siri & Selma und Klausbernd🙂🙂🙂

      • Hallo Klausbernd,
        was mir an diesem Blog so ungemein gefällt, ist die Vielzahl der Themen/Fäden. So enorm abwechslungsreich, von „tiefschürfenden“ Diskussionen bis hin zu ganz Alltäglichem: immer ausnehmend interessant.
        Und ich werde selbsverständlich auch weiterhin aktiv bleiben.
        Liebe Grüße, auch an Siri und Selma,
        Pit

  7. Post Scriptum:

    Sorry, sag mal Klausbernd, was symbolisiert eigentlich der Reiher? Ich habe keine Ahnung.
    Das wirde mich jedoch interessieren wie überhaupt die Vogelsymbolik. Sowas ist doch deine Spezialgebiet, oder?
    Bitte ein paar Sätze nur.

    LG
    Per Magnus

    Antworten
    • hihihi….
      ahhh, herrlich so als Reiher herumzutanzen, ah, da, ein Trottellummen: Willst du mit mir tanzen?.
      also es können ruhig auch ein paar Sätze mehr sein!
      Bin ich froh, dass mich niemand beim Imitieren der Vogelgangarten an KBs Vogelküste gesehen hat, dachte so als Vorbereitung für den Unterricht mit den Kleinen…
      Zur Schulung des Mitgefühls mit Vögeln!

      Antworten
  8. Na, weil du es bist😉 und als Dank für deine liebes Lob wieder eine Zusammenfassung aus meinen Symbollexika zum Stichwort „Reiher“:

    Der Reiher verkörpert häufig die Gier. In vielen Gegenden Europas ist er zum Symbol des Umweltschutzes und des klaren Wassers geworden, das dieser Vogel für sein Überleben benötigt.
    Bis ins 18. Jahrhundert wurde der Reiher wegen seines seltsamen, heiseren Rufs mit dem Übernatürlichem verbunden. Im 19. Jahrhundert jedoch galt in England und Frankreich Reiherfleisch als Delikatesse.
    Bei Plinius kann man lesen, dass der Reiher Tränen vergießen kann; deswegen und wegen seiner grauen Federn wurde er als Bild der Buße betrachtet. Manchmal spielte auch der Aspekt eine Rolle, dass der Reiher Schlangen frisst – er vertilgt also das Böse.

    Und das habe ich noch von Siri: Der englische Dichter Oliver Goldsmith beschreibt, wie im 18. Jahrhundert der Ruf des Reihers ein ganzes Dorf verwirrt.

    That`s it😉
    Ganz liebe Grüße nach Longyearbyen, wo ich dich bestimmt mal besuchen kommen werde. Aber da muss ich erst sparen
    Klausbernd🙂

    Antworten
    • Reiher mögen ein Symbol des Umweltschutzes sein, aber dass sie klares Wasser bevorzugen, glaube ich nicht. Früher, als ich täglich mit dem Rad durch den Wald zur Arbeit geradelt bin, habe ich oft Reiher gesehen. Hier an der Erft haben sich in den letzten Jahrzehnten die Graureiher breit gemacht, sie fressen auch gerne die Fische aus den Gartenteichen. Aber zurück zu meiner Radstrecke. Da kam ich nämlich an einem in Beton eingefassten Kanal vorbei, dem sogenannten Kölner Randkanal, der dazu angelegt worden ist, Industrieabwässer um Köln herum zu leiten. Und ausgerechnet in der Brühe stand oft seelenruhig ein Reiher und schaute mir zu, wie ich in der Früh zur Arbeit raste. —
      Übrigens, auch zur Symbolik: Ich finde, Reiher, die nah über einem fliegen, sind bedrohliche Tiere. Es ist nämlich schon vorgekommen, dass so ein Reiher oben auf der Tanne beim Nachbarn sich niedergelassen hat, um nach Fischen im Gartenteich Ausschau zu halten. Wenn ich dann im Bett liege und durch das große Dachflächenfenster über mir gucke, dann fliegt irgendwann so ein Reiher sozusagen knapp über meinen Kopf hinweg. Stört meinen Halbschlaf …..

      Antworten
  9. Ich habe das Gefühl, irgendwas fehlt in der Symbolik zum Reiher.
    Als ich vor vielen Jahren das erste Mal den Hinweis bekam auf meine Träume zu achten, träumte ich von einer Möwe und einem Reiher, die flogen neben einander.
    Für mich war klar, der Reiher symbolisierte u.a. meine geduldige, ruhige, unbewegliche, träge Seite. Habt ihr mal einem Reiher an einem See beobachtet, wie er dort regunslos am Wasser steht, abwartend? Ganz im Gegensatz zu der Möwe.
    Oder liege ich da völlig falsch?

    Eure verträumte Buchdame🙂

    Antworten
    • Liebe Buchdame,
      wenn ich mit dem Boot herausfahre, sehe ich oft Kämpfe zwischen Reiher und Möwen. Meist ist der Reiher allein und drei bis vier Möwen greifen an, die stets den Reiher vertreiben. Für mich persönlich sind die Möwen die Unruhigen und Aggressiven. Der Reiher strahlt dagegen Ruhe aus. Im Traum wäre damit die harmonische Verbindung von Durchsetzungskraft mit innerer Ruhe gemeint, denke ich. Brecht hat ein schönes Liebesgedicht über zwei Vögel, die ganz hoch oben fliegen, geschrieben, Martin weiß sicher den Titel, ich kann mich nur an den Schluss erinnern: „so ist die Liebe Liebenden ein Halt“.
      Als ich vor ein paar Tagen herausfuhren, standen zu Beginn des Pits mindestens zehn junge, schneeweiße Reiher, die beim Nahen des Bootes elegant davon flogen.
      Ganz liebe Grüße nach Stockholm von
      Klausbernd

      Antworten
      • Bertolt Brecht, Terzinen über die Liebe, 1928 — Kraniche fliegen da zusammen mit den Wolken, ein schönes Gedicht — wusste ich auch nicht aus’m Kopf, meine Brecht gesamtausgabe habe ich verkauft, … , aber der Herr Google, der wusste das und kennt auch den gesamten Text ….

      • Lieber Klausbernd,

        vielen Dank für die Deutung meines Traumes, das finde ich wirklich sehr nett von dir. Ich fühlte mich von Ocean Phoenix ermutigt, etwas Träumerisches zu verraten, hmmm…. das war aber nicht der ganze Traum!
        Ich habe jetzt lange mit mir gehadert, ich weiß nicht, ob es dir Recht ist, das wir hier unsere Träume offenbaren, wenn du nicht einverstanden bist, kannst du meinen Kommentar und Traum löschen. Ja, ich denke so ist es ok, ich bin hier anonym, it’s up to you:

        Mein Traum.

        Ich schaue nach oben, über meinem Kopf, am Himmel, fliegen einen Reiher und eine Möwe harmonisch, fast majestätisch nebeneinander.
        Während ich diese Szene beobachte, springt der große schöne Berner Sennehund (Rude) meines Lebengefährtens durch das offene Fenster ins Schlafzimmer.

        Das war’s. Der Traum liegt viele Jahre zurück, mehr als 10, eher 15 Jahre, jedoch kann ich mich sehr gut daran erinnern, ich habe jetzt frei geschrieben, so wie ich den Traum in Erinnerung habe, solche Träume verlieren nicht ihre Wirkung, das finde ich interessant. Jetzt lese ich etwas über den Reiher und auf einmal ist e, als ob ich es gestern geträumt hätte. Sonderbar, oder?

        Etwas verwirrt
        Buchdame

      • Lieber Klausbernd und Master,
        du schreibst „schneeweiße Reiher.“
        Als Derek Walcott 1992 den Nobelpreis erhielt, hörten wir seinen Namen zum ersten Mal. Dieses Jahr wurde der Dichter aus der Karibik mit dem höchsten Lyrik-Preis ausgezeichnet, den Großbritannien zu vergeben hat: Den T.S.Eliot-Prize, das ist doch fein, oder? Er erhielt den Peris für den Gedichtband „Weiße Reiher“, das finden wir jetzt sehr angebracht, auch dies zu erwähnen.

        Dina & Co

      • Liebe Buchdame,
        an deinem Traum hätte Freud sein Freude gehabt. Zumindest für einen, der sich mit Symbolik beschäftigt, ist er weitgehend unverschlüsselt. Das bedeutet, das hier Abgesprochene ist wenig verdrängt, ja fast schon bewusst. Das erste Bild ist eines der Harmonie, das Unterschiedliche fliegend, d.h. mit Leichtigkeit, vereint. Das ist die eine innig spielerische Seite der Liebe und Erotik. Aber das muss auch geerdet werden. Diese Vorstellung der leichten Harmonie ist zu abgehoben, zu luftig – eben weit weg im Himmel, in der Sprache der Symbolik heißt das auch: es ist im Kopf, eben eine Vorstellung. Im nächsten Bild kommt die Erdung, die Spannung, die jede Beziehung braucht und ich mich erkühne hier sagen, nach der du dich damals sehntest. Wenn nicht auch mal das tierisch Männliche ins Schlafzimmer kommt, dann fehlt doch etwas – oder? Freud hätte noch darauf bestanden, dass du deinen Freund für hündisch hältst – oder ihn so willst?
        Traumhafte Grüße von Norfolk nach Stockholm
        Klausbernd

      • LIeber Klausbernd,

        vielen Dank für diese sehr hilfreiche Deutung!
        Ja, das stimmt, was du schreibst, du bringst es auf den Punkt –
        es stimmt aber auch was du zu ersten Deutung geschrieben hast.

        „… Im Traum wäre damit die harmonische Verbindung von Durchsetzungskraft mit innerer Ruhe gemeint, denke ich“

        Im Traum, so habe ich jedenfalls den Eindruck, war genau das im wahrsten SInne des Wortes der springender Punkt; in dem Moment, wo die zwei gegensätzlichen Vögel (endlich) harmonisch neben einander fliegen können und ich dieses erblicke/erkenne, erst dann kann der Hund ins Schlafzimmer springen. Vielleicht ist sogar das Fenster auch erst in dem Moment offen, was weiß ich….

        Bei meiner Bemühung den Traum zu deuten, auch mit Hilfe anderer, haben wir uns zu sehr auf die Vögel versteift, Herzlichen Dank an die Freudianer für den Rest!🙂
        Die haben den Mann gut beschrieben. Und meine Sehnsucht.😉

        Eure Buchdame
        aus Stockholm wo der Sommer verspricht zurückzukehren

  10. Der Rabe ist ein ganz humorvoller Vogel!

    Masterchen, hast du vergessen, du hast uns doch neulich vorgelesen:

    Im dunklen Erdteil Afrika
    Starb eine Ziehharmonika.
    Sie wurde mit Musik begraben.
    Am Grabe saßen zwanzig Raben.
    Der Rabe Num’ro einundzwanzig
    Fuhr mit dem Segelschiff nach Danzig
    Und gründete dort etwas später
    Ein Heim für kinderlose Väter.
    Und die Moral von der Geschicht? –
    Die weiss ich leider selber nicht.

    Joachim Ringelnatz
    🙂

    Antworten
  11. Galgenvogel
    Im Mittelalter wurden zum Tod durch den Strang Verurteilte oft Galgenvögel genannt. Da die Raben sich an solchen Hinrichtungsstellen aufhielten, die ihre Futterplätze waren, wurden auch sie als Galgenvögel bezeichnet.
    Liebe Grüße vom Meer und Reiher Georg
    Klausbernd🙂

    Antworten
  12. Ihr Galgenvögel, ich war gerade zum Tee bei meinem alten deutschen Buchhändler in der idyllischen Gamla Stan. Er hat mir folgendes Buch über Vögel und Orintologen sehr empfohlen:
    Marcel Beyer: Kaltenburg. Suhrkamp, Frankfurt /M.
    Er meinte mit großen Augen hinter seiner runden Brille, dies sei das beste Buch für jeden der Vögel liebt. Es ist eine Neuerscheinung.
    Liebe Grüße aus Stockholm
    die Buchdame
    darin soll auch der Konrad Lorenz vorkommen – indirekt. Mehr wollte er nicht verraten.
    Grüsse auch an Georg

    Antworten
  13. Couchgeschichten von einem Reiher. Hmmm, wie falsch ich doch gelegen habe mit meinem Reihergedicht. Kann man hier lesen:
    http://gedankennetz.over-blog.de/article-35851786.html

    Ich lerne hier immer wieder dazu.🙂

    Den Raben Huckebein mag ich gern, wie ich überhaupt schwarze Vögel mag. Egal, ob Raben, Dohlen, Krähen und ja, ich mag auch Elstern. Die klauen übrigens tatsächlich. Als Kind beobachtete ich, über viele Wochen eine Elster die auf den Balkon geflogen kam und regelmäßig nach Glitzerzeug schaute. Wir haben oft Sachen für sie hingelegt, weil wir wissen wollten´was sie alles wegschleppt. Sie war schon wählerisch, die Plastikautos meiner Brüder nahm sie nicht mit, aber sie nahm alles was irgendwie leuchtete und in der Sonne funkelte. Kleine Löffel, Silberpapier, Spielzeug, Kronkorken, Zopfspangen. Später als die Birke gefällt wurde, auf der sie ihr Nest hatte, fanden wir im Nest viele Funkeldinge wieder. Es ist was dran am Mythos der diebischen
    Elster.🙂

    Liebe Grüße, Szintilla

    Antworten
  14. Ja ja, was diebische Elstern alles so haben wollen….
    Lieber Klausbernd, was ist eigentlich ein Auguren-Lächeln?
    Heute morgen dachte ich auch an die „Kinderüberraschungseier“, nach wie vor spielen sich grausame Szenen an Real-Kassen ab, wenn Kinder so ein Ei haben wollen und Mütter es einfach zu teuer finden…
    und noch etwas: Du hast doch gar keine Couch!
    Liebste Grüße
    hier ist heute wieder Großputztag…..

    Antworten
    • „Auguren-Lächeln“ — das kannte ich auch nicht, weil ich da nicht zu den Eingeweihten gehöre, die ein gewisses Lächeln zur Schau tragen >>>> http://de.wikipedia.org/wiki/Augur
      …. putzen tut man besser bei Regenwetter: Erstens aus Prinzip, zweitens, weil man dann den Dreck nicht so gut sieht (:–))

      Antworten
    • Huuuusch, liebe Pia, petzt doch nicht!🙂
      Hast du keine Feentasy??

      Antworten
      • Liebste Selma, nur damit niemand falsche Erwartungen hat! Das geht nicht, sich faul auf die Couch legen und vor sich hin schwallen….und verpetze bitte auch nicht, dass man bei kleinen Dreckspatzen manchmal regelrecht zur Rabenmutter werden muss.
        Und Feentasy, da bin ich ein Feen von, nur manchmal habe ich die Vision einer strahlend sauberen, hygienisch einwandfreien Umgebung.
        So jetzt muss ich wieder generalartig den Fortschritt der Arbeiten überwachen….

    • Wie in Ritter Blaubarts Burg gibt`s in Rhu-Sila ein geheimes Zimmer. Ein Zimmer für Rituale, wie es in „Fifty Shades“ so treffend heißt. Bei mir steht da jene Couch mit orientalischer Decke.🙂

      Antworten
      • Gottchen bin ich froh, dass ich keine geheimen Türen zu geheimen Zimmern geöffnet habe…grauenvoll!
        Warum können wir nicht mal normal saubermachen, jetzt wird hier alles auch noch umgeräumt!!
        Beste Grüße!

  15. Las die wunderschöne Geschichte, da klopfte es ans Fenster: Nanu, eine Möwe hier???
    Es war die Möwe Jonathan, leicht entnevt: Wo geht es zum Meer. Ich beschrieb Ihr den Weg, schlug vor, das Sie zur Entspannung mal einen Urlaub in Cley einlegen sollte. Gab Ihr eine ,zu empfehlende B&B Adresse, mit auf dem Weg. Also nicht wundern,wenn demnächst Jonathan, auf Empfehlung kommend, anklopft.
    Mich erinnern Reiher immer an ältere distinguierte Herren, irgenwie edel- oh, was mag, da sofort in unseren psychologen Köpfen ablaufen:-)).. Da steh ich drüber!!
    Die Vögel : Hitchcock sagte ,sinngemäß: Er hätte den Film nicht gedreht, wenn es sich um Geier oder andere Raubvögel gehandelt hätte. Mir hat gefallen, das es um ganz gewöhnliche Vögel geht- Alltagsvögel.
    Die Spannungssteigerung wurde durch die Vögel mit aufgebaut; Reihenfolge: Spatzen, Möwen, Raben.

    Antworten
    • Ja, natürlich, zuerst die Spatzen, das hatte ich vergessen, danke für den Hinweis. Der Hichtcok wusste wirklich wie man Suspense aufbaut.

      Ich habe gerade angefangen zu lesen „20 Masterplots – woraus Geschichten gemacht sind“ von Ronald B. Tobias, (Zweitausendeins), das Buch selbst finde ich sehr spannend geschrieben, Hitchcok wird in jeden Ratgeber für Schreibende erwähnt, bald wird er sicherlich auftauchen. ;-9

      Antworten
    • Liebes Tantchen,
      ich denke mir auch, Hitchcock hat deswegen die Geier nicht gewählt, da sie die beliebten Vögel der Western sind. Und er hat recht, nur mit Alltagsvögel kann er eine Situation aufbauen, mit der sich jeder idenfiziert. Denn mit Geiern hast du in Köln und habe ich in England wohl wenig zu tun.
      Danke für die „Vorwarnung“, es wird für die Möwe Jonathan Wasser und Fisch bereitstehen – und stell dir vor, liebes Tantchen, die Möwe Jonathan und ich haben sogar einen gemeinsamen Bekannten, nämlich den skurrilen Alick Batholomew aus der ehrwürdigen Verlegerfamilie Bartolomäus, der uns beide in England verlegte.
      Ganz liebe Grüße nach Kölle
      Klausbernd

      Antworten
  16. Hui, habe dann eben auch das schöne Reihergedicht gelesen, gedankenvernetzt, irgendsowas muss es sein, wird das Leben so hinkriegen!
    Ich hatte übrigens vor einigen Wochen für den Schluss unserer nächsten Schüleraufführung die Idee, dass alle von einem grauen Schlauer bedeckt werden, erstarrt in einer Tanzfigur.
    Wenn alle Sonnestürme, Überflutungen, Polsprünge und Planetenrempler vorbei sind, hebt sich der Schleier und alle tanzen weiter…voll cool, gell!
    So was brauche ich im Kopf dann wirds sauber im Nu….
    Have a nice day!

    Antworten
  17. grauen Schleier natürlich!

    Antworten
  18. Grauer Schleier erinnert mich an die blauen Schleier auf dem aktuellen Bild der Blauserie auf Dinas Blog http://www.toffeefee.wordpress.com und die Geschichte dazu. Aber nimm dich in acht, liebe Pia, sonst ergeht es dir wie diesen neugierigen Lehrling zu Sais und du wirst vernichtet, wenn du den Schleier hebst. Mir fiel auf, wenn der Schleier gehoben wird, wird man entweder verführt oder vernichtet – ob das das Gleiche ist?😉

    Antworten
  19. Nix da! mach ich alle platt…
    Dinalein, sehr schön dein Blog!!!!! Das erinnert mich daran, dass ich wirklich mal nach Norwegen reisen möchte….
    Mein Bruder und ich waren als KInder mal die einzigen Kleinen auf einem langweiligen Kreutzfahrtschiff. Wir sind immer die Liegestühle runtergerutscht, sonst war da nichts los!
    Aber es ging nach Schweden und Norwegen, leider sind diese Erinnerungen auch verschleiert…sehr schade!

    Antworten
  20. Lieber Klausbernd, habe jetzt ein wenig Kalevala gelesen, kurz das Tanzstück König Blaubart aus Wiesbaden gesehen, dabei bin ich auf die Zusammenarbeit von Tänzern und Hirnforschern in Frankfurt gestoßen..etc…alles sehr inspirierend, so nebenbei auch für Tänzer.
    Danke! Wirklich ein toller Blog!

    Antworten
    • Dieser Elias Lönnrod, der die altfinnische Mythologie in der „Kalevala“ zusammengestellt hat, war vergleichbar mit den Brüdern Grimm, die die deutschen Märchen sammelten. Beiden ging es auch um nationale Identität.

      Antworten
  21. Lieber Klausbernd,

    eine tolle Geschichte .. und ich glaube, von den Tieren können die Menschen so manches lernen (ist jedenfalls meine Erfahrung nach sozusagen „lebenslangem Zusammenleben“ mit Tieren) –

    doch ist es gut, dass du dem armen Reiher aus seiner seelischen Misere konntest. Stimmt wohl – uns Menschen fehlt oftmals der Überblick und dazu noch der „Herzverstand“, um angemessen und achtsam mit der Welt umzugehen. Da hilft dann auch alle Technik nicht weiter ..

    Der Huckebein – das hat grad ganz massiv an Kindheitserinnerungen gerührt😉

    Sonnige Grüße zu Euch,
    Ocean

    Antworten
    • Danke für dein liebes Lob, Ocean Phoenix,
      du bist ja selbst ein ganz liebklugschöner Vogel, stimmt’s?

      Ja, so ein Seeelenmisere ist manchmal ganz belastend, auch für die birds. Es ist gut, dass der Master so gut damit umgehen kann, nach so vielen Jahren an der Vogelküste, kennen wir uns mit „birding“ ( du weißt schon, bitte nicht wörtlich übersetzen…) aus.

      See you! Feenhauch von mir und meiner Schwester
      Selma Buchfee
      ###

      Ich habe heute Küchendienst, der Master ist zu den Seehunden gefahren und Siri liegt in der Hängematte und liest „Bird cloud“ von Annie Proulx

      Antworten
    • Liebe Ocean,
      dass in den Menschen sich die Tiere spiegeln und umgekehrt, davon geht letztlich die ganze Fabelliteratur aus. Da kann ich dir zustimmen, dass Menschen sich nicht nur in den Tieren erkennen, sonder auch von ihnen lernen können.
      Ich bin gerade von den Seehunden und der großen Seeschwalbenkolonie zurückgekommen. Wenn ich mit dem Boot fahre, sehe ich mehr Vögel, als wenn ich gehen würde. Am Ende der Nehrung des Pits ist es schon deswegen so andersweltlich, da tausende von Seeschwalben wie eine Wolke über der Sandbank fliegen und ihre schrillen Schreie ausstoßen.
      Immer, wenn ich mit dem Boot rausfahre, treffe ich ein bis zwei Boote, auf denen Hunde mitfahren. Die scheinen die Seefahrt auch zu genießen und halten völlig relaxed, selbst bei den Seehunden, ihre Schnauze über Bord.
      Liebe Grüße vom großen Meer und noch einen schönen Tag
      Klausbernd🙂

      Antworten
  22. Zu der Traumdeutung weiter oben;

    oben, über unsere Köpfe zu fliegen – das ist doch das Wesenhafte der Vögel, oder?
    Also, wenn wir von fliegenden Vögel träumen, dann ist das erst mal … na, nicht verkehrt…sondern eher richtig?
    Die Frage stelle ich, weil ich ein ganze Weile von erdenschweren Vögel mal geträumt haben.
    Als ich den Traum gelesen habe, habe ich dieses Positive, was du auch schreibst, gespürt. Warum heißt es zugleich, die Erdung fehlt? Die gehören doch in der Luft?
    Sorry, aber Traumdeutung ist halt so. Immer wenn ich denke oder glaube, ich hab’s… bin ich weit davon entfernt.:-) Wie gut, dass es kompetente Traumdeuter gibt, die sich bei Vögeln gut auskennt.

    Liebe Morgengrüße
    Dina

    Antworten
  23. Liebe Dina,

    ich würde sagen, immer wenn im Traum etwas oben ist, wie Vögel, die fliegen oder man steht auf einen Turm, verlässt man die Erde und somit ist die Erdung angesprochen. Klar, die Vögel gehören in den Himmel, das ist ihr Element. Damit werden sie symbolgeschichtlich dem Geist zugeordnet, was die Christen übernahmen, indem die Taube (gerade diese Ratten der Luft😉 )zum Symbol des Hl. Geistes wurde. Aber wie die Vögel sich nur in den luftigen Gefilden des Geistes zu bewegen, ist für den Menschen zu einseitig, er benötigt auch Erdung. Bei „erdenschweren Vögeln“ wird die Erdung noch deutlicher angesprochen, aber hier im negativen Sinn, da die Erdenschwere nicht zu den Vögeln gehört. Meist ist solche Symbolstruktur ein Zeichen dafür, dass die Schwere – also die Trägheit der Erde – am falschen Ort ist. Solch ein Traumbild würde ich als Hinweis auf einen zu trägen Geist sehen, da ist eben zuviel Erdenschwere und zwar dort, wo sie fehl am Platz ist.

    Grundsätzlich ist die Sprache und Grammatik der Symbolik keine eineindeutige Sprache, wie es z.B. die Mathematik ist. Ein Symbol besitzt normalerweise ein Bedeutungsfeld und dazu kommt, dass Widersprüche sich in der Traumsymbolik häufig verbinden. Das liegt daran, dass wegen der Speicherplatzökonomie Gegensätze auf dem gleichen cortikalen Speicherplatz liegen. Deswegen empfehle ich stets, wenn man einen Traum gedeutet zu haben meint, nun auch das Gegenteil dieser Deutung zu betrachten. Erden wir diese Aussagen😉 d.h. machen wir sie konkret: Fliegende Vögel symbolisieren positiv eine geistige Beweglichkeit, aber zum anderen auch eine fehlende Erdung. Da wird ein psychisches Problem angesprochen, nämlich dass unsere Stärke auch meist zugleich unsere Schwäche ist.

    Ganz konkret auf den Blog hier bezogen: Meine Stärke ist die Intellektualität, zu der ich erzogen wurde. Diese Luftigkeit spielt in einigen meiner Beiträge eine Rolle, eben mein Hang zum intellektuellen, zu Glasperlenspielereien, wie Hesse (dessen 50. Todestag gestern war) es nannte. Das sehe ich einerseits als eine Stärke dieses Blogs, aber es ist zugleich eine Schwäche, da nämlich die Tendenz besteht, zu abgehoben zu argumentieren. Ich versuche den Ausgleich dadurch zu erreichen, dass ich auch von meinem Alltagsleben berichte, dass ich heute Morgen z.B. zwei Maschinen Wäsche gewaschen habe und gleich die Rosen schneiden werde.

    Der Vorteil solcher nicht eineindeutiger Sprachen wie der Symbolik, der Sprache, die wir sprechen und schreiben, und der Kunst liegt darin, dass sie komplexere Sachverhalte abzubilden vermögen. Damit beschäftigte sich ausführlich Umberto Eco, bevor er Romane zu schreiben begann. Seine „Einführung in die Semiotik“ geht genauer darauf ein.

    So, jetzt muss ich die Wäsche der zweiten Maschine in die Sonne hängen und verschwinde in den Garten. Ganz liebe Grüße euch allen und noch einen vergnüglichen Tag wünscht
    Klausbernd

    Antworten
    • Lieber Klausbernd,
      danke. Sehr.

      Dieses Bild von den 2 gegensätzlichen Vögeln die ungehindert, frei und harmonisch zusammen fliegen haben auf den ersten Blick etwas Heiteres, sehr Kraftvolles. Die Gefahr wie Ikarus zu landen oder enden ist gegeben, wenn die nicht wie Dädalus unten ein Ziel haben. So in etwa?

      Liebe Grüße
      Dina

      Antworten
      • Ja, Dädalos war Architekt, einer der um die Strukturen weiß und zu planen gewohnt ist. Ikaros war einseitig leidenschaftlich, was ihn den Absturz brachte und zwar ins Meer. Ein schönes Bild für das Versinken in seinen Gefühlen – und da war`s um ihn geschehen.

      • Lieber Martin und lieber Master,

        Dina ist sehr im Zeitdruck, deswegen habe ich, die liebkluge Selma den Auftrag bekommen, bei der Taube vorbeizuschauen. Hier bin ich und stelle etwas erstaunt fest, ihr habt beide E.W. Heine und seine Taube noch nicht erwähnt. Warum bitte schön nicht?

        Dabei fühlt Dina sich gerade mit dieser besagten Taube sehr verbunden, ja, auf das herzlichste.
        Der heiße Tipp zur Neugestaltung der Homepage von KbV kam von Martin, mit dem Hinweis auf Heine und dann hat Dina das Lieblingsbuch vom Master kennengelernt, jetzt weißt du Bescheid lieber Martin. Alles klar?🙂

        Selma Buchfee, die heute „Handauflegen“ von Allan Bennett geschenkt bekommen hat und jetzt schnell weiterlesen muss, hihhi.🙂

      • „Handauflegen“ hat mich ziemlich ratlos gelassen, schau mal hier:

        http://martinhaeusler.blogspot.de/2011/12/handauflegen.html

        (puh, sind in meinem Text viele Tippfehler … ) LG M.

      • Liebe Selma, du meint E.W. Heines „Das Halsband der Taube“, einen Roman, den ich gleich zweimal hintereinander las, so gut fand ich ihn. Jetzt steht er ziemlich zerfleddert auf Regalbrett 6 bei den anderen teilweise sehr witzigen Geschichten Heines. „Der Flug des Feuervogels“ fand ich übrigens auch gut, wenn auch eher ein „Frauenbuch“.

        Feinen Sonntag, liebe Grüße an alle
        Klausbernd🙂

    • RATTEN der Luft???🙂

      Aber Masterchen, was schreibst du, was hast du gegen meine kurrenden Freunde?
      Dina fragt auch, was ist los, sie fand die Tauben auf dem Markusplatz echt sehr nett und vor allem fotogen.🙂 und der Master hat doch auf der Uni eng mit den Tauben gearbeitet und so?

      Warum sind die auf einmal gleich zusetzen mit dem Kanalbewohner, meinst du wegen Krankheiten die sie übertragen und so?

      Warum ist „Täubchen“ dann ein Kosename, bitte schön?

      Und warum bitte schön ist die Taube ein Friedenssymbol?

      Liebe Grüße
      deine Selmafee, liebe Freundin aller fliegenden Wesen
      und Dinafee wartet jetzt auch gespannt

      Wir sind uns fast sicher, Martin mag die Viecher auch nicht, stimmt das Martin? Ich habe jetzt 5 Fairytaler mit Dinamaus gewettet.

      Naaa, mit dem Pit, das sind wir uns nicht so sicher, da möchten wir lieber ein Wiederlesen abwarten, vielleicht ist es in Texas einfach zu heiß für die Tauben?

      Antworten
      • Wette gewonnen, ich mag die Tauben auch nicht, eigentlich schon, wenn sie beim Nachbarn sitzen oder oben auf dem Hausgiebel und ich morgens beim aufwachen ihre Gurrerei hören kann. Aber wenn sie in meinen Garten kommen und Kirschen und Johannisbeeren fressen, dann mag ich sie nicht mehr.
        Wie die Taube zum Symbol für den Heiligen Geist und dann zum Friedenssymbol bei Picasso geworden ist, habe ich mich heute nachmittag bei der Gartenarbeit gefragt. Vielleicht forsche ich mal nach …. immerhin haben wir hier in der Nachbarschaft auch einen Taubenzüchterverein …..

      • Die Tauben – „Rats of the Air“ — eines habe ich schon gelernt, dass ein Kampf tobt zwischen Taubenfreunden und Taubenfeinden, die einen bringen sie um, die anderen füttern sie, aber einen Vorteil haben Tauben gegenüber Ratten auf jeden Fall: Sie schmecken gut.

      • Also ich habe meinen Frieden mit Tauben geschlossen und wenn kleine Jungs hier auf dem Platz Steine nach ihnen werfen, weil die Tauben ihnen wahrscheinlich unheimlich sind, bekommen sie so einen Ärger mit mir.
        Wir haben hier keinen Heiligen Geist im Haus, höchstens so einen verstaubten Marillenschnaps aus einem anderen Jahrhundert, oa nee!
        Jetzt muss ich mich warmlaufen, gleich kommt der 200 m Lauf bei Olympia!

      • Lieber Martin,
        zur späten Nacht nach Sauna und Drinks zum Symbol der Taube:
        Sie war ein Symbol der griechischen Sophia, der Verkörperung der Weisheit, die bei der Taufe Jesu, wie häufig dargestellt, über seinem Haupt schwebt. So wurde sie zum Sinnbild des Hl. Geistes (im gewissen Sinne der Weisheitsaspekt Jesu).
        Zur Taube als Friedensymbol: Das geht auf darauf zurück, dass die Taube Aphrodite und Ishtar heilig war und deren Liebesaspekt symbolisiert.
        Liebe Grüße & gute Nacht
        Klausbernd

      • Mit Kreislers Song auf den Lippen gehe ich gern Tauben vergiften im Park😉

      • Du musst doch nicht gleich zum Mörder werden….also wirklich nicht!
        Ihr Engel, habt Geduld mit den Männern!
        Heute morgen als Spaßvogel erwacht, sorry…..

      • …dass die Taube Aphrodite und Ishtar heilig war und deren Liebesaspekt symbolisiert.
        Ach so, das erklärt warum so viele frischvermählte Brautpaare weiße Tauben hochfliegen lassen.

      • Ishtar, Ishtar —- lieber Klausbernd, da musste ich erst mal das Lexikon befragen, wer das schon wieder ist — verrate ich aber nicht weiter, ist auch nicht jugendfrei (;–))

      • Lieber Martin,

        dein Lexikon habe ich leider nicht zu Hand, kannst du uns bitte aufklären?🙂

        Buchdame

        P.S.
        Der erste Jugend habe ich schon lange hinter mir…, Gott sei Dank!😉

      • Nur ganz kurz und vom knappsten: Ishtar war die mesopotamische Schutzherrin des sexuellen Begehrens, ihr Name leitet sich vom indogermanischen Attar her, was Weiblichkeit bedeutet. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass mit Ishtar das weibliche Begehren vergöttert wird.
        Alles klar?😉
        Liebe Grüße vom hochsommerlichen kleinen Dorf am großen Meer
        Klausbernd🙂

      • Hoppla! Bin ich froh, dass ich den saublöden Kommentar die ganze Zeit unterdrückt habe: Hey, ihr Freunde aus Amiland! Was wollt ihr auf dem Mars? Ist euch die Venus zu weit oder was?!
        Heute ruhe ich mich aus…..schön gemütlich in der Sonne, keine Kommentare mehr heute, versprochen!
        Hoffentlich darf ich überhaupt noch mitsegeln, wer soll den kühlen Kopf bewahren, wenn die Sirenen angreifen….

      • Ishtar, das meinte ich mit dem nicht Jugendfreien, wird nicht nur mit Tempelprostitution in Verbindung gebracht, sondern hat auch regelmäßig ihre Sexualität eingesetzt, um das zu bekommen, was sie wollte. Das Bild, das auf der entsprechenden Wiki-Seite ist, ((das ich leider nicht verlinken kann, klappt irgendwie nicht)) ist ziemlich drastisch ….

        Sie hat aber auch auf ihre Art dafür gesorgt, dass es im Haushalt so zugeht, wie es dem orientalischen Ideal entspricht:
        „Die Bewohner des Haushaltes verrichten ihre Arbeit unter Gelächter, sie sorgen mit Freude für ihr Haus. Die jungen Gattinnen leben in Eintracht und weben unermüdlich, die Söhne des Hauses leben in Eintracht und pflügen Morgen um Morgen des Feldes. In einem Haushalt dagegen, dem Ištar nicht gnädig ist, wird die Hausarbeit mit Stöhnen und unter Leiden erledigt. Die jungen Bräute streiten sich, sie weben nicht länger in Eintracht, sondern die eine zieht die andere an den Haaren. Die Brüder sind verfeindet, und sie pflügen nicht länger Morgen um Morgen des Feldes, das Korn wird nicht länger gemahlen … so wie das Schwein nicht mit dem Hund auskommt“ ….. dabei kommen Schweine meiner Meinung nach gut mit hunden aus, oder???

      • In Indien gab es parallele Vorstellungen zum Ishtar-Kult. Dort wurde die Tempelprostitution erst von den sittenstrengen Viktorianern abgeschafft.

      • ….. ich werde meine Erkenntnisse über die Luftratten bald in meinem Blog zum besten geben, deswegen hier nichts mehr verraten …..

  24. Nichts ist, was es zu sein scheint.
    Das etwas ist, was es zu sein scheint, gibt`s nur in den Frauenzeitungen und ähnlichen volksverdummenden Trash.
    Der Schein ist zwar dem Wesen wesenhaft, wie Hegel es in seiner „Ästhetik“ ausdrückt, aber er ist nicht das Wesen.

    Das ist die kleine Anmerkung zum Frühstück von der liebklugen SiriFee, der als Flatterwesen die Abgehobenheit zu eigen ist. Zum Ausgleich habe ich ja meine liebkluge Schwester Selma, die fein geerdet bereits im Garten Unkraut zupft.

    Liiiiebe Grüße
    Siri Buchfee🙂

    Antworten
    • Liebe Siri Klugfee,

      Nichts im Leben ist so, wie es zu sein scheint. Rückblickend auf viele Begebenheiten im Leben habe ich dies des öfteren festgestellt. Manchmal sieht eine Situation vielleicht erst schwierig aus, doch dann ergibt sich daraus etwas völlig Neues. Wenn man Jahre später zurückschaut, dann erkennt man die Zusammenhänge. Daraus habe ich gelernt, eine Situation immer von mehreren Seiten zu betrachten.

      Guten Flugwind wünsche ich dir und deiner Schwester Selma
      und liebe Grüße an Klausbernd

      Antworten
      • Wir danken🙂🙂🙂

        Ohne moralisch lamentieren zu wollen, müssen wir sagen, dass doch leider wenige sich die Mühe machen, mehrere Seiten einer Sache zu sehen. Das liegt u.a. wohl daran, dass viele die Massenmedien und/oder Freundinnen und Freunde für sich denken lassen. Das Denken wird outgesourced. Ist es nicht teilweise haarsträubend, welche Klischees und absurde Einseitigkeiten in den Blogs zu finden sind und auch ihr Like-it noch bekommen.

        Ganz liiiebe Grüße von Siri & Selma und Klausbernd🙂🙂🙂

  25. Was nutzt mir Hegel beim Unkrautzupfen?
    Auch von mir liiiiebe erdige Grüße😉
    Selma Buchfee🙂

    Antworten
  26. Lieber Klausbernd, ich putze den Ballettsaal und denke so vor mich hin…..
    Dann komme ich zum Laptop, da ist wieder der Jonas am Singen:
    Solange du laberst, werd ichs ignorieren, so lange du laberst, hör ich dir nicht zu.
    Solange du laberst, bin ich dein Platin, du bist mein Silber, zusamm` macht das Toast……
    eine Parodie auf ein Justin Biber-Lied….
    Also, das gehört vielleicht nicht auf einen Intellektuellen-Blog…ist aber lustig!
    Im Alltag muss ich hier versuchen den unterschiedlichsten Menschen verständlich zu werden, das Sender und Empfänger- Modell hat irgendwie nicht immer so funktioniert, wie sehr ich mich auch bemühte, mich verständlich zu machen….eine Schülerin meinte: Ist doch sowieso alles systemisch….
    Der Ausgleich ist wichtig, das Tanzen ist großartig, du hast mich immer aufgefordert, an meinem sprachlichen Ausdruck zu feilen, dafür kann ich mich nur bedanken…….ganze Welten öffnen sich..(hier auf dem Platz hörst du in letzter Zeit am meisten: Aaaaannneeeee, weißt du, wo man hier anfangen muss?!).
    Die Sprache des Herzens hat sich bewährt!
    Diskutierst du noch oder lebst du schon…das habe ich mich oft gefragt und mich aufgefordert, die Dinge „durchzuziehen“.
    Nächste Woche wird hier wieder getanzt, da kann ich diesen Blog nicht mehr so „volllabern“.
    Wollte nur nochmal meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen und alle herzlich grüßen!!

    Antworten
  27. “Der ganze Körper ist von einer Flügelspitze zur anderen nichts anderes als Gedanke.Geist in sichtbarer Gestalt. Durchbrecht die Beschränktheit eures Denkens, und ihr zerbrecht damit auch die Fesseln des Körpers.”
    -Jonathan Livingston Seagull

    Schönen Abend
    von Siri

    Antworten
  28. 🙂 wirklich interessant, hier noch weiter nachzulesen bei Euch. Es gibt so viel bereichernden Diskussionsstoff.

    Aber nun auch an dieser Stelle noch ein herzlicher Gruss zur Buchdame ..hoffe, du findest es. Hab dir auch in meinem Blog noch geantwortet. Das ist schon ok🙂 Eben hab ich deinen Traum gelesen und Klausbernds Deutung dazu. Ein wahnsinnig spannendes Thema, die Traumdeutung ..

    Euch allen ein zauberhaftes Wochenende und sonnige Grüße aus dem hochsommerlichen Süddeutschland,
    Ocean🙂

    Antworten
    • Liebe Ocean,

      ich mach jetzt weekend in the garden, bei diesem zauberhaften Wetter. Leider ist wegen Halbmond der Wasserstand zu gering zum hinaus aufs Meer zu fahren. Du kommst aus Schwaben, wenn ich mich recht erinnere, da habt ihr doch den Bodensee, also seid ihr auch nicht so wasserfern. – Ach, und übrigens heute Abend an östlichen Himmel schauen und Sternschnuppen zählen.

      Die Buchdame – have a beautiful time at your stuga! – kenne ich von meiner Zeit an der Uni zu Uppsala. Wir arbeiteten zusammen über die hier von Martin erwähnten Bestiarien und besonders über die Darstellung und Beschreibung des Wals, speziell auch des Narwals mit seiner Beziehung zum Einhorn. Dabei kamen wir auch auf die Idee, zu betrachten, wie sich die Walfänger darstellten. Heldenhaft männlich, heute wirken sie als Charaktere, nach denen jeder Filmregisseur, der Seefilme dreht, sich reißen würde. Dinas Großvater arbeitete übrigens als Walfänger. Was mich an diesen Bildern faszinierte, war der Stolz und das Selbstbewusstsein dieser „Großwildjäger der See“ wie die Buchdame diese verwegenen Kerle nannte.
      Wie der Wal zum Symbol des Leviathan stlisiert wurde, so stilisierten sich auch die Walfänger oder der Maler und später der Fotograf sie. Wie Roswitha im Stil Sanders Martin auf dessen Blog abbildete, die Magie der Anwesenheit der Person, die durch ihre Tätigkeit geprägt ist. Und hier witzeln wir oft im Pub darüber, wie sich die Vögel den birdwatchern präsentieren. Da sie seit dem 19. Jh. am Pit und dessen Ufern geschützt sind, kommen sie, außer Seevögel, sehr nahe, ja, fast könnte man sie vermenschlicht als exhibitionistisch ansehen. Wo ein birdwatcher mit dem Fernglas steht, erscheinen die Vögel🙂 Auf deinem Blog fällt auf – und mir geht`s auch so – dass es eine Neigung gibt, deinen wunderschönen golden Retriever vermenschlichend zu betrachten.
      Die Buchdame wollte damals eine größere Arbeit dazu schreiben, wie wir Tiere wahrnehmen, deswegen unser Studium der Bestiarien. Wenn du keine kennst, solltest du dir unbedingt mal welche anschauen. Die sind höchst fantasievoll und künstlerisch gestaltet, Perlen der Buchmalerei.

      Ich möchte mich auch entschuldigen für meine Frage auf deinen Blog. Mich hat erst die sensible Selma darauf aufmerksam gemacht, dass die unpassend für einen Fotoblog war.

      Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende voller glücklicher Momente
      Klausbernd🙂

      P.S.: Ich finde es wichtig – großes Lob! – dass du auf deinen Blog die copyright-Frage bei Bildern angesprochen hast, da sollte jeder mal schauen, der sich unsicher ist http://oceanphoenix.wordpress.com

      Antworten
      • dankeschön🙂🙂 das freut mich ..

        und wie üblich finde ich bei dir hier wieder jede Menge interessante Anregungen – gerade bezüglich der Vermenschlichung von Tieren .. die Wale, die Vögel und natürlich auch unser Hundemonsterchen😉 Das ist ein interessanter Aspekt im Miteinander zwischen Mensch und Tier –

        leider habe ich nicht mehr soviel Zeit, da ich auch auf dem Weg in den Garten bzw. zu einem entspannenden Wochenausklang auf der Terrasse bin – aber dieses Thema greife ich ganz sicher noch auf, da ich ja neben Fotos auch gern mal ein paar Gedanken in meinem Blog formuliere.

        Oh ja, der Bodensee – das Schwäbische Meer sozusagen🙂 immer eine Reise wert..dort haben wir schon oft verweilt. Ist leider nicht ganz „um die Ecke“ – für einen Tagesausflug geht es gerade noch so, aber man sollte sich wirklich Zeit nehmen für diese vielfältige Landschaft. Meine Eltern verbringen die meiste Zeit des Frühjahrs und Sommers dort, und genießen es sehr.

        Nun wünsch ich dir ebenfalls ein wundervolles erfülltes Wochenende und schicke sonnige Grüsse nach Cley🙂
        Ocean

      • Mir fällt gerade ein, ich bin im Herbst in Crailsheim. Dort gebe ich einen Traum-Workshop und es gibt eine Art Salon in einem Yoga-Forum, in dem ich Rose Tremain (ich schrieb über ihren Roman „Music & Silence“ kurz auf dem Blog hier) vorstelle, allerdings ihren Roman „The Colour“ (heißt zu deutsch, glaube ich: Die Farbe der Träume).
        Fiel mir nur ein bei Schwabenländle weiter vom Bodensee entfernt.
        Ganz liebe Grüße dir
        Klausbernd🙂

  29. Vielen Dank! Ich habe jetzt Feierabend bis zum Donnerstag – great!🙂
    Ich schaue gleich bei dich vorbei. Ich bin schon in Gedanken bei meiner stuga auf den Schären, nur eine Stunde mit dem Boot von der Uni hier.
    Entschuldige nochmals, ich hatte die Idee Klausbernds im Kopf, Blogs sind digitaler Salon. Das geht nur bei Schreibeblocks wie hier. Bei Bilderblocks ist der Erwartungshorizont ein anderer und somit das Kommunkationsstruktur. Ist mir durch dich erst deutlich geworden – vielen Dank!
    Jetzt weg in die Stuga
    die Buchdame

    Antworten
    • gute Reise wünsch ich dir und natürlich drück ich die Daumen😉 bei dem Wort Stuga werde ich unweigerlich an unseren wunderbaren Schweden-Urlaub erinnert, wo wir eine Hütte ganz abseits der Zivilisation mitten im Wald in Nordschweden hatten. Ein Erlebnis … Auge in Auge mit den Rentieren, die zum Fenster hereinblickten🙂

      hab ein wunderschönes Wochenende,
      liebe Grüße schickt dir Ocean

      Antworten
  30. Pingback: Luftratten, Friedensvögel, Heiliger Geist (1) | Rumgekritzelt

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: