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Reise in Eis – Teil 2

Veröffentlicht am

Eine Reise gleicht einem Spiel. Es ist immer etwas Gewinn und Verlust dabei – meist von der unerwarteten Seite.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Das Reisen führt uns zu uns zurück.
Albert Camus (1913-1960)

Foto Rolf Stange

Arktischer Halo über dem Schiff vor Kapp Brewster/Grönland

Christoph Ransmayr beschwört in seinem Roman „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ schauerlich die andere Seite einer Reise ins Eis: wenig heroisch, nur eklig. „Realistisch“ ist wohl das rechte Wort. Hätte ich diesen sprachlich brillanten Roman vor dem Beginn meines Tagebuchs gelesen, ich hätte mich nicht mehr getraut, über die Arktis zu berichten. Aber wie ermahnte mich Sir Siegfried eines Morgens beim Frühstück: „Lese nie in der Zeit, während du schreibst“. Sir Siegfried, der Hydrologe, ist derjenige unter uns, der im Stil eines ehemaligen Waldorf-Schülers keine grellbunte High-Tech Expeditionskleidung trägt. Wie ein englischer Gentleman-Explorer schreitet er bedächtig in brauner Cordhose und Wollpullover farblich angepasst über die tiefverschneite Tundra. So stelle ich mir Sir John Franklin vor: bedächtig, ruhig, umweht vom Hauch der Melancholie. Sir Siegfried und ich kommen uns näher – er väterlich, ich spiele seinen Sohn. Solche Beziehungen sind bei längeren Expeditionen üblich – hörte ich sagen.

Auf See, Foto Rolf Stange

Ein ganz normaler Tag auf See …

Hundert Seemeilen nördlich von uns sieht der Satellit dichtes Treib- und Packeis. Wir sind mitten drin. Diffuses Licht durch eine starke Sonne hinter Hochnebelschleiern lässt einsame Inseln wie ein Wunder erscheinen. Durch starken Nord-Wind wird das Eis zusammengetrieben. Naiv beneide ich Nansen, Nordenskjöld und Parry, die Monate bis Jahre nichts als Treibeis erlebten. „Möge diese Fahrt nie enden“ wünsche ich. Jeden Gedanken an ein Ende dieser Reise verbiete ich mir in dieser surrealen Traumlandschaft.

Mein Platz auf der Brücke. Heute hat sich der junge Navigationsoffizier den Spaß erlaubt, jedem etwas unbemerkt auf seinen Pullover zu kleben. Wochenlang Eis macht kindlich.

 Auf der Brücke bei Kakao mit Rum. Die Lücken zwischen den Schollen verringern sich. Bei ihrem Rammen geht ein Zittern durch das Schiff, das den jungen Rudergänger die Titanic erwähnen lässt. Für mich ist diese Eisfahrt meditativ, nicht für den Rudergänger, der die freie See bei voller Fahrt liebt. Die Dünung ist träge. Alles scheint verlangsamt bis zur Zeitlosigkeit. Zähe Trägheit umfängt mich, unfokussiert schaue ich in die Ferne, das gedämpfte Norwegisch der Offiziere auf der Brücke lullt ein. Der zweite Offizier sucht mit unbewegter Mine mit dem Fernglas ständig den Horizont ab. Unser Ornithologe fotografiert den Speicher seiner Kamera mit Elfenbein- und Dreizehenmöwen voll, um sich in der warmen Kajüte seine Zeit mit Löschen zu vertreiben. Träge schieben wir uns auf das freie Wasser zu, das dreißig Seemeilen vor uns liegt. Die Dünung nimmt zu, der Eisblitz liegt hinter uns.
Foto Klausbernd Vollmar, Eisblitz

Eisblitz, der helle Schimmer am Horizont, vor der Küste Ostgrönlands. Er zeigte schon Walfängern an, wo die Packeisgrenze liegt.

78055´ N, 12009´ E, -40 C, Sonnenschein

Kongsfjord im Sonnenlicht. Ich bewundere die subtilen Blautöne des Gletschereises, das in der Sonne glitzert. Nach Frühstück untersuchen wir eine Gletscherzunge. Wegen des guten Wetters kommen wir erschreckend nahe an sie heran. Und wenn der Gletscher jetzt kalben würde?

Und schon sind wir in Ny Ǻlesund, wo morgens das Thermometer –30 C im Schatten anzeigt, was ich inzwischen als warm empfinde. Es liegt Schnee wie auf der Postkarte, die ich im nördlichsten Postamt der Welt einwerfe. Nach Wochen unbesiedelter Wildnis kommt mir der Ort wie eine Weltstadt vor.
„Nördlichste Dauersiedlung der Welt, die auf 800 N liegt“, hatte ich gegoogelt. Der Ort besteht nur aus Forschungsinstituten von fünfzehn Nationen
Ny Ålesund ist ein kleiner bewohnter Fleck verloren in einer Urzeitlandschaft“ schreibe ich ins Logbuch.

Ny Alesund und Umgebung

Ny Ǻlesund ist postmoderne Arktis, ein Reich, in das Wissenschaftler flüchten, um den Intrigen an ihren Instituten zu entgehen“ erläutert mir Bohrkern-Bodo augenzwinkernd. „Wenn du es als Geologe über hast, Buchhalter der Landschaft und Leidender in deiner Familie zu sein, besinnst du dich auf die Goldgräbermentalität deines Fachs und verziehst dich in die Arktis oder Antarktis. Doch das heroische Zeitalter der Polarforschung ist Geschichte, die Romantik wurde im Kampf um Drittmittel ermordet.

Den rostenden Ankermast, an dem die Norge befestigt warjenes Luftschiff, mit dem Amundsen und Nobile den Pol überflogen, besuche ich pflichtschuldig. Er gibt sich dankbaren Fotografen zünftig vereist. Hinter ihm grasen einige Rentiere, etwas weiter vor ihm haben chinesische Forscher vor ihrer Station einen Schneemann gebaut, der in Eintracht neben den grimmig stilisierten Löwen steht.
Ny Ǻlesund – ein Leben im eisigen Elfenbeinturm, Hermann Hesses Gelehrtenrepublik …

Ich bin froh, als wir gen Grönland ins mächtige Eis weiterfahren.

Eisiges

Und noch mehr Eisiges

Bei manchen Dingen verhält es sich wie mit einem Eisberg. Rein oberflächlich betrachtet hängt nicht viel dran.“
Siegfried Wache

Schnell gewöhnt sich der Geist an das Enorme. Riesige Eisberge in Sicht, gegen die Caspar David Friedrichs Schollen, die er auf der Elbe skizzierte, putzig wirken. Vor uns eine Eisbarriere, die Rudergänger und Kapitän durch ihre Gläser beäugen. Stechendes Licht reflektiert auf Wellenrippeln. Am Radar wird die Entfernung gemessen, der Zeiger des Maschinentelegrafen nach unten auf „langsamste Fahrt“ geschoben. Elf Seemeilen vor uns eine weiße Wand über sechs Kilometer Fjordbreite. Die Eiswand rückt näher, zum Lunch werden wir sie erreichen. Kapitän und Rudergänger beraten die Passage, Ausweichmanöver nach backbord. Die Strömung wird stärker, Schaumkronen rollen uns entgegen. Abermalige Kurskorrektur, Stirnrunzeln. Der Rudergänger geht zum Ruder, durch Lücken im driftenden Eis wird per Hand gesteuert. Anweisungen vom Kapitän, der hinter ihm steht.

Suppe und viel Fleisch mit Gemüse werden im Speisesaal serviert, der Doc passt auf, dass jeder isst, sonst wird er nicht bei den Landgängen mitgenommen. Die Eisbarriere provoziert Tischgespräche über die Natur, die meist romantisch rezipiert wird. Adalbert Stifter und Novalis werden zitiert, während draußen driftendes Eis zerkleinert wird. Eine Schweizer Biologin behauptet, dass private Naturschützer oftmals der Blut-und-Boden-Ideologie zuneigen. „Der Mensch treibt durch sein Handeln die Evolution voran …“ alles andere geht im Kratzen und Rumpeln des Eises an der Schiffswand unter.

Bilder einer riskanten Eisfahrt durch den blockierten Fjordausgang

Ist es der Verlust des Ziels, der eine Eisfahrt faszinieren lässt? Wird Ähnliches variiert oder ständig Neues kreiert? Nebel kommt auf, die Perspektive verkürzt sich. Unser Expeditionsleiter spricht witzig (?) von der Rationierung der Lebensmittel. Seit vielen Jahren hat es an dieser Stelle nicht mehr so viel Eis gegeben, „obwohl allerorten von global warming gesprochen wird“, wie unsere chilenische Glaziologin kichernd kommentiert. Das Schaukeln des Schiffs lässt den Geist traumhaft schweifen, sich verlieren in den Tiefen des Unbewussten, dieses inneren Meeres, aus dem das Bewusstsein wie einzelne Inseln aufragt. Der Rudergänger fragt, was ich da schreibe.
„Wird sich die Eisbarriere nicht drehen, werden wir überwintern müssen“, meint er.  Ich hätte nichts dagegen.
Gegen Nachmittag nimmt die Eisdichte ab, es erscheint ein arktischer Halo. Die alten Walfänger nannten diese Regenbogen „fog lifter“, da sie klares Wetter ankündigen.

Aquarell eines Halos über dem Eisbrecher vor den nördlichen Fjorden Grönlands (aus dem Tagebuch der Expeditionszeichnerin Moni Obser)

„Maurice spricht um 18h Shiffszeit über Vogelkolonien“, verkündet das schwarze Brett. Maurice darf man sich nicht entgehen lassen. Geradezu genial ist, dass Maurice englisch vorträgt. Er meint zumindest auf englisch vorzutragen. Maurice beginnt über Girls zu reden. Atemberaubende Stille, der Verblüffungseffekt ist groß. Maurice ist ein gut gebauter, sportlicher Jungwissenschaftler, der als Schwarm der Frauen uns sicher noch in Sachen Girls aufklären kann. Er beginnt damit, dass es viele verschiedene Girls in der Arktis gibt. Stolz präsentiert er eine Karte, wo man die unterschiedlichen Girls auf Grönland findet.
Endlich mal sinnvolle Feldforschung“ wirft BohrkernBodo ein und fragt gleich interessiert, wer denn solche Forschung finanziert.
De Quebeck Bored of Girl Rechurch in Montreal
Ah, The Quebeck Board of Girl Research?” fragt BohrkernBodo nach und macht sich eine Notiz in seine kleine schwarze Kladde.
Maurice fängt mit den RaubGirls an.
Hört sich gefährlich an“, raunt mir Svea augenzwinkernd zu.
Nachdem er auf Flugverhalten und  Federstruktur zu sprechen kommt, wird uns klar, dass die Girls von Maurice seine Gulls sind, die er monatelang von einer eiskalten, verfallenen Hütte beobachtete. Maurice weiß alles über seine Girls. Was er nicht sprachlich ausdrücken kann, und das ist nicht wenig, verdeutlicht er anschaulich mit Gestik und Körperbewegung, dass man meint, ein Girl selbst würde vortragen.
Rauschender Beifall.

63 arktische Girls

Der Radarschirm zeigt einen Eisberg groß wie eine gotische Kathedrale acht nautische Meilen voraus.
Doch überwintern?

Copyright Klausbernd Vollmar, 2012

Liebe Grüße an euch alle von der Küste der Seefahrer
Klausbernd

Ich bedanke mich für die Kollagen bei Dina (Hanne Siebers, die weitere Eisbilder auf ihrem Blog zeigt) und für die ersten beiden Fotografien und einige in den Kollagen bei Rolf Stange, der als erfahrener Expeditionsleiter auf seiner informativen Website über die arktische Inselwelt berichtet. Vielen Dank an Moni Obser für die Abbildung aus ihrem Tagebuch und die Aquarelle, die alle von ihr stammen, und nicht zuletzt für das Klassentreffen der arktischen Girls😉

Über Klausbernd

Autor (fiction & non-fiction), Diplompsychologe (Spezialist für Symbolik, speziell Traum- und Farbsymbolik)

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  1. Vielen Dank für diese abkühlenden Fotos; komme gerade aus Süd-Indien zurück. Dort war es tropisch heiß😉
    lg magdalena

    Antworten
    • Guten Tag, liebe Magdalena,

      ich habe das mal quasi umgekehrt erlebt. Ich flog, im Februar war`s, von Moskau nach Delhi. Angenehme minus 25 Grad in Moskau. Als ich in Delhi auf die Gangway trat, dachte ich, ich bekäme einen mit dem Gummihammer auf dem Kopf. 38 Grad zwangen mich fast in die Knie.
      Ich wünsche dir ein gutes Einleben.

      Vielen Dank für deinen Kommentar
      Klausbernd und seine beiden munteren Buchfeen Siri & Selma🙂🙂🙂

      Antworten
  2. Wow!
    Schön, dass man die Reise auf diese Art mitmachen kann. Dein Tagebuch hält locker mit den Reise- und Abenteuerbüchern mit, die ich lese, da ich selbst selten/ nie zum Weitreisen komme.

    Ich hoffe, dass es weitere Einträge in deinem Reisetagebuch gibt/ geben wird und ziehe auch den Hut vor den Mitreisenden, die so gut mit Kamera und Pinsel umzugehen wissen.

    Antworten
    • Hi, lieber Mercfalk,

      habe Dank für deinen Kommentar. Ich schreibe gerade mit Hilfe meines klugen Lektors das Reisetagebuch als unterhaltsamen und inforeichen Reisebericht um, den ich gern als Buch veröffentlichen möchte. Am liebsten hätte ich auch die Aquarelle der Expeditionsmalerin dabei, das Problem jedoch, es erhöht die Druckkosten enorm. Aber so habe ich ja den Blog, auf dem ich das veröffentlichen kann, was mir am Herzen liegt, aber was aus Verkaufsgründen von meinen Lektoren gestrichen wird. So wird immer wieder einiges von meinen Reisen hier zu lesen sein.

      Herzliche Grüße von der wieder sonnigen Küste Norfolks
      Klausbernd und seine beiden likebklugen Buchfeen Siri & Selma

      Antworten
  3. Lieber Klausbernd,

    was für eine spannende Reise du hier beschreibst! Ich muss jetzt erst einmal wieder tiiief ausatmen😉
    wirklich atemberaubend sind diese gigantischen Eisberge! Ich kann mich gar nicht satt sehen. Bei mir erwecken die Fotos Reiselust!

    Mir hat gefallen, dass du darüber schreibst, wie schnell sich der Geist an das, was gerade eben noch fremd und faszinierend war, gewöhnt. Aber ich glaube auch, dass ich bei einer solchen Expedition so schnell nicht aus dem Staunen heraus käme.

    Die Natur, Novalis und die Romatik… hat sich was mit Romantik, wenn ein Eisberg kalbt oder am Schiff entlang schrabbt oder den Weg versperrt, wenn der Bär durch den Wald streift, wo ich gerade schlafe, wenn…
    zugegeben, bin ich eine romantische Seele, gewürzt mit dem Hauch von Abenteuer, das ich gerade noch verkrafte… Solch eine Expidition ist wohl mit nichts zu vergleichen, was einst Franklin, Amundsen und… erlebten und trotzdem war und ist es ein Abenteuer.

    Wieder gefallen mir auch die Aquarelle sehr. Ein Hoch auf Moni Obser!

    für mehr reicht meine Energie heute nicht mehr, obwohl noch das eine und andere zu erwähnen wäre…
    sorry
    und danke für dein Teilhaben, danke auch an Dina für die zauberhaften Collagen

    bye for now, aber herzlich
    Frau Blau

    Antworten
    • Liebe Frau Blau,

      die erste Tage als sich der Eisbrecher langsam durch das Treibeis schob, habe ich oft stundenlang im Lee auf dem Hinterdeck gesessen, geguckt und nur gestaunt.

      Was die Entdecker dieser Gebiete erlebten und erleiden mussten, hätte ich sicher nicht ausgehalten. Eine der klassischen Expeditionen von Franklin, Nansen oder Amundsen hätte ich nicht überlebt. Aber dennoch stellte ich mir immer wieder vor, ich sei mit solch einer Expedition unterwegs.
      Wir reisten in Sicherheit, d.h. alle Gebiete, die wir betraten wurden mit Bodenradar auf Eisbären überprüft und 5 Sicherheitsleute mit Gewehren sicherten sie ab. Aber ironischerweise gibt das gerade einen Thrill, wenn man versunken staunt und dann hochblickt und in der Ferne den Mann mit dem Gewehr sieht. Da kommt man sich plötzlich echt verwegen vor.

      Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen muss man bei solcher Expedition klar im Hier und Jetzt bleiben, da man ständig mit potenziell gefährlichen Situationen konfrontiert wird. Das fängt mit dem Einsteigen ins Zodiaks bei 3 Meter Dünung an bis hin dazu, wie treten ich auf treibende Schollen, ohne mit ihnen umzukippen. Auch die Fortbewegung auf einem Eisbrecher ist unfallträchtig. Ein Eisbrecher kann ja keine Stabilisatoren haben, so dass er teilweise enorm krängt (d.h. schief liegt) und wie ein scheuendes Pferd bewegt. Man muss sich ständig sehr bewusst fortbewegen und genau in kleinsten Details sein. So z.B. wie fasse ich eine Türe an, ohne mir die Finger zu quetschen, wie bewältige ich Treppen geschweige denn eine Strickleiter.
      Als, du siehst, liebe Frau Blau, jetzt möchte ich mich doch ein klein wenig als Eisheld stilisieren. Ist es mir gelungen?😉

      Ich wünsche dir ein rundum erholsames Wochenende
      Klausbernd und seine beiden kluglieben Buchfeen Selma & Siri🙂🙂🙂

      Antworten
      • den Eishelden habe ich dir niemals nicht abgesprochen. wie kommst du nur darauf…?! Trotzdem danke für die Ergänzungen, die diese Reise noch prickelnder erscheinen lassen.

        big hug
        Frau Blau

      • Liebe Leute,
        das mag für Euch komisch klingen, aber wir laufen hier immer mit einem Gewehr herum. Das finde ich manchmal umständlich, aber man gewöhnt sich daran ziemlich schnell. Das gibt dem Leben auf Svalbard ein speziellen Flair. Aber Ihr werdet wundern Euch, mit dem Gewehr komme ich mir sicherer vor, obwohl ich nicht glaube, so cool zu sein, einen angreifenden Polarbär zu erschießen.
        Liebe Grüße und schönes Wochenende wünscht
        Per Magnus aus Longyearbyen

  4. Das ist ein Wahnsinnsbericht gewesen! Und die Bilder erst. Ich bin total sprachlos. Und nebenbei lernt man dich gut kennen. Weißt du, ich liebe die Kälte. Das glaubt mir immer niemand, weil ich eben eine Orientalin bin. Aber wenn es etwas gibt, das mich irgendwie heilen und beruhigen kann, dann die Kälte.

    Bis bald! =)

    Antworten
    • Liebe Sherry,

      ganz herzlichen Dank für deinen Kommentar.
      Mir geht es wie dir, ich empfinde auch die Kälte als heilend. Vielleicht liegt es daran, dass Kälte mit Klarheit zusammenhängt und Klarheit ist stets heilsam. Wahrscheinlich ist auch die Verlangsamung durch die Kälte entlastend. Das spiegelt sich in der Mentalität der wenigen Bewohner Grönlands wider: Sie sind halt cool. Keine Spur von südländischer Hysterie, wenn ich das mal völlig politisch inkorrekt so sagen darf.
      Ich verbinde die Kälte auch mit einer bestimmten Askese und was ich bemerkt habe, Kälte macht mich denklustig. Allerdings muss ich zugeben, dass ich meist täglich, wenn ich in der Arktis war, die Sauna besuchte.

      Ein wunderbares Wochenende wünschen dir
      Klausbernd und seine beide liebmunteren Buchfeen Siri & Selma🙂🙂🙂

      Antworten
  5. Diese Eisformationen sind gigantisch! Einerseits denke ich mir beim Lesen Deines sehr interessanten Berichtes, dass ich solch eine Expedition auch gerne erleben möchte, andererseits hätte ich ich wohl so eine Art Titanic-Panic.
    Toller Bericht.
    LG von der leicht neidischen Vallartina!

    Antworten
    • Liebe Vallartina,

      als ich deinen Kommentar las, für den ich mich herzlich bedanke, musste ich schmunzeln. Weißt du, vielleicht gehört so ein Titanic-feeling mit zu solcher Reise hinzu. Allerdings Panik ist in der Hoch-Arktis lebensgefährlich. Da muss man cool bleiben.
      In den Geschichten von Aitmatow und Juri Rytcheu werden Situationen beschrieben, in denen diese nordischen Menschen trotzt GAU völlig gelassen bleiben. Was ich auch öfter erlebte und bewundere.

      Danke für dein liebes Lob.🙂
      Herzliche Grüße vom Meer
      Klausbernd und seine beiden emsigen Buchfeen Siri & Selma

      Antworten
  6. Kurzweilig zu lesen, wunderbar.
    Diese Eisfotos, besonders das türkistransparente Eis, so schön. Aber ganz, ganz besonders gefallen mir natürlich sie arktischen Girls, die sind absolut genial.🙂

    Jetzt bin ich doch zur Arktis mitgefahren, ohne einen Fuß auf die Planken zu setzen, das gefällt mir.

    Liebe Gute-Nacht-Grüße, Szintilla

    Antworten
    • Vielen Dank dir🙂 und ganz liebe Grüße von den arktischen Girls

      Herzliche Grüße aus dem verstrubbelten kleinen Dorf am großen Meer.
      Ich muss jetzt Zweige, Äste und die Rindenstücke meines großen Eukalyptusbaums vom Rasen aufsammelm, die Sturm abriss.

      Schönes Wochenende wünschen dir
      Klausbernd und seine beiden Buchfeen Siri & Selma🙂🙂🙂

      Antworten
  7. Angesichts der Fotos und Bilder fehlen mir ausnahmsweise die Worte, das geht direkt ins Herz, da kann ich nichts sagen, eher nur weinen, salzige Kristalltränen, soooooooo schön!

    Antworten
  8. Die wird immer attraktiver, die Reise ins Eis … Danke für den großartigen Bericht. Jetzt kommt mir der Norden, nach all meinen eisigen Lektüren in Buchform, tatsächlich etwas greifbarer vor. Und Möwen werde ich mit anderen Augen betrachten. ,)

    Antworten
    • Liebe Lakritze,

      noch etwas zu den Möwen. Auf einigen Bildern siehst du zwar nur klein Elfenbeinmöwen. Sie sind die einzige Tierart, die nach dem Rückgang des Eises nach der Würmeiszeit nach Norden statt wie alle anderen Tiere nach Süden zogen. Sonst sind die abgebildeten Möwen die in der Arktis verbreiteten Dreizehenmöwen. Arctic Skuas, diese Raubmöwen, die es auch hier an der Küste gibt, habe ich leider nicht gut ins Bild bekommen. Das sind riesige Möwen. Die Elfenbeinmöwen sind dagegen ganz klein und zierlich.

      Ein schönes Wochenende und vielen Dank für deinen Kommentar
      Klausbernd

      Antworten
  9. Radical latitude 78.55N*! Looks pretty damned cold! Amundsen a hero. The photos are fantastic, a very different world to my temperate one!

    Antworten
  10. Hallo Klausbernd,
    zu Deinem Bild auf/von der Brücke: der bequeme Stuhl auf der Brücke an Steuerbord, ist das nicht der für den Kapitän?
    Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
    Pit

    Antworten
  11. @ Per Magnus
    Svalbard = Texas?
    Hallo Per Magnus,
    ich laufe hier zwar nicht ständig mit einem Gewehr herum, aber ein Schrotgewehr [genauer gesagt, zwei, ein leichteres für Mary und ein schwereres für mich] stehen hier am Hintereingang im Spind, nur zur Vorsicht, damit wir es/sie schnell griff-/einsatzbereit haben, falls eine Klapperschlange auftaucht. Manchmal – Gott sei Dank relativ selten – sitzen die nämlich dreist und frech direkt vor der Tür. Man könnte auch, allerdings dann wohl weniger mit einem Schrotgewehr, die hier immer wieder herumstreifenden Javalinas [eine Art Wildschwein; http://pitspersoenlichesblog.wordpress.com/2011/04/05/wildschweine-im-garten/%5D abschießen und sich so einen wohlschmeckenden Braten verschaffen, aber dafür reichen meine Zielkünste nicht aus. Ich brauche unbedingt eine Flinte, die leicht streut, weil ich mich ja nicht darauf verlassen kann, dass mir das Tier in den Schuss läuft.😉
    Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
    Pit
    P.S.: mehr zum Thema Schusswaffen hier unter http://pitspersoenlichesblog.wordpress.com/2012/03/10/texas-sharpshooting/ und da auch weiter unter „related articles“

    Antworten
    • Nee, der Stuhl war an der zweiten Radaranlage, die ich benutzen durfte. So hatte ich Radar und Echolot im rechten Auge, mein Schreiben im linken😉
      Auf diesem Eisbrecher war alles doppelt ausgelegt und ich auch Geowissenschaften studiert hatte und mich mit Navigation in polaren Gebieten etwas auskenne, durfte ich dort sitzen.
      Ganz liebe Grüße aus dem Havelland
      Klausbernd

      Antworten
    • Ich war unterwegs nach Jan Mayen. Entschuldigung fürs Schreiben jetzt.
      Bei uns ist ein Gewehr zu tragen Vorschrift.
      Grüße aus Svalbard wieder
      Per Magnus
      So kurz, da Eile. Muss morgen nach Alska, voll Stress😦

      Antworten
    • Hi Pit,
      der erste Link zu den Wildschweinen funktioniert nicht. Javalinas, welch ein feines Wort, I have never heard it before, nor seen them.

      By the way, do you know the tiny deer by the name of Muntjac?
      Originally from China, the Muntjac was introduced to Woburn Abbey (UK) in the 19th century, and has been spreading outwards ever since. Despite now probably being the commonest deer species in Britain, it can be very hard to see. I never saw any😦, (only what they left behind),but last week, Klausbernds next door neighbours saw one in their garden, coming from Rhu Sila, that’s Klausbernds garden.

      Greetings to Texas from the Rhine Valley
      Dina

      Antworten
      • Hallo Dina,
        danke für den Hinweis auf den nicht-funktionierenden Link. Hier ist der richtige: http://pitspersoenlichesblog.wordpress.com/2011/04/05/wildschweine-im-garten/
        Der andere hatte einfach ein paar Buchstaben/Zeichen zu viel.
        Die Javalinas [http://en.wikipedia.org/wiki/Peccary] sind mit Schweinen zwar, wenn ich den Artikel richtig verstehe, verwandt, aber doich eine eigenständige, in der neuen Welt beheimatete Art. Hier bei uns erscheinen sie immer mal wieder (in Horden) im Garten. Und sie können ganz schön aggressiv werden. Sie sollen übrigens auch gut schmecken, wenn man sie entsprechend verarbeitet. Habe ich aber noch nicht probiert. Und werde es wohl auch nicht.
        I’ve never heard of the Muntjac, btw.
        Best regards from southern Texas,
        Pit

      • Hi lieber Pit,
        Muntjacs sollen auch sehr gut schmecken. Ich habe sie schon öfters gesehen. Blöd ist, dass sie Borke und Knospen fressen. Mit David meinem Nachbarn habe ich mir auch bereits überlegt, ob wir uns ein Gewehr zulegen (was übrigens die meisten Engländer haben). Aber wir beide scheuen uns etwas vor dem Ausnehmen und Zerteilen. Ich musste ja wegen meinen Expeditionen in die Arktis eine Schießausbildung machen. Am Schluss hat`s mir Spaß gemacht. Und ein Muntjac zu treffen, würde ich mir schon zutrauen.
        Von den Javalinas habe ich ja noch nie gehört. Die gibt`s in Norfolk sicher nicht.
        Ganz liebe Grüße nach Süd-Texas aus dem Gartenhaus in Berlin und eine feine Woche dir
        Klausbernd

      • Hallo Klausbernd,
        mal sehen, ob ich es einmal schaffe, so ein Javalina zu erlegen. ird schwer werden, bei meinen Schieß“künsten“. Da müsste es mir schon in den Schuss laufen! 😉 Da mich die Bundeswehr nicht wollte, habe ich ja nie schießen gelernt. Und ob ich es wirklich überhaupt versuchen würde? Wahrscheinlich nicht. Ich würde wohl nur in die Luft ballern, um sie zu verjagen. Andererseits: sie sollen schmackhaft sein. Und mit Mary’s beiden Cousins hätten wir auch zwei gelernte Metzger in der Familie. Da wäre die Weiterverarbeitung gesichert.
        Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
        Pit

  12. Thank you for sharing your journey in word and photos. Must have been a fantastic trip.
    Ciao, Francina

    Antworten
  13. So viel Eis. Eine wunderschöne Reise und Erfahrung! Und die Girls.. (inner chuckle)..🙂

    Danke für das tolle Bericht!

    Viele Grüße aus Eindhoven in den Niederlanden.

    Matthew

    Antworten
  14. Reblogged this on Svalbardpost und kommentierte:
    Fein nicht, hier in der Arktis. I really like my arctic home🙂
    Love from Longyearbyen
    Per Magnus

    Antworten
  15. Pingback: World Ocean Day | kbvollmarblog

  16. Pingback: The North in Literature | kbvollmarblog

  17. Hallo Klausbernd,
    mit großer Begeisterung habe ich all deine Expeditionsberichte im arktischen Eis gelesen. Für mich ist es, dank dir, quasi eine Reise ins Unbekannte, dazu die tollen Bilder und ich denke: Wow, das ist wahrlich ein großes Abenteuer. Sobald ich die finale EM-Wiederholung der Frauen angesehen habe, werde ich mir die Leseprobe aus „Tantes Tod“ zu Gemüte führen. Ich bin neugierig, und ich mag wie du schreibst.

    Ich sende liebe Grüße,
    Tanja

    Antworten
  18. Beautiful paintings and amazing ice! Thank you for giving me the link from my Svalbard posts: http://hannahlarkinphotography.wordpress.com/2013/08/18/polar-bears/

    Antworten
  19. Pingback: Photographing Landscapes | The World according to Dina

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