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Look at me!

Veröffentlicht am

© Hanne Siebers

Ich habe leider kein Tattoo am Oberschenkel, auch nicht solch feine Brille, aber einen Blog. Der Narzissmus-Koeffizient ist der gleiche, aber, oh Schande, nicht jeder beachtet mich, wie diese Schönheit auf der Bank vor der Bank. Sie hat`s raus. Ich frage mich in schlaflosen Nächten, wie bekomme ich die meiste Beachtung auf meinem Blog.

Da studiert so einer wie ich, wie machen es die anderen.

© Hanne Siebers

Taktik 1

Eine in der Menschenkunde altbekannte Taktik ist, vorgeblich anonym zu bleiben. Man spricht kokettierend den inneren Sherlock Holmes im Betrachter an. Krimigleich inszeniert, setzt man die Besucher darauf an, das Geheimnis um die Identität zu lüften. Diese Blogs brauchen das meistens auch, da sie oft von derartig lapidarer Biederkeit geprägt sind, dass dort nichts spannend ist außer das Geheimnis – nur dass es keiner lüften möchte. Welche Kränkung! Aber man hat seinen Freud studiert. So rationalisiert man fröhlich vor sich hin und stilisiert die bösen anderen, den Chef, die Kollegen, der Partner und wer alles sonst noch herhalten muss. Aber die haben Besseres zu tun – oh dear!

© Hanne Siebers

Taktik 2

Nächtelang sitzt der Blogger gehetzt vor seinem Bildschirm, die Augen geschwollen, der Rücken schmerzt, und rast von Blog zu Blog, um möglichst viele like-its zu setzen. Nach dem Prinzip „Ich liebe dich, wenn du mich liebst“, klappt das auch. Aber, ach und weh, nur die Fittesten halten das länger als ein halbes Jahr durch, bevor sie dann zusammenklappen.
Kommentar von Selma: „Masterchen tönt hier herum, aber er ist doch auch like-it-geil. Welch Glitzern seines Auges, wenn ein Pling des Notebooks ein Like-it verkündet, dann ist hier Feiertag! Und ich verrate es euch ganz unter uns, Masterchen und Dina könnten ja mitlesen, huch und ich hab den Passwortschutz vergessen, also unter uns: Dina und Masterchen vergleichen ihre Like-it-Mosaike, die besonders bei diesem WordPress auch wirklich schick ab der dritten Reihe Like-its aussehen. Ich war bei einem, der hatte 164, das ist ein sich ständig wandelndes Kunstwerk für sich, wirklich!“

Taktik 3

Man schreibt sich an möglichst vielen Kommentaren die Finger wund. Bald muss man bereits zum dritten Mal seine abgenutzte Tastatur auswechseln. Und die größte Schande, es fällt einem plötzlich nichts mehr ein, alle Textbausteine sind verbraucht. Panik! Was nun? Sein Haus, den Garten, Frau oder Mann, den Beruf hat man schon lange vernachlässigt, man verarmt, verelendet und wird depressiv.
Kommentar von Siri: „Wenn Masterchen uns Buchfeen nicht hätte, hätten die Brombeeren längst den Garten eingenommen, sein Boot wäre abgesoffen und Dina weggelaufen. Aber ich Liebkluge flüstere ihm stets etwas ein und so findet er wieder Zeit zum Essen und sich zu waschen, wenn auch das iPad auf dem Klo neben ihm liegt.“

© Hanne Siebers

Taktik 4

Wer bloggt ist kommunikativ, sonst hat er eine Website. Also hat er viele Freunde – noch. Die braucht er auch, damit sie alle möglichst fünf Mal täglich seinen Blog besuchen. Trifft er Bekannte in der Straße, Freunde auf Partys erkennt ihn sie daran, dass seine Begrüßung lautet: „Warste schon auf meinem Blog?“ – der Ton leicht vorwurfsvoll. Der glückliche Blogger hat einen Freund oder eine Freundin, die ihm vorsichtig fragen, ob er nicht bemerke, dass seine Freunde bei erster Sichtung seiner Person, flugs die Straßenseite wechseln oder in ein Geschäft verschwinden. Man soll ihn schon als „soziale Geißel“ bezeichnet haben. Und, oh Graus, da schlägt das Schicksal unbarmherzig zu, der Besucht nimmt ab, der Blogger vereinsamt.

Taktik 5

Dann gibt`s die Oberelitären, meist intellektuelle Brillenträger, die weder like-its noch Kommentare zulassen. Siris Kommentar: „auf diesen Blogs ist tote Hose. Ist doch klar: da keiner sie liked und auf diese Bleiwüsten nicht antworten möchte, zeigt man das nicht.“ Diese oft sich literarisch gebärdenden Blogs besuche ich allerdings gerne, da ich in England wohne und für meine Vorträge doch wissen muss, welch intellektuellen Phrasen gerade in sind. Ich scanne sie natürlich nur daraufhin durch. Gegen diese Bloggereien war mein Deutschunterricht in der Schule voll geil.

© Hanne Siebers

Die Moral von der Geschicht, blog ohne Taktik nicht – oder wäre es nicht einfacher, sich doch ein Tattoo stechen zu lassen und sich die Haare schick zu stylen?

Grüße aus Norfolk
Klausbernd
der sich allerliebst bei Dina für die Fotos bedankt und bei unserer örtlichen Schönheit

Über Klausbernd

Autor (fiction & non-fiction), Diplompsychologe (Spezialist für Symbolik, speziell Traum- und Farbsymbolik)

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  1. Und es hat Pling gemacht
    Lieber Klausbernd, ob mit oder ohne Taktik, ich finde es wichtiger sich selbst „treu“ zu bleiben, als auf jeden Modezug aufzuspringen.Ich schätze das dein Bekanntheitsgrad weiter reicht als der der örtlichen Schönheit. In diesem Sinne wünsche ich eine gute Nacht und verabschiede mich mit herzlichen Grüßen aus dem stürmischen Berlin.

    Antworten
    • Lieber Georg,
      das hoffe ich auch. Aber Schönheit wie Bekanntheit vergehen wie der Rauch im Wind …
      Ein wunderschönes Wochenende und liebe Grüße aus dem sonnigen Cley-next-the-Sea
      Klausbernd und seine beiden munteren Buchfeen Siri und Selma
      Wir treffen uns dann in Berlin, ich freu mich drauf🙂

      Antworten
  2. Ja, lieber Klausbernd, du hast eine Taktik vergessen, uralt und wahrscheinlich wirksam bis zum Ende der Welt oder wenigstens bis zum Ende des Männergeschlechts: Nichts bringt so viele Besucher wie ein paar Bilder einer scharfen Frau – du wirst es sehen!

    Auf jeden Fall: Recht haste!!

    Antworten
  3. Als ich das sehr aufmerksam gelesen habe kam ein Gedanke: es werden sich Psychologen und Psychiater auf eine neue Suchtkrankheit einstellen und Therapien anbieten müssen.
    Wie soll sie aber heißen, damit sie bei den Krankenkassen abgerechnet werden kann?
    Like-Therapie oder Blog-Therapie?
    Grübelgrüße magdalena😉

    Antworten
    • Likomaniac Therapy LMT fände ich gut – sollen wir es uns als Wortmarke schützen lassen?
      Die Therapie sollte besonders viele Krankenkassenpunkte bekommen, da Manien sooo schwer zu behandeln sind. Therapie der Wahl: Stromabschalten😉
      Ein ganz tolles grübelfreies Wochenende wünschen
      Klausbernd und seine traurigen Buchfeen Siri und Selma, da Dina gleich abfährt

      Antworten
  4. Ich wünschte ich bekäme meine Haare und Oberschenkel so hin.🙂 Schöne Fotos, interessante und lockere Gedanken und eine toll gestylte Frau, ein lebendiges Kunstwerk…

    Antworten
    • Lieber Hausgeist,
      Danke für deinen Kommentar. Ja, die Frau hat sich frei nach Andy Warhol selbst zum Kunstwerk stilisiert, was mich, ehrlich gesagt, fasziniert.
      Liebe Grüße aus dem sonnigen Norfolk
      Klausbernd und seine beiden Buchfeen, die sich Hausgeistern eng verbunden fühlen😉

      Antworten
  5. Lieber Klausbernd,

    jetzt habe ich herzhaft gelacht. Nach vier Jahren Bloggerei und Ausprobieren aller Taktiken, pfeife ich jetzt auf jede Taktik und mache nur noch was mir Freude macht. Kommentiere mal hier mal da, bin aber nicht ständig auf der Suche nach einer neuen Leserschaft. Manchmal führt mich der Zufall (oder ein Link *g*) auf einen interessanten Blog, manchmal bleibe ich nur stille Leserin und manchmal entwickelt sich ein interessanter Austausch.🙂

    Den Blog zu betreiben macht Spaß, aber es gibt auch ein Leben neben dem Blog, deshalb wäre mir ein reger Austausch auf allzu vielen Blog viel zu zeitintensiv, obwohl es natürlich oft reizvoll wäre. Kontroversen sind gut, Diskussionen lebendig, andere Blickwinkel zu erleben und erfahren öffnet Horizonte. Aber sind wir doch ehrlich, werden wir nicht schon genug mit negativen Prognosen, Schlagzeilen und Meinungen konfrontiert, dass es verständlich zu sein scheint, dass wir (und ich nehme mich da nicht aus), als Ausgleich dazu, Streicheleinheiten suchen? Mit Kritik umzugehen will auch gerlernt sein, denn nicht jede Kritik ist sachlich.

    Alles in allem ist beim Bloggen alles möglich, deshalb denke ich: Es lebe die Toleranz, jeder wie er mag. Ich muss ja nur besuchen und kommentieren was mir gefällt und wenn ich irgendwo nicht gewollt bin, weil meine Kommentare nicht gefallen, bleibe ich eben weg. Für mich ist Bloggen ein hübsches, buntes Puzzleteil im Alltag, mehr aber auch nicht.

    Liebe Grüße, Szintilla

    ps.
    Ich muss mal wieder in die Statistiken abtauchen und schauen wie es da ausschaut, da war ich nämlich ewig nicht.

    Antworten
    • Liebe Szintilla,
      danke für deinen ausführlichen Kommentar. Naja, was ich da ironisiere, sind meine Anfängerfehler gewesen. Inzwischen sind wir ja lässige Blogger geworden, wenn auch diese nicht gegen Rückfälle gefeit sind – ich spreche da aus Erfahrung.
      Wie immer im Leben ist es wohl auch beim Bloggen wichtig, seine eigene Verbissenheit zu stoppen. Aber wie gesagt, als „Altblogger“ sind wir da abgeklärt – hoffen wir.
      Liebe Grüße und feines Wochenende
      Klausbernd und seine munteren Buchfeen Siri & Selma🙂🙂

      Antworten
  6. I was looking at you! Taktik Nummer … (egal welche) aufgegangen🙂

    Zauberhafte Verknüpfung von Fotos und einer Story, in der stets ein Augenzwinkern mitschwingt.

    Nun denn, auf eine entspannte und lange Nacht ganz ohne Blog.

    Liebe Grüße
    Marion

    Antworten
    • Dank dir. Und wir haben deinen Rat befolgt und sind ohne iPad ins Bett gegangen und haben nicht einmal vom Bloggen geträumt.
      Liebe Grüße dir und ein schönes Wochenende
      Klausbernd und seine munteren Buchfeen Siri & Selma🙂🙂

      Antworten
  7. Ich denke, deine hier angewandte Taktik – coole Fotos und ironischer, gut geschriebener Beitrag – wird wieder verdientermaßen viel Klingeling bringen ; )

    Antworten
    • Liebe Petra,
      da hast du recht. Es hat gewirkt. Aber es ist auch ein Glück, wenn man Bild und Text derart zusammenbringen kann. Du wirst dich wundern, aber mich hat immer die Verbindung von Bild und Text interessiert. Mit der hier bisweilen kommentierenden Buchdame habe ich in der Bibliothek zu Uppsala illuminierte Handschriften erfasst. Durch die mittelalterliche Buchmalerei wurde meine Interesse an der Kombination von Text und Bild geweckt – und sowas kommt dabei heraus😉
      Liebe Grüße aus sunny Norfolk
      Klausbernd und seine munteren Buchfeen Siri & Selma🙂🙂

      Antworten
  8. Ja Mensch, erkenne dich, heute bin ich ein bissel erleichtert, dass ich keinen Blog betreibe.
    Aber dieser Kommentar flutscht gerade so über die Tastatur.
    So ist das: Try and Error, my Name is Bunny.
    Der Hüpfhase
    …die Brille ist doch aber echt rattenscharf
    Siri und Selma: Good Job Girls!!

    Antworten
    • „Thank you so much!“ rufen Siri und Selma von ihren Regalbrettern. Die Schnarchnasen liegen noch in ihren Kuschelbettchen. Danke für deinen Kommentar
      Klausbernd🙂

      Antworten
  9. Ja, genau so ist es. Unehrlich wäre ich, würde ich nicht zugeben, dass auch ich mich über Kommentare und „Gefällt mir’s“ (gerade erst eingeführt auf meiner Seite) freuen würde. Es ist, als würde man für’s Schwachsinnen (manchmal) belohnt werden!

    Tolle Fotos, schöne Frau.

    Antworten
    • Liebe Sherry,
      habe herzlichen Dank für deinen Kommentar. Du hast schon recht, boshaft und sicherlich vereinfacht könnte man sagen, das Netz tendiert dazu, Schwachsinn zu belohnen.
      Liebe Grüße vom Meer
      Klausbernd

      Antworten
    • … das „Schwachsinnen“ – super Wort!!! — muss ich mir merken, unterliegt ja nicht dem Copyright, oder? ….. ….

      Antworten
  10. Beim Bloggen gilt es wohl wie im Leben zu denken: leben und leben lassen!
    Die Like it Buttons finde ich praktisch, wenn ich grad etwas maulfaul bin und dennoch zeigen möchte, dass ich den Eintrag gelesen habe und nicht schlecht finde.
    Na ja und überhaupt:
    Es klingt wie eine Sage
    doch auch Blogger kommen in die Tage…😉

    ..grüßt Monika aus dem sonnigen Freiburg

    Antworten
  11. I was so interested in what you wrote, have those thoughts myself and am trying to keep blogging in a way that works for me and not fall into a popularity contest, but I’d also say that I found your posts and Dina’s by you „liking“ me and I’m glad I did. Both blogs always make me smile, either from amazing images or sly writing too, and now this one also has me thinking hard. Too hard for a Sunday morning perhaps but still a good thing. Hope your weekend is a good one.
    Jennifer

    Antworten
  12. Dear Jennifer,
    thank you very much for your comment🙂
    Dina and I did not found a solution neither – and especially not on Sundays😉 We must admid finding friends by pressing the like-it-button of blogs we do. Blogs we like because of their atmosphere, well, it`s the whole impression of that blog we follow, probably something vague as intuition. In the beginning Dina taught me how to find followers. Now I suppose it`s probably not the number of followers but how active they are commenting or how regularly they are really reading it. Of course I want to be read and Dina likes her great pictures to be seen. There is a certain vanity in all this that has to be controlled. Analyzing my blogging I become aware of my neurotic behaviour. Probably it`s a psychological question of how we are blogging: how vain, determined, and ambitious we are. That`s one important fact for sure.
    My weekend has been a bit chaotic: Dina left for Germany (via Cambridge) and I had big problems with a new notebook. But now it`s fine – not the new notebook – but I feeling like Sunday again🙂
    Greetings from the sunny coast of Norfolk and have an easy week
    Klausbernd

    Antworten
    • Du verzeihst es bitte, aber wir haben dich trotzdem lieb und wollten ungern auf deine tollen Beiträge verzichten müssen nur weil du zu ehrgeizig, selbstkritisch, analfiksiert, überintellektuell, busy oder betrunken bist…oder gerade deine Bibliothek aufräumen musst. Ein Hoch auf deine Mutter, alles richtig gemacht!!
      Da ich keine smilys benutzen kann, weil ich dazu technisch nicht in der Lage bin und meinen Sohn nicht fragen will….blink, zwinker, smile
      Have a nice day, muss jetzt wieder tanzen….

      Antworten
      • Liebe Pia, das ist doch viel schöner, dass du Kommentare mit tänzerischer Leichtigkeit schreibst. Das Mysterium des Like-it-Buttons brauchst du nicht zu kennen😉
        Echt, der Tag fing abenteuerlich an: Als ich mein Boot aus dem Wasser holte, fiel ich in den Kanal mit starker Strömung und kam erst bei der Schleuse wieder an Land. Well, das ist ist so meine körperliche Bewegung😉
        Ganz liebe Grüße aus Cley. Wir sehen uns dann auf der Buchmesse. Ich freue mich🙂
        Klausbernd

      • Scheiße! Jetzt habe ich Schuldgefühle! Dachte in den letzten Tagen so oft: Warum will der Klausbernd nicht mit dem Kopf unter Wasser?!
        Ich muss einfach besser aufpassen, was ich denke! Du hast recht!
        Jetzt denke ich, wie du toll operiert wirst, lecker bekocht und umsorgt von Christinegoldfee und dann schön viel Bücher verkaufen auf der Messe, nette und interessante Leute kennenlernen, alles prima!!!!
        Bin im Ballettsaal…..verkrümelt…

      • Don`t worry, I am a surviver🙂

  13. Lieber Klausbernd,
    wir haben keine Like-it-Buttons und sind trotzdem kein elitärer Blog (hoffe ich zumindest…). Bei uns hat die Entscheidung, einen Blog zu betreiben, damit zu tun, dass wir a) NICHT zu Facebook wollten und b) was Kreatives im Netz machen wollten (eine HP haben wir ohnehin). Ich verstehe durchaus, dass nicht jeder immer zu allem einen Kommentar hinterlassen will, aber das Like-it ist mir/ uns zu unpersönlich. Ich denke auch, dass je mehr Gimmicks in dieser Richtung mensch auf dem Blog hat, umso „wichtiger“ wird die Statistik. Dabei ist doch gerade das, was du z.B. jetzt gemacht hast (ein Interview bei Gesine, eine daraus folgende Diskussion und dann dein kreativer Umgang auf deinem Blog damit) das Schöne beim Bloggen…(Wahrscheinlich hättest du die meisten Like-its, wenn du deine Nagellackfarben präsentieren würdest…Aber einen Blog mit diesen „Inhalten“ zu füllen, wäre einfach nur öde, okay, jetzt nicht unbedingt in deinem Fall…)
    Viele Grüße, Mila

    Antworten
    • Liebe Mila,
      euren Seitenspinnerinnen-Blog finde ich eine rühmliche Ausnahme unter den literarischen Blogs. Wirklich! Mich hat bei eurem Blog fasziniert, dass er von einer Gruppe betrieben wird. Naja, und ein wenig elitär sind wir doch alle, aber ihr seid doch nicht oberlehrerinnenhaft elitär.
      Was du über die Like-its schreibst, sehe ich genauso. Auch ich entschied mich gegen facebook, twitter & Co., habe jedoch einen Like-it-button. Genau wie du es beschreibst, treibt der mich dazu, täglich zu schauen, ob die Anzahl zunimmt. Obwohl ich mir dessen bewusst bin, dass mich das auf Quantität fixiert, finde ich es schwer abzustellen. Ich erlebe beim Bloggen stark meine psychischen Macken. Dieses heikle Thema „Die Psyche des Bloggers“ haben wir alle bislang vermieden, aber reflektiertes Bloggen hat für mich auch viel mit Selbsterkenntnis und das Erkennen meiner Macken zu tun.
      Ich habe kein rechtes facebook-account, nur da ich bei Wikipedia einen Personeneintrag habe, übernahm mich facebook, aber das ist ein totes account. Dina besitzt ein aktives facebook-account und zu Beginn haben wir dort unsere Beiträge gepostet. So bekamen wir einige Besuche, aber jetzt haben wir das nicht mehr nötig. Es brachte auch nur noch unerheblich mehr Besuche und Like-its😉
      Dina und ich wollen uns völlig auf unsere beiden Blogs konzentrieren und von so etwas lenken facebook-Aktivitäten nur ab. Da denke ich wie ihr: Wer kreativ aus seinem Blog etwas machen möchte, der sollte weniger auf facebook, Like-its und die Statistik schauen. Qualität vor Quantität! Da sind wir uns völlig einig. Aber
      „Einen guten Blog, wer hätte den nicht gern
      Doch leider sind auf diesem Stern die Mittel groß, die Menschen roh
      Wer möchte nicht ein toller Blogger sein
      Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so“
      (mehr als frei nach Brecht)
      Liebe Grüße vom kleinen Dorf am großen Meer und ganz herzlichen Dank für deinen kritischen Kommentar🙂
      Klausbernd

      Antworten
  14. Genau -Du narzistischer Blogger- trag Deine Haut zu Markte und lass dich piercen, stechen, bemalen, lila-grün umfärben und ondulöieren – nur: wie groß muss eigentlich die Fläche sein, um genügend aufzufallen? Mein Vorschlag: Fußballfaldgroß! Da koimmst dann leider nur die Darmschlemhaut infrage…🙂
    Süße Grüße von der entspanntesten bloggerin unter dieser Sonne

    Antworten
  15. Fussballfeld, aber hallo, wir bloggen doch in anderen Dimensionen, worldwide im Netz. Mindestens Planet Erde wenn nicht die ganze Milchstraße ist unser Feld der Beachtung. Aber über ein Tattoo habe ich seit John Irvings „Until I find you“ nachgedacht. Bis jetzt helfe ich mir mit den Abziehbild-Tattoos, die heute schon sehr fein und haltbar sind – aber mehr wird der entspanntesten Bloggerin unter der Sonne nicht verraten, oh nein!
    Ich bedanke mich für deine Vorschläge, aber habe gerade erst vorgestern mein Haar aufblondieren lassen und ein Piercing habe ich immerhin – am Ohr.
    Gruß & Kuss
    der Blogger Julius
    🙂

    Antworten
  16. klasse Fotos! das mal zuerst… es hat der Dame doch bestimmt gefallen so viele (Foto-)Klicks zu bekommen… und dein text, lieber Klasubernd, ja der spricht auch zu mir. Nun grübele ich natürlich tief, welche Taktik ich eigentlich je angewendet habe… die mit der Frisur, dem Tatoo auf alle Fälle mal nicht🙂
    gaaanz liiiebe Grüße
    Frau Blau

    Antworten
    • Liebe Frau Blau,
      well, bekäme ich eine OP-Narbe, d.h. würde ich nicht laparoskopisch operiert werden können, werde ich mir auch ein Tattoo an pikanter Stelle zulegen. Ob`s beim Bloggen helfen würde?😉
      Liebe Grüße aus deiner Heimatstadt
      Klausbernd

      Antworten
  17. „Gegen diese Bloggereien war mein Deutschunterricht in der Schule voll geil.“
    Sehr gut! Unser Deutschlehrer hat es damals gehasst, wenn wir „voll“ als bekräftigendes Füllwort verendeten. Er selbst sprach starkes Bayrisch und nannte uns gerne „Schwammerl“.

    Antworten
  18. Pingback: Windows | kbvollmarblog

  19. Köstlich, vielen Dank. Auch wenn mir das Foto der jungen Frau im Sommerkleid hier an der Ostsee – gerade gefühlte minus 15 Grad bei eisigem Wind und leichtem Schneefall – aus einer anderen Welt zu stammen scheint.
    Im Übrigen hätte ich noch eine Variante vorzuschlagen, die allerdings völlig uncool und vielleicht nicht wirklich zielführend ist: Wenn man weiß, dass man verglichen mit bestimmten Blogs und deren utopisch hohen Like-it-Klicks🙂 ohnehin nicht bestehen kann, lehnt man sich einfach ganz entspannt zurück, behauptet, dass es einem darum ja auch gar nicht ginge. Man werde in Zukunft einfach genießen und sich an all den interessanten, einzigartigen und lesenswerten Artikeln der anderen Blogger erfreuen. Viele Grüße von Anna

    Antworten
    • Liebe Anna,
      was für ein erfrischender Kommentar! Ganz herzlichen Dank🙂
      Die letzten Tage haben wir Damen dieser Aufmachung auch nicht mehr auf Holt High Street gesehen. Obwohl, obwohl Engländerinnen und Engländer sind hart: Ich ging heute in Daunenjacke, mit Fellmütze und Handschuhen heraus, wobei ich Engländer in T-Shirts und Shorts traf. But I am not a hero!
      Dein Vorschlag zum Bloggen ist prima! Man tut nichts und erfreut sich anderer Blogs – welche entspannende Idee🙂
      Feinen Sonntag und liebe Grüßpe
      Klausbernd, der eitel genug ist, um sich über LIKES zu freuen und du solltest erst einmal Siri und Selma sehen. Die Buchfeen werden bei jedem neuen LIKE völlig euphorisch.

      Antworten
  20. … zum Wegschmeißen! Wie wärs mit einem Tatoo auf der Stirn: “ ich habe einen Blog“ + Adresse – da kichern die Buchfeen – lg t

    Antworten
    • Liebe Tanja,
      mir gefällt dieser Narzissmus, die Dame macht – wie einige Engländerinnen – genau das, was ich mich niemals trauen würde. Siri und Selma haben das wie auch einige andere sogleich erkannt. Siri wollte dem Artikel erst die Überschrift geben „Wer liebt schon das Normale“ – recht hat sie, das ist langweilig wie die 08/15-Gesten in der Werbung und im Film.
      Mit lieben Grüßen von der sonnigen Küste
      Klausbernd

      Antworten
  21. Hab lange nicht so etwas Unterhaltsames gelesen, wolte ursprünglich den Text eigentlich nur überfliegen, hab dann aber selbst alle Kommentare gelesen, zumal auf jeden eine nette, freundliche Antwort folgte. Nicht nur amüsant, sondern auch ungemein sympathisch!
    Beste Grüße aus Deutschland,
    Eva Hoffmann, Wederwill-Team

    Antworten
    • Liebe Eva,
      habe ganz, ganz herzlichen Dank für deinen freundlichen Kommentar🙂, über den sich speziell meine liebklugen Buchfeen Siri und Selma gefreut haben. Sie sind vor Freude ganz flattrig geworden und rufen im Chor „liiiiiiiiieben Dank!“
      Ich wünsche dir noch einen rundum schönen Tag und werde dich gleich mal besuchen kommen.
      Also bis dann.
      Herzliche Grüße von der heute kalten Küste Norfolks
      Klausbernd

      Antworten

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