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Reisen mit Joseph Conrad

Veröffentlicht am

Reisen

Meinen Sie Zürich zum Beispiel
sei eine tiefere Stadt,
wo man Wunder und Weihen
immer als Inhalt hat?

Meinen Sie, aus Habana,
weiß und hibiskusrot,
bräche ein ewiges Manna
für Ihre Wüstennot?

Bahnhofstraßen und Rueen,
Boulevards, Lidos, Laan –
selbst auf den Fifth Avenueen
fällt Sie die Leere an –

Ach, vergeblich das Fahren!
Spät erst erfahren Sie sich:
bleiben und stille bewahren
das sich umgrenzende Ich.

 (Gottfried Benn)

Oh dear, manchmal denkt man beim Reisen, wäre ich doch besser zu Hause geblieben.
„Was will ich hier eigentlich?“ schrieb der französische Symbolist Arthur Rimbaud (ein Zeitgenosse Conrads) an seine daheimgebliebenen Freunde aus Äthiopien.

Nun sitze ich vor einem Salamibrötchen mit totem Salatblatt und Hefeweizen im Köln-Bonner-Flughafen. Um hierher zu kommen, brauchte ich eine Energie, mit der man früher Länder erobert hätte. Im Flughafenbus von Norwich nach London-Stansted war ja noch alles fein. Durch die Parklandschaft Süd-Englands fahrend las ich gemütlich Joseph Conrads „Lord Jim“, das Buch das fast gleichzeitig mit Freuds „Traumdeutung“ herauskam. Im Bus schaffte ich freilich nur zwanzig Seiten (Conrad schreibt ein schwieriges Englisch, finde ich), die mich durch ihre Beschreibungen der Stimmungen auf See faszinierten, erstaunlich für einen, der kein „native speaker“ war und sein Englisch auf See gelernt hat (er muss ähnlich sprachbegabt gewesen sein wie Vladimir Nabokov).

Der erste Flug gab mir die Chance weiter in „Lord Jim“ zu lesen. Ich war vom Regen in die Traufe geraten. Da ich den herben Charme beim Fliegen mit RyanAir nicht mehr ertragen konnte und herausfand, dass ich mit Germanwings mit meinem Gepäck günstiger fliegen konnte – selbst KLM wäre günstiger als RyanAir gewesen – nahm ich also Germanwings. Hui, die schienen Verbündete von Joseph Conrad zu sein: Die Verspätung des ersten Flugs brachte mich gleich bis über Seite fünfzig. Endlich im Flieger und hoffend den Anschlussflug nach Berlin noch zu erreichen, hetzte ich mit einer englischen Lady mit Hütchen und rosa Rucksack in Köln zu meinem Gate, um statt gerade noch einchecken zu können, eine Verzehrgutschein für üppige fünf Euro erhielt, da dieser Anschlussflug drei Stunden Verspätung hat. So sitze ich im ziemlichen leeren Flugplatz, der etwas Depressives ausstrahlt, das Brötchen ist gegessen, um mich nur noch hungriger zu machen. Aber das Hefeweizen hat geschmeckt. Ach ja und noch ein Desaster: Meine Wasserflasche musste ich in England zurücklassen, sie leckte, tropfte unbemerkt vor sich hin in meinen Rucksack, den ich gerade mit Servietten auswischte und nun lüfte. Gleich werde ich wieder zu meinen „Lord Jim“ zurückkehren, der noch idyllisch die Situation auf dem Pilgerboot beschreibt, wenn auch subtile Anmerkungen dem Leser klar machen, dass bald diese Idylle wohl heftig gestört wird. Diese Anfangsepisode auf dem Pilgerboot war ursprünglich als eine Kurzgeschichte gedachte, bei deren Schreiben Conrad jedoch klar wurde, dass sie das Potenzial besitzt, ausgebaut zu werden.
Ob ich heute Berlin noch erreichen werde? Die Lady mit Hütchen verwickelt mich in ein Gespräch über den Euro, ein Dicker in Nadelstreifenanzug geht auf und ab, seine Boardingkarte im Mund, was mich ans Rauchen erinnert. Naja, es gibt eine gelb markierte Raucherzone hier. An Schreiben oder Lesen kann man dort nicht denken, hier treffen sich die Kommunikativen, die Stimmung erinnert mehr an Karneval – klar doch, ich bin in Kölle. „Lord Jim“ muss ruhen, bis ich wieder im Flieger sitze. Eigentlich passt er auch nicht nach Köln, viel zu westlich. Es wird doch die Geschichte von einem erzählt, der immer weiter nach Osten geht. Jim, ein gekonnt konstruierte Person, wirkt sympathisch auf mich, aber ich vermute, da gibt es ein Geheimnis in seiner Vergangenheit, nicht nur, weil es Conrad schon zu Beginn andeutet, sondern weil das im Roman seit ewigen Zeiten so üblich ist. Die Vergangenheit holt einen ein. Ob ich deswegen unweit meines Geburtsortes hier festsitze?
Ich denke an Zeiten, als das Reisen noch geholfen hat, als meine werthen Großeltern mit Schrankkoffern und Personal freilich selten weiter als bis nach Capri reisten – in Stil, in Ruhe. Aber wer will heute noch verreisen? Und ich stelle mir wie Martin Mosebach die Frage, ob es nicht besser wäre zu lesen, als zu reisen. Ich mache beides😉

Wunder geschehen! Mein Flug wird aufgerufen.
Angekommen🙂

Liebe Grüße aus Berlin
Klausbernd

Über Klausbernd

Autor (fiction & non-fiction), Diplompsychologe (Spezialist für Symbolik, speziell Traum- und Farbsymbolik)

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  1. hmmmhmmm – inzwischen isser ja aufgesammelt am Fluchhafen und sitzt wohlbehalten im magischen Gartenhäuschen – Ende gut, alles gut kann frau da nur sagen…🙂 bis zum nächsten Mal , denn dieser Mann ist ein Wiederholungstäter, wie alle wissen😉
    poppy Gartenfee

    Antworten
    • Aber hallo! Jetzt wird bis zur Buchmesse nicht mehr gereist und danach fahrn mit der Bahn.
      Grüße aus dem Gartenhaus
      Klausbernd🙂

      Antworten
      • Siehste Masterchen,
        ich schrieb ja bereits, du kannst bald als Reisender dein Leben in vollen Zügen genießen.

        Du bekommst jetzt ein Like it von mir statt Feenhauch, ist das ok?

        Deine Woglindige Selmafee

      • Masterchen, das stimmt nicht!
        ICH bin die Woglinde!
        Deine dich liebende Sirifee

      • Aber, aber, können wir uns darauf einigen, dass du meine liebe Sirifee die Woglinde bist und du meine liebe Selmafee die Wellgunde?
        Mit woglindigen & wellgundigen Grüßen an euch beiden Liebklugen
        euer Klausbernd
        Feenhauch xxx aus dem Gartenhäuschen in Berlin
        Und DANKE fürs Like-it mein Schatz🙂

  2. Da fiebert man ja fast mit… Ich erinnere mich an unangenehme Gefühle beim Reisen, etwas wie entwurzelt werden, fremd sein, hm… Ich bin da schon auch recht empfindsam und eigen – manchmal🙂, je nach Stimmung.

    Liebe Grüße
    Marion

    Antworten
    • Ich eigentlich auch, liebe Marion. Ich finde es schwer, meine Erdung beim Reisen zu behalten. Allerdings sitze ich gern im ICE und lese vor mich hin. Wenn die Landschaft vorbeifliegt, inspiriert mich das. Ich habe früher einige meiner Bücher im Zug während langer Tourneen geschrieben. Dennoch, mein geliebtes Norfolk vermiss ich schon jetzt. Ich war eben auf der Schlossstraße in Steglitz, eine der Einkaufsstraßen Berlins, und wundere mich über den Speed dort – alles rennet, laufet, hetzet … Aber immerhin fand ich hier von Julian Barnes „The Sense of an Ending“ (Booker Prize 2011). Barnes der „Literary Hero“ in England z.Zt. war in Norwich schon seit Wochen ausverkauft, auf der Schlossstraße gab`s ihn und dazu noch in Englisch. Erstaunlich ist, dass in England häufig kurze Romane, keine hundert zweihundert Seiten, zu Bestseller werden, wie auch Ian McEwans „Saturday“. Aber das nur nebenbei. Ja, was Walter Benjamin noch als die Kunst des Flanierens beschreibt, scheint in Vergessenheit geraten zu sein. Mich entfremdet von mir selbst und meiner Umgebung hauptsächlich der Speed beim Reisen. Ich glaube, wir reisen oft zu schnell, kommen physisch eher an als unsere Psyche.
      Liebe Grüße aus Berlin
      Klausbernd

      Antworten
      • Anmerkung:
        Zeitgleich – ja, ja der Hegel`sche Zeitgeist … – schrieb Petra einen spannenden, inforeichen Beitrag auf ihrem Blog http://phileablog.wordpress.com über die Kunst des Flanierens in der Literatur – sehr zu empfehlen, speziell für laszive Nachmittage -das Lesen des Beitrags wie das Flanieren😉

      • Genau, das ist es auch bei mir, oft braucht meine Seele 1-2 Tage, bis sie hinterher kommt. Bis dahin fühle ich mich dann zwar körperlich anwesend, aber sonst irgendwo im Zwischenland.

        Liebe Grüße aus der Schweiz
        Marion

  3. Kleiner Tipp für’s nächste Mal: Ryanair ist die europäische Airline mit den wenigsten Verspätungen, und zwar mit Abstand …

    Und was mich noch wundert: Wie viel Energie Du hast – „Um hierher zu kommen, brauchte ich eine Energie, mit der man früher Länder erobert hätte“ – da du angekommen bist, hast du offenbar genug Energie, um fremde Länder zu erobern …. an welches hast Du denn gedacht? Bitte nicht das freie Rheinland! (;–))

    Und sowohl Alles Gute als auch viel Spaß in Berlin!

    Martin

    Antworten
    • Nee, in alter Wikingertradition Irland und Island und auf dem Weg werden die Färörs auch gleich mit einkassiert😉
      Ich weiß, ich weiß, es gab auch kühne Wikinger, die den Rhein hochfuhren. Haben die da nicht 1000 Jungfrauen umgebracht? Irgendwie hing`s mit der Usula zusammen, aber das weiß du alles sicher besser.
      Liebe Grüße aus Berlin
      Klausbernd, der erst einmal den Fichtenberg erobert😉

      Antworten
  4. Lieber Reisender,

    schön, dass du angekommen bist, wenn auch mit viel Umstand, Mühe und Verspätung.

    Selmafee grüßt Masterchen ganz lieb und piept so laut sie kann „Reisen ist wie Lesen““.
    Sie ist heute richtig frech; „wer daheim bleibt, sieht immer nur die eine Seite oder den Bildschirm, schön, dass du den Bildschirm mitgenommen hast, kannst du mich sehen, Masterchen? Siehst du mich jetzt?“🙂

    Sirifee winkt und grüßt mit, „viel Feenhauch, Master! ###“
    Siri, deine klugliebe AufderSchulterMitleserin bedauert sehr, den „Lord Jim“ nicht synchron mitlesen zu können. Conrad is nicht einfach zu lesen, sein kreativer Umgang mit der Sprache verlangt slowreading, Siri zeigt uns ein Beispiel, (wir 3 lieben diese englischen Audiobooks, wahrhaftig eine ausgezeichnete Möglichkeit die eigene Aussprache zu verbessern…)

    Siehst du, Intermezzos, wenn auch unerfreulich, haben ein großes kreatives Potential, fein gemacht, we like it! Schönes Wochenende euch allen,

    mit lieben Grüßen aus the Rhine Valley
    your 3 Rhine Maidens 🙂🙂🙂

    Antworten
  5. My beloved Rhine Maidens,
    ganz, ganz herzlichen Dank. Bis etwa dahin war ich bis jetzt gekommen. Schöööön gelesen.
    Herzallerliebste Grüße
    Klausbernd xxx

    Antworten
  6. Das erste Abenteuer scheint überwunden zu sein. Fein, dass du trotz viel verbauchter Energie gut angekommen bist.

    …, wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen …🙂

    Liebe Grüße, Szintilla

    Antworten
  7. Lieber Klausbernd, ja, Flugreisen empfinde ich auch als anstrengend, da ist mir das Ankommen lieber als das Reisen selbst. Aber im Auto oder im Zug mag ich es gern, man ist doch mehr „drin“ und reist, während man in einem Flugzeug am Ende irgendwo abgeladen wird und das Dazwischen, das Darunter überhaupt nicht mitbekommt. Und Reisen mit einem Schrankkoffer – hach, traumhaft! Aber bei Flügen dann doch besser mit dem schwarzen Rollkoffer, den man kaum von den hundert anderen auf dem Laufband unterscheiden kann ; ) Aber immerhin lässt er sich rollen, heute trägt einem ja niemand mehr den Kram hinterher ; ) Liebe Grüße, Petra

    Antworten
    • Ja, liebe Petra, auch ich reise mit dem Standardrollkoffer, schwarz, aber immerhin mit Norwegerbändchen, um nicht den falschen in der Ankunftseuphorie vom Band zu heben. Mit dem Auto reise ich auch gern, besonders wenn ich Zeit habe, auf kleineren Straßen zu fahren. Ganz toll ist es in Dinas Auto. Sie besitzt nämlich ein Kabrio – super. Also, huch, wie politisch inkorrekt😉 auch ich bedaure, dass ich keinen habe, der mir das Gepäck hinterherträgt, während ich leichtfüßig freihändig voranschreite.
      Liebe Grüße
      Klausbernd

      Antworten
      • Hihi, Bändchen zur Individualisierung meines Rollkoffers nutze ich auch, die haben sich sehr bewährt! Ein Cabrio ist ja schick! Zumindest bei schönem Wetter. Wir haben kein Auto – und doch alle möglichen dank Carsharing. In unserem Stadtteil lohnt sich ein Auto kaum, da es zu viele Autos für zu wenig Parkplätze gibt, aber dafür ein sehr gutes Straßenbahnnetz.

  8. Beim fliegen, so empfinde ich es, lieber Klasubernd, braucht die Seele noch ein Weilchen länger, bis sie hinterher gekommen ist, als beim reisen mit dem Zug oder dem Auto… nein… fliegen ist auch nicht wirklich meins und wenn es eben geht, und das tut es oft, vermeide ich es. Reisen selbst liebe ich, ich alte Pionierin, ich liebe fremde Bilder, neue Gerüche und Pflanzen, die ich noch nicht kenne!
    Schön, du bist in meiner Heimatstadt angekommen (nee, ist sie ja nicht wirklich, aber ich empfinde es eben so… immer noch) und flanieren konnten die BerlinerInnen, seitdem ich sie kenne, nie wirklich. Vielleicht mal am Sonntag???
    Steglitz… gehst du dort in die Uniklinik? Wie auch immer noch, möge alles gut verheilen und mögest du dich wohl in der ollen Metropole fühlen!
    herzlichste Grüße aus dem bunt werdenden Walde
    Frau Blau

    Antworten
    • Liebe Frau Blau,

      am liebsten fahre ich mit dem Schiff. All die Jahre, die ich in Montreal und New York wohnte, bin ich immer mit dem Schiff nach Europa gefahren, 2x im Jahr hin und zurück. Ich bin ein Fan der Seefahrt. Ihre Geschwindigkeit ist mir angemessen.

      Nee, ich gehe dort nicht in die Uniklinik. Eigentlich wollte ich in die Schlosspark-Klinik, aber der Operateur – ein Spezialist für minimal invasive Eingriffe – arbeitet an der Vivantes-Klinik in Spandau.

      Ich wohne in Berlin sehr idyllisch. Freunde von mir besitzen ein großes Grundstück, parkhaft, auf dem übrigens ein Original-Bauhaus-Haus steht. Ich wohne im Gartenhaus und werde mich dort auch erholen. Das ist auf dem Fichtenberg in Steglitz, hinter dem Botanischen Garten.

      Danke dir für die guten Wünsche.
      Ich freue mich auch unser Treffen in Freiburg. Allerdings, oh sorry, mein Traumsymbollexikon konnte ich dir nicht mitbringen, da der Herr Professor meinte, nach der OP sollte ich nicht so schwer tragen und so habe ich mein Gepäck im Rollkoffer auf 10 kg reduziert (für 9 Wochen – quasi 1 kg/Wch😉 ). Sorry! Ich schicke es dir zu.

      Ganz liebe Grüße aus deiner Heimatstadt
      Klausbernd

      Antworten
      • hach… da kannst du durch den botanischen Garten schlendern, im Herbstgefieder oder Geblättere eine besondere Freude!
        Gartenhaus… klingt guuuut

        was das Buch anbelangt, es hat ja keine Eile, Hauptsache du wirst wieder… gelle?!
        herzlich grüßt dich Frau Blau aus dem regennassen und vernebelten Walde, passend zum Herbstanfang😦

      • Na, hier war`s Wetter auch nicht so gut. Ich wollte eigentlich segeln auf dem Wannsee, aber stattdessen fuhr ich nach Ribeck, ja genau, dieses Ribeck im Havelland, dass durch Fontane und seine Birnen bekannt wurde. Und was machte ich dort? Ich aß Birnenkuchen und trank einen Birnenbrand🙂
        Liebe Grüße aus dem Havelland
        Klausbernd

      • Wenn ich nur den Namen Ribbeck lese, höre ich sofort den Rap von der Kindergruppe JDD (Junge Dichter und Denker), den wir neulich hörten, wirklich gut.

        Habt ihr Herrn von Ribbecks Lieblingstorte gegessen – mit Birnen, Schinken und Ziegenkäse?🙂

        Jedes Bundesland hat einen Birnebaum für den Birnegarten gespendet, also, die Sorte „Gute Graue“ kommt von uns in NRW!

        Liebe Grüße nach Berlin
        von Dinalinde, Woglinde und Wellgunde!🙂

  9. Himmeldieberge, nun weiß ich auch warum ich nicht gern verreise! Das ist ja anstrengender als arbeiten!😉
    Dann also willkommen in D, wenn Berlin für mich auch weit weit weg ist!
    Im Gartenhaus wohnen, das ist sicher fein und zum Erholen genau richtig!

    ..grüßt dich Monika

    Antworten
  10. Der Weg ist das Ziel….ich liebe es, mit dem Zug zu reisen ( wobei es kein ICE sein muss), und auch Überlandbusse und Schiffe ghören zu meinen Favoriten. Es geht „langsam“ voran, man hat viel Zeit, die man nutzen kann – zum Sehen, zum Hören, zum Entspannen, zum Nachdenken und dann auch zum Ankommen. Ich erinnere mich an die Durchquerung einiger Staaten mit dem Greyhound-Bus, wobei mir erst aufgrund der gemächlichen Reise eine Ahnung der unendlichen Weite und Leere der Gegend bewusst wurde.
    LG von Rosie

    Antworten
    • Liebe Rosie,
      habe herzlichen Dank für deinen Kommentar.
      Mir geht`s wie dir, reisen mit Überlandbussen hat eine ganz besondere Romantik. Ich liebe es🙂
      Liebe Grüße
      Klausbernd

      Antworten
  11. Naja, es gibt auch den anderen Fall: Bei mir scheint sich die „Seele“ vor allem zu melden, wenn ich auf Reisen bin, ich hoffe doch, es ist auch meine(?). Habe ja ein tanzendes Herz, deshalb bestimmt!
    Kann das ganze Gejammere mal wieder nicht verstehen. Nach Hause zu kommen in diese stinkende Stadt fand ich früher wesentlch schlimmer.
    Inzwischen bin ich allerdings auch dankbar an einem „sicheren“ Ort zu leben, an dem ich mein Leben schön gestalten kann…..
    Anastasia, Russin, eine liebe Schülerin, pendelt gerade andauernd zwischen Berlin und Lu hin und her, tanzen in Lu und arbeiten in Berlin. Kann sich nicht so richtig entscheiden die Gute!
    Wünsche allen eine gute Zeit!

    Antworten
    • Ich bin früher auch auf das Reisen abgefahren. Immerhin bin ich 2x um die Welt gereist, aber das war in meiner Hippiezeit. Da war`s Reisen fein und angenehm, man hatte Zeit und traf nicht überall auf Touristen, also seinesgleichen, und die Kultur im Grunde, die man von zu Hause kennt. Wir waren im gewissen Weise die Vorhut des Tourismus, in Kathmandu, Peru, Alaska, Tahiti und auf Madagaskar. Wahrscheinlich romantisiere ich das jetzt fürchterlich, aber es hatte nichts mit dem Reisen heute zu tun. Das ist langweiliger Massenkonsum geworden. Ich finde, zu Hause habe ich es viel schöner. Die armen Menschen, die so arbeiten müssen wie „deine“ Anastasia.
      Liebe Grüße aus dem Havelland – ja, wie der Fontane noch durch die Mark Brandenburg wanderte, das war im Stil –
      Klausbernd🙂

      Antworten
      • Diesen Sommer bin ich nur 2x am Flughafen gewesen, da Josi nach Eastbourne reiste.
        Ihr Pass ließ sich nicht scannen, wir wechselten von einem Apparat zum nächsten, bis wir eine bereits ausgedruckte und vergessene Boardkarte fanden, die wir dann am Schalter abgeben konnten. Wir wurden an der ganzen Schlange der Wartenden vorbei durchgereicht und bekamen Josis Boardkarte…..
        Auf der Rolltreppe vor uns: Ein schwarzer Mann, ziemlich mitgenommen sah er aus…mit 2 riesigen Koffern plus Reisetasche und Laptoptasche, es war ihm und mir ein Rätsel wie er es so nach oben schaffen wollte, sein Versuch musste scheitern. Es fehlte ihm die Erfahrung einer Alleinerziehenden!
        Er hatte Glück, ich schnappte mir beherzt sein Gepäck, wir hatten ein nettes Gespräch auf der Rolltreppe. Are you from Germany? Really? You are so nice!
        Er war überrascht, dass es nette Deutsche gibt!

  12. »Was will ich hier eigentlich?« ist eine ganz ausgezeichnete Frage für Urlaubskarten. Vielleicht auch für solche an sich selbst.
    Reisen, um weg zu sein, kommen mir anstrengend vor; reisen, um zu reisen, das könnte es eher sein.

    Antworten
    • Liebe Lakritze, ich machte das, als ich nach Neuseeland zu einem Vortrag fahren musste, da schrieb ich auf eine Karte statt „wish you were here“ „warum bin ich hier eigentlich“. Das hätte ich besser unterlassen: Aggression war der Dank, obwohl doch die Karte so schön war.
      Reisen, um zu reisen, um in Muße etwas zu erleben, sich treiben zu lassen, das finde ich schön. So fuhr ich mit Dina und meiner Schwester 14 Tg. Anfang des Jahres durch die Niederlande – wunderschön. Und so werde ich, quasi als Belohnung und zu meinen Geburtstag, Mitte November nach Irland reisen. Solches Reisen tut mir gut. Aber ich musste mal nach Thailand und nach Sri Lanka – es war einfach fürchterlichst. So etwas ist gar nichts für mich.
      Liebe Grüße dir und Danke für deinen Kommentar.
      Ich wünsche dir eine wunderbare Woche
      Klausbernd

      Antworten
  13. I chuckled when I saw that you were reading „Lord Jim.“ I read it many many many years ago in university and couldn’t tell you anything about the book now except that I thought I’d never be done reading it and disliked every minute of it. My then boyfriend, later husband, shook his head that I got such a good mark writing an essay saying why it was such a horrible book. I should go back and try again perhaps. A little more patient and wise than I was when I was 20!
    Thanks for the post. I’m glad you got there eventually.
    Jennifer

    Antworten
    • Dear Jennifer,
      „Lord Jim“ is not that easy to read for me. There are those long paragraphs where Conrad is descibing the atmosphere. I think these paragraphs are great, but sometime I have the feeling he has lost the story and I nearly fall asleep. When I am in the hospital from tomorrow onwards – I hope for two days only – I will have more time to read. Sometime I can judge a novel not before I have read a greater bit in one go.
      I wish you an easy week, all the best
      Klausbernd
      And thanks for you comment🙂

      Antworten
      • Well I hope your hospital stay goes well and you feel better fast, and I’ll even hope that you find a book other than „Lord Jim“ to read. Sorry. Can’t shake the old bias! Maybe I’ll look at it again with 47 year old eyes instead of those of a 20 year old.
        Feel better.
        Jennifer

      • Dear Jennifer,
        now I am in the hospital and the surgery will take place tomorrow around noon. So I have lots of time and I went on reading „Lord Jim“ but you are right it`s getting boring more and more. I will just end this paragraph and then turn to Siri Husveldt`s „The Summer without Men“. I hope that`s better. I really cannot understand why „Lord Jim“ is such a praised novel. Well, the beginning I really liked, this episode about the ship of the pilgrims and what`s before. Conrad does not come to a point after this first text of the plannened short story. It would have been better to end it there as he did plan orginially.
        Thanks for your good wishes
        „All shall be well“, as Mother Julian of Norwich used to say.
        Klausbernd

  14. Zu Hause sein geniesse ich, da ich mich meinen Interessen völlig hingeben kann. Aber anfallsartig überfällt mich der Wunsch Neues kennenzulernen. Wie schwanger trage ich meine Reiseziele ,in meinem Bauch, mit mir herum. Geniesserisch hocke ich in den Buchhandlungen u. wühle in der entsprechenden Literatur. In aller Ruhe, es kann Jahre dauern, reift so mein Ziel heran. So schleppe ich ,schon einige Zeit: Japan, mit mir herum. Ihr dachtet immer es sei eine angefutterte Wampe- Nee,Nee. Plötzlich, nicht ganz unerwartet wird gepackt, kein schwarzer Kofffer- hi,hi meiner ist silberfarbend verbeult u. verfügt nur über 2 Räder, da er mich schon sehr lange begleitet.So gerüstet erlaube ich mir eine luxuriöse Anreise- ich stehe dazu, denn so krabbele ich ausgeruht aus dem Flieger u.kann sofort alle fremden Eindrücke mit Freude einsaugen.Gerne würde, auch ich mich, in Zeitlupe meinem Ziel nähern, aber als „Arbeitsbiene“ erlaubt es die Zeit nicht.

    Antworten
  15. Ja, liebes Tantchen, luxuriös anzureisen halte ich auch für sehr wichtig. Wenn man nur begrenzte Zeit hat, was ja fast immer der Fall ist, dann ist die Anreise und somit das Ankommen besonders wichtig. Außerdem ist eine luxuriöse Anreise oft nur minimal teurer als mit Billigflieger wie RyanAir. Ich bemerke es immer wieder, wenn ich von mir z.B. nach Berlin reise, dass mit dem Gepäck, Erreichen des RyanAir-Flugplatzes, Kreditkartengebühr etc. ich billiger wegkomme, KLM-Linienflug z.B. zu reisen, was schon weitaus angenehmer ist – größerer Beinplatz, menschenwürdiges Einchecken, Zeitung und einen kleinen Snack mit Getränk. Ferner liegen zumeist die Flugzeiten weitaus günstiger und mit KLM und SAS, Linien, die ich häufiger benutze, hatte ich noch nie Stress. Bei Fernreisen ist das natürlich noch einmal etwas ganz anderes. Da zahlt sich der höhere Flugpreis stets aus, meine ich. Ich kann dein Argument bestens verstehen besonders in deinem Fall, wenn du nach China, Bhutan oder Japan fliegst. Da würde ich auch niemals einen Billigflieger nehmen, der nur etwas für ganz junge Leute oder Masochisten ist.
    Ganz liebe Grüße nach Köln von der Berliner Klinik
    Klausbernd

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