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Der Berg ruft

Veröffentlicht am

Das Allerwichtigste beim Bergsteigen ist, dass man lange lebt.
Luis Trenker

„Jeder kann, wenn er will“ – Luis Trenker

Welch dichter Schneefall. Klar, Dina und ich befinden uns in den Alpen über eintausend Meter hoch. Da wir nicht das rechte Schuhwerk dabei haben, ist heute Lese- und Guck-Tag. Was sieht man in den Alpen? Richtig geraten: Luis Trenkers Klassiker „Der Berg ruft“ (den man sich bei youtube kostenlos in voller Länge betrachten kann). Oh dear, jetzt wird so mancher die Nase rümpfen, da Trenker zuerst ein Liebling Hitlers war, dann in Ungnade fiel, sich aber immer wieder mit den Faschisten zu arrangieren suchte. Die beiden großen Bergsteiger Luis Trenker und Heinrich Harrer waren wohl weniger vom Typ des bösen Faschisten als halbnaive Bergburschen. Stopp! Bei Trenker stimmt das nicht so ganz, ihn würde ich eher als aalglatten Opportunisten bezeichnen.

Ich hatte „Der Berg ruft“ nie zuvor gesehen, obwohl ich als Kind öfter Trenkers Sendungen im Fernsehen “Als ich noch ein Bergbauernbub war“ gebannt folgte. Trenker war ein witziger Erzähler, der mit genialem Schwung seine geliebte Bergwelt verherrlichte. Heute ist mir die glitzeräugige Sicht abhandengekommen. Unwillkürlich vergleiche ich Trenkers Film mit Leni Riefenstahls „SOS Eisberg“. Ich ziehe Trenkers Film vor, da er einem spannenden Skript folgt, das den Kampf um die Erstbesteigung des Matterhorns schildert. Der italienische Bergsteiger Carrel und der britische Alpinist Whymper, zunächst Konkurrenten, befreunden und versprechen sich, gemeinsam das Matterhorn zu besteigen. Nun bricht ein Kampf zwischen Italien und der Schweiz aus. Von welcher Seite soll der Berg bestiegen werden? Whymper entscheidet sich für die leichtere Route von Zermatt aus, was Carrel jedoch in große Bedrängnis bringt, da er in seinem italienischen Dorf geächtet wird, weil er den Aufstieg von Zermatt aus mit Whymper wagen will. Es geht bereits Mitte des 19. Jh. um das große Geld, das mit dem Bergtourismus zu machen ist. Der Ort, von dem die Erstbesteigung gelingt, wird das Rennen machen. Und wo viel Geld im Spiel ist, da lauert die Intrige, die der Film spannend schildert. Whymper gelingt 1865 die Erstbesteigung des Matterhorns (die als letzte glorreiche alpinistische Leistung in den Alpen angesehen wird), bei dessen Abstieg jedoch das Seil reißt und vier seiner Bergkameraden in den Tod stürzen. Es folgt ein Prozess darum, ob das Seil gerissen ist oder Whymper es durchschnitt, um sich zu retten. In dramatischer Alleinbesteigung holt Carrel das gerissene Seil und stellt so Whympers Bergsteigerehre wieder her.

Das alles präsentiert Trenker, der Carrel spielte und die Regie führte, mit grandiosen Bergaufnahmen und Einstellungen vom Klettern, bei dem einem schon beim Zusehen schwindelig werden kann. Wenn bei Riefenstahl, die etwa zur gleichen Zeit filmte, der Stil der Fotografie besticht, der für viele den Anstoß für die moderne Werbefotografie gab, finde ich bei Trenkers Film das Plot-Design geradezu modern. Clever werden Spannungsbögen konstruiert, die mich gepackt haben. Das Vorbild für Trenkers Drehbuch bot der Tatsachenroman von Carl Haensel über diese dramatische Erstbesteigung des Matterhorns.

Ja, so blieben Dina und ich im Tal und bekamen im gemütlichen Hotelzimmer Bergsteigerromantik vom Feinsten mit. Wenn ich allerdings die Kleidung der damaligen Bergsteiger im Film betrachte, wären wir – bis auf die Schuhe – nicht so schlecht ausgerüstet gewesen. Das High-Tech-Bergsteigen war damals noch fern. Carrel und Whymper ähnelten eher den Free-Climbern, aber Free-Climbern in einer Art Harris-Tweed-Jacke über weißem Hemd und mit Hut. Ja, so einen feschen Hut mit Adlerflaumfeder hätte ich auch nicht gehabt😉

Und jetzt verschwinden wir in die Sauna, wo auch eine Luis-Trenker-Infrarot-Kabine auf uns wartet, deren Türgriff einem alten Ski nachgeahmt ist. Danach schaue ich mir die Luis-Trenker-Edition an, Cordhosen und Lifestyle-Produkte vom Feinsten für die, die im Tal bleiben. Ob ich mir so ein Der-Berg-ruft-Shirt kaufen sollte? Heute im Angebot.

Liebe Grüße aus den Alpen von
Klausbernd

Herzlichen Dank an Dina für die Fotos🙂

Über Klausbernd

Autor (fiction & non-fiction), Diplompsychologe (Spezialist für Symbolik, speziell Traum- und Farbsymbolik)

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  1. Hei lieber Klausbernd,

    die Berge scheinen gut Dir zu tun, Du siehst sehr gut schon erholt aus!🙂
    Dieser Trenker ist ein fescher Mann, ich habe niemals von ihm gehört. Jetzt hast Du mir neugierig gemacht. Ist der Film in „Alpendeutsch“? Ich verstehe das nicht.

    Liebe Grüße an dich und Dina und die Buchfeen
    Buchdame

    Antworten
    • Liebe Annalena,
      schön, von dir zu lesen! Ja, mir geht`s wieder gut🙂 Dank Dinas Pflege und der Alpenluft. Im Film wird weitgehend in einer Art gefärbten Hochdeutsch gesprochen, das du sicher verstehen wirst – vielleicht benötigst du ein wenig Einhören.
      Liebe Grüße aus dem Berliner Gartenhäuschen ins schöne Stockholm
      Klausbernd

      Antworten
  2. Bei Trenker kommen spontan die Kindheitserinnerungen. Mit Opa die Alpen-Filme geschaut. Lange ist es her😉
    Liebe Grüße in die Alpen
    magdalena

    Antworten
    • Liebe Magdalena,
      ja, diese Alpenfilme … Wir hatten nie ein TV in unserer Familie, aber bei Tante Mimi gingen meine Schwester und ich Luis Trenkers Alpenfilme und Graf Luckners Seeabenteuer schauen. Trenker und Luckner, die beiden konnten doch mitreißend erzählen. Beim Seeteufel kam noch hinzu, dass er zu Beginn seiner Sendungen ein Hamburger Telefonbuch zerriss, das hat mir mächtig imponiert.
      Liebe Grüße von den immer noch tief verscheiten Alpen
      Klausbernd
      Ich finde das mit dem vielen Schnee ganz, ganz aufregend, da in Norfolk fast nie Schnee fällt und ich den Winter doch so liebe.

      Antworten
  3. lieber Klausbernd, ein herzliches Danke für diesen Artikel und herzlichen Dank auch an Dina, für die feinen Bergfotos…
    Nun muss ich natürlich anführen, dass Frau Riefenstahl mindestens genauso zu kritisieren ist, wie Herr Trenker. Auch sie war Zurzeit des 3. Reichs regimetreu… ich erinnere an die schönen Körper mit gesundem Geist…

    wie auch immer noch- auch ich sah als Kind Luis Trenker, mochte aber seine Sprache nicht, auch ich sah in sehr jungen Jahren Fotografien von Frau Riefenstahl und war fasziniert. Alles andere erfuhr ich später und dann ist es wieder die Frage: schmälert die politische Gesinnung die Kunst? Ich find ja schon… weil ich finde, dass man gerade als KünstlerIn auch eine politische Verantwortung hat. Nun kann ich natürlich keinem Künstler und keiner Künstlerin ihre politische Gesinnung vorschreiben, aber ich kann sie, wenn ich es denn weiss, ignorieren…

    eine weiterhin gute Erholung und viele sonnige Tage in den Bergen, bei uns schien sie heute wieder und ließ den Schnee schmelzen🙂

    ganz liebe Grüße an euch vier
    Frau Blau

    Antworten
    • Liebe Frau Blau,
      natürlich hast du recht, Leni Riefenstahl war gar eine Freundin von Hitler. Ich sehe das ein wenig so wie bei Knut Hamsun, ihre hoch stilisierte Fotografie gefällt mir und sie hat die spätere Werbefotografie sehr beeinflusst. Ihre Gesinnung lehne ich ab. Leni Riefenstahl hat später ihre Hitler-Verbindung stets heruntergespielt. Es ist ein Problem bei der Betrachtung der Künstler vor und während des Faschismus, die meisten haben entweder (opportunistisch) mitgespielt oder waren Kommunisten, die auswanderten. Auf jeden Fall war die künstlerische Szene weitaus politisierter als heute. Es stellt sich die alte Frage, kann bzw. soll man Werk und Person trennen? Ich glaube, dass bisweilen zumindest diese Trennung gerechtfertigt ist. Nehmen mir einmal ein harmloses Beispiel: Eines der großen Ekel in der Literaturgeschichte war H.C. Andersen, aber sollten wir deswegen seine Kunstmärchen nicht lesen? Ähnlich fürchterlich (und mit Andersen vergleichbar) war der Maler Turner, dessen Bilder ich jedoch liebe.
      Aber zurück zu Trenker, ich finde nicht, dass er in seinen Bergfilmen in irgendeiner Weise den Faschismus verherrlicht, wie auch Hamsun (siehe meinen Beitrag auf diesem Blog dazu) in seiner Literatur nicht faschistisch ist.
      Soll man das Werk und den Künstler trennen? Ich neige dazu. Mein Argument: Der Künstler schafft ein Artefakt, das aber erst durch den Rezipienten zum ästhetischen Objekt wird. An Nietzsche und teilweise auch Wagner zeigt sich deutlich das Problem der Rezeption (wobei freilich bei Nietzsche die Verfälschung seines Nachlasses durch seine faschistische Schwester hinzukommt).
      Wie seht ihr anderen denn dieses Problem? Das würde mich wirklich interessieren, da es mir schwer fällt, hierzu eindeutig Stellung zu nehmen.
      Ganz liebe Grüße aus den winterlichen Alpen
      Klausbernd
      und dir, liebe Frau Blau, wünsche ich schnelle gute Besserung.

      Antworten
      • Erst vor kurzem war ich zum ersten mal in einer Wagneroper, Walküre. Mit sehr gemischten Gefühlen und prüfendem Blick. Ich war einfach begeistert.
        Letzten Sonntag gaben sie die „Fortsetzung“, den „Siegfried“, ich höre die tönenden Hörner immernoch….das war toll, was auch an unserem wunderbaren Orchester lag.
        Die Symbolik, die Charaktere, die ganze Inszenierung, im warsten Sinne des Wortes: Sagenhaft!!!!!
        Zwischendurch fragte ich mich schon, was bei diesem kranken Hitler wohl schief gelaufen ist, dass er aus so einem Werk Bestätigung für seine mörderische Ideologie „heraushören“ konnte. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?!
        Über das oben erwähnte Problem denke ich heute Nacht mal nach. Bisher denke ich nur, dass wir hoffen können, nicht hinterher auch erkennen zu müssen, im politischen Nebel blind herumgetapst zu sein.
        Schaue noch etwas in die verschneiten weißen Landschaften, schöner als der Sandysnowstorm………..
        jetzt ist auch noch die Bounty gesunken…….

      • Liebe Pia, wir sehen uns Morgen. Inzwischen sind Dina und ich in Augsburg auf den Spuren Brechts unterwegs, dessen Bücher verbrannt wurden und er als „undeutsch“ ausgebürgert wurde. Brecht konnte Wagner nicht leiden, seiner Musik stellte er Weills und Eislers Misuk entgegen.
        Also dann bis Morgen.
        Liebe Grüße von Dina und Klausbernd

      • Dieter Wunderlich hat heute, aus aktuellem Anlass ganz passend,🙂 eine feine Buchvorstellung auf seinem Blog:“Riefenstahl“ von Jürgen Trimborn.

        Auszüge:

        …Jürgen Trimborn wundert sich darüber, wie unreflektiert und undifferenziert in der Öffentlichkeit über Leni Riefenstahl geurteilt wird.

        Unter dem Titel „Riefenstahl. Eine deutsche Karriere“ legt Jürgen Trimborn eine ebenso kritische wie sachliche Biografie vor, in der er akribisch Unwahrheiten in den Legenden über Leni Riefenstahl aufdeckt. Er weist auf Widersprüche hin und vergleicht Angaben in verschiedenen Quellen.

        Beispielsweise fand er heraus, dass Leni Riefenstahl unmittelbar nach Kriegsbeginn im September 1939 nicht für die Wehrmacht in Polen drehte, sondern andere Aufgaben hatte und vermutlich im Auftrag Hitlers einen zusammenfassenden Dokumentarfilm über den „Blitzkrieg“ in Polen plante, der dann nicht zustande kam, weil es unmöglich war, unter Kriegsbedingungen Aufnahmen zu drehen, die ihren hohen künstlerischen Ansprüchen genügten.

        Mehr:
        http://www.dieterwunderlich.de/Trimborn-Riefenstahl.

        Liebe Grüße nach Polen und sonstwo🙂
        Dina

    • Liebe Carin,
      ich bin Dina auch dankbar für diese großartigen Fotos.
      Die verschneite Bergwelt ist hier an der Grenze von Deutschland zu Österreich atemberaubend. Ich bin nie zuvor hier gewesen und wundere mich kindlich😉
      Liebe Grüße zu dir in die nördlichste Ecke Europas
      Klausbernd

      Antworten
  4. Klasse Fotos Dina, danke Klausbernd fürs Erzählen. Ja der Luis Trenker…🙂

    Eine feine Zeit euch!

    Marion

    Antworten
  5. Da zappeln die Wanderschuhe unruhig in der Abstellkammer …

    Antworten
    • Lieber Jarg,
      wer hätt`s gewusst, dass hier feinster Winter ist? Das darf ich meinen Wanderstiefeln gar nicht sagen, sonst rollt sich bei denen vor Wut die Sohle auf.
      Ganz liebe Grüße dir
      Klausbernd
      Dina und ich waren heute Morgen in Schloss Elmau, wo Loriot abzusteigen pflegte. Dieses Edelhotel versucht, eine literarische Tradition zu beschwören, die es eigentlich dort nicht gab – die Schriftsteller, die dort abstiegen, kennt niemand außer der Hotelleitung, aber dafür ist das Personal hochnäsiger als die Gäste.

      Antworten
      • Ach Winter, ganz egal. So ein rechter Wanderstiefel lässt sich doch vom Schnee nicht schrecken, stapft munter hinan in bergige Höhen und zeigt dem hochnäsigen Hotelpersonal kalt die eisverkrustete Hacke😉
        Liebe Grüsse von Jarg

  6. Thanks for the images of snow covered peaks. I don’t get to see them that often where I live but love the sense of wildness they portray.

    Antworten
    • Well, I usually don`t see any mountains as well living at the North-Sea in Norfolk where the highest „mountain“ is about 150 m high. You are right these mountains are wild indeed, a little bit frightning too.
      Thanks for visiting, have a fine day
      Dina and Klausbernd

      Antworten
  7. Lieber Klausbernd

    Da werden auch bei mir Erinnerungen wach. Als Kind hat mich die politische Seite von Luis Trenker nicht interessiert, ich sass nur gebannt vor dem Fernseher und lauschte fasziniert seinen spannenden Geschichten und noch immer ist mir seine Stimme in den Ohren, wenn er anfing:“Servus die Madln, servus die Buen“. Die meisten Filme habe ich mir als Jugendliche reingezogen, dass man den ganzen Film „Der Berg ruft“ auf Youtube gucken kann, toll. Danke für den Hinweis und vielen Dank für die wundervolle, viel zu früh verschneite Bergwelt.

    Antworten
    • Dankeschön!🙂
      Als gebürtiger fast-Kölner hat mich Trenkers Oberdeutsch auch fasziniert, schon allein, weil`s so ganz anders war. Meine Mutter sah allerdings meine Trenker-Begeisterung gar nicht gern, da sie als junges Mädchen im antifaschistischen Widerstand aktiv gewesen war. Aber das machte uns als Kinder nichts. Ingeborg (meine Mutter) hingegegen pries uns immer den doch politisch korrekteren Seeteufel Graf Luckner an.
      Ganz liebe Grüße aus der Winterwelt
      Klausbernd

      Antworten
  8. Redepenning-Meyer

    Hallo lieber Klausbernd, vielen lieben Dank für Deine stets interessanten Blogs. Heute möchte ich mich doch zu Deiner Frage ob Kunst und politische Gesinnung zu trennen ist äu ßern. Auch ich finde man kann und ich möchte es auch trennen, denn wenn ich bei jedem Foto oder Kunstwerk die politische Gesinnung hinterfragen sollte, würde ich doch das Kunstwerk nicht mehr für mich objektiv beurteilen können. Und ist es nicht auch die Frage aus welchem Gefühl heraus der Künstler sein Werk geschaffen hat. Ist es nicht auch oft eine Momentaufnahme ohne politische Position? Es grüßt Dich herzlich aus Hamburg , ohne Schnee Ute (Redepenning- Meyer ) Ich hoffe, Du erinnerst Dich noch .

    Antworten
    • Liebe Ute,
      na klar erinnere ich mich an dich und herzlichen Dank für dein Lob🙂
      Danke für deinen Kommentar. Ich neige auch deiner Meinung zu, zumal ich bei vielen Künstlern gar nicht deren Biografie und/oder politische Einstellung kenne. Es kommt hauptsächlich darauf an, was das Kunstwerk aussagt.
      Huch, entschuldige, ich muss jetzt weg (trotz Ferien, die Morgen leider erstmal vorbei sind).
      Ganz liebe Grüße aus dem Glitzerschnee
      Klausbernd

      Antworten
      • ich antworte jetzt mal hier, obwohl ich eigentlich etwas weiter nach oben wandern müsste… und … ich seufze … wusste ich, dass Turner ein Ekel war? NEIN! Wusstest du, dass Heinz Rühmann in Wirklichkeit ein ungenießbarer Knötterer war? Es stimmt schon, auch ich habe als Kind Heinz Rühmann Filme geliebt und vieles, was sich später als nicht ganz politisch korrekt herausstellte. Auch ich kann Kunst und Künstler trennen und manche ignoriere ich eben.
        Und ich gebe zu, dass es ein schwieriges Thema ist. Zumal wir meist die betreffenden KünstlerInnen gar nicht mehr dazu befragen können. Auch bleibt es ja immer wieder fraglich wie ich mich in diesen Zeiten verhalten hätte. Wäre ich wirklich Heroin genug gewesen, um in den Widerstand zu gehen? Ich wäre wohl auch ausgewandert …
        wie auch immer noch ich wollte in keinster Weise deinen Artikel schmälern, aber ich wollte gerne benennen und Fragen in den Raum stellen. Ich finde es nämlich schon interessant was andere dazu denken. Und wie ich jetzt feststellen konnte, neigen die meisten zur Trennung oder beziehen sich eben nur auf die Bilder und den Artikel, was auch in Ordnung ist!

        gaaaanz herzliche Grüße
        aus grün-weiß gestreiftem Land

        Frau Blau

      • Nein, nein, liebe Frau Blau,
        ich habe das keineswegs als Schmälerung meines Artikels gesehen. Ganz im Gegenteil, ich finde das eine Frage, die doch gar nicht so leicht zu beantworten ist, ob und wie man Künstler und Kunstwerk trennen kann. Ich bin dir dankbar dafür, dass du diese Frage angesprochen hast, die doch bei allen deutsch- und italienischsprachigen Autoren ansteht, die zwischen 1925 und 1945 produzierten.
        Liebe Grüße, huch ich muss jetzt packen, Morgens geht`s gen Norden,
        Dina und Klausbernd
        Geht`s dir besser? Ich hoffe doch. Ganz fest halte ich dir die Daumen.

      • Lieber Klausbernd, danke der Nachfrage, JA es geht mir viiiiel besser! Dank der Homöopathie meiner Freundin aus HH und dank eineinhalb Wochen freier Zeit, die ich vornehmlich faul und genussvoll verbracht habe …

        Vielleicht lässt sich diese Frage auch nicht allgemein gültig beantworten, gerade las ich bei Martin Häusler einen Kommentar von Haushundhirschs, aufgrund des gezeigten Plakats von Picasso für Stalin, dass Picasso der unpolitischste Mensch überhaupt gewesen sein soll – nun ja, mag sein, aber ich dachte dann, man kann ja auch Aufträge ablehnen – wie auch immer noch, nehme ich die Strenge, die sich hier zeigt, zu mir und lasse die Kunst sprechen –

        gute Reise in den Norden und liebe Grüße an euch Vier
        Frau Blau

      • Heute waren wir im Geburtshaus des politisch bewussten Bert Brecht. Wenn Siri und Selma nicht vorgeflattert wären, hätten wir es nie gefunden.
        Toll, dass es dir besser geht🙂 Weiter so😉 Siri und Selma senden dir heilenden Feenhauch und Dina und ich dir weiter gute Besserung.
        Ganz liebe Grüße aus Augsburg
        Dina und Klausbernd, Siri und Selma, die munteren Buchfeen

  9. Ich bin ja mal gespannt, wann es bei uns das erste mal schneit. Dann werden auch definitiv Bilder gemacht.
    LG

    Antworten
  10. Der Film zum Urlaub, das ist mal ein lustiges Konzept, lieber Klausbernd : ) Ich probiere das manchmal mit passender Literatur zum Urlaub, also französische Autoren in Frankreich lesen. Oder „The Waves“ lesen mit Blick aufs Meer.
    Die heutige Bergsteigerkleidung ist ja vielleicht praktischer als die einstige, witzig finde ich jedoch, dass sich viele Stadtmenschen beim Bummeln durch die City ebenfalls gewanden, als wollten sie gleich anschließend noch ein paar Berge erklimmen. Ich habe keine einzige „Funtkionsklamotte“ (ich will auch keine Berge besteigen), aber spazieren, sogar in der Natur, geht ja auch in normalen Kleidungsstücken. Viel Spaß noch & liebe Grüße an euch alle, Petra

    Antworten
    • Guten Abend, liebe Petra,
      also mit diesen Klamotten, da gibt`s schon Absurditäten. Gestern sah ich in Mittenwald einen Mann in Lederhosen mit Bayern-Wams, einer großen Tasche mit Union-Jack und er rief nach seinen Kindern im breitesten Sächsisch – Sachen gibt`s.
      Ganz liebe Grüße
      Dina und Klausbernd

      Antworten
  11. Was für schöne Bilder, da bekomme ich sofort Sehnsucht nach den Bergen und das Klettern.

    Antworten
    • Hi liebe Susanne,
      bist du Bergsteigerin?
      Danke für deinen Kommentar.
      Bis bald. Dina und ich fahren Morgen noch nach Augsburg und dann müssen wir beide wieder im Flachland arbeiten. Aber in zwei Wochen fahren wir noch einmal in eine literarisch sehr besetzte Gegend, nämlich nach Dublin, wo wir beide meinen Geburtstag feiern und Ende November geht`s nach Hause ans Meer zurück.
      Einen schönen Abend noch.
      Ganz liebe Grüße von Dina und Klausbernd

      Antworten
      • Hi Dina und Klausbernd,

        ich war eine begeisterte Kletterin und Bergsteigerin.
        Mein Traum war die Watzmann Ostwand. Ich habe dafür fleißig bei uns in Berlin im Alpenverein trainiert. Das hört sich lustig an, oder?
        Wie ein Fisch auf dem trockenen.
        Wir haben hier künstlische Felsen. Am liebsten mag ich den, der zwischen den Gleisen Bahnhof Gesundbrunnen steht. Wenn du oben bist, kannst du über Berlin Mitte schauen.
        Geklettert bin ich an der Ardeche wie in den Alpen, dort bin ich die Alpspitze hoch geklettert, aber das ist ja keine Kunst, überall Haken und Leitern.

        Dublin ist ja auch toll, das steht noch ganz oben auf meiner Wunschliste. Da muss man doch sofort an Joyce denken. Ich wünsche euch eine schöne Geburtstagsfeier, viel Spaß, ich freue mich auf eure Fotos, die ihr bestimmt zeigen werdet und eure Berichte dazu.

        Liebe Grüße aus Berlin sendet euch Susanne

      • Liebe Susanne,
        wow, du Berliner Kletterin, I am impressed. Ich glaube, ich hätte zu viel Angst. Und witzig von Augsburg, wo wir auf Brechts Spuren wandeln werden, geht`s nämlich nach Berlin, wo ich zwei Vorträge und ein Seminar abhalten werde und dann geht`s, husch husch, von Berlin nach Dublin. Klar, werden Dina und ich auf Joyces Spuren wandeln und davon berichten.
        Puh, aber jetzt muss ich packen und dieses märchenhafte, im Mondschein glitzernde Schneeland verlassen.
        Bis dann.
        Ganz liebe Grüße von Dina und mir
        Klausbernd

      • Wann seit ihr in Berlin? Was für einen Vortrag hälst du?

      • Liebe Susanne,
        liebe Grüße aus Augsburg.
        Ich werde am 2.11. in Berlin ankommen, aber wahrscheinlich bei meinem Freund Gerrit bis 6.11. in Eisenhüttenstadt sein. Meine Veranstaltungen:
        Vorträge zum Thema Traum
        08.11. Berg.Link, Prenzlauer Berg
        09.11. Buchhandlung Daulat, Steglitz
        Tages-Workshop Traum und Farbe
        10.11. Info & Anmeldung: Christine Ackermann, praxis@ener-chi-med.de, 0172 3162491 (in Berlin-Steglitz)
        Genauere Infos hier: http://ganzheitlichschlafen.wordpress.com/2012/10/23/traum-und-farbe-vortrag-und-workshop-mit-klausbernd-vollmar-8-11-november-2012-in-berlin/
        Es wäre schön, dich zu treffen.
        Ganz liebe Grüße aus Brechts Geburtsstadt, wo er die ersten 22 Jahre seines Lebend wohnte
        von Dina, Klausbernd und unseren beiden Buchfeen Siri und Selna

      • Ich habe es erstmal aufgeschrieben, so ganz passen die Termine nicht, aber ich schaue mal, was geht. Ich hatte den Blogbeitrag dazu auch schon gelesen, glaube ich …

  12. „Der Berge Ruft“ is a great movie. Maybe Trenker was a favorite of Hitler, but the fact remains that he was a great director, and a great ambassador of the mountain culture of that time.
    Greetings from the Alps above Lake of Como!🙂

    Antworten
    • You are right, Trenker was indeed a great director for movies covering the world of the mountains.
      Greetings to Lake Como. I will leave the Alps tomorrow for the north going to Augsburg the birth place of Bert Brecht and that will be end of Dinas and my literary journey through Bavaria.
      All the best
      Klausbernd

      Antworten
  13. Eine schöne und sehr gelungene Zusammenarbeit, die Euren Artikel hier ausmacht!
    Und während des Schauens und Lesens erinnere ich mich an die Sonntagnachmittage meiner Kindheit und Jugendzeit, in der ich gebannt auf den Fernseher starrte und vermutlich keine Ahnung von der Schönheit der Bilder und noch weniger von der politischen Vergangenheit der Schauspieler hatte.
    Vielleicht sollte ich mir den Film auf YouTube mal ansehen … jetzt, nach so langer Zeit.

    Und gab es sie wirklich? Die Luis-Trenker-Infrarot-Kabine? 😉
    Herrjeh …

    Liebe Grüße, mb

    Antworten
    • Lieber MB,
      echt, diese Infrarot-Kabine Luis Trenker gibt es wirklich, tja, man glaubt es kaum. Und übrigens das „Der-Berg-ruft-Shirt“ auch.
      Ganz liebe Grüße von Klausbernd, der Morgen mit Dina das Luis-Trenker-Land verlässt, um ins Brecht-Land nach Augsburg zu fahren.

      Antworten
  14. Ein sehr interessanter und guter post – und einige schöne fotos Dina gefangen hat…🙂

    Antworten
  15. Phantastische Bilder sind das ..da seid Ihr ja wirklich in den tiefsten Winter geraten! Auf Fotos seh ich das gern.. aber ansonsten zieht’s mich eher in warmes, flaches Land *g* (die Wüste fasziniert mich ohne Ende …)

    Hm, eine interessante Frage. Bis zu einem bestimmten Punkt kann ich das auf jeden Fall trennen und schließe mich da auch Pia an – aber wenn ich direkt wüßte, daß ein Künstler zugleich auch (Kapital-)Verbrechen begangen hat, dann könnte ich seine Kunst nicht mehr schätzen..weil sie ja auch eben diesem Geist entstammt..

    Da ich Luis Trenker nur dem Namen nach kenne, kann ich hier nicht mitreden .. Leni Riefenstahl – das ist wirklich sehr zweischneidig. Ihre Ästhetik gefällt mir auch .. ihre Nähe zu Hitler macht es wiederum problematisch .. Aber z. B. die oben Erwähnten, Wagner und Nietzsche – da sehe ich keinerlei Problem, weil es ja an der von dir genannten Rezeption liegt. Und Wagner ist unter den Komponisten nun einmal mein Favorit😉

    Ich wünsch Euch ein schönes Wochenende und lasse liebe Grüße hier,
    Ocean

    Antworten
    • Liebe Ocean,
      ja, die Trennung Kunst und Künstler – eine schwierige Frage. Kennst du Jean Genet, den Autor u.a. von „Die Zofen“ (der übringens auch auf seiner Flucht durch Europa nach Berlin kam)? Der hat ständig im Gefängnis gesessen oder war auf der Flucht, alles weitaus drastischer als bei Karl May. Sein Werk finde ich gelungen provokativ, den Menschen Genet würde ich wahrscheinlich ablehnen. Allerdings begann er kein Kapitalverbrechen. Der niederländische Krimiautor Otto Veenhoven beschreibt in seinem Roman „Sunny Home“ den Mord an seinem Stiefvater, den er selbst begangen hat. Ich habe allerdings diesen Roman nicht gelesen. Der Mord geschah 1955 und die Polizei vermutete wohl, dass er ein Serienmörder sein könne. Well …
      Ein rundum feines Wochenende dir, ganz liebe Grüße von
      Klausbernd aus dem Gartenhäuschen in Berlin
      Übrigens mag ich Wagner auch, hörte gerade eben beim Baden „Die Meistersinger von Nürnberg“ – allerdings sein etwas untypisches, geradezu teilweise konventionell melodisches Werk

      Antworten
  16. The Alps are absolutely breathtaking!

    Antworten
  17. danke für die bergfotos. sie geben mir richtig vorfreude auf meine diesjährige alpenüberquerung, bei der ich durchs unterengadin wandern werde. – gruß marie g.stein

    Antworten
  18. Pingback: Berge – Mountains | The World according to Dina

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