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Archiv des Autors: Dina

Gurdjieff On the Beach

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Gurdjieff On the Beach

The World according to Dina

Gurdjieff On the Beach
Gurdjieff am Strand

Ildolceniente_red
You wouldn’t believe it what heated arguments we had in our kitchen. Our dear Dina wanted us to praise the ’sweet idleness‚ whereas our Master thought this too tame. He preferred a ‚praise of laziness‚. His point is „Laziness is much more provocative!“ As they are still arguing we Bookfayries have to write now. It’s always on us, the poor little ones.  

Heijeijei, Krach gab’s hier, dass die Wände wackelten. Unsere liebe Dina wollte unbedingt ‚das süße Nichtstun‚ loben, Masterchen fand dies zu angepasst, er wollte ein ‚Lob der Faulheit‚ schreiben. „Faulheit ist provokanter!„, argumentierte er.
Da die beiden noch immer argumentieren, müssen wir Kleinfeinfeen wieder schreiben. Immer trifft’s die Kleinsten. Voll gemein!

I, Siri Bookfayrie, was searching quotes praising laziness or idleness. What a hard work and all in vain. Laziness like idleness…

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Happy Birthday, dear Master!

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Pssss, großes Kleingeheimnis, gleich ist es so weit!  In ein paar Minuten  werden wir, Siri & Selma mit Dina, unser Masterchen feiern. Masterchen sitzt nebenan und arbeitet mit den Buntstiften an einem großen Entwurf für den gemeinsamen Blog, wir müssen jetzt ganz leise sein …

Please, don’t tell our Master about this. Not quite yet, anyway! His birthday is just around the corner. And guess what? We have prepared a surprise for him. He’s next door working on a draft for the new appearance on our co-blog with Dina, this is all so exciting!

DSC_0045_klein Foto: Hanne Siebers

Dina hat den Champagner kalt gestellt, wir haben viele Kerzen angezündet und noch mehr selbstgebastelte Geschenke fein verpackt. Masterchen liiiiiiebt Geheimnisse dieser Art. Andere Geheimnisse mag er gar nicht, das wissen wir ganz genau.

Master is generally not fond of secrets, but we know he loves surprises like this. We have lot of surprises all nicely wrapped. We can’t wait to see his big smiles. 🙂
By the way, have you seen what we look like when we stroll along behind our dear Master? Selma, Dina and Siri, all in one row giving the Birthdayman massive support:

Birthday_Hanne Siebers

Sehen wir nicht gut aus, wie wir hinter  Masterchen marschieren? 🙂
Dicht hinter Masterchen geht Selmakleinfeinfee. Sie hat das Ganze organisiert, sie ist Spezialistin für kleine und große Feiern. Hinter Selma tapst Dinafee, sie liebt Überraschungen. Sirikleinfeinfee geht hinten und passt auf das, dass alles ein feenfeines Ende bekommt.

DSC_0819_klein_Foto:Hanne SiebersHappy  Birthday, dear Master!

Ha en fin dag!

Best wishes!

Deine Groß- und Kleinfeinfeen Siri & Selma und Dina

Oh dear, it’s almost midnight, time to get our Master. Oh, es ist bald Mitternacht, tschüüüüüß! – wir müssen Masterchen holen!

Newton`s Bridge, Cambridge

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We build too many walls and not enough bridges.
Sir Isaac Newton

Newtons Brücke ist schon eine Kuriosität, denn wirklich alles, was der Volksmund über sie sagt, ist falsch.

Newton`s bridge is a curiosity, indeed. Everything that`s told about it is wrong.

So wie Seemannsgarn gesponnen wird, gibt es auch Wissenschaftlergarn.
Man erzählt dem beflissenen Touristen in Cambridge (4 Millionen jährlich), diese Brücke sei ursprünglich von Sir Isaac Newton entworfen und gebaut worden, völlig ohne Schrauben und Nägel, weil sie durch ihr eigenes Gegengewicht hält. Falsch!  Die Brücke wurde 1749 – da ruhte Newton bereits 22 Jahre im Grab (und Goethe wurde gerade geboren) – von James Essex den Jüngeren (1722–1784) erbaut. Mit dieser Tat machte sich Essex unsterblich, der sonst längst vergessen worden wäre. Der Plan zu der Bücke stammte von William Etheridge (1709–1776), der ebenfalls durch diese Brücke unsterblich wurde. Zweimal wurde sie neu errichtet (1866 und 1905), jedoch stets nach den alten Entwürfen.
Noch kühneres Wissenschaftsgarn besagt gar, diese Brücke sei chinesischen Ursprungs. Ihre selbsttragende Form gehe auf bestimmte mathematische Formeln zurück, warum sie „Mathematical Bridge“ (Mathematische Brücke) genannt wird.
*
Scientist have their tales as well as sailors.
The interested tourist in Cambridge (4 millions every year) will hear the tale that this bridge was designed and built by Sir Isaac Newton. He did it without the use of bolts, nuts and nails to show it holds together just by its own weight. Wrong! This bridge was actually built by James Essex (1722-1776) 22 years after Newton`s death. That was the only achievement Essex is known for today. The design of that bridge was done by William Etheridge (1709-1776) who also had been forgotten if not for this famous bridge. But what you see on these pictures is not the original bridge because it was twice rebuild (in 1866 and 1905) but always following the original plans.
Another even more daring tale tells about a Chinese origin of that bridge. Its statics follows certain mathematical formulas and therefore it`s called the Mathematical Bridge. 

Die  Mathematical Bridge verbindet die ältere, zauberhafte Hälfte des Queens Colleges, von den Studenten „die dunkle Seite“ genannt, mit der neueren Hälfte, welche „die helle Seite“ genannt wird. Gern wird die Geschichte erzählt, wie die Studenten einst versuchten, die Brücke auseinanderzunehmen, um sie anschließend wieder zusammenzusetzen. Sie wollten beweisen, dass ihre geliebte Brücke – eines der meist fotografierten Motive in Cambridge – ohne Schrauben und Nägel halten würde. Jedoch weit gefehlt, sie mussten die Brückenteile mit dicken Metallschrauben verbinden, die jedem gleich ins Auge springen, der sie betritt.

The Mathematical Bridge connects the so called Dark Side of Queen`s College (very beautiful) with its Light Side (the modern part). The story goes that the students tried to destruct and rebuild this bridge to proove it would hold by its own weight. But they horribly failed and had to use strong bolts and nuts which everyone can notice today.

Neugierig wollten Dina und ich die Brücke betreten, um das alles zu betrachten. Das ist jedoch nicht so einfach, denn um in das College zu gelangen, mussten wir an einem Zerberus, genannt Pförtner, vorbei. So setzten wir unser klügstes Gesicht auf und schritten mit verklärtem Wissenschaftlerblick durch die Pforte, die Kamera im Rucksack versteckt. So entstanden einige dieser Fotos hier.

Dina and me were determined to walk across the Mathematical Bridge. Not that easy, we can tell, because you have to pass Cerberus the gatekeeper to get into Queen`s College. So we tried hard to look intellectual and passed him by with the looks of dedicated scientist. The camera was smuggled in Dina`s fancy backpack.

Newton ist der große Wissenschaftsheld in Cambridge. An seinem Ansehen kratze allerdings der sonst so coole Goethe, der 22 Jahre nach Newtons Tod geboren wurde. Er bekämpfte Sir Isaac geradezu hysterisch wegen seiner Ansichten zur Farbenlehre. Naja, auch Genies seien ihre Ausrutscher zugestanden. Es fällt jedoch an Newton auf, dass er zur Mythenbildung anregt. Die Geschichte von dem Apfel, der auf seinen edlen Kopf fiel und ihm nach dem Prinzip „leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhen die Denkfähigkeit“ auf die Gravitation brachte, habt ihr wahrscheinlich in der Schule gehört. Naja … Und diesen berühmtesten Apfelbaum der Welt kann man vor dem Trinity College bewundern, aber darüber in einem der nächsten Blogs von mir, in dem es um die erstaunliche Rolle des Apfels in der Wissenschaft gehen wird.

Opticks1

Originalmanuskriptseite aus „Opticks“.
An dieser hier dargestellten prismatischen Brechung und ihrer Erklärung entzündete sich Goethes Kritik an Newton.

Newton is great hero of science in Cambridge. But not a hero at all for the usually very distinguished German poet and scientist Goethe, born 22 years after Newton`s death. He was fighting hysterically this English genius because of his ideas of colour in „Opticks“ (1704). Well, even geniuses like Goethe have their weak spots. – But it stands out how many myths and tales are around about Newton. You all might have heard the story of the apple falling on Newton`s clever head and made him „invent“ gravitation. Well, this most famous apple tree is proudly presented by the Trinity College. But more about apples and scientists you can read in one of my next blogs. 

Bis dann und liebe Grüße von dem Ausflug nach Cambridge
Bye for now
Klausbernd
Herzlichen Dank an Dina für die Fotos xxx. Auf ihrem Blog könnt ihr noch mehr Bilder von dieser und anderen Brücken in Cambridge bewundern (das Foto der Manuskriptseite aus „Opticks“ stammt aus Wikipedia)
On Dina`s Blog you will find many more pictures of the beautiful bridges of Cambridge.

Hi folks, here are the Bookfayries Siri and Selma writing. We just found in Master`s library an old book we can recomment:
T. Selby Henry „Good Stories from Oxford and Cambridge“ (London 1918)
It`s little bit churchy but okay and fun to read.

Readers

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Da ich noch von meinem Unfall etwas schwach bin und mich mit Dina auf der deutschen Alpenstraße erhole, nur kurz aus dem Hotel zwei Zitate und von Dina zwei Collagen dazu.

And she is the reader
who browses the shelf
and looks for new worlds
but finds herself.

Laura Purdie Salas, BookSpeak!

I have a passion for teaching kids to become readers, to become comfortable with a book, not daunted. Books shouldn’t be daunting, they should be funny, exciting and wonderful; and learning to be a reader gives a terrific advantage.

Roald Dahl

Morgen werden wir nach Wertach/Allgäu fahren, wo W.G. Sebald geboren wurde, der dann speziell während seiner Zeit als Professor in Norwich zu großem Ruhm als Schriftsteller kam. Fühle ich mich gut, werde ich die Tage von unterwegs darüber bloggen. Aber, entschuldigung, zur Zeit genieße ich es, faul zu sein.

Ganz liebe Grüße von Klausbernd und Dina und seinen munteren Buchfeen Siri und Selma

Gute Besserung and get well soon!

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Der Master liegt im Krankenhaus und bei uns quillt die Mailbox über, soooo viele gute Wünsche von der Buchfeen-Community trudeln ein!

Master is sleeping in the hospital – what he hates – and our mailbox is exploding, so many good wishes of the Bookfayrie-Community are streaming in.

Wohin damit? Ins Krankenhaus tragen geht nicht, also habe wir uns kurzerhand beschlossen, die Genesungswünsche hier  abzulegen. Masterchen wird schon gucken, da sind wir sicher. Und da wird er sich sooo freuen 🙂

What to do? We cannot carry all those to the hospital – no way! So we decided to store them here right away. We are sure that our little Master will have a look immediately when he has escaped the hospital again. And he will be Happy with a big H.

Wir Buchfeen werden nicht krank, jedoch bei diesem Plingplingpling wäre es schon verlockend einen kleine Schwächeanfall vorzutäuschen! 😉

We Bookfayries are never ever getting ill – but listening to this incoming sound of all the messages we feel tempted to pretend a little illness at least 🙂

Ganz herzlichlieben Dank an euch alle. Aber – unter uns, pssst! – ehrlich gesagt, so eine Bruchoperation ist ja nichts Schlimmes, aber ein wenig nervös war Masterchen heute schon. Der kann manchmal ein Sensibelchen sein, auch wenn er es nicht so zeigt. Männer!

Thanks a lot, tack so mycket och tusen takk! Of course we know such an hernia surgery is nothing serious – but our poor Master has been a little nervous today, we can tell you, but he would never show. Well, men …

Lieben Dank für die überwältigende Aufmerksamkeit! Es macht so viel Spaß mit euch – und das ist wahrscheinlich das beste Heilungsmittel für ihn. Zum Wochenende wird er wohl wieder ins Berliner Gartenhäuschen kommen.

Thanks a lot for all the attention. It`s really fun und great blogging with you 🙂 These collages we produced together with Dina will surely be the best medicine when he will come back to this little magic house in the garden in Berlin.

Und wir hoffen, bald wieder lustig und fröhlich mit ihm bloggen zu können – blog, blog, blog 🙂

We very much hope blogging away with him soon 🙂

Ganz liebe Grüße
All the best to you all, take care
Eure Buchfeen Siri und Selma
Your Bookfayries Siri and Selma

Dina lässt auch lieb grüßen und bedankt sich ganz herzlich für all die liebe Post.

Greetings from Dina, too, and thanks a lot for your loving postings 🙂

P.S.

Kein Bild haben Tantchen, Pia, Christine für die steht das G, der Gravatar. Wir hoffen, wir haben niemanden vergessen? Sonst bitte melden und wir holen es nach, versprochen! 🙂 🙂

G stands for Tantchen from her little shop, Christine Gartenfee, and Pia the dancing Lady and everybody who has no gravatar-picture. If we have forgotten somebody, please, contact us.

Das gute Leben

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If you have a garden and a library, you have everything you need.
Cicero

„Wenn du einen Garten hast, geht’s dir gut“ sagt Selma Buch- und Gartenfee lachend 🙂 auf der Wiese Purzelbäume schlagend.

„Wenn du einen Garten hast, hast du immer gut zu tun“ meint der Master grinsend, die Gartenschere in der Hand haltend.

„Wenn du dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen.“ sagt Siri die Buchfee, Masters Archivarin, die gerade seine Bücher neu ordnet und mit einem Ratgeber über Baumschnitte unterm Arm etwas hilflos wirkt „wo soll denn der eigeordnet werden?“

Aber
„Bibliotheken rechnen sich nicht, aber sie zahlen sich aus.“  bemerken Siri und Selma etwas altklug – oder?

Mit lieben Grüßen aus dem sonnig heißen Garten, wo wir gerade die letzten Erdbeeren, Salate, Artischoken, Unmengen Petersilie und Oregano ernteten. Der Master ist schon wieder zu seinen Büchern geeilt, unansprechbar.

Da unten rechts seht ihr ihn in seinem Büro emsig arbeiten und sonst, naja, erzählt er den Leuten etwas, auch ein Teil seiner Arbeit. Seht, seht, da trägt er sogar sein Harris-Tweed-Jacket, so sehen wir ihn hier nie. Rechts oben präsentiert er sich als stolzer Besitzer seiner Bibliothek, naja, wenn Siri nicht helfen würde, sähe die anders aus, eher bücherstapelig …
„Ja, das Schreiben fluppt so richtig, nach einem Tag im Garten“, ist sein kurzer Kommentar und husch verschwindet er hinter dem Bildschirm.

Habt eine wunderschöne Woche voller fröhlicher Momente, das wünschen euch allen
Klausbernd und seinen beiden hilfreichen, liebklugen Buchfeen Siri & Selma 🙂 🙂 🙂

Lieben Dank an Dina von uns am Meer für die feinen Collagen!

Erdbeeren – die rote Verführung

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Foto: Hanne Siebers

Die rote Frucht so süß und rund gehört eindeutig in meinen Mund …

Masterchen, noch den Rest seines geliebten Quarkbrots kauend, eilt wütend zu meinen Erdbeeren, ehe die gierigen Vögel alle verzehren. Diese listigen Abkömmlinge der Saurier hüpfen doch glatt unter unsere kunstvoll angelegten Netze. Ein Skandal und das so früh am Sonntagmorgen! Die blöden Vögel sollten doch die gefräßigen Schnecken weckpicken und nicht die rot lockenden Früchte!

Masterchen erläuterte vorher, während er sein Quarkbrot mit einer würzigen Mischung aus meinem Kräutergarten garnierte, dass die roten Früchten als Symbol der Lust und der Verführung zur Sünde galten. Siri und ich finden dieses Thema äußerst reizvoll, doch Masterchen verweilte bei diesem Volksglauben, der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts verbreitet war, viel zu kurz. Er wandte sich glitzernden Auges gleich seinem Steckenpferd der Kunstgeschichte zu. „Wusstet ihr beiden, dass die Erdbeere neben dem Veilchen und Gänseblümchen zu den beliebtesten Motiven der mittelalterlichen Malerei zählt? Meist“, fuhr er nach einem Schluck seines abgekühlten Milchkaffees fort, „liegen Erdbeeren zu Füßen Marias oder eines dieser Heiligen.“
Meine schlaue Schwester Siri versuchte sogleich, vielleicht etwas zu flattrig, Masterchen wieder auf das spannende Thema der Sünde zurückzuführen. Mit entwaffnender Unschuld und großen blauen Augen hinter langen Feenwimpern fragte sie: „Ich las in einem deiner dicken Bücher, Masterchen, dass die Erdbeere im „Garten der Lüste“ von Hieronymus Bosch so gedeutet wird, dass die Menschen, die diese verzehren, sich in Bestien verwandeln. Was machen eigentlich Bestien?“

Und jetzt schweigt Masterchen verblüfft, stopft den Rest seines Quarkbrots in den Mund und rennt nicht gerade anmutig in den Garten, die Amseln und Drosseln zu verscheuchen. Er gibt eine wirklich gute Vogelscheuche ab – sorry, Master! Ich fliege ihm flattrig nach. Da habe ich doch meine geliebten, von meinen Fayrietalern selbst gekauften Erdbeerpflänzchen letztes Jahr im August eingepflanzt, sie gewässert und mit Brennnesseljauche gedüngt, im Frühjahr das Stroh unter den Pflanzen ausgelegt, was eine fiddelige Arbeit war, hab mit ihnen täglich in zarter Feensprache gesprochen und nun kommen diese gierigen Vögel.

Während ich noch durch den Wintergarten schwebe, ruft mir meine Schwester Siri aufgeregt hinterher: „Eigentlich ist die Symbolik der Erdbeere gar nicht so durchweg erotisch, wie der Master sagte. Dieses Christenvolk, das uns Feen in die Märchenbücher verbannte, sieht die Erdbeeren als Symbol für die Heiligen Drei Könige, die ihre Köpfe vor einem altklugen Baby beugen. Naja, das ist schon weit hergeholt, für verstiegener halte ich jedoch die Ansicht, dass die Erdbeerblüte diesen Jesus symbolisieren soll – naja, vieles kann Jesus symbolisieren … Als unschuldig weiß und zart würde ich den allerdings nicht sehen.“
Atemlos fährt mein Schwesterlein uns folgend fort, obwohl ich darauf brenne, mit Masterchen endlich meine Lieblingsfeenspeise zu ernten und mehr noch, meinen zarten Feenmund mit dieser saftigsüßen Frucht zu füllen. So leihe ich ihr nur mein halbes Feenohr, aus schwesterlicher Solidarität sozusagen. „Der Ovid auf Regalbrett fünf berichtet in seinen „Metamorphosen“, dass Erdbeeren die Speisen der Menschen irgendeines Goldenen Zeitalters waren, was in der Renaissance zur Speise im Paradies wurde. Böse wird die Erdbeere nach Ausgang des Mittelalters. Kennt ihr die berühmte Geschichte von Richard III., der dachte mit Erdbeeren vergiftet worden zu sein, als er nach dem Verzehr von ihnen einen Ausschlag bekam. Er ließ den Überbringer der Erdbeeren hinrichten.“

Wie kann ich mein belesenes, eifriges Schwesterlein bloß stoppen? Ich will Erdbeeren essen und zur leckeren Marmelade verarbeiten und nicht alles über die Erdbeeren wissen!
Ach, die armen Erdbeeren funken mir gerade SOS zu, der Boden ist feucht vom vielen Regen, ich muss dringend mehr Stroh besorgen und die vielen noch halbreifen Beeren neu betten. Siris Belehrung kann man nach der Erdbeerpflege und dem Erdbeergenuss ja noch nachholen – wenn`s unbedingt sein muss. Und vom Marmeladekochen weiß sie eh nichts, höchstens den Unterschied zwischen Jam, Jelly und Marmelade in der englischen Küche, ja, kennt ihr den? Unsere Besucher bekommen den Unterschied gebetsmühlenartig von meiner lieben Klugschwester vorgetragen, während sie ihr Eigenbrötler-Brot dick mit meiner Fayriekonfitüre bestreichen.

Siri, die kein Ohr für die Sprache meiner Beeren hat, fährt unbeirrt fort: „Ihr kennt wahrscheinlich nicht diesen Giraldi Cinzio, einen italienischen Professor der Beredsamkeit, aus dessen Werk sich Shakespeare schamlos bediente.“
Blöde Kuh, denke ich, die Masterchen durch Namedropping beeindrucken will!
„Dieser Cinzio lässt in seiner Novellensammlung „Hecatomithi“ Jago das Taschentuch der Desdemona stehlen, das mit Erdbeeren bestickt ist, um sie der Untreue zu überführen.“

Eh mein Schwesterlein, wie ich sie kenne, noch die naseweisen Autoren alter Kräuterbücher aufführt, die der Erdbeere Heilwirkung zusprachen wie Jacob Theodor im 16. Jahrhundert und sein Zeitgenosse Leonhard Fuchs und dagegen Hildegard von Bingens Einstellung stellt, welche die Erdbeere zu den Küchengiften zählte, da sie verschleimt, muss ich jetzt meinen armen Erdbeeren helfen und zwar sofort! Ich flattere ins Beet zum Master. Der rutscht gerade demütig auf seinen Knien herum, um die reifen Früchte vom Stroh zu befreien, auf dem sie aufliegen. Stroh ist gut gegen Verfaulen und es hält auch diese schleimigen Schnecken ab und gab dazu noch im Englischen der Frucht ihren Namen Strawberry.

Foto: Hanne Siebers

Als der rotklebrig süße Saft aus meinem Mund rinnt, schwärmt Masterchen beim Pflücken ganz versonnen für Ingmar Bergmans alten Film „Wilde Erdbeeren“, was Siri endlich verstummen lässt. „Der deutsche Titel“, erklärt er eine dicke Beere betrachtend, „ist nicht so beziehungsreich wie der schwedische Originaltitel. „Smultronställe“, was zwar wörtlich „der Platz der wilden Erdbeeren“ bedeutet, wird im modernen Schwedisch fast nur im übertragenen Sinn als der persönliche Ort, der locus amoenus als etwas ganz Besonderes, benutzt. Für uns als Kinder im ländlichen Schweden, war die Smultronställe unser geheimer Ort, den kein anderer betreten durfte.“
„Mein Erdbeerbeet ist also meine Smultronställe, obwohl“, fällt mir ein, „es ja keine wilden Erdbeeren sind.“
„Niemals!“, ruft meine Schwester laut. „Erstens sind Smultron keine Erbeeren, und zweitens beschreibt Smultronställe einen Platz, der schwer auffindbar ist, wie unser geheime Insel im Meer, draußen bei den Seehunden.“

 „Sagt mal, meine bestgeliebten Buchfeen,“ schlägt Masterchen vor, „wollen wir uns nicht heute Abend diesen teils surrealen Film über das Leben und die Traumwelten des Egoisten Isak Borg ansehen?“
Immer noch den Mund voll, nicke ich nur und betrachte die lustigen Erdbeerenfayries, die Masterchen schwach nur wahrnimmt und für die Buchfee Siri, mein Schwesterherz, blind ist – nicht ganz, sie kennt die Abbildungen dieser Feen aus ihrem Fayrielexikon.

Liebe Grüße vom kleinen Dorf am großen Meer aus meinem Erdbeerbeet von Selma, Buchfee 🙂

Meine Schwester SiriFee liest gerade abwesend, dass der schwedische Botaniker Linné fest davon überzeugt war, seine Gicht mit Erdbeeren kuriert zu haben. „Und“ murmelt sie vor sich hin, „dieser Wasser-Kneipp empfahl sogar den Aufguss von Erdbeerblättern“. Also ihr seht, sie ist heute zur Erdbeerforscherin geworden und gar nicht ansprechbar. Dennoch bin ich mir sicher, dass ich euch lieb von ihr grüßen soll.