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Masterchen privat

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Masterchen privat

„Schöne Kunst ist diejenige, die das hohe Ziel hat, die Menschheit zu veredeln, ihr das Schöne, Wahre, Erhabene zu zeigen, ihren Sinn für die Natur zu wecken, das Laster in seiner ganzen Hässlichkeit darzustellen mit einem Worte, den Menschen auf den Punkt zu erheben, für den ihn der Schöpfer bestimmt hat.“      Gottfried Keller

Der Master ist wieder unterwegs. Das ist eine gute Gelegenheit Euch meine Papierkorb-Bilder vom Master zu zeigen, bevor ich den endgültig leere. Oh, hoffentlich sieht Masterchen die nicht, aber der hat zum Glück gerade keine Netzverbindung. Diese Bilder hat er nämlich in einem narzisstischen Anfall zensiert, „bitte löschen!“
Ich frage mich jedoch: Was ist ein interessantes Bild? Auf jeden Fall muss das doch nicht „schön“ sein – oder? Und was macht denn überhaupt ein Bild schön? Und überhaupt, was ist schön?

Masterchen findet sich auf diesen Bildern gar nicht gut getroffen, wir sind da völlig anderer Meinung. „Schön, iiiih, das endet fast immer in starren Klischees“, meint Siri, „so etwas wie die gähnlangweiligen Illustriertenfotos oder schlimmer noch, jene gehübschten 08/15-Fotos der Bilddatenbanken, die bis zur Seelenlosigkeit bearbeitet sind.“

Aber ist Masterchen nicht wie jeder von uns: Er zensiert, was von seinem geschönten Selbstbild abweicht?

SiriFee empfindet das ganz anders: Schön ist das Ungewohnte, die Abweichung vom Erwartungshorizont – zugegeben, zu groß darf sie nicht sein, aber das ist sie doch bei diesen Bildern nicht – oder?

Ich habe Dina gefragt, was ein schönes Bild ausmacht. „Schön ist, was mir auf Anhieb gefällt. Das mögen Stimmungen, ungewöhnliche Kompositionen, Kontraste sein, wobei ein Bild auch „schön“ sein kann, einfach weil es schöne Erinnerungen abruft. So wie Tantchens Bilder in „Ferienzeit“.“
Siri meint – ungefragt (ja, meine Schwester ist oft vorlaut) -, dass „schön“ ein Feld-Wald-und-Wiesen-Wort sei, ein inhaltloses Adjektiv wie gut, nett, hübsch und erhaben zum Beispiel. Es sei ein Ausdruck, der bei Denkfaulen beliebt ist, erklärt sie mir, und setzt verschwörerisch grinsend hinzu „eigentlich kann man schön, gut und nett heute nur noch ironisch benutzen.“
Naja, das ist eben meine megakluge Schwester, aber wir „Normalen“ wissen doch ganz genau, ob wir ein Bild für schön oder hässlich halten. Erstaunlich ist, dass sich Mengen von klugdenkerischen Philosophen mit einer Definition von Schönheit herumplagten, mit der Hässlichkeit, die doch auch ihren Reiz hat, beschäftigte sich einzig Umberto Eco. In seiner bebilderten „Geschichte der Hässlichkeit“ stieß ich auf viele schön hässliche Bilöder. Da seid Ihr platt, nicht?!

Was meint Ihr denn, was ein Bild schön macht?

Liebe Grüße
Eure Selma BilderFee und Gruß von  Siri BuchFee und Dina

Leseratte trifft Bücherwurm

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Leseratte trifft Bücherwurm

Seid ihr auch so völlig gesättigt an Filme und Berichte über Eismänner und die Arktis? So richtig satt? Also Tantchen kann das Wort Eis nicht mehr hören. Im allabendlichen Fernsehprogramm gab es wochenlang nichts als Pole und Gletscher, als gäbe es die Weißwüste bald nicht mehr. Aber ich kenne da jemanden, der richtig verbissen eishungrig ist. Ein wahrer Feinschmecker, wenn ihr mich fragt.
Du meine Güte, bei uns war was los, als Dina die vielzitierte, ehrenwerte Ausgabe von Nansens  „Farthest North“ – erste englische Auflage! – in die Hand nahm.

Glücklicherweise wurde der Nansen nicht angeknabbert, klar doch, der ist zu zäh!

Familie Buchwurm lebt in diesem Schatz wie im Schlaraffenland. An den ersten dreißig Seiten hatte sie sich schon dick und rund gefressen. „Für den  Buchwurm ein  Essen wie es im Buche steht“, kicherte ich, da musste selbst Dina schmunzeln.
„Darüber hat doch Masterchen in seinem Roman geschrieben!“, wirft Siri flattrig ein, „ich lese dir mal paar Abschnitte vor, an denen ich mitgearbeitet habe, darf ich?“

Er zog die beiden Bände von Nansens „Farthest North“ aus dem Regal, die englischen Erstausgabe von 1897. Der eine Band war nicht im besten Zustand, das einzige Buch in Viktorias Sammlung, in dem die Larven der Nagekäfer verheerende Schäden am Buchblock hervorgerufen hatten. Die Seiten waren unten an den Ecken rund gefressen und Wurmgänge zogen sich tief hinein. Ob der Bücherwurm noch aktiv ist? Er hatte einmal gelesen, Schwefelkohlenstoff helfe zuverlässig gegen die Buchwürmer, die eigentlich Käfer sind, ein Mittel, das fürchterlich stank. Da die Nachbarbücher nicht befallen waren, entschied sich Gerrit gegen den Einsatz von Chemie. Er wollte nicht, dass alle Bücher der Eisecke am Ende womöglich wie faule Eier riechen würden. Und wer weiß, ob das Gift nicht auch die Nerven der Menschen angreift? Er sagte sich, dass Wurmlöcher einem edlen alten Buch Würde verleihen. Sind die Gänge, die die Larven in die Bücher hineinfressen, nicht ein schönes Sinnbild für die Ideen, die sich in Büchern fortsetzen und sich durch sie hindurch ziehen? Hatte ihn nicht Martin als Bücherwurm bezeichnet? Nein, die Bücherwürmer bleiben, beschloss er, wir Bücherwürmer sollten zusammen halten.

Gerrit, der Bücherwurm. Freundlich klag das nicht gerade. Bücherwurm und Leseratte – warum werden Menschen, die viel lesen, mit solchen ekelhaften Tieren verglichen? Er hatte früher Tanja als Leseratte bezeichnet. Sie hatte heftig protestiert, sie wollte keine Ratte sein. Ratten, Würmer – will man damit die Intellektuellen pauschal als Abweichler abwerten oder trifft das nicht auch einen wahren Kern, leben die Intellektuellen nicht wie Ratten und Würmer im Dunkeln, zwischen ihren Büchern, wo sie das Leben verpassen? Dieser Nansen, dessen dickes Buch er nach wie vor in der Hand hielt, der hatte es richtig gemacht, der war nicht zwischen den Druckseiten stecken geblieben. Sportler, Politiker, Menschenrechtler, Forscher, Erfinder und Philosoph, eigentlich ein modernes Universalgenie, nein, der hatte seine Zeit wirklich nicht mit selbstverliebten intellektuellen Spielereien vertan.

Gerrit und Mary unterhielten sich über das Verlieren von Bücher und den Buchklau. Gerrit las ihr aus seinem Notizbuch einen Spruch vor: „Wer Bücher stiehlt oder ausgeliehene Bücher zurückbehält, in dessen Hand soll sich das Buch in eine reißende Schlange verwandeln. Der Schlagfluss soll ihn treffen und all seine Glieder lähmen. Laut schreiend soll er um Gnade winseln, und seine Qualen sollen nicht gelindert werden, bis er in Verwesung übergeht. Buchwürmer sollen in seinen Eingeweiden nagen wie der Wurm, der niemals stirbt. Und wenn er die letzte Strafe antritt, soll ihn das Höllenfeuer verzehren, auf immer.“
„Wer denkt sich denn so was aus?“, fragte Mary.
„Angeblich die Mönche des Klosters San Pedro in Barcelona. Aber da hat es nie ein Kloster gegeben. Das hat sich vor hundert Jahren ein Krimiautor ausgedacht, Pearson heißt der.“
„Erfunden, aber gut erfunden. Den Spruch stelle ich auf meinem kleinen Bücherregal auf“, begeisterte sich Mary. Sie fand die Vorstellung von Würmern, die in den Eingeweiden herumnagen, besonders ekelig und abschreckend.
„Das wird mit uns allen geschehen“, warf Gerrit lachend ein, „denn wer hat nicht ein Buch in seiner Bibliothek stehen, das geklaut oder ausgeliehen und nicht zurückgegeben worden ist? Buchliebhaber“, so folgerte er, „sind deswegen immer angenagt. Sie liegen im Sarg – durchlöchert von der nicht ruhenden Mühe der Buchwürmer, die wie die Raupe Nimmersatt die Haut in perforiertes Pergament verwandeln.“
Mary fasste zusammen: „Buchliebhaber sind also besonders offen.“
„Tote Buchliebhaber!“, berichtigte Gerrit.

Ob die Hitze des Feuers wohl Familie Buchwurm vertreibt?

„Aber ich weiß noch etwas, das unser Masterchen nicht geschrieben hat!“ rufe ich, die liebkluge Selma ganz angeregt durch Masters Texte. „Buchwürmer werden die Menschen wie Masterchen und Feen wie du, liebe Siri, genannt,  weil sie sich die Bücher oft so nah vors Gesicht halten, dass es aussieht, als ob sie diese aufessen würden. Außerdem ernähren sie sich von Büchern.“
„Aber ich weiß was, was du nicht weißt: Diese nicht gerade charmante Bezeichnung wurde erstmals 1747 von dem Aufklärer Gotthold Ephraim Lessing in seinem Lustspiel „Der junge Gelehrte“ (3. Aufzug, 1. Auftritt) verwendet. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts war Buchwurm als Spottname für lesende Leute und Feen üblich. Überhaupt, finde ich es höchst frech, eigentlich unverschämt, dass es noch andere Bezeichnung aus dem Tierreich für uns gibt, nämlich Leseratte. Aber immerhin sind Ratten sehr klug, fast so klug wie ich, aber nur fast!“

Möge der Buchwurm Euch alle verschonen
wünscht Euch
die liebkluge Selma

Last not least:

Happy Birthday Umberto Eco zu deinem achtzigsten Geburtstag heute! Weißt du, Masterchen ist ein großer Fan von dir, ja fast bist du sein Vorbild. Schon vor „Der Namen der Rose“ studierte er „Einführung in die Semiotik“ und dann beschäftigte er sich mit deinen Schriften zur Intertextualität. Aber da man nicht nur Hochkluges lesen kann, wendete er sich deinen Romanen zu, die er mit roten Bäckchen und Glitzeraugen las. – Siri BuchFee und der Master freuen sich auf Neues von dir, obwohl wir zugeben müssen, dass wir „Der Friedhof in Prag“ noch nicht gelesen haben.

Eigenbrötler

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Eigenbrötler

Dass es bei uns täglich leckeres selbstgemachtes Brot gibt, weiß jeder spätestens seit  „Selmas gewöhnlicher Alltag“. Ja, ich, Siri BuchFee, fand sogar heraus, dass viele Schreiberlinge vom Brot und Brotbacken fasziniert sind und es seit ewigen Zeiten waren. Die Wendung „unser tägliches Brot“ kennt sicher jeder von Euch aus der Bibel. In der FayrieSchule lasen wir als Beispiel für den Naturalismus Wolfgang Borcherts Geschichte „Das Brot“. Die LehrerFee meinte, dass in diesem Beispiel für Trümmerliteratur die Metapher Brot zu aufdringlich häufig vorkäme. „Das liegt an Bocherts Stakkatostil mit der Vorliebe an Wiederholungen“, hatte uns der Master erklärt. Die Metapher Brot kommt in der Literatur stets auf, wenn Armut beschrieben wird. Wie bei Luther wird der Begriff „Brot“ zu einem Ausdruck für „Alles, was not tut für Leib und Leben“ (Luther). Außerdem erzählte uns unsere liebkluge LehrerFee, dass in Heinrich Bölls „Das Brot der frühen Jahre“ (Wirtschaftswunderliteratur) das Brot neben für das Überleben auch für geistige Nahrung steht. Das Brot, das man zusammen isst, symbolisiert ferner Freundschaft oder zumindest Zugehörigkeit. Schon die Ägypter buken Brot. Sie wurden wegen ihres Brotkonsums „Brotesser“ genannt. Ja, da staunt Ihr, bereits vor 10.000 Jahren wurden die ersten Fladenbrote gebacken und noch erstaunlicher nach Einführung der Backöfen und Hefe war eine römische Großbäckerei vor 2000 Jahren in der Lage, tgl. 36.000 kg Brot zu backen. Kurzum, Brot ist für unsere Kultur so wichtig wie Bücher, „beides fängt ja auch mit „B“ an“, meine ich, Selma BilderFeee. Und so ist es nicht verwunderlich, dass wir Brot und besonders das Brotbacken bei vielen Autoren finden. Puh, da sind so viele, Siri als Chronistin zählt nur die wichtigsten auf: der jüdisch-ungarische Nobelpreisträger Imre Kertész Kaddish beschreibt in „Kaddish für ein nichtgeborenes Kind“ das Brotbacken, wie auch der Grieche (der in Schwedisch veröffentlicht, da er in Schweden lebt) Theodor Kallifatides, der Brotbacken im Zweiten Weltkrieg auf einem griechischen Dorf schildert, wo es eine Gemeinschaftsaktion darstellt. Naja, und wer`s genau wissen will, übers Brotbacken ließen sich noch die beiden schwedischen Autorinnen Vibeke Olsson und Eva Ström aus (die müsst Ihr nicht kennen)  und die norwegische Autorin Hanne Ørstavik, eine sprachkritische Autorin, die im hohen Norden lebte wie Hamsun und Jan Kjærstad. Ja und Knut Hamsun schrieb mit „Segen der Erde“ (wofür er den Nobelpreis bekam und von Thomas Mann hoch gelobt wurde) den Brotroman schlechthin, ein Lob des bäuerlichen Lebens, in dem das Brot eine zentrale Rolle spielt.  Dieser Roman war das Vorbild für Karl Heinrich Waggerls „Brot“, ein Debutroman dieses Österreichers, der nach unserem Master zu sehr eine Blut-und-Boden-Stimmung ausdrückt.

Aber nun zum Brotbacken selbst.
Viele haben unsere Brote zum Frühstück serviert bekommen und noch mehr haben nach dem Rezept gefragt. Sie möchten, genau wie unser Master, ihr Brot selbst herstellen.  Was gibt es Leckereres als ein selbstgebackenes, frisches, wohlriechendes Brot? So denkt Jan Kjærstad, der in seinem Roman „Der Verführer“ ein ganzes Kapitel dem Brotbacken widmet. Margarete wird auf der Jagd nach dem perfekten Brot geschildert, denn für sie ist Brot die Basis des Lebens. Margarete backt allerdings anders als unser Master: Sie walkt den Teig mit einem Holzlöffel durch, was Masterchen zu anstrengend ist, er knetet mit den Händen (die dann hinterher blitzsauber sind). Wie der Master fühlt Margarete, wann der Teig die rechte Konsistenz besitzt. Vertraut lieber Margarete und mir und nicht den Brotback-Ratgebern, die schreiben nämlich einer vom anderen ab, der Teig habe die richtige Konsistenz, wenn er von den Händen falle. Margarete schreit aus Kjærstads Buch auf: „Viel zu trocken!“ Genau, das meint unser Master auch. Magarete, so schreibt Kjærstad weiter, fühlt mit iIhrem ganzen Körper, wann der Teige die richtige Konsistenz hat, für sie hat das Brotbacken eine erotische Qualität (Eilhinweis: Ich, Siri, fand gerade im Netz, dass die Berliner Gazette vom 3.12.2010 behauptete, Brotbacken macht sexy). Da Margarete mit lebendiger Hefe backt, lässt sie den Brotteig gehen, was sich Masterchen abgewöhnt hat, da er Sauerteig und Trockenhefe benutzt, eine Mischung, die sofort in den Ofen geschoben werden kann. Nach dem Gehen „ging Margarete in die Küche und entfernte das Handtuch von der Schüssel, stolz, als enthülle sie ein Monument, denn der Teig war gegangen …“ Nachdem sie den Teig noch zweimal gehen lässt und wieder herunterknetet, bestreicht sie die Brote in der Form mit Ei – für eine feine Kruste. „Öl und Wasser tun`s auch“, merkte Masterchen mit spitzem Bleistift am Buchrand an.

Bevor wir nun das Geheimnis von Masters easy-Brot enthüllen unbedingt noch ein paar Worte zu den Brotbackformen: Bei uns steht ein Jahr FayrieTaler-Entzug darauf, wenn wir nur ein Tröpfen Wasser in die Formen fallen lassen, von Spülmittel wollen wir gar nicht erst reden. Des Eigenbrötlers Stolz sind nämlich seine Backformen, die über Jahre niemals ausgespült wurden. Wisst Ihr was? Unser Master besitzt zwei Brotbackformen, die seit fast 40 Jahren kein Wasser mehr gesehen haben. Darin bäckt nichts an.

Also, auf vielfachen Wunsch, hier kommt das Rezept mit der Anleitung zum  „Eigenbrötler“ zu werden:

Zuerst müsst Ihr Mehl in eine Backschüssel schütten. Die Schüssel sollte ziemlich groß sein, damit Ihr beim Kneten nicht wie ein Luchs aufpassen müsst, dass nichts herausfällt. Die Brotbackschüssel sollte auch schwer sein, da sie sich sonst beim Kneten zu sehr bewegt – also nix Plastikschüssel …
Masterchen mischt meistens 50% Roggenmehl mit 40% Weizenmehl und 10% Haferflocken – speziell auf unseren Wunsch, da Haferflocken unser Brot nussig schmecken lässt. Ihr dürft nicht unter etwa 25% Feinmehl (am besten Weizen) gehen, da sonst das Brot nicht schnittfest wird.

Dann kommt die Hefe dazu und evtl. wie hier auf dem Bild der Sauerteig (der stark nach Bier riecht, wenn er reif ist) – Master nimmt pro Kilo 2 Päckchen Trockenhefe, wenn er ohne Sauerteig backt. Backt er mit Sauerteig, braucht er nur ein Päckchen Hefe pro Kilo. Den Sauerteig gibt er mit lässigem Schwung nach Gefühl hinzu, etwa eine große Tasse pro Kg Mehl.

Dann wird so viel Wasser, am besten lauwarmes, in diese Mischung geschüttet, bis sie die Konsistenz von Knete hat, eben von solcher Knete, mit der wir im Kindergarten unter Aufsicht strenger Tanten Tiere formen mussten.

Nun heißt es kneten, was wir alle sehr angenehm finden. Einige Brotbäcker meinen, dass man durch das Kneten seine Energie auf den Brotteig übertrage. „Ich kann nicht verstehen, warum Leute zu Brotbackmaschinen greifen“, meint unser Master, „denn Brot zu backen ist tief entspannend und dauert auch nicht lang.“ Auf unsere Frage hin wie lang denn, meint er „mit Saubermachen knapp über eine halbe Stunde“.

Hat der Teig die richtige Konsistenz, wird er in die Formen gefüllt – hier seht Ihr Masters Stolz: die 40 Jahre alten Brotbackformen, die mit ihm von Asien nach Amerika, von Bochum nach Norfolk zogen.

Nun wird der Teig mit nassen Fingern heruntergedrückt und geglättet. Es ist nicht zwingend notwendig, die Finger so zu biegen. Dina kriegt es auch nicht hin, wir aber schon.

Am Schluss wird das Brot weiblich gemacht, wie wir sagen. Der Schlitz ist deswegen wichtig, dass von innen der Teig beim Backen seine Feuchtigkeit herauslassen kann. Da sich die Kruste zuerst bildet, muss es ein Ventil für die entweichende innere Feuchtigkeit geben. Aber natürlich sind symbolischgeschichtlich Brote sowieso weiblich, da sie nähren. Was der Master und Margarete nicht machen, die Brote durch ein Kreuzzeichen zu segnen, wie es im Mittelalter Brauch war. Wie bei bei den hinduistischen Darstellungen von Shivas Lingam wird in unserem Fall die Yoni geölt. Den in den Teig mit einem Messer eingeritzten Schlitz füllen wir mit Öl und gehen dann nochmals mit dem Messer durch. So bleibt er länger geöffnet.
Ich Selma BilderFee muss Euch noch auf etwas Wichtiges für die Ästhetik des Brotes aufmerksam machen: Seht Ihr, dass rundum die Ränder des Teigs an der Formwand heruntergedrückt wurden? Das hat Selma gemacht mit ihrem nassen FeenZeigefinger, da das dem Brot eine schöne Form gibt.

Und nun geht`s ab in den kalten – merkt Euch: kalt! – Ofen, in dem die Brote 105 min. bleiben bei der Einstellung 180 Grad C. Masterchen schwärmt für Umluftöfen, da diese überall die gleiche Temperatur aufweisen (sollten). Wenn man mit Gas oder Holzfeuer backt, muss man die Brote wenden, da im Ofen unterschiedliche Temperaturen herrschen.

So sehen die Brote aus, gleich wenn sie aus dem Ofen kommen. „Oh SiriFee, du hast wohl wieder gelesen und nicht aufgepasst!“, diese Brote waren ungefähr 15 min. zu lange im Ofen, was man an den schwarzen Stellen an der Kruste sieht. Es kann aber auch sein, dass Margarete, als wir nicht aufpassten, zu viel Eiweiß über diese Stellen strich.

Eine andere Variante des Brotbackens (mit Rezept) führt der Master in einer Diashow auf seiner Homepage vor.

Unsere Nachbarin erzählte, dass früher Brote bis zu sechs Wochen haltbar waren. Erstaunlicherweise haben sie alt am besten geschmeckt. Nur, so lange hält sich heute ein frisch gebackenes Brot nicht mehr. Jedenfalls  nicht bei uns: Es ist einfach zu köstlich, hmm, um es lange liegen zu lassen.

Zum Schluss die Geschichte wie unser Master zum Brotbacken kam. Er erzählt: „Als ich den USA lebte, wurde ich von ständiger Verarmungsangst gequält, obwohl ich „well off“ war. Meine von mir heimlich geliebte Analytikerin empfahl, mich ein halbes Jahr ohne Geld in den USA durchzuschlagen.
“ Masterchen neigt schon dem Verrückten zu, findet Ihr nicht auch? Er tat`s nämlich tatsächlich!“
„Um der Analytikerin zu imponieren!“ erklärt Siri.
„Ich versuchte es mit Betteln, very hard work kann ich Euch sagen, um gute Plätze wird Krieg geführt, Stehlen, oh dear, noch mehr hard work, bevor ich auf die Idee kam, von Landkommune zu Landkommune zu trampen. Aber was konnte ich als benötigtes know how anbieten? Diese Frage löste sich sich gleich, als ich „Pie in the Sky“, eine idyllische Landkommune in Vermont, besuchte. Klar, von einem Deutschen erwartet man, dass er gutes Brot backen kann. Da in der Bibliothek der Gruppe das empfehlenswerte „Tassajara Brotbackbuch“ stand, lernte ich Brotbacken und trampte noch ein halbes Jahr von Landkommune zu Landkommune, wo ich herzlich aufgenommen wurde, da mir der Ruf des Groovy German Bakers vorauseilte. Seit der Zeit backe ich überall und erst recht zu Haus mein Brot.“

Das war`s zum Brot.
Liebe Grüße und möget Ihr immer Euer täglich Brot haben

Siri BuchFee und Selma BilderFee

Ausflug ostwärts

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Ausflug ostwärts

Hier melden sich Siri und Selma. Hallo, Ihr Lieben, von unserem kleinen Dorf flogen wir flugs nach Weimar, um Masters Geburtstag zu feiern. Lange hatten wir mit Dina überlegt, womit wir ihm eine Freude machen könnten, bis wir auf die Idee kamen: eine Privatführung durch Goethes Sammlung der Materialien zur Farbenlehre. Das wäre genau das Richtige für unseren Master, den Farbenmenschen. Ganz aufgeregt flogen wir voraus zu Goethes Haus … ups … was war da los? Ein großes Schild stand vorm Eingang : „Goethe lässt renovieren“. Der Master schaute auch etwas ratlos.

Aber dennoch, die Oberverwalterin dieser Sammlung, kenntnissprühend und begeisternd, führte über eine Baustelle in den geheiligten Saal. Wisst Ihr, wie sich das anfühlt? Nicht mit Worten zu beschreiben. Jedes Mal, wenn eine neue Schublade herausgezogen wurde, und Goethe hatte viele Schubladen, wurden wir ganz flatterig. Was verbirgt sich wohl unter dem nächsten Schutzblatt? Die Aquarelle, Zeichnungen und Skizzen aus Goethes Hand wurden eins nach dem anderen hervorgeholt. Wir durften sogar durch Goethes Prismen schauen. Endlich verstanden wir den Streit, den Goethe bitterböse (etwas ausgeflippt) mit seinem längst verstorbenen Feind Newton ausgefochten hatte: Newton hatte das Licht durch sein Prisma auf eine Wand fallen lassen, wobei ihn dessen Brechung in die prismatischen Farben faszinierte. Als Goethe sein erstes Prisma bekam, konnte er sich nicht mehr an Newtons Versuchsanordnung erinnern und was machte er? Er hielt das Prisma vor seine Augen und bemerkte die bunten Lichter an den Grenzen von Hell zu Dunkel. Das gab für ihn „die Freuden und Leiden des Lichts“ wieder. Kurzum, für Goethe war im Gegensatz zu Newton das Licht unteilbar. Nebenbei sei bemerkt, dass Goethe und Newton beide nicht ganz Recht hatten, das lag daran, dass man damals den Unterschied von Licht- und Flächenfarben nicht kannte. Dennoch hatten Goethe und Newton in den meisten Fällen beide Recht, aber Goethe vertrat die modernere Auffassung, indem er die Farbe vom Beobachter her erklärte, ganz im Sinn Einsteins und Heisenbergs.

Erkannt?

Von Weimar ging`s nach Dresden. Ach du lieber Himmel, da besuchten wir das „Grüne Gewölbe“ voller Rumstehchen, so viele Kram überall, und keine Möglichkeit für uns zu landen. Nach dem zwanzigsten barocken Prachtpokal wurde es uns zu fade. Schnell überredeten wir Dina, mit unseren Master zum Buchmuseum zu fahren. Das war einfach, denn dieses touristische Dresden um Frauenkirche, Semper-Oper, Zwinger und Co. ist erschlagend, nur protzig, wir fanden es erdrückend, zu viele Schnörkel – wir sehnten uns nach Bauhausklarheit. Naja, nach dem elegant anmutigen Weimar, wo die Bauhaus-Idee geboren wurde, war Dresden für uns gewöhnungsbedürftig. Schaut Euch dieses Haus am Horn an, das 1923 für die Bauhausausstellung in Weimar gebaut wurde. Solch zeitlose Einfachheit strahlt Klarheit und Ruhe aus – oder?

Aber jenseits der voll gebauten, touristenverwimmelten Stadtmitte wurde Dresden erträglich. Im Buchmuseum des SLUB hatte es uns die Maya-Handschrift aus dem 13. Jh. angetan, die bislang keiner entziffern konnte. Spannend, nicht?! Hinter einer mächtigen Schatzkammertür, wofür wir eigens einen Sicherheitsmann mit einem großen Schlüssel heranholen musste, war es uns möglich einen Blick auf diese Schrift zu werfen, die ähnlich strukturiert wie unsere illuminierten Handschriften aus der gleichen Zeit schien.

Nach dem wir das „Blaue Wunder“ erlebt hatten (eine Eisenbrücke über die Elbe) und die Bösbrücke, jenes 2. blaue Wunder, das Dresden den Weltkulturerbestatus verlieren ließ, ging`s zum Uhrenmuseum in Glashütte. Glashütte war ein äußerst armer Ort am Rande des Erzgebirges, bevor Lange und Kollegen dort ihre erfolgreiche Uhrenfabrikation und Uhrmacherschule gründeten. Zwar wurde schon um die Mitte des 16. Jh. die erste Taschenuhr, das sogen. Nürnberger Ei, produziert (wahrscheinlich nicht von Peter Henlein, wie wir es in der FayrieSchule lernten), so erfolgte aber erst eine größere Produktion edler mechanischer Taschenuhren ab 1845 in Glashütte. Dina als Norwegerin erstaunte es sehr, wie die Menschen an diesem Ende der Welt durch ihre emsige Arbeit und ihren Zusammenhalt Kriege (Glashütte wurde noch wenige Stunden vor Kriegsende 1945 bombardiert) und selbst die Demontage ihrer Fabriken durch die Russen überstanden.
Masterchen steht auf feine mechanische Uhren, keine PRolex käme je an sein Handgelenk und eine Quarzuhr ist eh out – seinen Spruch: „Rolex ist wie Silikonbrüste“ brauchen wir wohl nicht zu kommentieren. Er ist stolzer Besitzer einer Glashütte Uhr wie die Queen und Prinz Charles – auch Hitler besaß eine. Immerhin ist eine Uhr der einzige Schmuck, den ein Mann mit Würde tragen kann. Naja, stimmt nicht ganz: Der Master trägt doch einen goldenen Ohrstecker.
Leider können wir nicht das Ticken dokumentieren, das diese Meisterwerke der Feinmechanik gleich einem Metronom von sich gaben. Klar, Glashütte-Uhren sind edel, sei`s nun Lange und Söhne oder Nomos, und das Museum ist ebenfalls vom edelsten, aufgebaut wie ein Drama mit Prolog, (historischen) Hauptteil und Epilog. Wer sich über jenes eigenartige Wesen Zeit, das man weder sehen, noch anfassen, aber erstaunlicherweise messen kann, interessiert, für den ist dieses Museum ein Muss, ein Mecca der Uhrenfreaks. Zeit ist nach H.G. Wells die 4. Dimension, aber könnt Ihr Euch die vorstellen? Ich, SiriFee, meine, Zeit ist, was die Uhr misst. „Gab es denn keine Zeit vor den Uhren?“, fragt kichernd Selma. Der Master meint: „Zeit ist ein Ordnungsprinzip, sie ist rhythmisch. Unser Sonnensystem ist die größte Uhr, jener Rhythmusgeber für alles Leben.“


Wir bestaunten jene Stand-, Taschen- und Armbanduhren, deren Werke uns kompliziert wie unser Planetensystem erschienen. Dina war nicht mehr wegzuziehen von einer interaktiven großen Darstellung, wie ein Chronometer aufgebaut ist, obwohl sie Kant zitierte, dass Zeit nur eine Anschauung ist. Auf jeden Fall fliegt die Zeit und jetzt ist es Zeit für uns weiterzufliegen …

Liebe Grüße aus dem Osten von Euren beiden Feen

„Lokes“ in Cley next the sea

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„Lokes“ in Cley next the sea

Hallo, hallo, heute bringen wir Euch einen Gemeinschaftsartikel von Selma OberKnipsiFee und Siri BuchFee. Da der Master auf dem Kontinent weilt und wir geschickt wurden, nach dem Rechten zu sehen, nahmen wir uns Zeit, durch unser schönes Dorf und seine idyllischen Gassen zu fliegen.

Es geht um die Lokes. Wahrscheinlich wisst Ihr nicht, was ein Loke ist. Nach dem Wörterbuch von Robert Forby (mit sooo einen langen Titel, wie Siri BuchFee ihn liebt) „An Attempt to Record the Vulgar Tongue of the Sister Counties of Norfolk and Suffolk as it existed in the last Twenty Years of the Eighteenth Century“  (1830 von seinem Freund George Turner vollendet und herausgegeben) ist das eine kleine Gasse, eben was der Brite „lane“ nennt. Im Dialekt Norfolks gibt es einige solcher Worte wie z.B. „loke“, die noch heute bei uns gebräulich sind und von FOND (Friends of Norfolk Dialect) gepflegt und vor dem Aussterben bewahrt werden. Einer, der unseren Dialekt (der eigentlich ein Akzent ist) in den sechziger Jahren in ganz Großbrittannien populär machte, war Allan Smethurst, bekannt als „The Singing Postman“.

Und so sah er aus, der beliebte Postbote. Alles klar?

Diese Lokes gibt es am schönsten ausgeprägt in unserem geliebten Cley und die folgenden Knipsis  zeigen Euch, warum wir unsere Lokes sooo lieben.

Dinas Lieblingsloke, aber nicht immer. Das Wetter und die sich ständig verändernde Lichtverhältnisse im Laufe des Tages spielen eine Rolle, wie eine flüchtige Laune, man weiß nie so richtig, was kommt oder sich zeigt. Darum lieben wir sie ja so. Dieser Loke badet gerade in der Nachmittagssonne.

Dieser Loke lädt zum Hüpfen, Singen und Tanzen ein, findet Ihr nicht? Fred Astaire hätte sich sicherlich gefreut, auch wenn es bei uns kaum regnet. Das ist gut so, in die Lokes passen eh keine Regenschirme.

Der gleiche Loke im schwachen Nachmittagslicht eines Weihnachtsrundfluges letztes Jahr. Der vorbeihuschender Mann sieht dem Master nicht unähnlich, aber wir waren uns diesmal einig, keine Knipsis … es ist nur um zu zeigen, dass Schirme wirklich keinen Platz haben …

Ja, wie Ihr hier nur schlecht sehen, aber doch ahnen könnt, es ist wunderbar spooky-nett-gemütlich in den Lokes. Die alten Flinthäuser krümmen sich unter der Last der Jahrhunderte, stecken über den Lokes die Köpfe zusammen und tauschen flüsternd die neusten Gossip-Geschichten aus. Für Menschenohren leider nicht verständlich, für unsere feine Feenöhrchen geht’s noch. Wir bekommen das meiste mit.

Dieser Loke ist besonders abenteuerlich, mehr verraten wir nicht.

Sogar ein Loke House gibt es bei uns.

Wie für uns Buchfeen gemacht, gemauert, meine ich.

 Einige Pflanzen gedeihen prima auf den alten Steinmauern. Jede Mauer sieht anders aus, also SiriFee und ich legen oft eine kleine Zwischenlandung auf diesen Mäuerchen ein.

Urgemütlich, weich und beschützend, nicht? Artur Mee schrieb mal: ‚For the traveller in search of the English Heritage, the county Norfolk is a paradise.‘

Diese Lokes waren auch wichtig für die Kommunikation, so gibt im Emporiums Loke eine versteckte Nische, in der die Schmuggler eine Flasche Brandy für den Pfarrer deponierten, um ihr gutes Verhältnis zu Gott zu pflegen.

Hier ein leider zugemauertes Schmugglerfach bei uns im Dorf.

Im Hintergrund unsere Mühle. (Gehört uns aber nicht, sondern der Familie Blound, Ihr kennt doch den Sänger James Blunt, oder? Ja, genau der, er änderte nur aus PR-Gründen die Schreibweise seines Nachnamens.)


Liebe Grüße aus dem schönen Dorf am Meer,
Eure Siri BuchFee, Muse, Chronistin und viel mehr und OberKnipsiNikiFee Selma


Thinking Feet

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Thinking Feet

„Das schönste Glück des denkenden Menschen ist,
das Erforschliche erforscht zu haben
und das Unerforschliche ruhig zu verehren
und dabei dem Tisch die Füsse nicht zu verwehren.“.
Siri und Selma,  Dina und Masters Buchfeen

Siri schrieb neulich, dass wir den Master bisweilen „Kopffüßler“ nennen,  dabei ist er kein Kopffüßler im klassischen Sinn, weit entfernt, der sieht nämlich so aus
und weist optisch keine Ähnlichkeit mit unserem Master auf – oder? Wesentliches Unterscheidungsmerkmal:
Masterchen besitzt einen Leib und der ist lang.

Während ich um den Master flog und mich bemühte, den Gesamtkörper mit Kopf, Leib und Füßen auf die kleinen Bildfläche zu bannen – ein schwieriges Unterfangen! – erschien mir mein Vorhaben plötzlich absurd. Laut Definition stellen Kopffüßler die knappste Form dar, einen Menschen bildlich darzustellen – von fast zwei Meter ist nirgendwo die Rede.
Huch, immer kommen diese Füße meinem Objektiv zu nah …

Hier ist das schon besser, aber wo sind denn die Füße von  „Thinking Feet“ gelandet? Auf dem Tisch, mutiert er zum Tischfüssler?
Habt Ihr es schon bemerkt: K
ommen die Beine hoch, kommen die Ideen heraus – Ende. Aus die Maus, so sagt`s der Klaus.

André Breton: „Ein denkender Mensch kann sowohl den Gipfel eines Berges als auch die Nasenspitze einer Fliege erklimmen.“
Selma: „Hmmm, der Berg kann sich ja nicht wehren, aber ob es der Fliege gefällt, wenn ihr ein denkender Mensch auf der Nase herumtanzt?“
Siri: „Das Geheimnis liegt in der Vorstellungskraft, dann kann sogar der Berg zum Meer kommen“
Selma: „Ohne nasse Füsse zu bekommen?“

Am Strand verbannt, im Sand
am besten barfuß
am Meer, die Landschaft weit und leer


„Der Mensch sollte nie seine Augen für das, was ihm vor den Füßen liegt, verschliessen“, meint unsere Dina.
An dieser Stelle befürchte ich allerdings, dass Masterchen eingeschlafen ist.

Wenn der Kopf Füße ansetzen, geht es vorwärts. Im Gehen denkt man besser, das meinten schon die alten Griechen lustwandelnd philosophierend.

Freiheit für die Füße, Klarheit für die Gedanken!
Keine Bange zu erkranken, denken ohne Schranken …

In Meereswellen werden sie quellen,
im kalten Wasser freut sich der Verfasser,
die Ideen sprudeln, während wir hinterhertrudeln
(tun wir nicht, aber „fliegen“ reimt sich nicht:-))

und hier am Strand kam er vorbeigerannt

Ja, so ist er halt, unser Master und  „Thinking Feet“, immer bemüht einen großen Eindruck zu hinterlassen, wie Dina trocken bemerkt. Dieser ist jedoch nicht von bleibender Wirkung, bald kommt das Wasser!

Viel Spaß
Selma OberKnipsiFee und Gruß von Siri

Ihr dürft uns nicht verraten; solche Fotoreihen vom Master können wir nur bieten, wenn er unterwegs ist und wir hoffen können, keinen FayrieTalerTaschengeldAbzug für die Veröffentlichung privater Knipsis zu bekommen.

Über den Master und Buchmessenabgesang

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Über den Master und Buchmessenabgesang

Hallohallo, da bin ich wieder, die liiiebe KnipsiSelma. Jaja, ich weiß, ich habe Knipsis vom Master versprochen, die kommen auch, ein Moment bitte! Ich möchte nur schnell die Gunst der Stunde nutzen und Euch gleichzeitig ein paar pikante Geschichten erzählen, psssst … das muss unter uns bleiben, ok? Ich verstecke die zwischen den Knipsis, dann fällt es nicht so auf – und was ich schreibe, liest eh keiner.

Es ist so, unser liiieber Master ist immer noch unterwegs und ab und zu muss er auf Fremdrechnern schreiben oder seinem Handy. Obwohl, jetzt beim Tantchen, dürfte ihm der Rechner gar nicht soooo fremd vorkommen, pssst … es ist nämlich sein alter!  … Naja, ganz so jung ist er nicht mehr, unser Master, da tauchen gelegentlich Probleme auf, meistens wo man keine erwartet, und pssst … das bleibt bitte ganz unter uns, beim neuen Smartphone die richtigen Buchstaben zu treffen, das gelingt ihm auch nicht so recht.


Ach ja, die Smartphones. Schmerzphones, sage ich nur. Habt Ihr auch eins? iPhone S4 vielleicht? Und …. SIRI (das intelligente Sprachprogramm) schon kennengelernt? Also, meine liebe Schwester SiriFee ist komplett ausgebucht, ja, bei uns ist was los, sage ich Euch.  Alle wollen ein Interview und unbedingt exklusiv erfahren, wie es dazu kam, dass ausgerechnet siiiiie, unsere SiriFee, das schöne Vorbild für Siri auf dem iPhone S4 wurde. Allmählich wird uns der Rummel ein wenig zu viel, gerade hämmert sie wie wild auf ihren McFee (neiin, den hat sie von ihren eigenen Fairytaler gekauft, Ihr FeenNotebook ist nicht von dieser Obstsorte gesponsert, wirklich nicht!) und textet zunehmend frechere Antworten auf die sekundlich eingehenden Heiratsanträge.

Nochmals zu unserem Master und die eigenwilligen, knatsch-elektronischen Schreibdinger, auf die er momentan kaum drei  lesbare Sätze zusammengereimt bekommt; vom Master gibt es diese Woche nichts zu lesen.  Ausser, Ihr ward auf der Buchmesse und lest jetzt seine Bücher, aber das habe ich eigentlich nicht gemeint. Apropos Buchmesse, ja du liebe Fee, so eine Buchmesse habe ich mir ganz anders vorgestellt als das, was meine SiriFee unter vorgehaltenen Flügeln mir zugeflüster hat. Ganz anders, sage ich nur.

Snobistisch-elitär … mit einem Hauch von Adorno geben die sich den Kant – aber nein, weit gefehlt. In der Tradition von Hemingway, russischen Säuferromanen und Harry-Rowohlt-Lesungen geht es ums Trinken nach dem Motto: Dummheit frisst, Intelligenz säuft. Der Kritiker Richard Kämmerling beschreibt in der „Welt der Literatur“ gar die Buchmesse als eine Übung im Komasaufen. Naja, ganz sooo schlimm war es nicht, vielleicht weil unser Master mit SiriFee nicht bei den richtigen Partys war. „Mutig“ nannte man Herrn Kämmerling im Netz, aber mein Schwesterlein Siri fand es eher übertrieben, was der schrieb – mir kam es vor, als ob er nicht so recht wusste, was er über die größte Buchmesse der Welt schreiben sollte (vielleicht ist der gar nicht da gewesen – Siri sah ihn jedenfalls nicht). Also übertrieb er in der Hoffnung, mit Skandalösem beachtet zu werden -das ist doch das Hauptproblem der Messe: beachtet zu werden. SiriFee schrieb ja auch schon über den besoffenen Lektor, aber die Lektorinnen, die Masterchen besuchte, waren eher zu nüchtern – nach Siris Geschmack.

Übrigens keine Missverständnisse: Meine Knipsis zeigen nicht Masterchen beim Ausnüchterungsspaziergang.

Ein feinen Tag Euch, bis dann
Eure Selma OberKnipsiFee

Tudorkamine

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Tudorkamine

„Am Giebel und am Dach
Spürt man des Wirtes Hausgemach“

englisches Sprichwort

Jetzt ist der Master auf Vortragsreise und wir Buchfeen haben das Wort. Meine Schwester OberKnipsiFee Selma hat mich, Siri BuchFee, so lieb gebeten, etwas zu ihren feinen Knipsis von Tudor-Kaminen zu schreiben. Gar nicht so einfach, sage ich Euch.  Also, sie sind sooo schön, finde ich und unsere Dina liebt sie auch, sehr. Viele, die nach England kommen um den Tudorstil zu bewundern, suchen Hampton Court Palace  in Südwesten von London auf. Wir jedoch haben unsere ganz eigenes Tudor-Village direkt vor der Haustüre, ja, da staunt Ihr, nicht wahr? Bei uns gibt es nicht nur Natur pur, Norfolk bietet zusätzlich viel Architektur! meint unsere Dina und da sie alles, wirklich alles, kennenlernen möchte,  sind wir viel unterwegs, puuh. Also, neulich, nach einer langen Tageswanderung  am schönsten Strand Englands – ja dieses Prädikat hat The Beach, wie man ihn hier schlicht und stolz nennt, Holkham Beach – überraschte uns der Master mit einer Einladung nach Holkham Village. KnipsiFee Selma und Knipsimausi Dina waren völlig entzückt und wie entrückt über die Kamiiiiiine, schau nur, die Kamiiiiine:

Tudorkamine in Holkham Village, Norfolk. Die vielen Kamine sind ein Zeichen für Wohlstand. Das und viel mehr, erzählte  der Master. Ich habe alles notiert, bitte weiterlesen.

Jede Feuerstelle oder offener Kamin im Tudorhaus hat einen eigenen Kamin auf dem Dach. 

Kohle war damals in Norfolk rar und eine neue Generation Landadel zelebrierte ihren Wohlstand mit großen Häuser und üppig verzierten Kamine. Jeder durfte, oder sagen wir mal, sollte sehen, wie gut es einen geht.

Schmucke Schornsteine, nicht? Von Understatement keine Spur….

Eigentlich schade, dass ich Euch kein Knipsi von den beiden mit ihren Kameras zeigen kann, nein, ein Film wäre besser. Objektiv gesehen, gleicht unser geduldiger Master, je weiter wir fortschreiten, einem Linsenträger, voll bepackt mit „nimmst du mal!“, „kannst du mal“, „hälst du mal“. „Wie doof, dass wir unsere Akkus nicht an dem Master aufladen können,“ kichert KnipsiSelma und flattert fröhlich zum nächsten Objekt. Ich, die Muse-Chronistin des Masters, lausche lieber, was er über die Kamine zu erzählen weiß: Der Tudor-Stil gilt als letzte Epoche der Gotik, die immer hoch hinauswollte, zu Gott hin. Dieses Bedürfnis, versteinert in den Kathedralen, zeigt sich säkular im Tudor-Kamin, der so lang ist, als wolle er Gott und die Englein ausräuchern. (Das hat er so schön gesagt, dass ich es wortwörtlich übernommen habe.)

Chimney pot nennt man den oberen runden oder oktagonalen Deckel auf den Kamin.

Übrigens der von uns mehrmals erwähnten Conan Doyle  beschreibt  in seinen Sherlock-Holmes-Geschichten öfter Tudor-Kamine, die von da an immer wieder in Detektiv- und Gruselgeschichten aus der Dunkelheit hoch aufragen.

Der obere Kamindeckel, der sogenannte chimney pot, ist der krönende Abschluss eines jeden Tudorkamins. Unter den vielen Kaminen gibt es richtige Pot-Juwelen, Kostbarkeiten, die jeder Kenner sofort erblicken kann (und soll, natürlich:-))

Für dieses Knipsi ist Selma ganz hoch geflogen. „Paaaaaass auf!“ rufen die Bodentreter. Sie wissen nicht, sie ist nicht nur da oben wegen der Knipsis, sie sucht dort auch ihren Freund Karlsson auf dem Dach.

…und dabei ist ihr fast die Puste ausgegangen, puuuuuuh!….

Das Besondere an der Tudor-Architektur ist ihre Betonung der Verschiedenartigkeit. Tudor-Baumeister fanden Symmetrie gähnend langweilig, sie liebten das Spiel der Möglichkeiten. Das entsprach dem Zeitgeist, der Shakespeare, Bacon und besonders den Volkshelden Sir Francis Drake hervorbrachte, den beamteten Piraten, der neue Länder bei seiner Weltumsegelung entdeckte und selbstredend gleich für England einnahm. Dieses Lebensgefühl nach der Trennung von Rom durch Heinrich VIII. ließ neue Möglichkeiten entstehen, die die Vatertochter Elizabeth I. als Förderin der Künste emsig ausbaute. Genau das drücken die verzierten Tudor-Kamine aus, von denen jeder anders als die anderen verziert ist.

Sooooo viele Kamine… „Ich wäre froh, wenn ich einen hätte…“, meinte Dina.

Findet Ihr das zu kühn gefolgert, wenn ich sage, der Tudor-Kamin ist Ausdruck der entstehenden Individualität? Unter Elizabeth I. entwickelt sich im 16. Jh. ein Bürgertum, das im Gegensatz zur mittelalterlichen Gesellschaft individuell und unabhängig zu handeln beginnt, genauso wie jeder Tudor-Schornstein individuell seinen Rauch in den Himmel pustet.

„Hast du doch, bei uns in Cley!“ tröstet Selma im Vorbeifliegen

Das sind so meine FeenIdeen. Ich hoffe, es hat Euch gefallen, wie auch die KnipsiEindrücke meiner Schwester.

Liebe Grüße von uns,

Siri BuchFee und Selma OberKnipsiFee

Überraschung!

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Überraschung!

Hallo, hallo liiiieber Master und meine liebe Siri SchwesterFee,
große Überraschung, hier schreibt Eure liiiebe SelmaKnipsiFee, gerade hoch über den Wolken auf dem Weg nach Norwegen.

DinaFee und ich wünschen Euch weiterhin viiiel Spaß und Erfolg auf der Vortragsreise! Wir freuen uns auf das schöne Norwegen, aber wir finden es voll doof, dass wir ausgerechnet die Eröffnung der Zusammenarbeit mit Eglund und der Berg.Link-Akademie verpassen werden, voll doof. Ja, wir Buchfeen arbeiten nämlich ganz eng mit dem Eglund, also, er heißt Heiko Schwarzburger, aber das vergessen wir meistens, er ist der Eglund, und seinem BergLink Magazin zusammen, kennt Ihr das?
2 Traumartikel haben wir Buchfeen dort veröffentlicht, gar nicht schlecht, wenn ich das sagen darf, SiriFee und ich haben ganz, ganz viel Lob bekommen und wir haben viel vor, wart’s ab!

Oh, pling-pling, ich muss mich für den Landeanflug festschnallen! Ich benutze das Lesebändchen in Dinas Buch, wir lesen synchron „Traumdeutung – alles was Sie wissen müssen“ vom Master, ganz schön feierlich das Festbuch, findet meine Dina.  Also ich liiiiebe Lesebändchen, gebundene Bücher mit Lesebändchen ist was tolles, findet Ihr nicht, es lässt sich auch ganz gut damit anschnallen.

Tschüß Ihr Lieben, wir hätten Euch sooo gerne geknipst, auf dem Traum-Vortrag am 29.09 und auf dem Traum-Schnupperkurs am 01.10 in der Periplaneta, Berlin.

Schau mal, schau mal, wir sind aufgeführt, mit unserem Blog!!! Gehen wir jetzt in die Feengeschichte damit ein, was meinst Du, SiriFee?

Jetzt wird leider nichts daraus, kannst Du, liebe Siri, bitte berichten? Das wäre echt lieb! Jetzt muss ich schnell den McFeeRechner runterfahren, Landeanflug, Oslo in Sicht!

P.S. Und ja, liebes Tantchen in Köln, ich habe die Ohrenschützer an und kann die Fliege an der Wand hören, ganz klar!
Psssss… Tantchen, nicht weitersagen, ich werde Euch demnächst mit einer ganz spannenden Selmaknipsireihe vom Master überraschen, aber nichts verraten, ok? Ich habe ganz viel auf meinem Fotokasten, DinaFee auch, nächste Woche zeigen wir Euch etwas davon. Ruuumms, jetzt sind wir gelandet, großes Gewusel. Dina waaarte!

Mit ganz lieben Grüßen aus dem hohen Norden,

Feenhauch von Eure OberknipsinikiFee Selma