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Archiv der Kategorie: Wahrnehmung

Wie und was wir sehen

Capturing the last summer day

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Ah, summer, what power you have to make us suffer and like it.

Russell Baker

So sieht es auf unserem Dorfanger aus, wenn mit dem scheidenden Sommer die Touristen mit den Schwalben verschwinden, arktische Vögel zum Überwintern in sonnenverdunkelnden Schwärmen einfliegen und eifrige Maler aus ganz England kommen. Ehrlich gesagt, müssen wir Buchfeen denen immer neugierig über die Schulter schauen, wie sie den letzten Augenblick des Sommers, mit freilich künstlerischer Freiheit, dokumentieren.

So it looks like on our village green when with the disappearing summer and the swallows the tourists will leave, when arctic birds arrive in flogs darkening the sun and avid painters from England. Frankly we Bookfayries always have to look curiously over their shoulders to see how they document the last moment of summer, with artistic freedom of course.

Siri: „Guck mal, die Armen versuchen das Flüchtige zu verewigen und bemerken mit Schrecken, dass die eben gesehene Wolke beim ersten Pinselstrich bereits weitergezogen ist. Und Vögel fliegen durchs Bild, das muss sie doch ganz verrückt machen.“
Selma: „Und weißt du was? Ihre werdenden Bilder sehen alle ähnlich aus, fast gleich. Hihi, wie bei den berüchtigten Ferienfotos oder früher, welch ein Graus, Großvaters Feriendias.“
Siri: „Jeder nimmt auf seine Weise wahr, das sagt doch immer Masterchen, aber Pustekuchen, diese Bilder lassen schwer an der Individualität der Wahrnehmung zweifeln.“
Selma: Weißt du, der Sommer haut ab und mancher möchte ihn gern festhalten, nur für ein paar Tage noch, und da wird auf Teufel-komm-heraus idealisiert. Sieh, sie teilen sich alle ein Sommerideal.“

Siri: „Look, these poor painters try to immortalize the fleeting moment and note with horror that the clouds they are painting have already moved since the first stroke of their brush. Painting birds flying around must make them crazy.“
Selma: „And look! All their pictures in the make look similar, almost identical. Hihi, it`s like those notorious holiday photos or do you remember, what a horror, when grandfather was threatening to show his vacation slides? „
Siri: „Everyone perceives in his own way, our Master told us, but nope, these images let me doubt the individuality of perception.“
Selma: You know, the summer is running out and these painters would like to keep him and so they all idealized this late summer mood. Well, they all share the same ideal of a summer.“

Wir lachen uns, ehrlich gesagt, schief darüber (aber nur ganz leise – Dina und Masterchen haben uns ja zur Höflichkeit erzogen), wie diese bemühten Maler sich gegen den ständigen Wandel des Abzubildenden auflehnen. Irgendwie hängt das doch, erinnern wir uns dunkel auf der sonnigen Wiese hockend, mit diesem Verhältnis von Zeichen und Bezeichneten zusammen, diesem „Signifakat-Signifikant-Gedöns“ – der Ausdruck stammt von mir, der liebklugen Selma, die die Sachen beim Namen nennt 😉

We laugh about (but very quietly only – Dina and our Master have brought us up to be polite) how these painters try to rebel against the constant change images. We recall only vaguely there is somehow this problem of that dodgy relationship of signs and the signified involved, this “Signifakat – Signifikant – Thingy“.

Selma: „Und hast du bemerkt? Schau dir mal Masterchens erstes Foto an, die beiden Maler stehen doch genau in der Haltung, die wir von Bildern ihrer berühmten Kollegen kennen. Immerhin stimmt die Haltung. Masterchen sagt doch (nicht gerade originell, naja …) die rechte Haltung ist das Wesentlichste.“
Siri: „Siehst denn nicht, Liebschwesterlein, die verlieren ihre Seele an den Teufel, da sie aus der Situation fallen. Sie ziehen sich zurück, weil sie das zu bannen suchen, dessen Essenz in der Vergänglichkeit liegt.“
Selma: „Kommt daher diese so romantische Hassliebe der Einsamkeit des Künstlers? Völliger Quatsch, wenn du mich fragst.“
Siri: „Sie rauben dem Augenblick das Leben und damit ihrem eigenen Erleben. Der Abbildende wehrt ängstlich die Totalität ab, die der Seele – jener undefinierbaren Einheit – zu eigen ist.“

Selma: „Come on, look at our Master`s first photo, the two painters how they are standing … Don`t they show exactly this attitude we know of pictures of her famous colleagues? Nevertheless, the right attitude is the most essential as our Master always says – not exactly original, isn`t it? „
Siri : „Don`t you see, my sweet sister, they lose their souls to the devil, because they fall out of the situation. They isolate themselves trying to capture a situation whose essence lies in changing.“
Selma : „Is this the artist`s romantic love-and-hate relationship with loneliness? Utter nonsense , if you ask me !“
Siri : „They steal the moment`s life and thus cutting down their own experience. The producer of pictures anxiously fends off totality, which makes the soul – that indefinable something – of every reality.“

Mit dem Dokumentieren beginnt die Entseelung der Welt
Documenting is the beginning of making our world lifeless

Siri

Maler, Village Green, Cley next the sea, Norfolk Foto: Klausbernd Vollmar 2013

Wir beide freuen uns auf den Herbst, wirklich! Weil alles da so fein bunt wird. Wenn`s draußen stürmt, dass die Türen klappern, finden wir es soooo gemütlich mit Dina und Masterchen vorm Feuer zu hocken. Aber auch wir nutzen den letzten Tag des Sommers, indem wir gleich unter den Bäumen des Dorfangers unsere Loupings fliegen und uns von den Blumenfeen verabschieden, die nun in den Winterschlaf verschwinden.

We both look forward to the fall, really! Because nature becomes so colorful 🙂 We love it when  gails make the doors rattle, it`s soooo cozy then to sit in front of the fire with Dina and our Master. But now we use the last day of summer for flying loupings under the trees of the village green and say goodbye to the flower fairies who now disappear into hibernation.

Wir möchten uns noch bei den Malern ganz feenlieb entschuldigen, eine Erinnerung an den Sommer lässt ja wirklich den Winter mehr genießen. Die klare Winterkälte können wir so viel intensiver in Erinnerung an die Wiederkehr des Sommers genießen.

We’d like to apologize to all the painters. You are right, a reminder of the summer makes really like the winter so much more. We can enjoy so much more the clear cold of the winter in commemoration of the summer – as we know for sure it will come back.

Die schönsten Sommer finden in der Kunst statt
You will  find the best summers in arts
Selma

Maler II, Village Green, Cley next the sea, Norfolk Foto: Klausbernd Vollmar 2013

Aber morgen werden die Maler ebenfalls gegangen sein. Auch das ist das Ende des Sommers, wenn uns Einheimischen wieder der Dorfanger gehört und wir statt der Maler andere seltene Vögel beobachten 😉

But tomorrow the painters will also be gone. That’s the end of the summer as well when we locals have our village green for ourselves and we observe no the painters any more but other rare birds 😉

Liebe Grüße von Cley next the Sea
Love from our small village next the sea
Siri und Selma, die liebfrechen Buchfeen

Pictures are both by © Klausbernd Vollmar

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The Hollow Earth

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Die hohle Erde
Hollow Earth

Es gibt keine Grenzen. Nicht für den Gedanken, nicht für die Gefühle. Die Angst setzt Grenzen.
There are no limits, neither for our mind nor for our feelings. Fear sets limits.

Ingmar Bergman

Wir Buchfeen haben in Masterchens alten Studien zu seinem Roman „Tantes Tod“ etwas völlig Abgeknalltes über den Norden gefunden. Ich, Siri Buchfee, fand es zunächst zu verrückt, um es zu veröffentlichen. Aber ich, Selma Buchfee, meinte, dass es doch sooo spannend ist, was man von Newtons Zeit bis noch heute – es gibt wirklich noch immer Anhänger dieser Theorie – auf die Polargebiete projizierte. Ich gebe es ja zu, ich liebe diese kapriösen Theorien der Menschen. Außerdem ist uns Feen die Hohlerdtheorie, gar nicht so fremd. Da raunt man in Wales und Irland, dass, als der Mythos von Logos verdrängt wurde, also kein Mensch mehr an uns Feen glaubte, wir uns zusammen mit den Elfen unter Erde zurückgezogen haben, wo wir unser Leben fröhlich leben. Naja, so ganz stimmt das nicht. Wir sind doch hier bei unserem Masterchen und Dina.

We Bookfayries found in our Master`s old notes (for his German novel „Tantes Tod“) some amazingly crazy ideas about the North. I, the Bookfayrie Siri, thought it much too weird to be published. But I, her sister Bookfayrie Selma, thought it to be more than interesting what was projected onto the polar regions from Newton`s time onwards to nowadays – and you wouldn`t believe it there still some people around believing in this hollow earth theory. I admit I like those capricious ideas constructed by brainy people. Besides we fairies know this hollow earth theory as well. It`s said in Wales and Ireland that fairies together with elves retired under the surface of the earth, which was in times when the mythology was replaced by the rational thinking and nobody believed in fairies any longer. But that isn`t correct. You see, we Bookfayries live over ground with our Master and Dina.

Is here the entrance to the inside of the earth? (Artic Iceshelf)

Is here the entrance to the inside of the earth?
(Artic Iceshelf)

Die Gebiete unter dem Eis und besonders die Pole zogen seit jeher exzentrische Ideen an. So kam ab 1925 in Kreisen nationalsozialistisch Gesinnter die WEL abgekürzte Welteislehre in Mode, die annahm, dass die meisten Himmelskörper aus Eis bestehen. Sie wurde von dem deutschen Volksschullehrer Philip Fauth und dem österreichischen Pseudowissenschaftler Hanns Hörbiger vertreten. Rosenberg und Himmler bekundeten großes Interesse an dieser Lehre. In der magisch neutemplerisch ausgerichteten Thule-Gesellschaft wurde diese Lehre von Rudolf von Sebottendorff verbreitet. Sie verband sich mit der Holherdtheorie und der von Elmar Brugg vertretenen Lehre von der Wirkung kosmischer Kräfte. Diese einflussreichen Vorstellungen vom Norden treffen sich darin, im Norden einen Zugang zur Anderswelt zu sehen. Diese bizarre Theorie war die Reaktion auf Isaac Newtons Entdeckung der Gravitation und seinen Berechnungen, dass der Mond dichter als die Erde ist. Kein Geringerer als der englische Astronom Edmund Halley – dieser Kometenkerl – folgerte 1691 aus Newtons Annahmen, die Erde müsse hohl sein, denn man glaubte damals, alle Planeten und deren Trabanten müsste die gleiche Dichte aufweisen. Ferner nahm man an, alle Himmelskörper seien bewohnt. So war es selbstverständlich, die Hohlräume der Erde zu besiedeln. Die Erde als Kugel wird außen von unserer Welt belebt und innen gibt es eine weitere belebte Welt. Die beiden Eingänge zu dieser Innenwelt sollen nahe den Polen liegen, wobei man den Nordpol bevorzugte. Hier wurde der Lebensraum der ältesten und intelligentesten Lebensformen vermutet. Irgendwann, so hofften die Hohlerdgläubigen, wird von diesen Lebensformen eine Reinigung unserer Erde ausgehen. In der Thule Gesellschaft, die den Nationalsozialismus vorbereitete, wurde behauptet, dass sich die Herrenrasse in diese Innenwelt zurückgezogen habe.

The areas under ice as well as the poles were always kind of magnets for eccentric thinking. We remind you on WEL, the so called „Welteislehre“ (World-Ice-Theory) that became en vogue in fascistic circles from 1925 onwards. The idea was: all the planets and their moons consist of ice. The German teacher Philip Fauth and the pseudo-scientist Hanns Hörbiger spread this idea. Rosenberg (a kind of chief-ideologist of the early fascism) and Heinrich Himmler were quite taken by this idea. It was Rudolf von Sebottenbroch who then sponsored this idea in the esoeteric Thule-society. In this early fascistic and highly influencal society all this theories were combined with the hollow earth theory. This was easy because they all shared the idea that an entrance to another world lies hidden in the very North. This actually goes back to Isaac Newton who found out that our planet is lighter than its moon. The English astronomer Arthur Halley – know for this comet – concluded the earth has to be hollow in 1691 because scientist believed that all the planets and their moons must have the same density. Besides it was believed that all planets are populated and so it was thought that the inner earth is populated too. The outer surface of the earth is where our world takes place and on the inner surface there exists another world. The entrances to this world are situated near the poles, well, the North Pole was preferred. Through the North Pole one could reach the oldest and most intelligent living beings. From these beings, so the believers of the hollow earth theory were convinced, our planed will be „cleaned“ in the near future. In the Thule society, which prepared the NS state, it was claimed that the superrace was waiting on inside of our earth.   

Arthur Halley holding a diagramme of the inner worlds

Arthur Halley holding his diagramme of the inner world (looking quite determined)

Weniger rassistisch geprägt finden wir ähnliche Ideen bei Edgar Allan Poe z.B. in „Die Grube und das Pendel“ (1842). Den Text könnt Ihr Euch vorlesen lassen. Um nicht die Spannung vorweg zu nehmen, sagen wir nur, dass auch Poe einen polaren Eingang zum Erdinneren annimmt. Weiter ausgebaut hat diese Idee dann Jules Verne in seinem erfolgreichen Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1864), in dem der Protagonist ein deutscher – wie sollte es auch anders sein – Professor Otto Lindenbrock ist. Er findet ein in Runen geschrieben Manuskript von Snorri Sturluson – der die Prosa Edda an der Wende vom 12. zum 13. Jh. schrieb (hist. Person) – in dem ein isländischer Alchimist andeutet, dass man durch den Krater eines isländischen Vulkans zum Mittelpunkt der Erde reisen kann. Lindenbrock unternimmt kühn diese abenteuerliche Reise. 1924 veröffentlicht dann Wladimir Obrutschew seinen Roman „Plutonien“. Dieser spielt nördlich der Tschuktschen Halbinsel, dort wo Juri Rychtchëu herkommt, ein Romancier, der diese Gegend und das Leben dort genau beschreibt und den unser Master sehr verehrt. Also nördlich der Tschuktschen Küste erforschen Wissenschaftler ein unbekanntes Gebiet, das sie Fridtjof-Nansen-Land taufen. Als sie mit Hundeschlitten weiter gen Norden ziehen, gelangen sie ins Innere der Erde.

Not racist but similar ideas we Bookfayries find in Edgar Allan Poe`s works like „Arthur Gordon Pym“ (1838). Poe imagines an entrance to the inner earth at poles as well. This idea was further developed in Jule Verne`s very successful novel „Journey to the Centre of the Earth (1864).  The hero, the German (of course!) professor Otto Lindenbrock finds a runic manuscript by Snorri Sturluson (the writer of the Edda at the turn from the 12th to the 13th c. – a historic person) in which an Icelandic alchemist hints that is possible to travel to the centre of the earth through a volcanic crater. And so Lindenbrock set off to an adventurous journey. In 1924 the novel „Plutonia“ by the Russian author Vladimir Obruchev was published. This novel plays at the Tchuktchi peninsular (where the author Juri Rychtchëu comes from, a writer who describes this area and is one of the favourite novelists of our Master). North of the Tchuktchi coast Obruchev`s heroes find undiscovered lands which they call Fridtjof-Nansen-Land. As they go further North (on dog sledges) they reach the inner earth.

Cover of the first edition (we unfortunately don`t own)

Cover of the first edition (we unfortunately don`t own)

Wir fanden in Masterchens Bibliothek noch den Roman „Hohlwelt“ (1990) geschrieben von dem Mathematiker und Mitbegründer des Cyberpunks Rudy Rucker, der übrigens von sich behauptet, ein direkter Nachfahre, so ein Ururururenkel des deutschen Philosophen Hegel zu sein. Der Held Mason Reynolds gerät in Schwierigkeiten und trifft in Richmond/Virginia keinen Geringeren als Edgar Allan Poe, der seine Hohlerdtheorie beweisen möchte. Die beiden Zugänge zum Erdinneren liegen natürlich an den Polen und auf geht`s zu einer Expedition in die Erde.
Alle diese Romane bemühen sich, authentisch zu wirken, deswegen treten in ihnen stets Wissenschaftler bzw. ein anerkannter Dichter auf.

Die heutige UFO-Szene ist ebenfalls von solchen Träumen geprägt, wenn sie annimmt, im Inneren der Erde warten UFOs darauf, die Menschen zu evakuieren, falls eine ökologische Katastrophe eintritt. Die Ausflugschneise dieser UFOs liegt in Thule – und damit ist wohl nicht die amerikanische Air Base in NW Grönland gemeint.

We also found on Master`s bookshelves the novel „Hollow World“ written by the mathematician and co-founder of the cyberpunk Rudy Rucker. By the way, he claims being the grandgrandgrandson of the German philosopher Friedrich Hegel – we Bookfayries doubt that. Anyway his hero Mason Reynolds gets into trouble and is lucky to meet Edgar Allan Poe in Richmond/Virginia. Poe wants to prove his hollow earth theory with the entrance at poles and off they go for quite a wild expedition.
All these novels try to sound authentic therefore we find quite some scientist in them or a famous author.

The contemporary UFO-scene dreams similar dreams as well. They suppose that in the hollow earth UFOs are waiting to rescue people in case of an ecological catastrophe. The entry lane is situated at Thule – and they don`t mean that American air base in NW Greenland.

Here the out lights are shinig through - a window of the inner world (500 sm from the North Pole)

Here the outer lights are shinig through – a window of the inner world
(the nearest Masterchen came to the North Pole)

Die Hohlerdtheorie gibt es genau besehen in zwei Variationen. Die eine, die u.a. von dem französischen Metaphysiker René Guénon vertreten wurde, besagt, dass wir außen auf der Erdkruste leben und im Inneren der Erde sich das Reich von Agarttha befinde, in dem der König der Welt regiert. Nach der anderen Variation leben wir im Inneren der Erde und an den Polen gibt es nach J. Cleves Symmes aus Ohio und dem amerikanischen Religionsgründer Cyrus Reed Teed einen Zugang zur Außenwelt. Die Sonne ist der glühende Kern des Erdinneren, und wir sehen diese feinen Nordlichter, da im Norden die Welt noch ursprünglich ist, also aus Eis, und dünner. Durch das durchsichtige Eis würden Lichterscheinungen der Außenwelt gebrochen und gesehen. Wie das mit den Sternen erklärt wird, konnten wir nicht finden, aber ich Siri Buchfee meine, irgendwo dazu eine Erklärung gelesen zu haben, die jedoch so abwegig klang, dass ich sie gleich wieder vergessen habe.

The hollow earth theory exists in two variations. One is represented by the French esoteric René Guénon. He thinks we – the Bookfayries and you people – live on the outer surface of our earth but in the inside there is the kingdom of Agarttha where the King of the World resides. Following the other idea we actally live in the inside of our earth and at the poles there is the way out – so represented from two US Americans (of course!) J. Cleves Symmes from Ohio and the founder of a religion (!) Cyrus Reed Teed. What we see as the sun is the glow of the inner nucleus of our earth and those northern lights are seen through the ice as in the North our planet is more premordially consisting of ice and thinner anyhow. We couldn`t find how it is explained with seeing the stars but I, the Bookfayrie Siri, remember darkly having found an explanation – but it was so weird that I forgot it immediately.

Is that the glowing centre of the earth? (midnight sun)

Is that the glowing centre of the earth?
(midnight sun)

Diese zweite Variation der Theorie wurde in NS-Kreisen derart ernst genommen, dass angeblich Hitler während des Kriegs Dr. Heinz Fischer nach Rügen sandte, um mit einer Teleskopkamera die britische Flotte zu beobachten, die an der Innenseite der Erdkugel operiert.

The second version of the hollow earth theory was taken that seriously during fascism that reportedly Hitler did sent Dr. Heinz Fischer to the German island of Rügen to watch the British fleet operating on the inside of our earth with a special camera – that was during WW II.

Als Einführung in dieses fragwürdige Thema versteht sich das Buch von Joscelyn Godwin: Arktos. Das Buch der Hohlen Erde (Peinting 1997). In die faschistische Hohlerdtheorie führt anschaulich mit Bildern Miguel Serrano: Adolf Hitler – Der letzte Avatar (zu lesen auf http://www.unglaublichkeiten.com) mit Skizzen ein, obwohl wir unsicher waren, ob wir das anführen sollten. Aber aus historischen Gründen haben wir uns dazu durchgerungen.
You will find an introduction into the hollow earth theory in Jocelyn Godwin: Arktos (1993). If you can stand to be confronted with lots of fascist material and diagrammes concerning this theory have a look at Miguel Serrano: Adolf Hitler – Der letzte Avatar (in German only, on the website http://www.unglaublichkeiten.com).

Wiss. Lit.:
Scientific Literature:

  • Edmund Halley: An account of the change of the variation of the magnetic needle with an hypothesis of the structure of the internal parts of the earth (London 1692)
  • James McBride: Symmes` Theory of Concentric Spheres (1826)

McBride bewegte den amerikanischen Kongress dazu, Gelder für eine Expedition zum Südpol zu bewilligen, um die Öffnung in die innere Erde zu studieren. Die Expedition scheiterte wie viele Polarexpeditionen an einer Meuterei. Sie inspirierte E.A. Poe zu einigen seiner Werke.
McBride got the American Congress to finance an expedition to the South Pole to study the entrance to the centre of the earth. Like so many polar expedition this one found its end because of mutiny. 

Historische Lit.:
History Books (all in German only):

  • Niklas Goodrich-Clarke: Die okkulten Wurzeln des 3. Reiches (Graz, Stuttgart 1997)
  • Rudolf von Sebottendorf: Bevor Hitler kam (München 1933)

Von Sebottendorf, der maßgeblich für die esoterischen Gedanken der NS-Führung verantwortlich war, präsentiert in diesem Buch unter anderem die Idee der Herrenrasse des Nordens.
Von Sebottendorf, who influenced the Nazi-elite with his esoteric ideas, presents the idea of the superrace in this book.

  • Detlev Rose: Die Thule-Gesellschaft (Tübingen 2000)
  • Hermann Gilbhard: Die Thule-Gesellschaft (München 1994)

Fiction:

Wir haben oben im Text nur Bücher angeführt, die wir in Masterchens Bibliothek fanden. Hier ein grober Überblick.
We mentioned only those novels in the text above we found in our Master`s library. Here is a little summary.

  • Ludvik Holberg: Niels Klims unterirdische Reise (1741) – Niel`s Klims Underground Travels
  • Edgar Allan Poe: Arthur Gordon Pym (1838) – Arthur Gordon Pym
  • Edgar Allan Poe: Die Grube und das Pendel (1842) – The Pit and the Pendulum
  • Jules Verne: Reise zum Mittelpunkt der Erde (1864) – A Journey to Centre of the Earth
  • Wladimir Obrutschew: Plutonien (1924) – Vladimir Obruchev: Plutonia
  • Arno Schmidt: Tina oder über die Unsterblichkeit (1955) – not available in English
  • Rudy Rucker: Hohlwelt (1990) – The Hollow Earth
  • Das Computerspiel MYST, wozu Ryan Miller die Myst-Romane (1995) schrieb – MYST (computer game ad books)

Ja, da staunt Ihr genauso wie wir. Unsere alte Feenurgroßmutter sagte in solchen Fällen stets kopfschüttelnd „Was es nicht alles gibt.“ Aber immerhin hat diese Hohlerd-Theorie höchst lesenswerte SF-Literatur hervorgebracht.
Als wir Masterchen eben zeigten, was wir aus seinen Aufzeichnungen gemacht haben, meinte er, dass wir ganz vergessen hätten, die Reise ins Innere der Welt als eine Metapher zu sehen, ja als eine Aufforderung die Reise des Helden anzutreten, um unser eigenes Inneres zu erforschen.
Well, you are amazed, aren`t you? Our old fairie-grandgrandmother used to say: „It`s a funny old world, isn`t it?“ But anyway those theories inspired quite some Sci-Fi-literature worthwhile reading.
When we showed our beloved Master what we have written following his notes he reminded us that the journey to the inside of our earth is a metaphor for the inner journey, the journey down under our consciousness, the journey everyone has do to become him- or herself. 

Mit lieben Grüße von der sonnigen Erdoberfläche
With love from the sunny surface of our earth
Eure liebklugen Buchfeen Siri und Selma 🙂 🙂

All photographs by Klausbernd Vollmar, the cover of Jule Verne`s novel and the picture of Halley are taken from the Wikipedia archives

The Hell

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Das nebligkalte Totenreich oder der Eingang zur Feuerhölle
The cold and foggy realm of the dead or the entrance to the fires of the hell

Wohin auch immer wir reisen, wir suchen, wovon wir träumten, und finden doch stets nur uns
Wherever we travel to, whatever we are seeking for, we always find ourselves

Günter Kunert (German writer)

Uns Buchfeen hat besonders dieser Abschnitt von Masterchens Text verblüfft. Obwohl uns im Feenreich jede Vorstellung einer Hölle fehlt, fanden wir es doch spannend, wie die Menschen von diesem imaginären Ort besessen waren. „Masochistische Gedankengifte!“, meinte Siri. Erstaunlich ist, wie die Hölle mal als kalt und dann als brennend heiß gesehen wurde. Aber in einem imaginären Ort, dessen Vorstellung über Jahrhunderte der Disziplinierung der armen Christenmenschen diente, kann man eben alles hineinsehen, die Hauptsache war, er ließ den Sünder erschauern.

We Bookfayries were very much astonished about this paragraph of our Master`s text. Although we don`t have any concept of hell in our fairy world, we find it fascinating how much human beings have always been obsessed by this imaginary place.  „That`s masochistic, a poisonous way of thinking!“ commented Siri.
Isn`t it amazing how the hell was sometimes seen as cold and sometimes as burning hot? But such an imaginary place, which served for disciplining the poor believers for centuries, is open to every projection. It should frighten the believers, only that was important. 

KÄLTE
COLD

Einer der ältesten überlieferten „Reiseberichte“ vom Norden stammt vom Geografen Pytheas von Massilia (das heutige Marseille). Pytheas (380-310 vor unserer Zeitrechnung) brillierte als genauer Beobachter, der als erster feststellte, dass die Gezeiten vom Lauf des Monds abhängig sind, außerdem geht die Astronavigation auf ihn zurück. Er war es, der den Begriff „Ultima Thule“ nicht nur prägte, sondern auch vorgab, auf seinen Reisen diesen Ort gesehen zu haben. Freilich stellt sich die Frage wie bei allen Reisenden bis zu Marco Polo, welche Reisen er damit gemeint hat – die inneren oder die äußeren? Wie weit Pytheas in den Norden kam, weiß niemand. Sicher ist, dass er die Antike am Norden interessierte. Gebildete kannten damals den Arktoi, den Eisbären, dessen vage Vorstellung man wie die Götter an den Himmel projizierte. Es bürgerte sich ein, das Land unter dem Sternbild des Bären „Arktis“ zu nennen. Sie galt als letzter Außenposten vor dem Abbruch der Welt ins Nichts, wo bekanntlich die Schiffe herunterfallen, wenn sie weitersegelten, nachdem der unselige Kapitän seine Kleider in Panik zerfetzte und sich den Bart ausriss, wie es in arabischen Erzählungen, die klassisches Gedankengut bewahrten, beschrieben wird (z.B. in Tausendundeine Nacht in der Geschichte von Sindbad). Hier fällt der Seefahrer ins Totenreich, das nach antiker Vorstellung ein Ort des kalten Nebels ist, eine eisige Hölle.

One of the oldest journals about travelling North was written by the geographer Pytheas of Massillia (which we call „Marseille“ today).  Pytheas (380-310 B.C.) was a brilliant observer. He was the first one finding out that the tides are depending on the phases of the moon and he established star navigation as well. It was him who coined the phrase „Ultima Thule„. But not only this, he pretended to have seen Ultima Thule on his travels. We Bookfayries ask the question if his were journeys in the outside world or journeys into his inner worlds, a question one could ask all the travellers up to the times of Marco Polo. Nobody knows how far North Pytheas reached. But it was him who raised the interest in the North of the antique world. The educated people of the classic Greece times knew the „Arctoi„, the polar bear, but this was a vague conception that was projected into the heavens like the concepts of the Gods. From those times onwards the area under this constellation of the „Arctoi“ was called „Artic“. The Artic was considered as the last outpost before the end of the world, before that nothingness in which ships would vanish if they sailed further on, when the captain tore his clothes in panic and pulled out his beard like in the tales of Thousandandone Nights which preserved quite some ideas of the ancient classic world. The Artic was the place where the mariner would fall into the realm of the dead which was seen as the place of icy fog, as a cold hell.   

North Svalbard,the geological end of Europe

North Svalbard,the geological end of Europe

Charakteristisch für dieses frühe Bild des Nordens ist, dass das Unbekannte eine Projektionsfläche darstellt, auf der sich Inhalte unbewusster Ängste darstellen. Im Unbewussten sedimentieren Vorstellungen, die sich zu Archetypen kristallisieren, die bis hin zu den eisigen Höllenvorstellungen von Dantes „Göttliche Komödie“ wirkten. Der Norden wurde vom hyperboräischen Paradies zum nebligkalten Ort des Todes, ein Hintergrund, der wesentlich für die Heldenverehrung der Polarforscher speziell im 19. Jahrhundert war (bis diese zur Zeit von Shackletons missglückter Endurance-Expedition vom Kriegshelden verdrängt wurden).

It`s typical for this early picture of the North that the unknown provided a perfect screen for projections of unconscious fears. These concepts crystallized in a kind of archetype of the icy hell as you find it in Dante`s „Divina Comedia“ as well. The picture of the North underwent a change from the Hyperborean paradise to the icy and foggy realm of hell. These ideas are the background of the hero worship of the Artic explorers especially during the 19th c. It did not change before Shakleton`s Endurance expedition to the Antarctic during the first WW when it was replaced by war heroes.

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Pytheas Werk „On the Ocean“ ist verloren gegangen. Wir kennen es nur durch spätere Autoren. Genauer kann sich der interessierte Leser bei Tozer informieren:
H.F. Tozer: History of Ancient Geography (Cambridge 1897)
Pytheas manuscript „On the Ocean“ got lost. We know it only from later authors who mention and quote it. If you are interested you may read more about it in
H.F. Tozer: History of Ancient Geography (Cambridge 1897)

HITZE
HEAT
Lange nach Pytheas entstand im frühen, keltisch geprägten Christentum ein Traum vom Norden, der sich an Brendan (488-578) und sein Seereisen festmacht. Irische Mönche suchten den paradiesischen Ort im Norden, an dem sie ungestört in lieblicher Umgebung Gott nahe seien konnten, und fanden die Hölle.

In early Celtic Christianity, a long time after Pytheas writings, emerged another dream of the North which goes back to Brendan  (488-578) and his sailings up North. Brendan with some Irish monks was looking for a paradise where they could worship God undisturbed in lovely surroundings – but they found hell.

Beerenberg1

The Beerenberg (Bear Mountain) hides in fog what it uses to do for 360 days per year

Im 8. Jahrhundert wurden die Seereisen des Mönchs Brendan unter dem Titel „Navigatio Brendani“ zu einem Seefahrermythos vereint. Freilich wurde dieses Epos erst mehrere Generationen nach Brendan niedergeschrieben. Für ihn war Ultima Thule mit der Hölle verbunden und für Christen war die Hölle ein Ort des Feuers. Brendan will auf seiner wohl eher inneren Reise einen feuerspeienden Berg gesehen haben, der so schrecklich war, dass er für ihn den Eingang zur Hölle darstellte. Das kann der Beerenberg, der nördlichste Vulkan unseres Planeten auf Jan Mayen, gewesen sein, aber er mag auch isländische Vulkane erlebt haben oder von geografisch unspezifischen Träumen seiner Zeit geprägt worden sein.

The accounts of Brendan`s sailings were compiled under the title „Navigatio Brendani“ not before the 8th century, they were written down some generations after Brendan. For Brendan „Ultima Thule“ was close connected with the hell and as he was a Christian hell was a place of fire. Brendan reports of having seen a fire-breathing mountain on his travels far North – and again it is not clear if he speaks of an inner journey or a journey in the outside world. This fire-breathing mountain was for him without any doubt the entrance to hell. If Brendan`s journeys were „real“ he might have seen the Beerenberg, the farthest north volcano of our planet situated on Jan Mayen, or it might have been the Islandic volcanos farther South – or did he imagine all this following the zeitgeist?

The Beerenberg showed itself just for three minutes that day

The Beerenberg showed itself just for three minutes that day

Die an das Feuer gebundene Höllenvorstellung der Christen führte etwa tausend Jahre später bei der Missionierung der Inuit zu völligem Unverständnis. Für die Inuit wurde das wärmende und lichtspendende Feuer durchweg positiv gesehen. Eine christliche Hölle mit Feuer war für sie ein begehrenswerter Ort.

The Christian concept of hell and purgatory caused a total lack of understanding during the proselytisation of the Inuit about a thousand years later. Fire was seen as highly positive by the Inuit as it radiates warmth and light and so they thought of hell as a place to be, a kind of paradise. 

Lit.: Brendan: Navigatio Sancti Brendani (8.Jh.)

Brendan auf See - Brendan at sea. German manuscript from 1460

Brendan auf See – Brendan at sea. German manuscript from 1460

Wenn man in solcher Enge  die See befährt, nimmt es nicht Wunder, dass man von Höllenvorstellungen heimgesucht wird, meinen wir Buchfeen. Uns gefällt bei diesem illuminierten Manuskript der Fisch in der Form des Oroboros-Symbols. Dass hier der Fisch statt die übliche Schlange gewählt wurde, die sich in den Schwanz beißt, geht auf den Fisch als Symbol der Christen zurück, das heute zum Auto-Sticker verkommen ist.
Und wisst Ihr, dass es auch Höllen in Bibliotheken gibt? Ja, da wundert Ihr Euch.  „Kleine Höllen“ – der Fachausdruck lautet „Enfer“ (von L`Enfer die Hölle) – nennt man die Sammlungen pornografischer Bücher in Bibliotheken, Bücher, die bei Masterchen auf Regalbrett 5 stehen. Im Britischen Museum gibt es diese Höllen wie in der Bibliotheque National in Paris. Na, und wo sich die größte Hölle befindet, könnt Ihr Euch sicher vorstellen. Habt Ihr es geraten? Klar doch, in der Bibliothek des Vatikan mit 25.000 Bänden.

If you travel that crowded on a boat we Bookfayries find it quite normal to get ideas of the hell. We like the form of the fish in this illuminated manuscript. That`s the archetypal Oroboros-symbol. Usually it`s the serpent who eats its tail but the fish is chosen because the fish is the symbol for the Christians which you find today as a car sticker.
Do you know that hells really exist? You find them in libraries! The special term is „L`Enfer“ or short „Enfer“, these are the collections of pornography as you find them in the British Museum and the Bibliotheque National at Paris. But we supposed you have guessed where the biggest hell is to be found. Of course in the Vatican with more than 25.000 books.

So, das waren Masterchens Überlegungen zur Hölle. Wir würden nicht mit  J.P. Sartre sagen „Die Hölle das sind die anderen“, sondern „Die Hölle machen wir uns selbst“. Was meint ihr denn dazu? Grade gab uns Masterchen noch ein lustiges Zitat, von dem er leider nicht mehr wusste, woher er es hat: „Hell is the carrot and the stick in the chain letter that is Christian religion“.
These were our Master`s ideas about the hell. We would not say with J.P. Sartre the hell are the other people but „We produce our own hell for ourselves“ – or what do you think? Our Master just gave us a funny quote, unfortunately he has forgotten where he has taken it from: „Hell is the carrot and the stick in the chain letter that is Christian religion“.

Das nächste Mal werden wir über die verrückte Hohlerd-Theorie schreiben, die in der faschistischen Thule-Gesellschaft verbreitet wurde, aber auf die Engländer Sir Isaac Newton und Edmond Halley (dem Kometen-Kerl) zurückgeht. Bis dann, eine rundum feine Woche für euch alle
In our next post we will write about this crazy hollow-earth theory which was spread by the fashistic Thule-society but goes back to Sir Isaac Newton and Edmond Halley – the comet-guy. See you and have a happy week
Siri and Selma, Master`s busy Bookfayries 🙂 🙂

All photography © by Klausbernd Vollmar, the illumination of Brendan is taken from Google archives

  

The North in Literature

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Der Norden in der Literatur

Es sind schon Männer berühmt geworden, weil sie ein Fachgebiet gemeistert haben, dessen Bedeutung von ihren Zeitgenossen noch nicht erkannt worden war. Und ich habe die Literatur über die Arktis gemeistert.

Men became famous because they mastered a field which importance had not been acknowledge by their contemporaries. And I have mastered all literature about the Arctic.

Andrea Barrett, Jenseits des Nordmeers

Der Norden gleicht einer gestaltwandlerischen Frau, die den männlichen Geist mit ihren vielen Gesichtern verführt.
Lese ich über den Norden, verblüfft mich, wie unterschiedlich zu verschiedenen Zeiten der Norden gesehen wurde. Für die alten Griechen war er der unbesuchte Ort, der Paradiesvorstellungen anzog. Als kühne Seefahrer den Rand des Nordens berührten, schlug diese Sicht ins Gegenteil um. Der Norden wurde zur Hölle, zum gefährlichen Ort, der Menschen verschlingt. Der französische Seefahrer Jacques Cartier bezeichnete noch 1534 die arktischen Gefilde als das Land, das Gott Kain zugedacht hat. Als Ort der Extreme provoziert der Norden extreme Sichtweisen: entweder wird er zum gelobten Paradies oder zur menschenfeindliche Hölle.

The North is like an ever changing woman who seduces the male mind with many faces.
I am astonished reading about the North how different different times saw it. For the old Greec it was an unvisited place which attracted paradise-like projections. When brave sailors visited the edge of the North they saw the opposite: The North became hell, the dangerous place devouring people. The French sailor Jacques Cartier called the North „the Land God allotted to Kain“ in 1534. As a place of extremes the North provokes extreme views, either it is see as the promised paradise or as the hostile hell.

skull of a polar bear

The skull of a polar bear

 

Als die ersten Schiffe in den hohen Norden vorstießen, war es die Ausbeutung dieser jungfräulichen Gegend, die raue Burschen aus südlicheren Gefilden anzog. Ihr Blick war von ökonomischer Gier geprägt. Die Menschheit erlebte ihren ersten Ölboom, der mit gnadenlosem Abschlachten der Wale und stinkenden Tranküchen die weltferne Arktis vergewaltigte. Als die Säuger des Meeres abgeschlachtet waren, folgte mit den Trappern die systematische Dezimierung der Säuger des Landes.
Im 19. Jahrhundert und noch bis nach der Eroberung der Pole, war die Arktis das Land, in dem sich echte Kerle bewährten. Sie wurden als die ersten beschrieben, welche die Eiswüsten bezwangen und froh waren, nach ihren Eroberungen schnell wieder nach Hause zu kommen. Zugleich begann man zaghaft gegen Mitte des 19. Jahrhunderts sich für die Bewohner der Arktis zu interessieren und aus wissenschaftlichem Interesse den Norden zu bereisen.

When the first ships reached the far north it was the exploitations of these virgin lands which drew rough guys. Their view was dominated by avarice. The humankind experienced its first oil boom which raped the far away Artic with a merciless killing of whales and smelly cooking of blubber. The trappers arrived when nearly all the mamals of the sea were butchered to kill the mamals of the land.
In the 19th c. and even after the conquest of the poles the Artic was a place where real guys were proving themselves. They were described as the first ones who conquered the ice deserts and being happy to return home swiftly after their adventures. At the the same time the first scientist began tentavely to became interested in the inhabitants of the North (at the middle of the 19th c.) and started to sail North driven by scientific interest. 

An old trap for polar foxes. The bait was placed under those heavy stones which slaied the fox dead.

An old trap for polar foxes. The bait was placed under those heavy stones on the wooden frame which slayed the fox dead.

 

All diese Betrachtungsweisen leben in unserem heutigen Bild des Nordens fort. Sie finden ihren Niederschlag im Literarischen und den Sachbüchern über die Arktis, die seit Ende des zwanzigsten Jahrhunderts als idealisierter Ort der letzten Wildnis „in“ ist. Selbst die moderne Werbung nutzt die Faszination der Polargebiete, wenn sie textet: „Peary entdeckte den Nordpol, Amundsen den Südpol. Und ich bin die offizielle Entdeckerin des Ruhepols“ (Werbung für die Zeitschrift „mein schöner Garten“, Juni 2008).
In der Wahrnehmung der Inuit bezieht sich jede Landschaftsformation auf eine mythologische Geschichte. Landschaft und Mythos sind untrennbar mit einander verbunden. Die Landschaft bietet ein kollektives Gedächtnis und ist so nicht nur eine geografische, sondern auch eine psychologische Orientierungshilfe.

Als these approaches survived in our contemporary view of the North. You find them in fictional and non-fictional books about the Arctic which is in as the idealised place of the last wilderness since the the end of the 20th c. Even modern advertisment uses the fascination of the North by texting „Peary discovered the North Pole, Amundsen discovered the South Pole, and we discovered the Resting Pole“ (A German advertisment for a garden Magazine, June 2008).
In the perception of the Inuit every feature of their landscape is related to a mythological tale. Landscape and myth are inextricably connected. The landscape provides a collective memory and is not only a geographical but also a psychological guidance.

Johansen and Nansen leaving to the "Farthest North".

Johansen and Nansen leaving to the „Farthest North“.

 

Die kanadische Forscherin Sherrill Grace ist dem Konzept des Nordens in Kunst, Literatur und Geschichtsschreibung nachgegangen. Sie beschränkte sich zwar auf das arktische Kanada, aber was sie über den Wandel dieses Nordbildes aussagt, gilt weitgehend für die gesamte Arktis (Sherrill Grace: Canada and the Idea of the North, McGill University Press, Montreal 2001). Auch der britische Archäologe Robert McGhee stellt scharfsinnig dar, was unterschiedliche Zeiten auf „Ultima Thule“ projizierten und wie Landschaft und Wahrnehmung zusammenhängen (Robert McGhee: Human History of the Arctic World, Oxford University Press, Oxford 2005).
Grace ist weitaus spezifischer als McGhee, dessen Beobachtungen oft im Abstrakten bleiben. Er wollte eine Besiedlungsgeschichte der Arktis vorlegen, was ihm bis ins Detail gelungen ist.

The Canadian scientist Sherill Grace researched about the concept of the North in art, literature and history. All she is writing about the changes of our concepts of the North applies to the whole Arctic although she constricts her research to Arctic Canada (Sherrill Grace: Canada and the Idea of the North, McGill University Press, Montreal 2001). The British archeologist Robert McGhee also describes sharp-sighted what different times used toproject on „Ultima Thule“ and how landscape and perception are connected (Robert McGhee: Human History of the Arctic World, Oxford University Press, Oxford 2005).
Grace is more specific than Ghee whose reflection are often quite abstract. Ghee`s aim was to document the history of colonisation of the the Arctic and he succeeded even in minute details. 

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Walruses (Svalbard) – they were hunted for ivory

 

Warum interessiert sich ein „Südländer“ für das Bild des Nordens?
Beweisen nicht die Urlauberströme, dass der Süden der Ort des Glücks ist? Der Mitteleuropäer strebt zur Sonne und Wärme, als folge er dem kommunistischen Lied „Brüder zur Sonne, zur Freiheit …“. Dennoch gibt es eine wachsende Zahl von Nordland-Enthusiasten, die jenseits der Massen, elitär im Eis ihr Paradies suchen. Das erinnert an die Nordmänner bei ihrer Besiedlung Grönlands. Damals wie heute suchte man dicht besiedelten Gegenden zu entkommen und sich in menschenleerer Weite zu bewähren. Wie die Nordmänner ihr Paradies erlebten und wie es endete, wird anschaulich in Jane Smileys umfangreichen Grönland-Roman beschrieben, der das Leben dreier Generationen von etwa 1345-1415 beschreibt (Jane Smiley: Die Grönland Saga, Frankfurt/M. 1992).

Why is someone from the South interested in the North?
Do not prove the streams of tourists that the South is the happy place? People from central Europe are striving for the sun and warmth as they would follow the communist anthem „Brothers, to the sun, to the freedom, brothers get up to the light …“ Although there are a rising number of North-enthusiasts who far away from the masses look in a elitist way for their paradise.  They equal the Norsemen in their colonising Greenland. Back then as today one tried to escape densely populated areas and to prove onself in the unpopulated wilderness. How the Norsemen experienced their paradise and how it ended you can read in Jane Smiley`s colorful Greenland-novel which pictures the life of three generations between 1345 – 1415 (Jane Smiley: The Greenlanders, New York 1988).

Ittoqqortoormiit (NE Greenland) - an isolated "village" of hunters. Dog sledges in the foreground.

Ittoqqortoormiit (NE Greenland) – an isolated „village“ of hunters. Dog sledges in the foreground.

 

Die Arktis lässt uns Eiszeit assoziieren. Sie erzeugt Bilder vom „einfachen“ Menschen, die in einer hochkomplexen Gesellschaft idealisiert werden. Darauf beruht die Ethno-Mode, die den Iunuit als „letzten Wilden“ entdeckte. Wie sich die Vorstellung der Eiszeit gegen enorme Widerstände im 19. Jahrhundert verbreitete, stellt Edmund Blair Bolles unterhaltsam und faktenreich dar (Edmund Blair Bolles: Eiszeit, Frankfurt/M. 2003). Er beschreibt unter anderem, wie Louis Agassiz die Idee der Eiszeit verbreitete. Als diese Vorstellung akzeptiert war, wurde sie von der Volksmeinung mit unseren Ururahnen a la Familie Feuerstein bevölkert, mit primitiven Jägern einer Kulturstufe, der sich der viktorianische Mensch überlegen fühlte und von der er zugleich angezogen war. Eine Gesellschaft, die triebhafte Instinkte verdrängte, brachte Freuds Psychoanalyse wie die Faszination am Wilden hervor, die stets auch sexuelle Untertöne besaß. Wer hat nicht vom Frauentausch der Inuit gehört, der ähnlich erregte, wie die Schilderungen von Cooks Seeleuten über die willigen Südsee-Insulanerinnen?
Dass viele Forschungsreisenden in der Arktis Kinder zurückließen, wird in wenigen Werken erwähnt. Der Amerikaner Peary lieh sich z.B. über lange Zeit die schöne Eskimofrau Aleqasina aus, mit der er nicht nur zwei Kinder zeugte, sondern auch Nacktfotos im Pin-up Stil aufnahm (Vgl. dazu die Biografie von Otto Emersleben: Robert Edwin Peary, Berlin 1991). Selbst der rassistische Eskimologe Vilhjalmur Stefansson hinterließ seinen Sohn Alex in der Arktis, den er mit der Inuk-Näherin Pannigabluk gezeugt hatte und um den er sich nie kümmerte.
Neben dem Zauber der enthemmten Inuitfrauen faszinierte andere Reisende die Freuden einer reinen Männergesellschaft, obwohl über homoerotische Freundschaften nie bei den Forschungsreisenden zu lesen ist, obwohl man sich freudig in einem Schlafsack aneinander wärmte.
Ein arktisches Buch zu lesen, verspricht also nicht nur ein spannendes Abenteuer, sondern auch Aufregung und eine latente Erotik.

The Artic provokes the assoziation ice age. It produces pictures of  simple men who are idealized in a highly complex society. This is the basis of ethno-fashion which discovered the Inuit as the last savage. How the concept of an ice age became accepted after fierce oppositions during the 19th c. is brillantly and entertainingly documented by by Edmund Blair Bolles (The Ice Finders: How a Poet, a Professor, and a Politician Discovered the Ice Age, 2000). He describes the problemLouis Agazzis had to get his idea of an ice age accepted. When it was done it was peopled with a kind of family flint-stone characters by the common readers, with primtive hunters on a level the Victorians felt far above but at the same time felt drawn to. A sexual repressive society produced Freud`s psychoanalysis as well as the fascination of the „savages“ which always had sexual undertones. Who hasn`t heard of the Inuit exchanging women? This was equally exciting as the desciption of horney women of the South Sea by Cooks sailors.
That  quite some Arctic explorers left children behind is hardly ever mentioned in the literature. The American Peary borrowed the beautiful Inuit woman Aleqasina for quite some time. He did not only produced two children with her but also used her as a model for pin-up-style pictures. Even the racist anthropologist Vilhjalmur Stefansson left Alex behind, a sun he had with the Inuit women Pannigabluk. Needless to say, he never cared for Alex.
Besides the uninhibited Inuit women other explorers were fascinated by the joys of a group of men only. But one doesn`t read a word about homoerotic friendship although one liked to warm each other in one sleeping bag.
Reading a book about the Arctic does not only provides one with tales of adventure and tension but with exitement of latent erotic as well.       

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Publikationen von arktischen Reisen dienten zunächst durch die Verbreitung von Information der Erforschung dieser Gegenden, von denen man sich wirtschaftlichen Erfolg versprach. Ende des 18. Jahrhunderts kommt mit Samuael Hearnes Buch about Nordkanada (1795) und Mungo Parks Bericht von seiner Afrika-Reise (1799) die unterhaltsame Literatur über die Erforschung unbekannter Länder auf, in deren Tradition noch Nansens Bestseller „In Nacht und Eis“ steht. Dieses Buch kann man gemütlich im Bett seinem Partner vorlesen. Es ist ein Buch der Hingabe an die Naturkräfte, eines sich Auslieferns, wie Nansen es ausdrückte, ein Buch, das S. Freud seiner Kindern als Nachtgeschichte vorlas.
Im 19. Jahrhundert diente die Literatur über die Arktis zunehmend nationalem Interesse. Es ging darum, welche Nation wie weit in den Norden vordrang – eine Potenzprotzerei des „je tiefer, je besser“. Heute beherrscht die berechtigte Sorge um den Klimawandel das Interesse von Wissenschaftlern und Laien an den Polargebieten.

Publications of journeys to the Arctic served first of all the distrubution of information of an area which promised an economical success. Samuel Hearne`s explorations of N Canada (1795) and the records of Mungo Park (1799) about his African adventures started an entertaining literature about unknown areas. Still in this tradition F. Nansen wrote his bestseller „Farthest North„, a book about surrender to the powers of nature which S. Freud read to his children as bed time strories.
During the 19th c. the literature about the North served more and more national interest. It was important which nation reached how far North – one see this as a potency complex following the idea „the deeper the better“. The interest in the polar regions is nowdays dominated by the legitimate worry about global warming.

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Our Master far North

Man glaubt es kaum, endlich haben die Esoteriker den Norden und somit den grönländischen Schamanismus für sich entdeckt. Freilich beschäftigten sich bereits führende Esoteriker des deutschen Faschismus mit dem Norden (Thule Gesellschaft und ihre Hohlerd-Theorie), ohne jedoch den dort praktizierten Schamanismus zu beachten. Besonders erfolgreich vermarktet sich der grönländische Schamane Angaangaq, der gefühlskalten Europäern die Herzen mit „icewisdom“ erwärmt (Angaangaq: Schmelzt das Eis in euren Herzen! München 2010).
Wesentlich anmutiger und mit französischem Charme widmet sich der Erfolgsautor und Psychiater Francois Lelord dem Thema Inuit zugleich mit zwei Büchern (Hector und die Entdeckung der Zeit, München 2006 und Das Durcheinander der Liebe, München 2008). Spannend fand ich in „Hector und die Entdeckung der Zeit“ die unterschiedliche Zeitauffassung der Inuit, die schon den ersten Forschern auffiel. Amüsant sind die Erlebnisse des Inuit Ulik, der von einer Ölgesellschaft zu Werbezwecken nach Paris eingeladen und dort mit der europäischen Auffassung der Liebe konfrontiert wird. Einige seiner Erfahrungen im Norden hat übrigens auch unser Master in seinem Roman „Tantes Tod“ verarbeitet, in dem es in einigen Kapiteln um die Pläne der Ölmaffia in Grönland geht. Neugierig geworden? Die ersten 30 Seiten könnt ihr hier lesen. Viel Spaß!

At last the mytics discovered the North and the shamanism of Greenland. That`s not entirely new because leading mystics of the German fascists were already highly interested in the North, especialy the Thule-Society. But they followed the ideas of the hollow-earth-thery and weren`t interested in shamanism. It is Angaangaq, a shaman from Greenland, who successfully put on the esoteric market his „icewisdom“, which melts the hearts of cool Europeans.
The French bestseller author and psychiatrist Francois Lelord writes much more nifty and funny in two of his novels (Hector and the Discovery of Time and The Chaos of Love) about the Inuit way of life. In his novel about the time he points out how the concept of time in the Inuit society differs from our idea of time. Funny are the adventures of the Inuk Ulik in his second novel who was sent by an oil drilling company to Paris for advertisment reasons. There he is confronted with the European concepts of love and sex.
Our Master did write the novel „Tantes Tod“ (Death of an Aunt – unfortunately in German only) in which some of the action takes place in Svalbard and Greenland. If you read German just have a look into the beginning (the first 30 pages) here.   

Mit eiskalten Grüßen 😉
Greetings from
Siri und Selma, die munteren Buchfeen

Weitere Artikel auf diesem Blog zum Thema Arktis:
More posts about the Arctic on our blog:

und auf Dinas Blog – The World According to Dina:
and on Dina`s blog „The World According To Dina“:

All pictures by Klausbernd Vollmar except the Johansen-Nansen-photograph (Google archives) and that of our Master is taken by Monika Obser.

Ultima Thule

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Ultima Thule – das Paradies des Nordens
Ultima Thule – The Paradise of the North

Gemälde des Malers Church (1865)

Gemälde des Malers Frederic Edwin Church (1865)

I tried in vain to be persuaded that the pole is the seat of frost and desolution; it ever presents itself to my imagination as the region of beauty and delight.

 Vergeblich suchte ich mich zu überreden, der Pol sei der Ursprung des Frostes, der Trostlosigkeit. Stets bietet er sich meiner Vorstellung als ein Ort der Schönheit, der Freude an.
Mary Shelley, Frankenstein

Die griechische Klassik vermutete in der Arktis den Wohnort der Hyperboreer, jener glücklichen Menschen, die jenseits der Höhlen wohnten, von denen Boreas, der Nordwind, wehte. Das Land dieses Volkes wurde als paradiesisch gesehen. Da zu dieser Zeit keiner der südlicher wohnenden Menschen den hohen Norden gesehen hatte, diente Ultima Thule, wie der äußerste Norden genannt wurde, als Projektionsfläche für verwegenste Vorstellungen. Reisende, die vorgaben, in diese Bereiche vorgedrungen zu sein, erzählten bizarre Geschichten von einer Anderswelt, die märchengleich ihr Publikum faszinierten. Eine der beliebtesten Geschichten war die der vier Flüsse, die am Nordpol in einen Abgrund stürzen, eine Annahme, die noch Mercators Weltkarte prägte.

The classic Greek writers supposed the Arctic to be the home of the Hyperboreans, those happy folks living beyond the caves from which Boreas, the northerly winds are blowing. The land of these happy people was seen as paradise. No man from the South had seen Ultima Thule, the highest north, at this time which was therefore the ideal screen for boldest projections. Explorers who pretended to have seen the highest North told bizzare tales about an otherworld which fascinated their audience. One of the most liked tale was that of the four rivers which fall into an abyss at the North Pole, a presumption which formed Mercator`s famous map of the world

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Das Land der Hyperboräer wird durch Berge vor kalten Winden geschützt, so dass in ihm ewiger Frühling herrscht und das ganze Jahr hindurch Früchte reifen. So nahmen es die griechischen Dichter Hesiod (um 700 v. Chr.) und Homer an und prägten die Vorstellung vom eisfreien Polarmeer, die noch der deutsche Geograf August Petermann im 19. Jahrhundert vertrat. Der erfolgreiche Walfänger Scoresby von Whitby war einer der wenigen, die sich skeptisch äußerten.

The lands of the Hyperboreans was sheltered from cold winds so that all the year round there was spring and all the fruits were ripening. At least that thought the Greek poets Hesiod (about 700 B.C.) and Homer and so they coined the idea of an ice free polar ocean, an idea which was believed by German geographer August Petermann and many others in the 19th c. still. One of the most successful English whalers, W. Scoresby from Whitby, was one of the few skeptics. 

Inland Svalbard

Inland Svalbard

Die realitätsferne Idee der edlen Hyperboräer überlebte lang. In Friedrich Nietzsches Philosophie treten die „neuen Hyperboräer“ auf (in seinem Essay „Der Antichrist“ von 1895), die eisgetesteten und kältegestählten Männer, die dem Ideal des viktorianischen Forschungsreisenden oder dem des Übermenschen entsprachen und die uns wieder in nationalsozialistischen Vorstellungen von der Herrenrasse im Norden begegnen. Sie erscheinen in der Gestalt von Forschern, den bärtigen Ehrgeizlingen mit Frostbeulen, die mit größter Willenskraft einem Schneesturm trotzen.

This idea of a warm polar sea and the noble Hyperboreans was long surviving. In the philosophy of Friedrich Nietzsche you find the „new Hyperboreans“ (in his essay „The Anti-Christ“ from 1895), ice tested and cold proved men who were the ideal of the Victorian explorers or the supermen as we find them in the fascistic conception of a superrace of the North. Those men appear as hardy explorers, ambitious fellows with wild beards and frostbites, who withstand with huge willpower every blizzard.

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This place in the inner Scoresby Sound/NE Greenland is called „The Church“

In Derek Hayes historischem Atlas der Arktis kann man blätternd anschaulich den Wandel des Bildes vom hohen Norden nachvollziehen.
If you want to see the changes of our concept of the Arctic regions have a look at
Derek Hayes: Historical Atlas of the Arctic (Douglas & McIntyre, Vancouver 2003)

Wer die deutsche Sprache vorzieht, dem bietet folgendes Buch ähnliche Informationen.
The following book provides similar information in German
Dreyer-Eimbeck, Oswald: Island, Grönland und das nördliche Eismeer im Bild der Kartografie seit dem 10. Jahrhundert (Wiesbaden 1987)

Wer sich für das Bild der Arktis in der Kunst interessiert, findet auf dem Blog von Susanne Haun speziell in den Kommentaren weitere interessante Auseinandersetzungen (z.B. über die künstlerische Darstellung von Eis).
Those who are especially interested in our projections onto the Arctic will find discussions on the blog of Susanne Haun – in the commetaries about how to paint and draw ice (but in German only).

NACHTRAG
ADDENDUM

Wir Buchfeen verraten euch kühn ein Geheimnis von Masterchen und Dina: Masterchen schrieb einen ellenlangen Artikel über den Norden als Geschenk für die liebe Dina, die ihm gaaanz viele Bücher über den Norden besorgt hatte. In diesem Blog stellen wir gekürzte Auszüge daraus dar. Wir werden weitere Posts dazu folgen lassen – z.B. zum Wandel des Nordbilds vom späten Mittelalter bis heute, erotische Projektionen auf die Inuit, Ultima Thule als Tor zur Hölle, die Arktis als Ort, der Helden schafft und einige Aspekte mehr. Hinter diesem Manuskript, das wir in Dinas Schublade unter ihren weißen Hemdchen fanden, verbirgt sich etwas Besonderes: Masterchen weckte nämlich in Dina, die in Deutschland lebt, die Liebe zu ihrer Heimat, eben den Norden, wie Dina Masterchen dazu brachte, seine Liebe zu Deutschland zu entdecken, wo er geboren wurde, aber die kürzeste Zeit seines Lebens lebte. Ist das nicht verrückt: Ein Deutscher weckt in einer Norwegerin u.a. mit diesem Text ihre Liebe zum Norden, wie eine Norwegerin einem Deutschen sein Land nahebringt?!

We, the Bookfayries, have to tell you a secret, a secret of our dear Master and our beloved Dina: Our Master wrote an incredibly long text about the North as a gift for Dina because she provided him with many, many books about the North. With this post we present you an abridged excerpt from this text. Some more articles will follow, if you are interested,  like the erotic projections on the Inuit, Ultima Thule as the entrance to hell, and the Arctic as a place creating heroes. There is a funny story concerning Master`s gift to Dina, which we found in Dinas drawer under her white vests. Our Master triggered in Dina, who is living in Germany, her love for the North, her homelands, as Dina triggered in our Master his love for Germany, where he was born but lived the shortest time in life. It needed a German and this gift to make a Norwegian love her country as it needed a Norwegian to make a German love his country – absurd, isn`t it?!

Fata Morgana

An arctic Fata Morgana caused by the reflections of islands some hundred sm away. Such atmospheric inversions tricked quite some explorers.

Liebe Grüße
Love

the happy Bookfayries Siri and Selma 🙂 🙂

All photographs are taken by Klausbernd Vollmar on various expeditions to Greenland, Jan Mayen, and Svalbard. The reproduction of the painting of F. E. Church is taken from the Google-archives.

Artichoke

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Siri + Selma

Siri + Selma

Durch den Besuch der Gärten Kents angeregt, begannen wir unseren Garten feenfein zu machen. Da fielen uns gleich die riesigen Artischocken auf, die Goethes Leidenschaft waren. Er baute sie an und nannte sie geradezu zärtlich „Fürtreffliche Stachelköpfchen“, „Liebchen“ (!) und „musterhafte Distelköpfe“. Der Herr Geheimrat war doch wohl nicht auch in die Artischocken verliebt gewesen?
Eigentlich haben wir von Masterchen gelernt, jede Distel sogleich auszustechen, aber das sind wohl privilegierte Disteln. Sie zeigen sich wirklich als Königin der Gemüse durch ihren enormen Raumanspruch. Wenn ihr einen kleinen Garten habt, Hände weg von Artischocken! Wir haben die Sorte Global Ball, die ihrem Namen Ehre macht.

Rosen 26

Inspired by our holiday in the beautiful gardens of Kent we started „serious gardening“ at home. For one week we were very busy. So we came into touch with our huge artichokes which were the passion of the German poet Goethe. He used terms of endearment talking and writing about his darlings.
We learned from our Master that thistles have to be dug out immediately but those thistles are privileged. The artichoke is seen as the queen of vergetables. And a queen it really is if you see how much space she takes up. If you own a small garden, hands off artichokes. We have about 6 plants of Global Ball taking up a big corner of our garden.   

Rosen 030

Über die arabische Welt erreichte die Artischocke im Hochmittelalter Europa, ab dem 16. Jh. begann ihre Kultivierung in Europa und im 18. Jh. wird es in Deutschland richtig schick, Artischocken zu essen, so etwas Besonderes, dass Christiane Vulpius ihrem Lebensgefährten Goethe mitteilte, dass sie bereits zweimal Artischocken aus dem Garten gegessen habe.

Originated in Egypt the artichoke came via the Arabic world to Europe in the 13th century, but not before the 16th century it was grown in gardens and in the 18 th c. it became very posh in Central Europe to eat artichokes. So posh that Christiane vulpius, Goethes lover, mentioned in a letter to Goethe that she ate two artichokes from their garden.

Rosen 028

Aber wir verraten euch, unsere Nachbarn wie auch Masterchen ernten keine einzige Artischocke; sie lassen sie blühen. Mit ihren riesigen Blättern und der leuchtend blauen großen Blüte ist die Artischocke der Star im Garten. Wir alle haben natürlich schon von unseren Artischocken gegessen. Klar, sind die lecker, aber zu viel Aufwand, sie zu bereiten – außer vielleicht, wenn man die jungen dicken Knospen einfach ins Kochwasser wirft (das lasen wir gerade).
Zur Goethezeit hat man die Artischockenböden meist gebacken genossen. Gut vertragen sie sich mit Spargel, Krabben und Krebsen – sehr lecker! Wenn ihr sie kocht, dürft ihr auf keinen Fall Aluminiumtöpfe benutzen! Die verleihen den Artischocken einen metallischen Beigeschmack und bleichen die Pflanzen dazu noch aus.
Die großen unteren Blätter der Artischocke, die als erste vergammeln, sind bestes Kompostmaterial.

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But we have to tell you that our neighbours as our Master don`t harvest their artichokes, they let them blossom. With its huge bright blue flower is the artichoke the star in our garden. Of course, we all eat our artichokes too, they are tasty but it`s quite some work to prepare them – although we just read one can throw the young butts into boiling water and eat them cooked.
At Goethe`s time the bottoms of the artichokes were baked in the oven. Very yummy they are in combination with asparagus and shelled seafood. If you cook artichokes never ever use aluminum casseroles because they produce a metallic taste and take away the colour.
The lower big leaves of this plant are rotting in autumn. Your compost heap will love them.

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Außer dass die Artischocken einige Vitamine besitzen (Provitamin A, Vitamin B, C, E) hat Masterchen vor einiger Zeit geradezu alchimistisch mit Artischocke und Mariendistel herumprobiert und zwar welche Wirkung sie auf das Betrunkensein und den Kater am nächsten Morgen haben. Mehr aus Witz hat eine kleine Gruppe richtige Testreihen mit biologischen Artichoken-Heilmitteln (gegen Lebererkrankung wegen ihrer Bitterstoffe) durchgeführt. Ergebnis: starke Reduzierung des Katers und späteres Betrunkenwerden. Wir müssen euch sagen, es gab einen Freund von Masterchen in Cley, wenn er bei dem eingeladen war, überlebte er nur nur nach dem Einwurf solcher Artischockenprodukte. Jetzt versteht ihr, warum die Artischocke ein Symbol des Wohlergehens und des Wohllebens ist. In Südeuropa ist man der Ansicht, dass sie nicht nur schlechte Laune, sondern ebenfalls Dämonen vertreibt.

Rosen 021

You get from the artichoke vitamins like B, C, E and pro-vitamin A , but our Master was much more interested what the artichoke does to our liver. Like the alchimists he with a little group of friends started experiments finding out that biological medicine made of artichokes diminishes the hang over after heavy drinking and let one becoming drunk slower. Well, our Master has had a friend in Cley, he could only survive visiting him by eating this artichoke-medicine. Now we understand why the artichoke is a symbol of well being and a frugal lifestyle. In southern Europa people believe this plant expels bad mood and even demons. 

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So, jetzt müssen wir uns wieder unserem Garten zuwenden. Aber zum Schluss noch schnell eine Artischocken-Anekdote: Letztes Jahr waren einige Artischocken von Blattläusen eingehüllt. Dann kam ein riesiger Marienkäferschwarm, der nun die Artischocken umhüllte. Als er sich nach zwei Tagen satt gefressen hatte, flogen die Marienkäfer weiter und ließen prächtige ungezieferfreie Artischocken zurück. Marienkäfer sind sooo viel besser als „Bayer Garden Pest Control“- nur dass die meistens nicht kommen, wenn man sie dringend benötigt 😦

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Now the garden is calling again. Last not least a tale about my artichokes: Some artichokes were covered with lice last year. One day a big swarm of ladybirds arrived covering now all the artichokes. After two days their feast was ended and they flew off leaving behind healty bug free artichokes. This is better than Bayer Garden Pest Control – unfortunately the ladybirds don`t come on call 😦

Garten 080

Ganz liebe Grüße aus dem Garten von
Greetings from our garden
Siri und Selma, gärtnernde Buchfeen/gardening Bookfayries

Many thanks to Dina for photographing the artichokes in our garden with the help of Selma.

On Luck

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Siri + Selma

Siri + Selma

Wir Buchfeen trauten unseren Augen kaum, da bekamen wir, gerade aus dem Urlaub zurück, eine Einladung zum Glückscoaching. Das weiß doch jeder, Buchfeen sind glückliche Wesen zurückgehend auf den ehrenwerten Stamm der Glücksfeen! Wir bezweifeln kichernd, dass ein Glückscoaching die Menschen glücklich machen kann, selbst den Coach nicht, der sich niedlich verbissen um ein glückliches Aussehen auf seinem Foto bemüht. Je mehr du dich ums Glück bemühst, je weiter entfleucht es, habt ihr das nicht auch schon bemerkt? Wenn du dich bemühst, glücklich zu sein, verschwindet das Glück wie der Rauch im Wind, das erkannte bereits im 19. Jh. der englische Volkswirtschaftler John Stuart Mill.

We Bookfayries hardly believed our eyes, we just returned from our holiday as we received an invitation to a coaching for becoming a lucky and happy person. We thought everyone would know that Bookfayries are happy beings who are related with these fairies of luck. We doubt it giggeling that such a coaching brings luck and happiness to the participants – not even to the coach who was trying so hard to look happy on his picture. The more you try to become a lucky person the farther any luck runs away from you – have you noticed this too? If you try to be a lucky person you chase the luck away, this recognized John Stuart Mill in the 19th c. already.

Glück_collage

Unser Master zeigte uns etwas ganz Verblüffendes, als wir mit ihm im Pub vorhin beim Pint über das Glück sprachen, nämlich eine Glücksformel
G = V + L + W (Glück ist Vererbung plus Lebensumstände plus Wille)
Selma hätte fast ihr warmes Bier ganz unfein über den Tresen geprustet.

As we talked to our Master in the pub to a pint of real ale he showed us something utterly amazing: a formular for luck
L = H + S +W (Luck is heredity plus your situation in life plus willpower)
Selma snorted and nearly blew her mouthful of the warm beer over the bar.

wolframZu Hause zurück beschwingt vom Bier, und Masterchen hatte auch einen doppelten Whisky dazu genossen, haben wir in „alten buochen“, seiner mittelalterlichen Literatur, nach einem Glücksrezept gesucht. Bei Wolfram von Eschenbachs „Willehalm“ sind wir fündig geworden:

Küsse keck das holde Weib und drück es fest an deinen Leib.
Denn das gibt Glück und hohen Mut, so fern sie züchtig ist und gut.

Das sagte uns schon eher zu, „mehr down to earth“ wie Selma meinte, wenn wir jedoch das mit der Züchtigkeit augenzwinkernd in Frage stellten.

Back home a little tipsy from the pints – and Masterchen even drank a double whisky as well – we were searching the medieval books of our Master for recipe for becoming a happy and lucky person. We found this verse in the epic „Willehalm“ by Wolfram von Eschenbach (German poet, 13th c.):

Kiss brave the graceful lady, hold her tight to your body.
So you are getting luck and happiness as long as she shows chastity and is good.

This idea we liked much more. „More down to earth“ as Selma said with a blink, „if we forget about the chastity.

Siri kam dann mit Dostojewski und gerade in „Die Dämonen“ fand sie mit Buchfeenlist ein Zitat, dem wir voll zustimmen konnten:

Alles ist gut. Alles. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort, im selben Augenblick.

Masterchen holte noch das dicke Buch von diesem amerikanischen Kreativitätsforscher mit dem unaussprechlichen Namen, diesem Herrn Schick oder so (Mihaly Csikszentmihalyi heißt er richtig, Siri hat`s nachgeschaut), also dieser Forscher, der den Begriff des Flow geprägt hat. Er meint, da können wir ihn nur recht geben, wenn du völlig versunken mit roten Bäckchen und Glitzeraugen etwas tust, dann stellt  sich das Glück ein.

Siri found in Dostoyevsky`s novel „Demons“ (1872) with her Bookfayrie wisdom a quote we could fully agree to:

Everything is fine. People are unhappy because they do not know that they are happy. That is the only reason, that is all, nothing more! Who sees this will become happy, immediately.

Our Master fetched that big volume from this American scientist with the unpronounable name Mr Czik or so (his real name is Mihaly Csikszentmihalyi actually, Siri looked it up), that is the one who coined the phrase „Flow“. He writes if you become like a child immersed in something with a reddish face and sparkling eyes then you experience luck and happiness. We agree to this as well.

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Viele haben über das Glück geschrieben wie Bertrand Russel (Eroberung des Glücks), Arthur Schopenhauer (Die Kunst, glücklich zu sein) stellte 50 Regeln fürs Glücklichsein auf, natürlich dürfen Goethe und der Dalai Lama nicht fehlen. In den USA scheint man unglücklicher zu sein, weswegen es dort im Ggs. zu Europa von Glücksforschern nur so wimmelt (Ed Diener, David T. Lykken und David Myers, um nur einige zu nennen). – Kennt ihr unseren Freund Hector (aus dem Roman von F. Lelord)? Er begab sich auch auf der Suche nach dem Glück.

Many did write about luck like Bertrand Russel, Arthur Schopenhauer even gave his readers 50 rules for becoming a lucky and happy person, and of course Goethe and the Dalai Lama thought about luck as well. In the USA people seem to be quite unhappy because there you find masses of „scientist“ researching about luck (not so in good old Europe) like Ed Diener, David T. Lykken and David Myers to mention some of the most decent ones only. – Do you know our friend Hector (from the novel by F. Lelord)? He was searching for luck too.


Kurzum, wir Buchfeen glauben, je weniger man sich um das Glück bemüht, je weniger man selbstbezogen ist und immer nur ICH, ICH, ICH im Kopf hat, je mehr man sich auf das Wesentliche beschränkt, desto schneller stellt sich oft unbemerkt das Glück ein. Aber wie bemerkte bereits der kluge Marcel Proust:

Glück ist gut für den Körper, aber Kummer stärkt den Geist.

Stimmt das für die Menschen, fragten wir Buchfeen uns, oder ist das nur so ein neoromantischer Spruch vom Kult des leidenden Genies geprägt, wie Proust eins war?

To cut a long story short, we Bookfayries believe the less you try to be lucky and happy, the less you are egocentric only thinking I, I and I again, the more you constrict yourself to the essentials the more likely you become – quite often unaware of it – lucky and happy. The clever Marcel Proust found out:

Luck is good for the body but sorrow strengthens the mind.

Does that apply to humans, did we Bookfayries asked ourselves, or is that a neo-romantic idea coined by the cult of the suffering genius (like Marcel Proust)? 

Ihr kennt sicher das Märchen vom Hans im Glück, dieser Bursche, der nach Verlust all seines Besitzes sein Glück findet. Fast könnte man denken, der biedere Hans hätte Erich Fromm gelesen. Aber ein wenig regressiv ist dieses Märchen schon, das höchste Glück besteht für Hans darin, zu seiner Mutter zurückzukehren. Well …

Und zum Schluss noch ein Zitat des des ironischen Aufklärers Voltaire:

Es ist komisch, dass kein Mensch mit Esprit ein Glück möchte, das auf Dummheit gegründet ist, und doch ist es klar, dass man dabei einen guten Tausch machen würde.

You surely came across the fairytale of „Hans in Luck“ (Grimm brothers, collection of 1812). In Northumberland there exist a similar tale of  „The Hedley Kow“, like Hans the character persuades herself that every change is a proof of her luck until she owns nothing anymore. Hans looses everything and one could imagine he had read Erich Fromm because that makes him happy. But we find his fairytale a bit too regressive because his highest luck is returning back to his mother.

Last not least a quote of the proponent of Enlightenment Voltaire

It is funny that no person with esprit wants luck which is based on foolishness although that would be a good barter.

Und nun sind wir einfach glücklich mit unserer Dina und unserem Masterchen ohne Wenns und Aber und die Ratgeber zum Glücklichsein benutzen wir zum Feuermachen, denn ein schönes Feuer im Kamin ist ein großes Glück.
Wir sind sooo neugierig, von euch zu lesen, was ihr über das Glück denkt. Bitte, bitte verratet es uns.

And now we are just happy with Dina and our Master without any doubts and we use the guidebooks for luck for lighting the fire because a nice roaring open fire is luck.
We are very, very curious what do you think about luck. Please, be so kind to let us know.

DON´T WORRY, BE HAPPY
mit lieben Grüßen eure Buchfeen Siri und Selma
with love and fairydust from your Bookfayries Siri and Selma

We thank  Dina very much for her collages. This picture of the knight shows „herre Wolfram“ (Wolfram von Eschenbach) as he is shown in the Manesse Manuscript (Codex Manesse, a collection of the songs of the ministrels), an illuminated manuscript from the early 14th c. that our Master loves very much.