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Capturing the last summer day

Veröffentlicht am

Ah, summer, what power you have to make us suffer and like it.

Russell Baker

So sieht es auf unserem Dorfanger aus, wenn mit dem scheidenden Sommer die Touristen mit den Schwalben verschwinden, arktische Vögel zum Überwintern in sonnenverdunkelnden Schwärmen einfliegen und eifrige Maler aus ganz England kommen. Ehrlich gesagt, müssen wir Buchfeen denen immer neugierig über die Schulter schauen, wie sie den letzten Augenblick des Sommers, mit freilich künstlerischer Freiheit, dokumentieren.

So it looks like on our village green when with the disappearing summer and the swallows the tourists will leave, when arctic birds arrive in flogs darkening the sun and avid painters from England. Frankly we Bookfayries always have to look curiously over their shoulders to see how they document the last moment of summer, with artistic freedom of course.

Siri: „Guck mal, die Armen versuchen das Flüchtige zu verewigen und bemerken mit Schrecken, dass die eben gesehene Wolke beim ersten Pinselstrich bereits weitergezogen ist. Und Vögel fliegen durchs Bild, das muss sie doch ganz verrückt machen.“
Selma: „Und weißt du was? Ihre werdenden Bilder sehen alle ähnlich aus, fast gleich. Hihi, wie bei den berüchtigten Ferienfotos oder früher, welch ein Graus, Großvaters Feriendias.“
Siri: „Jeder nimmt auf seine Weise wahr, das sagt doch immer Masterchen, aber Pustekuchen, diese Bilder lassen schwer an der Individualität der Wahrnehmung zweifeln.“
Selma: Weißt du, der Sommer haut ab und mancher möchte ihn gern festhalten, nur für ein paar Tage noch, und da wird auf Teufel-komm-heraus idealisiert. Sieh, sie teilen sich alle ein Sommerideal.“

Siri: „Look, these poor painters try to immortalize the fleeting moment and note with horror that the clouds they are painting have already moved since the first stroke of their brush. Painting birds flying around must make them crazy.“
Selma: „And look! All their pictures in the make look similar, almost identical. Hihi, it`s like those notorious holiday photos or do you remember, what a horror, when grandfather was threatening to show his vacation slides? „
Siri: „Everyone perceives in his own way, our Master told us, but nope, these images let me doubt the individuality of perception.“
Selma: You know, the summer is running out and these painters would like to keep him and so they all idealized this late summer mood. Well, they all share the same ideal of a summer.“

Wir lachen uns, ehrlich gesagt, schief darüber (aber nur ganz leise – Dina und Masterchen haben uns ja zur Höflichkeit erzogen), wie diese bemühten Maler sich gegen den ständigen Wandel des Abzubildenden auflehnen. Irgendwie hängt das doch, erinnern wir uns dunkel auf der sonnigen Wiese hockend, mit diesem Verhältnis von Zeichen und Bezeichneten zusammen, diesem „Signifakat-Signifikant-Gedöns“ – der Ausdruck stammt von mir, der liebklugen Selma, die die Sachen beim Namen nennt 😉

We laugh about (but very quietly only – Dina and our Master have brought us up to be polite) how these painters try to rebel against the constant change images. We recall only vaguely there is somehow this problem of that dodgy relationship of signs and the signified involved, this “Signifakat – Signifikant – Thingy“.

Selma: „Und hast du bemerkt? Schau dir mal Masterchens erstes Foto an, die beiden Maler stehen doch genau in der Haltung, die wir von Bildern ihrer berühmten Kollegen kennen. Immerhin stimmt die Haltung. Masterchen sagt doch (nicht gerade originell, naja …) die rechte Haltung ist das Wesentlichste.“
Siri: „Siehst denn nicht, Liebschwesterlein, die verlieren ihre Seele an den Teufel, da sie aus der Situation fallen. Sie ziehen sich zurück, weil sie das zu bannen suchen, dessen Essenz in der Vergänglichkeit liegt.“
Selma: „Kommt daher diese so romantische Hassliebe der Einsamkeit des Künstlers? Völliger Quatsch, wenn du mich fragst.“
Siri: „Sie rauben dem Augenblick das Leben und damit ihrem eigenen Erleben. Der Abbildende wehrt ängstlich die Totalität ab, die der Seele – jener undefinierbaren Einheit – zu eigen ist.“

Selma: „Come on, look at our Master`s first photo, the two painters how they are standing … Don`t they show exactly this attitude we know of pictures of her famous colleagues? Nevertheless, the right attitude is the most essential as our Master always says – not exactly original, isn`t it? „
Siri : „Don`t you see, my sweet sister, they lose their souls to the devil, because they fall out of the situation. They isolate themselves trying to capture a situation whose essence lies in changing.“
Selma : „Is this the artist`s romantic love-and-hate relationship with loneliness? Utter nonsense , if you ask me !“
Siri : „They steal the moment`s life and thus cutting down their own experience. The producer of pictures anxiously fends off totality, which makes the soul – that indefinable something – of every reality.“

Mit dem Dokumentieren beginnt die Entseelung der Welt
Documenting is the beginning of making our world lifeless

Siri

Maler, Village Green, Cley next the sea, Norfolk Foto: Klausbernd Vollmar 2013

Wir beide freuen uns auf den Herbst, wirklich! Weil alles da so fein bunt wird. Wenn`s draußen stürmt, dass die Türen klappern, finden wir es soooo gemütlich mit Dina und Masterchen vorm Feuer zu hocken. Aber auch wir nutzen den letzten Tag des Sommers, indem wir gleich unter den Bäumen des Dorfangers unsere Loupings fliegen und uns von den Blumenfeen verabschieden, die nun in den Winterschlaf verschwinden.

We both look forward to the fall, really! Because nature becomes so colorful 🙂 We love it when  gails make the doors rattle, it`s soooo cozy then to sit in front of the fire with Dina and our Master. But now we use the last day of summer for flying loupings under the trees of the village green and say goodbye to the flower fairies who now disappear into hibernation.

Wir möchten uns noch bei den Malern ganz feenlieb entschuldigen, eine Erinnerung an den Sommer lässt ja wirklich den Winter mehr genießen. Die klare Winterkälte können wir so viel intensiver in Erinnerung an die Wiederkehr des Sommers genießen.

We’d like to apologize to all the painters. You are right, a reminder of the summer makes really like the winter so much more. We can enjoy so much more the clear cold of the winter in commemoration of the summer – as we know for sure it will come back.

Die schönsten Sommer finden in der Kunst statt
You will  find the best summers in arts
Selma

Maler II, Village Green, Cley next the sea, Norfolk Foto: Klausbernd Vollmar 2013

Aber morgen werden die Maler ebenfalls gegangen sein. Auch das ist das Ende des Sommers, wenn uns Einheimischen wieder der Dorfanger gehört und wir statt der Maler andere seltene Vögel beobachten 😉

But tomorrow the painters will also be gone. That’s the end of the summer as well when we locals have our village green for ourselves and we observe no the painters any more but other rare birds 😉

Liebe Grüße von Cley next the Sea
Love from our small village next the sea
Siri und Selma, die liebfrechen Buchfeen

Pictures are both by © Klausbernd Vollmar

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