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Schlagwort-Archive: Haruki Murakami

Lost Time

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„You will never ‚find‘ time for anything. If you want time, you must make it.
Charles Bruxton

Glashütte Uhrenmueseum bei Dresden, Photo: Hanne Siebers

„Lost time will never be found again, so take time to laugh. It is the music of the soul.“
from an old Irish prayer 

Glashütte 009, Uhrenmuseum bei Dresdden, Photo: Hanne Siebers

Unfortunately, the clock is ticking, the hours are going by. The past increases, the future recedes. Possibilities decreasing, regrets mounting.
Haruki Murakami

Glashütte Uhrenemuseum bei Dresden, Klausbernd Vollmar, Photo. Hanne Siebers

„There’s nothing I can do about lost time. Except use it in a novel.“
Klausbernd Vollmar   ”Ausflug Ostwärts”

Glashütte Uhrenmuseum, Photo: Hanne Siebers

„The great dividing line between success and failure can be expressed in five words: ‚I did not have time.‘
Franklin Feld

Glashütte Uhrenmuseum, Photo: Hanne Siebers

„We all look for lost time.“
Christian Lacroix

Die Uhr weist auf die verrinnende Zeit und auf die Vergänglichkeit. Mit der Verbreitung der Uhr beginnt die Herrschaft der kalkulierbaren Zeit.

Clock means fleeting time, tempus fugit. The spreading of clocks and watches was the beginning of the rule of calculated time.

Ab dem 13. Jahrhundert werden Uhren an Kirchen und hohen Gebäuden angebracht. Das gesamte Mittelalter hindurch bestimmte der Schlag der Kirchenuhr die Zeit, die stets die Gebetszeit war. Ganz im Gegensatz zu heute sollte man innehalten, wenn man sich der Zeit bewusst wurde, man wurde zur Andacht aufgerufen. Da viele Gebiete nach unterschiedlichen Uhrzeiten lebten, kam im 17. und 18. Jahrhundert die Forderung nach einer universellen Uhrzeit auf. Die Uhrzeit war zu einem von Naturvorgängen losgelösten Abstraktum geworden. So fasst Isaac Newton die Zeit auch als mathematische Einheit auf, die absolut ist. Johannes Kepler und René Descartes sahen gar die ganze Welt als eine riesige Uhr an: Damit war das mechanistische Weltbild geboren.

From the 13th c. onwards we find clocks on high buildings like church towers. These clocks were ruling the medieval life. They called for holding in for a prayer or one could say for a meditation about time. Different areas had different times but in the 17th and 18th c. an universal time was introduced. Thus time became an abstraction. Isaac Newton saw time as a mathematical entity. Johannes Kepler and René Descartes even saw our entire world as a big clock and with this view they gave birth the mechanical view of the world. 

Siri + Selma

Siri + Selma

Liebe Grüße von
Greetings from
Siri und Selma, die munteren Buchfeen 🙂 🙂

© All photos are made at The Uhrenmuseum, Lange and Söhne in Glashütte bei Dresden, Hanne Siebers, The World according to Dina, 2011.

Too many books?

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Siri + Selma

Siri + Selma

Books are not made for furniture, but there is nothing else that so beautifully furnisches a house
Henry Ward Beecher
(brother of the author Harriet Beecher Stowe)

Let books be your dining table,
And you shall be full of delights
Let them be your mattress
And you shall sleep restful nights.
Author Unknown

Hallo hallo, hier schreiben wieder Siri und Selma und als liebkluge Buchfeen natürlich über Books.  Gleich mal `ne Fragen, kennt iht das, dass ihr euch die Haare rauft, die Hände ringt und nicht ohne diesen flachen resignierten Ton in der Stimme stöhnt „wohin mit all diesen Bücher?“
Masterchen hat vor ewigen Zeiten in kühner Selbstüberschätzung 2000 Exemplare seines weißen Buchs „Das Geheimnis der Farbe Weiß“ und ebenso viele von seinem schwarzen Buch „Das Geheimnis der Farbe Schwarz“ für sein Lager gekauft. Allerdings fand er schnell heraus, wie gut diese gebundenen Bücher sich als Regalstützen eignen (Tipp von Selma: gebundene Bücher eignen sich besser als Taschenbücher). Abwechselt schwarz und weiß aufeinander gestapelt, sah es richtig fesch, ja fast etwas etwas maurisch, aus – jedoch nur bis all diese Bücher verkauft waren.
Über dieses ominöse Buchlager (und andere Ecken) in unserer Bibliothek werden wir demnächst berichten.

Hi, here are Siri and Selma again 🙂 and like Bookfayries do we`ll write about books.
Don`t you ask yourself in despair sometimes: „Where should all my books go!“
Our Master, well he was young then, once stored thousands of his books about the colour black and the colour white. Soon he found out these books are ideal for shelving. So he built a bookshelve using those black and white books alternately. Looked a bit Moorish, well not really like in the Alhambra 😉
You will see some of our crazy shelves in one of our next blogs.

Neben Bücherverbrennungen gibt es eine andere ganz üble Art des Umgangs mit Büchern, den die Puritaner pflegten: Es wird berichtet, dass sie bei der Auflösung des Klosters Glastonbury die armen alten Bücher der umfangreichen Bibliothek zum Ausbessern der damals schlechten Straßen benutzten. Das scheint uns zu doch zu drastisch sein. Wir geben euch hier ein paar andere Idee, was man Besseres mit zu vielen Bücher machen kann.

Besides burning books the most evil treatment of books was done by the Puritans. At the dissolution of the Glastonbury monastery Cromwell`s men used the old books from the library for mending potholes in the roads. But we want to give you some other ideas what to do with too many books. Of course the best thing to do with a book is to read it, but once you’ve read some you might not want to read them again. Here are our suggestions for you:

Enkh 003 NL 2012 Photo: Hanne Siebers

Diese Ideen bekamen wir, als wir mit Dina und Masterchen das Museum in Enkhuizen/NL besuchten, wo wir diese Ausstellungsstücke fanden. Das ist Buchkunst mal ganz anders.

We got those ideas while visiting the Museum of Enkhuizen (The Netherlands) last year. There we found those exhibits. Well, that is book-art in an unexpected way, isn`t it?!

Enkhuizen Book Chair Klausbernd Vollmar, Photo: Hanne Siebers, 2012

Das ist Buchkunst, die sich Masterchen gerade etwas verwirrt anschaut. Er würde es „Chaos“ nennen, aber es ist ein Möbelstück, der  „Book Chair“, eine Skulptur von Richard Hutton.  Er, dieser Hutton, wurde 1967 geboren und gehört zu den bekannstesten niederländischen Avantgarde-Designern. Hutton hatte anscheinend ein großes Buchproblem.

Our Master is looking quite puzzled at this object of book-art which he would rather call „Chaos“. But it is the „Book Chair“, a sculpture by Richard Hutten (born 1967), who is one of the most well-known and most unconventional Dutch designers. He graduated in 1991 at the Design Academy in Eindhoven and fairly quickly garnered international recognition. He seems to have a big book problem.

Enkhuizen, Book Chair Photo: Hanne Siebers, 2012

Wir haben es wirklich ausprobiert, auf dem Buchstuhl sitzend liest sich gut. So einen Stuhl brauchen wir auch! So wie die non-Books zunehmend die armen Bücher aus Ladenketten verdrängen, nehmen wir an, dass dieser Buchstuhl bald bei Thalia im Angebot erscheint.

Enkh 017 NL Photo: Hanne Siebers

We really tried it, you can read sitting on this Book Chair quite well. We need such a Book Chair too! But as non-books displace the books in the big chainshops we are sure finding it at Barnes & Nobel soon.

Bookfurniture_collage1

Dann gibt`s noch eine Art des ruppigen Umgangs mit Büchern, die uns Buchfeen tief erschaudern lässt: das Schreddern 😦
Mit Riesenlärm werden die armen Sätze und Wörter zu kleine Teilchen zerschlagen. Echt böse. Da werden Worte im wahrsten Sinne zu Schall und Rauch – und massig Staub. Viele hehre Worte enden am Schluss als Klopapier, oh dear! Stellt euch vor, der größte Buchschredderbetrieb in Deutschland schreddert etwas über zwei Mio. Ladenhüter jährlich – ja so kann`s dem armen Buch gehen. Da endet es doch lieber als Buchstuhl und der Leser findet`s cool.

Bookfurniture_Collage3

The most brutal treatment of books is shredding. And imaging all these sentences and words are torn apart – with lots of noise and dust. The Great Work is ending as toilette paper. Millions of books are shredded each year. Isn`t it better ending up as a book-chair or bath tub?
Bookfurniture_Collage2

Wir Buchfeen lieben es Bücher in Büchern zu verstecken, aber darüber demnächst.

We Bookfayries like to hide books in books, but about this will write another time

Liebe Grüße aus Buchwelt
Love
Siri und Selma, Buchfeen

Buchmesse

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Buchmesse

„Das Leben hängt am seidenen Faden …“, schreibt Frau Blau in ihrem Blog. Leider begann bei unserem Masterchen die Buchmesse auch mit einem Unfall. Eigentlich ist er ja nicht auf den Kopf gefallen, aber in Frankfurt doch. Autsch! Das hätte ins Augen gehen können.

Ihr seht, es geht schon wieder. Dem Unfallkrankenhaus entkommen, schlich er für ein halbes Stündchen am Arm von Dina über die Buchmesse. Irgendwie war die Messe gar nicht so spannend dieses Jahr. Wir Buchfeen hörten immer wieder, wie sich viele fragten, ob solch eine Megamesse im Zeitalter der digitalen Medien überhaupt noch sinnvoll und notwendig ist. Die Buchbranche gab sich zwar gelassen, verschweigt peinliche Umsatzeinbußen und die Schließungen der Filialen der Großbuchhandlungen wie Thalia und Hugendubel (der Verdrängungswettbewerb rächt sich). Und das Buch der Saison, das man gelesen haben muss, gab`s auch nicht. Über Schwarzeneggers Selbstenthüllungsbuch schwieg man lieber und so mancher fragte sich: „Wer will denn so etwas lesen?“ Naja und Siri blätterte gähnend in Kachelmanns Buch, das sie auch nicht vom Hocker riss.

Der Literarturnobelpreis für den Chinesen Mo Yan stieß auf völliges Unverständnis. Wir Buchfeen zweifelten zuerst an unserer Bildung, aber jeder fragte sich: „Wer ist denn das?“ Selbst uns Buchfeen ist klar, dass dies ein politisches Zeichen ist, „aber ein Zeichen wofür?“ fragten wir Masterchen, der sein lädiertes Haupt nur müde schüttelte. Wir hatten mit Masterchen gewettet: Philip Roth war unser Favorit, der seit Jahren für diese Auszeichnung vorgeschlagen wird, Masterchen setzte auf Haruki Murakami.

So ließ er sich noch schnell von Dina am Stand eines norwegischen Verlages vor einem Nordlichtposter fotografieren, ehe wir ihn wieder in sein Kuschelbettchen bei unseren lieben Frankfurter Freunden steckten. Masterchen ist noch ziemlich ruhebedürftig.

Liebe Grüße von der Buchmesse in Frankfurt
Siri und Selma, die sich ganz lieb bei Dina für die Fotos und Collagen bedanken

Erkennt ihr übrigens in der Collage unten Herbjørg Wassmo, Bert Brecht und Masterchen?