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Siris Lieblingszitate, Thráinn Bertelsson

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Siris Lieblingszitate, Thráinn Bertelsson

In seiner Freude, nichts wissen zu müssen, schlug Sokrates einen Flickflack am Strand.

Das fand ich beim Aufräumen von Regalbrett 3 in Thráinn Bertelssons Roman „Bertels Sohn. Ein Leben in Island.“ Es das isländischste aller isländischen Bücher, die ich kenne – ich kenne nur zwei 😉

Liebe Grüße
Siri BuchFee

Buchmessenimpressionen

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Buchmessenimpressionen

Hallohallo, hier schreibt Siri BuchFee aus Frankfurt, die den Master auf der Buchmesse begleitet hat. Ich kann Euch sagen, ich war ja ziemlich enttäuscht über diese weltgrößte Buchmesse. Die non-book-Produkte sind stramm auf dem Vormarsch. Ja, Ihr glaubt es kaum, in der riesigen Halle 4 gab es weite buchfreie Bereiche. Zugleich rätselten die Buchleute, was ein neuer Trend sein könnte. Auf dem ersten Blick schien es mir, dass der „Doofheit“ heißt. Irgendwelche aufgetakelten Promis und Sternchen, die mein elitärer Master allerdings nicht kannte, verkündeten meist mit drall herausgestreckten Silikonbrüsten ,dass sie nicht lesen würden, keine Beziehung zu Büchern hätten, aber verblüfft waren, wie schnell sie ein Buch schreiben können. Was soll man dazu noch sagen?

Auf dem zweiten Blick ist sicherlich ein neuer Trend Ernährung. In dem Maße wie die die Esoterik und Ratgeberliteratur verschwindet, gewinnen Kochbücher und Ernährungslehren an Raum. Ja, auf der Messe wurde eifrig gekocht – nicht immer mit delikatem Ergebnis.

Tja, die Buchmesse war schon immer ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, diesmal gab sich so mancher ziemlich prollig, aber dass ein gestandener Lektor eines deutschen Großverlages um halb elf morgens derart besoffen war, dass er sich kaum auf dem Stuhl halten konnte, hat mich doch so gewundert, dass ich fast das Flattern vergaß und in sein Sektglas abgestürzt wäre, hätte mich nicht der Master im letzten Augenblick aufgefangen.

E-Books und die dazugehörigen Lesegeräte sind nun endlich nach einigen Bemühungen stark auf dem Vormarsch, so dass einige der E-Book-Produzenten
in kühner Überschätzung (?) behaupteten, dass die klassischen Verlage sich überlebt hätten und heute der Autor selbst zum Verleger und Buchproduzenten
wird. – Vor all dem flohen wir in die Ausstellung der Fachantiquariate, wo der Master befreit aufatmend mittelalterliche illuminierte Handschriften
betrachtete, deren Preis allerdings im fünfstelligen Bereich lag – aber die sind sooo schön, dagegen wirken E-Books wie eine Beleidigung des Lesers.

Ein anderes Highlight war die Ausstellung des Ehrengastes Island. Der Master erzählte mir, dass weltweit in Island gefolgt von Irland die meisten Bücher im Vergleich zur Bevölkerung gekauft werden. Seit Snorri Sturlusons Edda (13. Jh.) gab es auf dieser Vulkaninsel eine ungebrochene hochstehende
literarische Kultur. Vielleicht kennt Ihr den Nobelpreisträger Halldor Laxness, dessen Roman „Islandglocke“ aus den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts noch heute lesenswert ist. Von ihm fand ich eine kleine Schrift, in der er meint, die Isländer könnten erst dann zu modernen Menschen werden, wenn sie sich mehr waschen und die Zähneputzen würden.
Und nicht nur, dass man in der modernen isländischen Belletristik auf Trolle und feenartige Wesen wie mich trifft, sondern die Isländer sprechen
noch genauso wie zur Zeit Snorris. Kurzum, bei den (heute sauberen) Isländern fühlten wir uns wohl, es herrschte eine heimelige Atmosphäre wie zu Omas Zeiten und auf den Sofas und Häkeldeckchen lag alles voller Bücher.

Sorry, diesmal gibt es keine Bilder, da meine liiiebe Schwester, die KnipsiFee Selma, mit unserer lieben Dina in Norwegen bei ihrem Trollfreund
weilt. Bis dann

Eure Siri BuchFee