RSS-Feed

Schlagwort-Archive: Klee

Bauhaus Weimar

Veröffentlicht am

Keine Kunst ist vorübergehend, denn der Eindruck, den sie zurücklässt, ist bleibend.
Siri und Selma, auf dem Buchfeenausflug in Weimar – fayriefrei nach Goethe

Da haben wir in den Geschichten auf Dinas Blog, jenen berühmt beliebten „Martinschen Geschichten“, die Bauhausstühle öfters erwähnt. Auf Dinas Collage unten könnt ihr sie bewundern. Was mir besonders gut gefällt: Sie schwingen und geben sich nicht starr wie Holzstühle.
Selmas Kommentar: „Sie sind po- und rückenfreundlich“.

Der Bauhausbewegung, wie auch das parallele Arts-And-Crafts-Movement in England, kam es auf Funktionalität an und so ist es verständlich, dass beide zum Feind des Schnörkels wurden. An diesen oft kopierten Stühlen fällt sofort die Klarheit des Designs auf, die sie meinem Geschmack nach zeitlos werden lassen. Und die Schreibtischlampe, ebenso oft kopiert, gefällt mir auch. Sie steht sehr gut, ist stabil und das Licht ist bestens auszurichten.

Bauhausmöbel haben zudem den Vorteil, dass sie mit vielen anderen Stilen kompatibel sind.

Vor ein paar Jahren war der letzte Schrei aus Amerika, der auch in Deutschland einige erfolgreiche Nachahmer fand, die „simplify your life“ Bewegung. Alles Unnotwendige sollte entsorgt werden. Hat dies nicht bereits das Bauhaus schon weit zuvor gemacht, alles, was nicht funktional ist, wurde wegelassen?
Siri meint: „War doch bitternotwendig, nach dem wahrnehmungsbeleidigenden Neo-Barock damals.“
Selma dagegen ist eine romantische Buchfee, die den Schnörkel liebt. Sie nennt es „verspielt“, worauf Siri ihr einen Vogel zeigt.

Auf jeden Fall, ehe hier noch der große Buchfeenstreit ausbricht, geb ich zu: Ich kann Barock und Rokkoko nicht leiden, Ich find`s zu viel, over the top! Das Auge kommt nicht zur Ruhe, es hetzt von Detail zu Detail, um eine Ganzheit zu erfassen.

Die Bauhausbewegung in ihrer Vielfältigkeit war auch politisch engagiert, sie war weitgehend sozialistisch oder zumindest sozial ausgerichtet. Funktionale, günstige Möbel und Haushaltsgegenstände klar designt und dennoch für jederman erschwinglich, das war ihr Ziel.  Aber dennoch gab`s dort diesen pikanten Widerspruch zwischen materialistischer Ausrichtung und zugleich die Anlehnung an Goethe und Steiner, die hauptsächlich Kandinsky im Bauhaus mit Hilfe von Klee und Itten propagierte.
Außerdem hat die kluge Siri schon recht, nach dem schnörkelverliebten Neo-Barock und Jugenstil musste der Stil sich wieder befreien zur Klarheit hin, die schon die Klassik, wenn auch mit stiller Einfalt, prägte.

Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend noch wünschen
Klausbernd und seine beiden liebklugen Buchfee Siri & Selma 🙂 🙂

Advertisements