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Schlagwort-Archive: Mark Twain

Ideal Life

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Sleepy Conscience und das ideale Leben

Good friends, good books and a sleppy conscience that`s the ideal life

Mark Twain

Wir liebklugen Buchfeen können Mark Twain, dem Vater unserer Freunde Tom und Huckleberry, nur zustimmen und kichern insgeheim über das “sleepy conscience”, dieses lässig dahindämmernde Bewusstsein.
Da hat sich unser Masterchen abgemüht mit Psychoanalyse, Steiners Vorträgen und Gurdjieff Kampf gegen den Schlaf, eben gegen dieses von Twain und uns gelobte “sleepy conscience”. Und was hat`s genutzt?

We dear and clever Bookfayries agree with Mark Twain, the father of our friends Tom and Huckleberry, and giggle secretly about the sleepy conscience.
Our Masterchen has struggled with psychoanalysis, Steiner’s lectures and Gurdjieff fight against sleep, well, against exactly that what Twain called sleepy conscience.
And did it help?

Cley_RWB Foto: Hanne SIebers

Pictures from our Master`s ideal life

Naja, Masterchen würde sagen, er habe sein ideales Leben gefunden. Im Haus unser großes Bücherparadies und hinterm Garten das Meer und immer fein wach sein, das ist für ihn das ideale Leben.

Well, our Master would say that he had found his ideal life. In the house our great book-paradise and behind the garden the sea and most of his time being awake, which is for him the ideal life. 

Holkham 222

Yeah! Dina caught our dear Master sleepy

 

Aber wäre es nicht leichter gewesen, nach dem bei uns hier in England beliebten Sprichwort “ignorance is bliss” sein ideales Leben zu finden? Jedenfalls meinen wir Buchfeen, dass ein “sleepy conscience” ein bequemes Ruhekissen ist. Wir finden, Bewusstseinsarbeit ist Psychostyling.

But would it not have been easier following the popular English saying „ignorance is bliss“ for finding his ideal life? Anyway, we Bookfayries think that a „sleepy conscience“ is a comfortable pillow. We say: caring so much about one`s consciousness is psycho-styling – and makes one neurotic.

Bewusstseinsarbeit ist Psychostyling
Too much caring about your conscience is psycho styling

Siri and Selma

Wir sehen schon Masterchen sich seine frisch gewaschenen Locken raufen angesichts unseres Textes. Okay, okay, liebes Masterchen, drücken wir es einmal anders aus: Nachdem wir alle, ob wir es wollten oder nicht, im 20. Jh. die Welt psychologiserend betrachteten, ist nun doch angesagt, sich den Luxus des “sleepy conscience” zu leisten. Wir finden, alles zu problematisieren und ständig bewußtseinsklar zu sein, ist viel zu anstrengend. Das, so denken wir, muss doch zur unseligen Kunst der Kopfhängerei führen.

Oh dear, what has happened here? Well, that`s our Master with his ever working conscience.

We can already see our dear Master tearing his freshly washed curls reading our text. Okay, okay, dear Master, let`s express it in a different way: After we all, whether we wanted it or not, looked at the world and ourselves with a psychological interest in the 20th Century, we can afford the luxury of „sleepy conscience“ now. We find, to problematize everything and constantly be aware is much too strenuous. This, we think, must lead to the ill-fated art of melancholy.

Oh Schreck, Masterchen las gerade diesen Entwurf als wir uns in der Küche einen Saft holten. Er bezeichnete kopfschüttelnd diesen Text als Ausdruck einer “spätpubertären, leistungsverweigernden Haltung”. Aber hallo, das ist der Ausdruck der unerträglichen Leichtigkeit des Feenseins.
Und nun sind wir gespannt, was unsere liebe Dina für Bilder zu diesem Text findet.

Oh dear, our Master just read this text as we got us some juice. He called, shaking his head, this text as an expression of a „late pubertal anti-achievement  attitude“. But it is the expression of the unbearable lightness of being a fairy.
And now we are excited to see what pictures our beloved Dina will find for this text.

Ganz liebe Grüße
Love
von uns leistungsverweigernden Buchfeen Siri und Selma

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Rauchen. Ein Fall für Sigmund Freud und Sherlock Holmes

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Rauchen. Ein Fall für Sigmund Freud und Sherlock Holmes

Nachdem seine Schriften öffentlich verbrannt und seine Lehre als jüdische Perversion verboten worden war, flüchtete Professor Freud nach London. Im Norden der City, am Fuß von Primrose Hill, richtet sich Freud sein neues Heim in der Elsworthy Road 39 ein, wie Watson zu Toast mit bitterster Orangenmarmelade las.
Watson hält inne, trinkt einen Schluck seines starken Tees mit Milch, ehe er beginnt, vorsichtig seinen Mitbewohner anzusprechen: „Holmes, my dear fellow, sollten Sie nicht Ihrem berühmten Wiener Kollegen Ihre Aufwartung machen. Herr Professor Freud hat knapp eine halbe Stunde von uns entfernt sein Domizil bezogen, wie es die Morgenzeitung berichtet.“

Natürlich wusste Watson nicht nur, dass Freud einige Sherlock-Holmes-Geschichten mit Genuss gelesen hatte, sondern auch, dass er sich nach der Lektüre hinreißen ließ, den Psychoanalytiker, also auch sich, als Detektiv, der im Dunkel des Unbewussten Indizien sucht, zu sehen. Freud erwähnte dies in Briefen an Jung und Fliess, wenn er sich recht erinnerte. Und war es nicht auffallend, wie Holmes als auch Freud sich auf ihre Beobachtungen verließen, um einen Fall zu lösen. Die geradezu übersinnliche Fähigkeit der beiden, Beobachtungen und Spekulationen zu Tatsachen werden zu lassen, die in verblüffender Weise zutreffen, hatte Watson schon immer fasziniert. Erforschten nicht beide, etwas fanatisch, wenn er sich diese Wertung erlauben durfte, die Abgründe menschlicher Existenz? Bei Freud lag das Opfer auf der Couch, bei Holmes lag es auf dem Boden. Er war sicher, Freud und sein Herr sind des gleichen Geistes Kind.

Der Meisterdetektiv griff zu seiner würzigen Arcadia Mixture, mit der er seine gebogene Pfeife versonnen stopfte. Nach den ersten Rauchwolken entfloh ein gedehntes „Hm“ seinen Lippen, dann Schweigen.

Eines Nachmittags Ende Juni 1938 nahm Paula Fichtl Mister Holmes seinen komischen Hut ab und geleitete ihn zu Freuds Arbeitszimmer.
„Mein lieber Mister Holmes“, begrüßte ihn Freud mit einer verführerisch duftenden Zigarre in der Hand und wies Paula an, doch Gebäck und Kaffee für sich und seinem „hochgeschätzten Gast“ zu servieren.
„Sie gestatten mir die Freiheit, meine Pfeife anzustecken, werter Herr Professor.“
„Nur zu Mister Holmes, lassen Sie unseren blauen Dunst sich vermischen, auf dass er unser Denken von äußerlichen Störungen abschirmt.“ Ironisch setze der alte Mann nach einer Weile hinzu: „Aber sein Sie vorsichtig, machen Sie es nicht wie dieser abtrünnige Doktor Jung, der fast seinen Schreibtisch angezündet hätte, als ihm einschlafend seine brennende Pfeife aus dem Mund fiel.“
Holmes und Freud plauderten statt über das Wetter über ihre große Leidenschaft, das Rauchen. Freud bekannte, obwohl er mit den dunkelsten Winkeln der Psyche vertraut war, dass er öfter erfolglos versucht habe, sich das Rauchen abzugewöhnen. „Ja, mein lieber Holmes, ich kann mit Mark Twain behaupten: ‚Das Rauchen abgewöhnen? Nichts einfacher als das. Ich muss es schließlich wissen, denn ich habe es schon tausendmal getan.‘“ Damit war das Eis zwischen den beiden gebrochen.
Holmes berichtete mit stolzem Understatement, dass in seinem Metier das Rauchen Tradition habe. „Wissen Sie, werter Herr Professor, geht nicht alles auf die Vergangenheit zurück? Ich glaube, wenn ich mir dies zu sagen erlauben darf, noch vor unsere Geburt. Ich bin ein Nachfahre von Poes Detektiv Auguste Dupin, der in der Ruhe seines Studierzimmers rauchend nachdachte. Und all unsere Enkel rauchen. Bei Dashiell Hammett und Raymond Chandler wird so viel geraucht, dass schon ihre Kriminalromane nach Tabak duften. Jedoch, was ich höchst bedaure, es wird nicht mehr stilvoll die Pfeife oder Zigarre in Ruhe genossen, sondern Chandlers Detektiv Marlowe greift zur Camel in kritischen Situationen und nicht nur dann. Sein Kollege Samuel Spade aus Hammetts Krimis dreht sich seine Zigaretten selbst wie auch dieser Frédéric Moreau, der völlig andersartige Held aus Flauberts „Lehrjahre des Herzens“, und zwar mit diesem starken Bull-Durham-Tabak, was der Autor wie eine Anweisung für das Zigarettendrehen beschreibt. Bei Moreau wundert mich das keineswegs, denn Flaubert, sein Vater, starb rauchend – aber nicht am Rauchen.“

„Zwangsneurotiker würde ich vermuten, ich kenne Herrn Spade zwar nicht persönlich, aber nehme eine orale Störung an. Vielleicht zu früh der Mutterbrust entfernt worden, oder hatte er keine Mutter, wie es bei jenen fiktiven Gestalten in Mode kommt? Wie dem auch sein, deswegen ist der Herr beziehungsunfähig, würde ich folgern. Wohnt nicht der Gestik des Drehens eine geheime Erotik inne, die sich selbst genügt und keines anderen Objekts bedarf. Und das Stopfen der Pfeife, Mister Holmes, bedarf wegen seiner Eindeutigkeit wohl keiner Interpretation.“

Nachdem man sich über den blauen Dunst näher gekommen war, musste das kommen, was Holmes befürchtet hatte, Freud fragte nach seiner Familie. Familie, das war freilich unbekanntes Land, ja, gefährliches Land für Holmes, der sich in seinem ganzen Leben nur einmal, und das noch unglücklich, in Ilse von Hoffmanstal, eine deutschen Spionin, verliebt hatte.
Holmes begann unsicher: „Ich habe einen älteren, hochbegabten Bruder Mycroft, der als Regierungsberater arbeitete und den Diogenes Club gründete, der dafür berüchtigt ist – wenn Sie es nicht bereits wissen, werter Herr Professor – dass er nur die ungeselligsten Männer Londons aufnimmt. Mein Assistent Dr. Watson meint in ‚Der griechische Übersetzer‘ herausbekommen zu haben, dass meine Großmutter die Schwester des französischen Militärmalers Horace Vernet war.“ Nach einigen Zügen an seiner Pfeife gestand er leise: „Ich bin jedoch vater- und mutterlos.“

Das war Freud noch nie begegnet, ein Mann ohne Eltern, naja, das neue Zeitalter war verrückt, Musil hatte den Mann ohne Eigenschaften geboren, aber ein Mann ohne Eltern … Freud begann zu schwitzen, das implizierte, dass dieser Mister Holmes keine ödipale Phase durchlebt hatte, sich also untauglich für die Analyse erwies. „Immer diese Engländer, sie sind in der Tat different, very much so“, murmelte Freud leise vor sich hin. Laut begann er sich jedoch seinem neuen Steckenpferd zuzuwenden: „Sind Sie als Detektiv, Mister Holmes, nicht im intensiven Maße vom Tod fasziniert? Er zieht Sie an, Sie wollen ihn verstehen, wo eine Leiche ist, da kommen Sie, wenn ich das so ausdrücken darf?“
Holmes nickte unmerklich.
„In uns allen wirkt dieser Todestrieb, der Trieb sich aufzulösen in die perfekte Entspannung wie beim idealisierten Orgasmus. Dieser Professor James Moriarty, Herr Doktor Jung hätte von Ihrer Schattenseite gesprochen, hat der Sie nicht an den Reichenbachfällen in den Tod getrieben? Aber Sie konnten nicht loslassen, nein, gleich Jesus dem Erlöser, erschienen Sie wieder, um sich erneut den Gefahren und der Lust des Todes auszusetzen. Als eine unsterbliche Figur, als die Sie mir entgegentreten, wird Ihnen das auch noch häufig gelingen – nicht beneidenswert. Der weise Cheiron verzichtete auf die Unsterblichkeit, Sie sind jedoch verdammt dazu, ewiges Symbol des Bekämpfers des Bösen zu sein.“
Freud rührte in seinem Kaffee, schnitt sich eine neue Zigarre an, und betrachtete Holmes durch blitzend runden Augengläser: „Da hat doch ein Schreiber, Nicholas Meyer oder so ähnlich, in seinem Buch ‚Kein Koks für Sherlock Holmes‘ indiskret Kokain mit uns beiden in Zusammenhang gebracht. Ja, dieser kulturzersetzende Narzissmus der Amerikaner, denen kein Geheimnis heilig ist, die Unbefriedigten, die wie Ahasveros, jener wandernde Jude, ewig irrend etwas suchen, paranoid …
„Auch mein Assistent,“ unterbrach ihn Holmes, „dieser Watson, ein passabler Kerl, nur manchmal zu besorgt, hat in ‚Das gelbe Gesicht“ behauptet, dass ich eine unbedenkliche Dosis Kokain – er ist Arzt und kann das beurteilen – zur Entspannung ab und an genießen würde. Dennoch behauptet Meyer in Verkehrung der Tatsachen, Watson hätte mich zu Ihnen geschickt, um von der Sucht geheilt zu werden, mit der Sie, werter Professor, vertraut sind. Alles Lüge! Ich komme zu ihnen als Kollege, wenn ich das so sagen darf, der an der Sprache der Zeichen interessiert ist.“
„Erleben Sie, verehrter Mister Holmes, nicht an Doktor Watson den Ödipuskomplex, den sie nie erleben duften? Der Sohn verrät den Vater, die ewige Geschichte … Fürchten Sie sich vor dem Vatermord, auch wenn Sie als unsterblich gelten, was dieser Schweizer Jung übrigens als Inflation beschrieb, ein Euphemismus für den Untergang. Ich weiß nicht, ob es Ihnen zu Ohren kam, aber dieser Rubenfeld plauderte in ‚Morddeutung‘ aus, wie sich auf Ihrem Gebiet meine Methode bewährte. Fast könnte man denken, unsere Methoden ähneln sich, da sie aus dem Schoß des gleichen Zeitgeistes entsprungen sind. Auch dieser Herr Kachler, der meine Lehren bis hin zur Lebenshilfe verstümmelte, ließ in seinem Roman ‚Traummord‘ diesen Kommissar Maurer mit meinen Theorien über den Mord am psychologischen Institut nachdenken, zum Glück wagt er es nicht, mich selbst auftreten zu lassen, wie Yalom es in „Und Nietzsche weinte“ tat, sondern er fantasiert fiktive Gespräche. Ich hätte mich niemals als Detektiv ständig nur mit diesem impertinenten Jung gestritten – wie dem auch sei, ich stehe ihrer Profession nicht fern.“
Nach einem „in der Tat!“ von Holmes fragte listig Freud, ob der Meisterdetektiv sich nicht vorstellen könnte, ein Meistergauner zu sein.
„Diese Frage“, antwortete Holmes lächelnd, „stellte mir auch Doktor Watson. Ich antwortete mit einem klaren Ja. Aber unter uns, werter Herr Professor, auch in Ihnen wirkt dieser Drang, der Fiktionales und Reales in Ihren Werken sich vermischen lässt oder lassen sie es uns treffender formulieren, die Fiktion hilft der Erkenntnis des Realen.“

Mit diesen Worten erhob sich Holmes und verabschiedete sich von dem alten Herrn.

(Infos auf diesem Blog zu Conan Doyle und Sherlock Holmes und den Hund von Baskerville)

Ton, die Albatros und Mark Twain

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Ton, die Albatros und Mark Twain

Diesen Artikel über unseren Freund Ton wollten wir schon seit Langen veröffentlichen. Heute entdeckte Siri BuchFee, dass Mark Twain 176. Geburtstag hat. Wisst Ihr, was das heißt, ich meine „Mark Twain“? Martin weiß es als Segler sicher – zwei Faden tief.  Mark Twain ist  Lotse gewesen, hat Selma im Netz gefunden – deswegen …
Schnell zu Samuel Langhorn Clemens, wie Twain eigentlich hieß,  ein paar Worte und ein Bild als Geburtstagsehrung:

„Ein kerniger Mann“, meinte Selma anerkennend.
Natürlich haben wir beiden mit Glitzeraugen „Die Abenteuer des Tom Sawyer“ und die des Huckleberry Finn gelesen. Wir fanden es super, dass endlich  echt freche Kinder die Romanhelden sind. Schon alleine deswegen verdient Twain als der witzigste Vertreter des amerikanischen Realismus angesehen zu werden.
Happy Birthday!

Naja und von einer nautischen Person zu einer ganz anderen, nämlich zu dem oben bereits angekündigten Ton. Während Twain und Melville die Seefahrt zugunsten des Schreibens aufgaben, blieb Ton als Skipper seinem Boot treu – wie es sich gehört.

Das iss er, Ton Brouwer, der Küstenkerl

Wie der Master war Ton ein „Shrink“ (wie Therapeuten hier bezeichnet werden). Womöglich erging es ihm so, wie Masterchen es ausdrückte: „Ich habe keine Lust, mit Leuten zu arbeiten, die neurotischer sind als ich.“ – Deswegen arbeitet er mit uns munteren Buch- und KnipsiFeen zusammen!
Der Psychologie nicht völlig untreu geworden, schipperte Ton mit deliquenten Jugendlichen und Sojamehl zwischen Rotterdam und Norfolk hin und her als Master der blauen Jungs, die bei den KüstenMädchen für erhebliche Aufregung sorgen. Ich kann Euch sagen, man sah vor lauter MädchenGedrängel die einlaufende Albatros gar nicht mehr. Selbst ich (die coole Siri – und Selma aber auch) war ganz flattrig angesichts der vielen feschen Kerle in blauen Hemden mit Halstuch. So soll es auch vor rund zweihundert Jahren gewesen sein, wenn Seeräuber und Schmuggler an dieser gesetzlosen Küste anlegten, las ich in einem SeeBuch auf Regalbrett 5. 1996 fand dies ein Ende, manches Mädchen weinte und Ton verliebte sich. Stellt Euch vor, der alternde Seebär heiratete eins der KüstenMädchen, das gut und gerne seine Tochter hätte sein können. Die Hochzeit war sooo rührend: Nach Seemannsbrauch schritt das Paar durch eine Gasse von Matrosen und Fischern, die ihre Ruder erhoben hatten, so dass sie ein schützendes SpitzDach über dem Paar bildeten. Heute hat das ungleiche Paar sooo süße Kinder, die an Bord herumkrabbeln wie frisch gefangene Krabben.

Der Master an Bord der Albatros, die süßen "Krabben" mampfen gerade Pfannkuchen unter Deck

Seit zehn Jahren liegt die Albatros in Wells next the Sea als Schiffsbistro am Kai, in dem es statt trockenem Schiffszwieback holländische Pfannkuchen gibt. Ich besuchte mit SelmaKnipsiFee Ton, da sie unbedingt FotoKnipsis machen wollte, während ich mit rotem FeenMund voller süßer Pfannekuchen Tons Geschichte der Albatros lauschte, das Schiff, dass doch eigentlich des Seemanns Braut ist.

Hier haben wir die Pfannekuchen zu uns genommen, sooo lecker.

Während des zweiten Weltkriegs gehörte die Albatros dem mutigen dänischen Kapitän Rasmussen, der Juden aus dem besetzten Dänemark ins neutrale Schweden brachte und mit Waffen für den dänischen Widerstand zurücksegelte. Rasmussen wurde nie geschnappt. 1987 kaufte von ihm der dunkelbärtige Ton die Albatros, einen zweimastigen Frachtsegler (eine 1899 gebaute Galliot), womit er sich einen Kindertraum erfüllte, um so der Midlife-Crisis ein Schnippchen zu schlagen. „Gut gemacht!“, gratulierte ich ihm, wohl wissend, dass unser Masterchen ihm im Stillen beneidet. Ob es Ton wie unserer lieben DinaFee ergangen ist, die nach mehrtägigem Auswetterns eines furiosen AtlantikSturms auf einem Segelschiff Seeabenteuer wie die Nixe das Feuer meidet? Milde lächelt sie über unseren Master, der bei wellenarmer See mit seiner Nussschale Circe Seeabenteuer fantasiert – so sind eben die Schreiberlinge … außer Mark Twain, Herman Melville, Joseph Conrad als gnadenloser Realist, Günther Buchheim ebenso realistisch und …

Die Albatros zur Winterzeit. Wenn ein wenig Eis und Schnee am Ufer liegt schmeckt die heiße Schokolade mit Baileys noch besser.

Liebe Grüße an Euch Landratten von SiriFee aus Cley next the Sea und von Selma BildFee auch

© Klausbernd Vollmar, Cley/Norfolk, 2011