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Bjarni Bjarnason

Veröffentlicht am

Bjarni Bjarnason „Die Rückkehr der Jungfrau Maria“

Ein bezauberndes, wunderschönes Buch: klug, unglaublich wild und sehr, sehr menschlich.
Roddy Doyle

Bjarni Bjarnason „The Return of the Divine Mary“
What an enchanting, stunning book: sophisticated, incredibly wild and very, very human. (Roddy Doyle)

Bjarnsason, Photo: Hanne Siebers

Hi, ihr Lieben, wir Buchfeen können euch sagen, bisweilen haben wir unter Masterchens Leseanfällen zu leiden. Dina hatte ihm „Die Rückkehr der Jungfrau Maria“ mitgebracht, da er isländische Literatur liebt. Wie er uns erzählte, schrieben diese Wikinger-Nachfahren nicht nur Sagas und grausame Krimis. Er schwärmte von dem Nobelpreisträger Halldòr Laxness, wohl weil er über „Die Islandglocke“ vor ewigen Zeiten eine Proseminararbeit geschrieben hatte, in der er dieses Werk als Schelmenroman betrachtete, der stellenweise an Grimmelshausens „Die Abenteuer des Simplizius Simplizissimus“ erinnert. Naja, und „Die Rückkehr der Jungfrau Maria“ besitzt auch diese schelmenhaften Züge, wie er in Rezensionen gelesen hatte.
Aber dass er gestern ohne Unterbrechung diesen völlig verrückten Roman mit vor Begeisterung geröteten Wangen in einem durchlas, das hat uns doch geschockt. Wir waren Luft für ihn – voll gemein!
Als er heute Morgen unsere liebe Dina zum Flughafenbus brachte, haben wir schnell in diesen Roman geschaut und, oh Schreck, wir konnten ihn nicht weglegen.

Dear Readers, we can tell you, sometimes we have to suffer from our Masters reading excesses. Dina gave him „The Return of the Divine Mary“ because he fancies Icelandic literature very much. He told us those decendants of the wild Vikings not only wrote Sagas and cruel crime stories. He adored the literary Nobelprice winner Halldòr Laxness about whom he wrote a paper a long time ago in which he saw this book in the tradition of picaresque novels. Well, and „The Return of the Divine Mary“ is quite picaresque as well, as he had read in reviews before. But we weren`t amused that he read enthusiastically through this novel in one go yesterday. We have been non existant for him – really bitchy!

Gleich zu Beginn bemerkt die Jungfrau Maria, dass sie wie in „Peter Schlemilhs wundersame Geschichte“ von Adalbert von Chamisso keinen Schatten mehr besitzt. Aber nicht, dass sie ihn wie Schlemilh dem Teufel verkauft hätte, sondern er ist einfach nur so weg. Und nicht nur das, ihre Kleider werden bisweilen durchsichtig, was für Aufregung gerade beim Sex auf dem Hochseil führt, auf Fotos ist sie nicht mehr zu erkennen und alle Unterlagen über sie sind verschwunden.

Just at the beginning the divine Mary is noticing not having a shadow any more like in the romantic German novel of Peter Schlemilh (by Adalbert von Chamisso) who sold his shadow to the devil. But she didn`t sell her shadow to anybody, it just happened and not only that, her clothes became transparent on occasions like sex on the high wire, on photographs she can`t be acknowledged any more, and all documents of her are vanished.

»Das ist ja seltsam, ich habe mich bisher im Spiegel gesehen. Sie probierte es mit einem anderen Spiegel, aber ohne Erfolg. Sie schaute auf ihre Hände, an ihrem Körper herunter – alles von ihr war da, genauso sichtbar wie immer. Was war geschehen ?
Vielleicht bin ich in dem Moment gestorben, als ich in die Pubertät kam, und jetzt bin ich ein Geist.
Sie begann, nach ihrer eigenen Leiche zu suchen, aber die war nirgends. Und ihr Spiegelbild erschien nicht, wie sehr sie auch versuchte, den Spiegel zu überlisten.
Ich muss für alle unsichtbar geworden sein, außer für mich selbst.«
(Auszug aus dem Roman)

Sorry, but we don`t feel able to translate this paragraph of this novel. But we tell you what it is about:
Mary looks into a mirror and notices that there is no reflection of her although she can see herself clearly. She thinks she may have died and is transformend into a ghost. She searches for her dead body but in vain.

Bjarni_Bjarnason

Bjarni Bjarnason ist kein unbekannter Autor. Er veröffentlichte 17 Bücher bislang, von denen seine ersten stilistisch ein wenig an Thomas Mann erinnern. Er wurde mit isländischen Literaturpreisen überhäuft, aber dieser, sein zwölfter Roman, ist der Clou. Wir finden ihn abgedreht, zauberhaft und fulminant fantasievoll, dabei erotisch und so skurril, wie man es von der isländischen Literatur erwartet. Dabei ist der Roman leicht zu lesen, ideenreich und der Böse ist der Bischof – obwohl Bjarnason zum Katholizismus konvertierte. Dazu ist noch, wie bei wenigen Romanen, das Ende überzeugend. – Aber mehr verraten wir euch nicht.

Bjarni Bjarnason is a successful author. 17 books of him are already published and he collected quite some awards for his literature. The style of his earliest novels remind us on Thomas Mann. „The Return of the Divine Mary“ is his 12th  novel and we think it`s his best. It`s enchanting, crazy, full of ideas, erotic and the evil guy is the bishop – although Bjarnason converted to catholicism. Last not least the ending of this book is convincing. But we don`t reveal more.

Hier könnt ihr euch die ersten Seiten dieses genialen Romans vorlesen lassen, aber ACHTUNG Suchtgefahr!

If you click here the beginning of this novel is read to you – but sorry in German only (we couldn`t find the English version)

Ganz liebe Grüße und Feenhauch für euch alle
Love to all of you and have fun
eure fröhlichen Buchfeen Siri und Selma

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