RSS-Feed

Ton, die Albatros und Mark Twain

Veröffentlicht am
Ton, die Albatros und Mark Twain

Diesen Artikel über unseren Freund Ton wollten wir schon seit Langen veröffentlichen. Heute entdeckte Siri BuchFee, dass Mark Twain 176. Geburtstag hat. Wisst Ihr, was das heißt, ich meine „Mark Twain“? Martin weiß es als Segler sicher – zwei Faden tief.  Mark Twain ist  Lotse gewesen, hat Selma im Netz gefunden – deswegen …
Schnell zu Samuel Langhorn Clemens, wie Twain eigentlich hieß,  ein paar Worte und ein Bild als Geburtstagsehrung:

„Ein kerniger Mann“, meinte Selma anerkennend.
Natürlich haben wir beiden mit Glitzeraugen „Die Abenteuer des Tom Sawyer“ und die des Huckleberry Finn gelesen. Wir fanden es super, dass endlich  echt freche Kinder die Romanhelden sind. Schon alleine deswegen verdient Twain als der witzigste Vertreter des amerikanischen Realismus angesehen zu werden.
Happy Birthday!

Naja und von einer nautischen Person zu einer ganz anderen, nämlich zu dem oben bereits angekündigten Ton. Während Twain und Melville die Seefahrt zugunsten des Schreibens aufgaben, blieb Ton als Skipper seinem Boot treu – wie es sich gehört.

Das iss er, Ton Brouwer, der Küstenkerl

Wie der Master war Ton ein „Shrink“ (wie Therapeuten hier bezeichnet werden). Womöglich erging es ihm so, wie Masterchen es ausdrückte: „Ich habe keine Lust, mit Leuten zu arbeiten, die neurotischer sind als ich.“ – Deswegen arbeitet er mit uns munteren Buch- und KnipsiFeen zusammen!
Der Psychologie nicht völlig untreu geworden, schipperte Ton mit deliquenten Jugendlichen und Sojamehl zwischen Rotterdam und Norfolk hin und her als Master der blauen Jungs, die bei den KüstenMädchen für erhebliche Aufregung sorgen. Ich kann Euch sagen, man sah vor lauter MädchenGedrängel die einlaufende Albatros gar nicht mehr. Selbst ich (die coole Siri – und Selma aber auch) war ganz flattrig angesichts der vielen feschen Kerle in blauen Hemden mit Halstuch. So soll es auch vor rund zweihundert Jahren gewesen sein, wenn Seeräuber und Schmuggler an dieser gesetzlosen Küste anlegten, las ich in einem SeeBuch auf Regalbrett 5. 1996 fand dies ein Ende, manches Mädchen weinte und Ton verliebte sich. Stellt Euch vor, der alternde Seebär heiratete eins der KüstenMädchen, das gut und gerne seine Tochter hätte sein können. Die Hochzeit war sooo rührend: Nach Seemannsbrauch schritt das Paar durch eine Gasse von Matrosen und Fischern, die ihre Ruder erhoben hatten, so dass sie ein schützendes SpitzDach über dem Paar bildeten. Heute hat das ungleiche Paar sooo süße Kinder, die an Bord herumkrabbeln wie frisch gefangene Krabben.

Der Master an Bord der Albatros, die süßen "Krabben" mampfen gerade Pfannkuchen unter Deck

Seit zehn Jahren liegt die Albatros in Wells next the Sea als Schiffsbistro am Kai, in dem es statt trockenem Schiffszwieback holländische Pfannkuchen gibt. Ich besuchte mit SelmaKnipsiFee Ton, da sie unbedingt FotoKnipsis machen wollte, während ich mit rotem FeenMund voller süßer Pfannekuchen Tons Geschichte der Albatros lauschte, das Schiff, dass doch eigentlich des Seemanns Braut ist.

Hier haben wir die Pfannekuchen zu uns genommen, sooo lecker.

Während des zweiten Weltkriegs gehörte die Albatros dem mutigen dänischen Kapitän Rasmussen, der Juden aus dem besetzten Dänemark ins neutrale Schweden brachte und mit Waffen für den dänischen Widerstand zurücksegelte. Rasmussen wurde nie geschnappt. 1987 kaufte von ihm der dunkelbärtige Ton die Albatros, einen zweimastigen Frachtsegler (eine 1899 gebaute Galliot), womit er sich einen Kindertraum erfüllte, um so der Midlife-Crisis ein Schnippchen zu schlagen. „Gut gemacht!“, gratulierte ich ihm, wohl wissend, dass unser Masterchen ihm im Stillen beneidet. Ob es Ton wie unserer lieben DinaFee ergangen ist, die nach mehrtägigem Auswetterns eines furiosen AtlantikSturms auf einem Segelschiff Seeabenteuer wie die Nixe das Feuer meidet? Milde lächelt sie über unseren Master, der bei wellenarmer See mit seiner Nussschale Circe Seeabenteuer fantasiert – so sind eben die Schreiberlinge … außer Mark Twain, Herman Melville, Joseph Conrad als gnadenloser Realist, Günther Buchheim ebenso realistisch und …

Die Albatros zur Winterzeit. Wenn ein wenig Eis und Schnee am Ufer liegt schmeckt die heiße Schokolade mit Baileys noch besser.

Liebe Grüße an Euch Landratten von SiriFee aus Cley next the Sea und von Selma BildFee auch

© Klausbernd Vollmar, Cley/Norfolk, 2011

Über Klausbernd

Autor (fiction & non-fiction), Diplompsychologe (Spezialist für Symbolik, speziell Traum- und Farbsymbolik)

»

  1. Danke für das Vertrauen, aber da muss ich Euch enttäuschen: Als Segler habe ich nie was von Mark Twain = Zwei Faden tief gehört. Denn erstens segle ich nicht auf dem Mississippi und zweitens spreche ich dabei kein Südstaaten-Amerikanisch. Das mit den beiden Fäden habe ich erst kürzlich gelesen, weil ich mich für den Twain interessiere und jetzt den Computer ausmachen werde, um weiter in einem Buch von ihm zu lesen!
    LG M.

    Antworten
  2. Klärt mal eine Landratte auf, versteht man unter „Auswettern“ Unwetter- ist das ein Fachausdruck oder Seemannsslang?

    Antworten
  3. Liebes Tantchen,
    als Auswettern bezeichnet man in der nautischen Sprache – Seemannsslang – wenn bei rauer See nur Manöver unternommen werden, die einen Untergang verhindern, wie z.B. zu vermeiden, von Brechern seitlich getroffen zu werden.
    Alles klar?

    Antworten
  4. Toller Blogpost.Ich habe ein paar frische Denkanstoesse gekriegt. Warte auf neue Beitraege zum Thema.

    Antworten
  5. Das mit den Fäden hat folgende Bewandnis: „Mark Twain“ bedeutet „Markierung zwei“ in der Mississippi Terminologie: die zweite Markierung auf der Linie,die die Tiefe maß, gab „zwei Fäden“ (fathoms) an (ca 4 Meter), also genug für den Tiefgang des von Twain so heiß geliebten Mississippi Steamers.

    Antworten
  6. Gerade hörte ich ein Interview von John Irving, der Mark Twain vorwirft, dass dieser mehr durch seine Show als Autor aufgefallen ist als durch die Güte seiner Texte. Irving wirft Twain vor, dass dessen Vorstellungskraft auf einem kleinen Bereich beschränkt ist.
    Mir haben jedoch die Abenteuer von Tom und Huckleberry gut gefallen – als Kind. Wenn ich heute wieder Twain lesen würde, weiß nicht, ob ihn genießen könnte.
    Liebe Grüße euch allen
    Klausbernd

    Antworten
  7. Pingback: Pirate`s Festival in Wells next the Sea « kbvollmarblog

  8. Hallo Siri und Selma,
    danke auch für diesen feinen Artikel und Tipp. Hmmmmmmmm, PANCAKES! YUMMYYYYYYYYYY 😉
    Liebe Grüße aus dem südlichen Texas, von zwei Pfannekuchen-Schmeckleckern,😉
    Pit und Mary

    Antworten
    • Hi, lieber Pit & liebe Mary
      liiiiiebe Grüße zurück🙂🙂
      Siri & Selma, die im Gegensatz zu Masterchen Süßes liiiiieben🙂

      Antworten
      • Hallo Siri, hallo Selma,
        danke für den Tipp. Dann sollte ich also Euch, nicht aber dem Master, Pecan-Pralines von hier mitbringen?! Könnt Ihr die denn überhaupt knabbern?
        Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
        Pit

      • Hi Pit, da Masterchen gerade die Scheiben am Auto putzt, schreiben wir schnell an seinem Rechner. Klar doch, können wir Pecan-Pralines knabbern und gern sogar. Die haben wir allerdings noch nie genossen, aber wir sind große Nussknabberer. Huch, jetzt müssen wir schnell aufhören. Masterchen ist fertig.
        Und noch schnell: Unsere Küche ist endlich fertig🙂 Super mega toll geworden. Jetzt aber nix wie weg
        Liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiebe Grüße
        Siri und Selma

      • Hallo, liebe Siri, liebe Selma,
        danke für die Antwort. Dann muss ich mal zusehen, ob eine Packung dieser Pecan Pralinen noch in den Koffer passt. 😉
        Liebe Grüße, auch an den Master, und auch von Mary, und bis bald,
        Pit

      • Oh, daaaaaaaaaaaaaaanke, wir sind gerade mit der liiiieben Dina und Masterchen von einem wunderschönen Ausflug zurückgekommen. Wir waren auch kurz auf der Albatros, aber Ton war nicht dort. Er hat nun zwei süße kleine Kinder und lebt in einem Cottage in Wells.
        Feenhauch und liiiiebe Grüße an Mary und dich
        Siri und Selma
        Masterchen und Dina lassen auch grüßen. Die feschen sich gerade auf für eine Dinnereinladung bei den Nachbarn. Da bleiben wir lieber zu Hause. Nix für Feen, da dürfen wir nicht herumwuseln, laaaaaaaaangweilig.

  9. ich bin selber auf der albatros gewesen, und das war die schönste zeit in meinen leben. schön bei wind und wetter auf hohersee^^ich habe da viel gelernt und viel mitgenommer. einfach eine wunderschöne zeit gewesen. liebe grüße an ton denn master.ich würde sie gerne mal wieder sehen und auch mal wieder ne kleine reise machen..lg lars. ton weiß schon bescheid wer ich bin^^

    Antworten
    • Hi lieber Lars,
      na, das ist ja ein Zufall! Und toll, dass du meinen Blog gefunden hast🙂
      Witzigerweise war ich gestern in Wells und sah auch Ton. Ton segelt nicht mehr auf hoher See, sondern liegt in Wells vor Anker und führt ein kleines Cafe-Restaurant in der Albatros und vermietet dort auch Kajüten als B&B-Zimmer. Wenn ich wieder Wells bin, werde ich gerne Ton einen Gruß von dir bestellen.
      Mit lieben Grüßen von der heute mächtig stürmischen Küste Norfolks
      Klausbernd

      Antworten
    • P.S.: Ich habe gerade geschaut, aber du scheinst keinen Blog zu haben. Ich wollte dich digital besuchen. Falls du doch einen haben solltest, teilst du mir bitte dessen Adresse mit.

      Antworten
      • hallo klausbernd^^ also wenn ich das jetzt richtig gemacht habe, denn habe ich jetzt nen blog……..divaofhell.worldpress.com……. ich weiß aber nicht ob es jetzt richtig ist.ich würde ihn auch gerne mal wieder sehen.er ist ein richtig guter mensch für mich. und ich habe mich auch sehr wohl gefühlt.sollte ihn mein name nichts sagen, was ich nicht glaube, denn wird er sich an mein unfall errinern.mit hubschraube haben dir mich von bord geholt. denke das es nicht so oft passiert ist. wie geht es ihn denn?? ist er noch immer so fit und gut drauf wie früher??weil ist ja auch schon nen bischen her wo ich auf der albatros gewesen bin.lg lars

      • Hi Lars,
        feiner Name „Diva of Hell“, gefällt mir. Ich wollte dich da gerade besuchen, das klappt aber noch nicht. Vielleicht bedarf etwas mehr Zeit, bis dein Blog in die Verzeichnisse aufgenommen wird. Macht nix.
        Das mit deinem Unfall klingt ja echt dramatisch – oh dear!
        Meine norwegische Lebensgefährtin Hanne-Dina musste auch einst mit einem Hubschrauber gerettet werden, aber da sie mit einer Segelyacht bei Orkan in Seenot geraten war. Da half nur noch das Mayday-Signal.
        Dann warst du auch einer der blauen Jungs, die den Mädchen in Wells den Kopf verdrehten😉
        Ich werde mich hier über meinen Blog wieder bei dir melden, wenn ich bei Ton war. Ich komme immer nur nach Wells, wenn mein Bootsmotor gewartet werden muss oder ich Mengen von Müll wegzubringen habe. Aber ich hab`s im Hinterkopf.
        Liebe Grüße aus Nord Norfolk
        Klausbernd

  10. Lieber Klausbernd, lieber Lars,
    also zunächst einmal: da ist m.E. ein Tippfehler in der URL. Es muss heißen „divaofhell.wordpress.com/“ und nicht „…WORLD…“. Mit der Adresse kommt man dann tatsächlich zu dem Blog. es scheint aber bisher nur als leeres Blog zu existieren. Inhalt scheint noch nicht hinterlegt zu sein. Jedenfalls sehe ich keinen.
    Liebe Grüße aus dem südlichen Texas,
    Pit
    P.S. @ Klausbernd: das mit Dina’s Seenotgeschichte musst Du mir unbedingt mal erzählen, wenn wir uns treffen

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: